zaghaft trifft auf lieblos
Hi absolutvenus,
Wir verstehen uns sehr gut, gehen liebevoll miteinander um …
Das klingt erstaunlich vor dem Hintergrund dessen, was du dann weiter schreibst.
Sein Verhalten: […] versteinert, lieblos, sagt nicht[s] (außer: was soll ich dazu sagen?)
Ich schrieb es bei Gelegenheit schon mal im L&L-Brett: Die Mehrheit der Beziehungstrennungen werden von Frauen initiiert - und die Gründe lauten fast immer ungefähr so: „Er ist kein Gesprächspartner - nicht fähig, zuzuhören - zuckt mit den Schultern - schweigt - oder sagt ‚was soll ich dazu sagen‘“.
Die zugehörigen Männer kommentieren das ungefähr so, wie Malte es dir unten zitiert hat und wozu er sagt: „Nein, so reagiere ich (mittlerweile) nicht (mehr)“.
Mit anderen Worten: Frauen begreifen heute schneller als früher, daß eine Beziehung mehr sein muß als eine Technologie zum „Spaß haben“ [Zitat]. Sie fordern etwas von ihren Partnern an zwischenmenschlichen Fähigkeiten - und die zeigen sich unter anderem im Gespräch: Ja, auch im Austausch über persönliche Sorgen.
Frau frage sich (möglichst rechtzeitig und nicht erst nach 10 Jahren Frust), was eine „zärtliche Umarmung“ für ein Genuß ist, wenn der Partner die Klappe nicht aufkriegt, sich nicht für das interessiert, was IN dir vorgeht und sein Charm und Esprit gerade für ein „was soll ich dazu sagen“ reicht? Übrigens gilt das ja auch umgekehrt.
Ich habe ihm gesagt, dass ich überlege, ihn in Zukunft nicht
mehr auf Probleme anzusprechen
Aha? Beziehung bewahren durch Absenken deines eigenen Anspruchsniveaus? Anpassung nach unten? Resignation? Ein Beitrag, ihn zu einem Weichei zu machen („nur nicht überfordern!“)? oder der Entschluß, dir einen bloßen Spaßpartner zu halten?
Auch bat ich ihn, einfach nur mal in den Arm genommen zu werden.
wenn du darum schon bitten mußt! … aber klar (wie im Thread schon gesagt wurde): In den Arm nehmen hat ja nur Sinn, wenn es eine Spaß-Komponente ist, um Himmels willen nicht, wenn es Geborgenheit bei Belastungen gewähren soll - auch ohne Worte.
Ich möchte nur einfach verstanden werden.
Wie reagierst DU, wenn er über nervende Kollegen, Chefs, Mütter, über ärgerliche Mißerfolge, idiotische andere Autofahrer redet?
Laut seiner Aussage überforder ich ihn nicht. Er weiß nur in
solchen Momenten nicht, wie er mir helfen soll o. ä.
eine Art von Impotenz halt, eine kommunikative - über die Männer untereinander nicht reden (weil sie es gar nicht bemerken)
Selbst wenn ich seiner Meinung nach im Unrecht bin, möchte ich
mich von ihm geliebt fühlen.
Aber hallo? Du bist schon soweit, daß du DICH im Unrecht fühlst, wenn DICH etwas belastet?
Ich weiß, dass viele Männer damit Probleme haben.
dann solltest du Verständnis für sie haben, denn auch Männer möchten gerne verstanden werden, genau wie du
Anders gesagt: Das ist ein genauso blöder Spruch wie „Frauen sind so“ (nämlich daß sie „bloßes Händchenhalten und ‚eititei, ich versteh Dich ja so gut‘“ wünschen - wie unten im Thread artikuliert wurde)
Er sagt, er möchte es lernen und bemüht sich. Aber leider tut sich da nichts…
Eben: blabla, solange du dich damit zufrieden gibst und deinen Anspruch an partnerschaftlichem Gesprächsverhalten zürückschraubst (siehe oben)
aber bei jedem Versuch, ist er auch noch so zaghaft, benimmt er sich so abweisend.
„Abweisend“: Wenn das nicht ein Beweis seiner „Bemühung“ ist! *smile*
Aber es bleibt dabei, daß du dieses Unvermögen bestätigst und förderst, indem du ZAGHAFT bist. Stelle es doch eindeutig als Anspruch deinerseits heraus - wenn du es zaghaft und zimperlich tust, was wunderst du dich, daß auch er zaghaft und zimperlich bleibt wie bisher.
Könnt ihr mir helfen? Wie kann ich ihm entgegenkommen?
Ich begreife dich nicht! Wieso mußt DU IHM entgegenkommen? Du beklagst dich doch hier darüber, daß ER es ist, der DIR NICHT entgegenkommt!?
Was kann ich tun, … so zu sprechen, dass wir uns beide wohl fühlen.
Wenn dir sein Wohlfühlen in dieser Hinsicht wichtiger ist als deines: gar nichts!
Gruß
Metapher