Wie sehen Muslime die Christen?

Muslime und Christen scheinen aus dem selben Holz geschnitzt zu sein.
Unter meinen Freunden befinden sich bekennende Christen und ein
gläubiger Muslim. Wenn beide argumentieren, benutzen sie fast immer
die gleichen Begriffe und die gleichen Gedankengänge, Vorurteile und
Schablonen. Doch alle scheinen in einem Glaskasten zu sitzen - bei
religiösen Themen sind sie unerreichbar. Im Besserwissen sind aber
beide gleich gut. Was in der Bibel oder im Koran seht ist immer
richtig, egal ob es einleuchtend ist oder nicht. Ich habe manchmal
den Eindruck, dass die Hardcore Christen auch ganz überzeugte Moslems
wären und vice versa. Entscheident ist doch, was sie zuerst in die
Hände kriegten, die Bibel oder den Koran.
Doch zurück zu meiner Frage: Wie sehen Muslime die Christen?

Muslime sehen Christen, so sie denn Hard-Core-Muslime sind - als Tiere, als Underdogs. Alexander, lies Dir das Büchlein mal durch, Koran genannt.

Hallo Alexander,

Doch zurück zu meiner Frage: Wie sehen Muslime die Christen?

Um diese Frage zu verstehen, muss man verstehen, woran Muslime glauben.

Der Kerninhalt des Islams ist der Glaube an einen Gott und an seinen letzten Propheten Mohammad. Darüber hinaus glauben Muslime an alle vorherigen Propheten (u.a. Moses und Jesus). Dies bringt schon die Verbundenheit sowohl zu Juden als auch zu Christen zum Ausdruck. Das ist zwar sehr abstrakt, allerdings stellt sich bei näherem Vergleich heraus, dass die Übereinstimmung in diversen Punkten sehr einfach ist - so man das will.

Eine der Grundsteine für die Zusammenarbeit mit Christen und Juden ist m.E. der folgende Vers:
(29,46) „Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift, es sei denn auf beste Art und Weise, außer mit jenen von ihnen, die unrecht handeln. Und sprecht: ‚Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde. Unser Gott und euer Gott ist ein und derselbe. Und Ihm sind wir ergeben.‘“

Soweit zu den Glaubensfragen. Wenn es um die zwischenmenschlichen Beziehungen geht, so haben Christen - und andere - lange Zeit in islamischen Ländern gelebt und tun es immer noch, ohne grossartig gestört zu werden. Ganz im Gegenteil: In Regionen, in denen christliche Gemeinschaften existierten hat das islamische Reich ihnen vollkommen eigenständige Administration gegeben, sodass sie frei nach ihrem Befinden, ihre Religion ausüben können, sei es im alltäglichen Leben (Feiertage, Essen und Trinken, Kirchen und Gebetszeiten) als auch in rechtlichen Fragen, so hatten einige christliche Gemeinden ihre eigene lokale Justiz. Heute sind in vielen Ländern des nahen Ostens diese lokalen Arrangements einem zivilen Gerichtsstand gewichen, aber die Integration ist auch soweit, dass Muslime und Christen meist sehr gut miteinander klar kommen.

Soviel also zum Underdog.

Gruss, Omar Abo-Namous

hi alexander

Ich habe
manchmal
den Eindruck, dass die Hardcore Christen auch ganz überzeugte
Moslems
wären und vice versa. Entscheident ist doch, was sie zuerst in
die
Hände kriegten, die Bibel oder den Koran.

hier kann ich dir nur voll zustimmen. deshalb auch die jeweils grosse „angst“ vor dem anderen, weil es ihnen einen spiegel vor die nase hält.

liebe grüssli
coco

Holla, Alexander!

Heute habe ich im TV einen Mitschnitt mit versteckter Kamera einer Predigt in einer ganz „normalen“ - also keiner als radikal und fundamentalistisch betrachteten - Moschee irgendwo im Rheinischen gesehen und gehört.

Da erklärte der Prediger in ruhigem Ton (ich zitiere sinngemäß):

„Es gibt auch gute Deutsche. Aber die meisten sind Atheisten und wir sollten uns von ihnen fernhalten!“

Fritz

Omar,
glauben, glauben, glauben. Was irgend ein … irgendwann mal von sich abgesondert hat. Glauben ist nicht Wissen. Begreifs doch endlich. Sei du selbst und folgen keinen Dogmen. Freundlicher Gruß

über die Bräsigkeit gläubiger Menschen…

Muslime und Christen scheinen aus dem selben Holz geschnitzt
zu sein.

alle Irre also?

Vieleicht ist Deine Frage ja auch ernst gemeint. Du fragst auf der Ebene der Erfahrung (nicht theologisch).
Nun, ich bin selbst bekennende Christin, habe auch bekennende Muslime im Bekanntenkreis.
Und ich weiß nicht, was sonst-noch-alles-Bekennende.
Das Leben ist einfach: Man schaut den Leute immer erst vor den Kopf, man hört Ihnen zu und dann weiß man, ob man sich mehr mit Ihnen auseinandersetzen möchte.
Z.B. komme ich nicht mit Menschen klar, die andere Menschen gerne über einen Kamm scheeren, weil sie Deutsche, Männer, BWLer, US-Amerikaner, Grünäugige, Rothaarige oder Altkatholiken sind.

Aber vielleicht lebe ich auch in einer Parallelwelt, in der Menschen nicht so gut zu klassifizieren sind.
Es würde mir helfen, wenn wir die Frage ein wenig ausweiten können:
Du hast nach Koran-wörtlich-nehmenden Muslimen gefragt, mich würde dann noch interessieren, ob es vielleicht Koran-wörtlich-nehmende Muslime gibt (die, wie wir aus Deinem Posting erfahren haben, eh nur Vorurteile und Schablonen im KOpf haben), die zudem in den Jahren 1960-1980 geboren sind und einen Schnurbart haben. Die haben ja auch alle Vorurteile, aber vielleicht gibt es hier ja auch spezifische Gemeinsamkeiten? Gibt es da dann auch evangelikale Christen mit denselben Charakteristika? So könnten wir dann die Vorurteile präzisieren… Oder aber sind immer alle zu allen Zeiten gleich?

Rätselnde Grüße,
Taju

Deine Frage zeigt doch schon, das Religionen kein zusammen Leben ist sondern ein auseinander Leben ist.
Und das witzige ist doch wofür.
Deswegen bin ich der Ansicht das eine Welt ohne Religion eine bessere ist.
Wir brauchen es nicht schön zu reden was im Koran stehet oder was die Christen von nächsten Liebe sagen.
Fakt ist das macht sich immer Deutlicher zeigt das sich Lager bilden es ist kein zusammen Leben zwischen Moslem und Christen und Juden.
Auch wenn ein ganz kleiner Teil es versucht der weit unter den 10% liegt.
Man hat sich zwar in Europa toleriert aber wie man sieht nicht Akzeptiert.
Die Religion ist kein Friedenstifter und wahr es auch noch nie.
Mit freundlichen Grüßen
Hicham Bekouri

Omar,
glauben, glauben, glauben. Was irgend ein … irgendwann mal
von sich abgesondert hat. Glauben ist nicht Wissen. Begreifs
doch endlich. Sei du selbst und folgen keinen Dogmen.

Antares, schon mit deinem letzten Posting (Underdogs) hast du dich in meinen Augen als Gesprächspartner erledigt.

PS: fällt noch jemandem auf, dass Atheisten die am meisten und unnachgiebigsten Missionierer sind?

Gruss, Omar Abo-Namous

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Hallo,

Z.B. komme ich nicht mit Menschen klar, die andere Menschen
gerne über einen Kamm scheeren, weil sie Deutsche, Männer,
BWLer, US-Amerikaner, Grünäugige, Rothaarige oder
Altkatholiken sind.

Vollste Zustimmung! Nieder mit dem Kästchen-System.
Dafür ein Sternchen :wink:

Gruss, Omar Abo-Namous

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Omar, fühl Dich weiterhin wohl in Deinem Sumpf.

Hi!

Doch zurück zu meiner Frage: Wie sehen Muslime die Christen?

Es gibt Leute, die behaupten, der Koran sei gar keine religiöse Schrift, sondern eine Anweisung für das Zusammenleben auf kommunaler Ebene.

Wenn das stimmt, dann haben wir auf der einen Seite eine Religion nach dem Grundsatz, jeder Christ trägt den Glauben in sich, egal wo er sich aufhält -> also kein geographisch-räumlicher Bezug (siehe „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“, Johannes-Evangelium). Das Reich Gottes liegt im Herzen der Menschen.

Auf der anderen Seite stehen die Muslime, die aufgrund verwaltungstechnischer Anweisungen hierarchische Macht und geographischen Besitz beanspruchen. Die islamische Lehre teilt die Welt in „Dar-es-salaam“ (Haus des Friedens), wo der Islam herrscht, und „Dar-al-charb“ (Haus des Krieges), das noch zu erobernde Gebiet, ein. Das Reich Allahs ist identisch mit der geographischen Ausdehnung des Islam und der Sharia. Nach islamischer Lehre kann ein Gebiet, das einmal islamisch war, nie wieder de-islamisiert werden. Spanien und der Balkan sind „waqf“, also islamisches Gebiet, und alle Muslime sind aufgefordert, dieses Gebiet zurück zu erobern. Der gleiche Besitzanspruch gilt auch für das Gebiet, auf denen Moscheen stehen, z.B. in deutschen Großstädten. Dieses Gebiet (samt Einzugsbereich) ist „waqf“, also auf ewig islamisches Territorium.

Vielleicht ist doch was dran an der These, der Koran ist eine Anweisung für das Zusammenleben auf kommunaler Ebene.

Grüße
Heinrich

glauben, glauben, glauben. Was irgend ein … irgendwann mal
von sich abgesondert hat. Glauben ist nicht Wissen. Begreifs
doch endlich. Sei du selbst und folgen keinen Dogmen.

Antares, schon mit deinem letzten Posting (Underdogs) hast du
dich in meinen Augen als Gesprächspartner erledigt.

Ich versteh auch nicht, was er gerade will.

PS: fällt noch jemandem auf, dass Atheisten die am meisten und
unnachgiebigsten Missionierer sind?

Des kannst pauschal so net sagen, find isch!

Nur weil’s vielleicht hier ein paar „prominente“ Beispiele gibt…
Immerhin wurde noch kein Krieg im Namen des Atheismus geführt, oder? :wink:

freigeistige Grüße,

Malte.

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Hallo Malte,

PS: fällt noch jemandem auf, dass Atheisten die am meisten und
unnachgiebigsten Missionierer sind?

Des kannst pauschal so net sagen, find isch!

Nur weil’s vielleicht hier ein paar „prominente“ Beispiele
gibt…

Das stimmt, auf der anderen Seite mehren sich diejenigen, die alle mit Druck (aber ohne wirkliche Argumente) dazu überreden wollen, nicht mehr zu glauben.

freigeistige Grüße,

ebenfalls, Omar Abo-Namous

Das stimmt, auf der anderen Seite mehren sich diejenigen, die
alle mit Druck (aber ohne wirkliche Argumente) dazu überreden
wollen, nicht mehr zu glauben.

Ist das so? Ich denke, man muß Glaube und Religion schon voneinander unterscheiden.
Eine saubere Trennung ist da wohl nicht möglich, aber es fällt mir schwer zu glauben, daß wirklich so viele etwas „dagegen haben“, wenn jemand an einen Gott (oder zwei, oder drei…) glaubt und an die von ihm (oder ihnen) aufgestellten Grundsätze.

Probleme gibt’s doch immer erst, wenn’s um die Konsequenzen geht, die Leute aus diesen Dingen ziehen, und wenn diese Konsequenzen nicht nur die Gläubigen selbst, sondern Dritte betreffen. Daß das mitunter miteinander einher gehr, ist schon klar, aber oftmals ist es doch nur eine sehr eigenwillige Art der Auslegung von den erwähnten Grundsätzen. In der Bibel steht AFAIK zum Beispiel nichts davon, daß man als guter Christ die gesamte Umgebung mit Glockenlärm belästigen soll.

Ich fänd’s ziemlich cool, wenn sich alle Religionen darauf einigen könnten, als Grundgebot einzuführen „Macht Euren Mist mit Euch allein aus, und lasst andere in Ruhe“ oder sowas. Ich würde sogar auf namentliche Nennung als Autor verzichten. :wink:
Soll heissen, die Besinnung auf den Glauben als spirituelle Angelegenheit würde ich begrüßen, denn wenn man die eigentlichen Kernaussagen betrachtet, besteht gar keine Notwendigkeit, sich da groß zu streiten. Am Ende sehen wir uns ohnehin alle in der Hölle wieder :wink:

freigeistige Grüße,

ebenfalls, Omar Abo-Namous

freigeistig? Wohl eher nicht :smile:

Malte.

PS: Grad gefunden, nicht passend, aber schön:
„Wenn zwei Verlorene sich zusammentun, heisst das noch lange nicht, daß sie sich gefunden haben.“

Keinen Krieg?
Hallo Malte,

Immerhin wurde noch kein Krieg im Namen des Atheismus geführt,
oder? :wink:

das sehe ich ein bisschen anders:

„1948 schloss der Diktator Enver Hoxha von einem Tag auf den anderen die Grenzen Albaniens zu allen Nachbarländern.“ …
„Der albanische Diktator verbot dem Clan jeden Privatbesitz und nahm ihnen ihre Schafe und Kühe. Doch was ihren Stolz am meisten verletzte, war das Verbot, ihren katholischen Glauben auszuüben. Unter Hoxhas Diktatur war jede Religion verboten, Priester wurden ins Gefängnis geworfen oder getötet, Kirchen wurden zerstört.“

Es wurde gemordet und unterdrückt. Das nenne ich Krieg

Quelle: http://religion.orf.at/tv/kreuz/kr010619.htm

Gruß, Joe

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Hallo Omar,

PS: fällt noch jemandem auf, dass Atheisten die am meisten und
unnachgiebigsten Missionierer sind?

100%ige Zustimmung.

Dabei wurde uns Christen doch der Auftrag zur friedlichen Mission von Jesus gegeben:
Mk 16, 15: «Geht hinaus
in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!»

Gruß, Joe

Hallo,

Ich bin zwar keine Muslima, möchte mich aber an der Diskussion beteiligen.
Ich finde, dass die Menschen, die nach ihrem Gewissen glauben (und nicht nach den Vorschriften,von anderen Menschen gegeben), sehen einander vor allem als Menschen - die Geschöpfe eines Gottes, mit all ihren schönen und weniger schönen Seiten.
Das „Büchlein Koran“, wie es in einem anderen Posting so abwertend (was ich übrigens unangebracht finde) hiess, habe ich gelesen und dabei nichts gefunden, was so oft vom Koran behauptet wird. Koran vermittelt eigentlich diesselben Werte, die wir auch aus der Bibel kennen - Menschenliebe, Respekt vor einander etc.
Auch habe ich muslimische Freunde, die ich als sehr korrekt und zuvorkommend kenne, und keinesfalls arrogant oder agressiv.Ganz zu schweigen davon,dass ich bis jetzt keine Frauen getroffen habe, die ach so unterdrückt sind.
Das Gesagte gilt natürlich nicht für Fanatiker aller Glaubensrichtungen, die ich zum Glück selten getroffen habe. Aber Fanatismus hat mit dem Glauben wenig was zu tun.

Viele Grüsse

jaro

Hallo Hicham,

Deswegen bin ich der Ansicht das eine Welt ohne Religion eine
bessere ist.

Ich glaube genau dies nicht. Die Religion füllt doch eigentlich nur eine Lücke beim Menschen, die leider offensichtlich existiert. Nimmst Du dem Menschen die Religion (was eh’ nicht möglich ist), dann wird er sie mit einer anderen Weltanschauung füllen, die mit ähnlichen Lückenfüllern daherkommt.

Das Problem des menschlichen Zusammenlebens liegt weniger darin, dass irgendein Buch beschreibt, dass nur alle gleichen gut sind, sondern vielmehr darin, dass der Mensch lesen will(!), dass nur alle gleichen gut sind. Und das, egal ob es jetzt Muslime oder Christen, Schwarze oder Weiße, Deutsche oder Türken oder eben Glatzenträger oder Haarteilträger:wink: sind…

Und die Menschen, die für solche Botschaften empfänglich sind, weil sie danach suchen(!), werden immer eine passende Definition von gleich finden (oder eben vielmehr von ungleich) inkl. der Begründung, warum sie recht damit haben, Gewalt gegen ungleiche anwenden zu dürfen.

Grüße
Jürgen

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Hi!

Ganz zu schweigen davon,dass ich bis jetzt keine
Frauen getroffen habe, die ach so unterdrückt sind.

Einfache Fragen (mit der Bitte um einfache Antworten):

Darf laut Koran ein muslimischer Mann eine andersgläubige Frau heiraten?
Darf laut Koran eine muslimische Frau einen andersgläubigen Mann heiraten?

Warum darf laut Koran ein Mann mehrere Frauen haben, aber eine Frau nicht mehrere Männer?

Warum erlaubt der Koran ausdrücklich, dass Männer ihre Frauen schlagen dürfen, während Frauen dieses „Recht“ verwehrt ist?

Warum dürfen muslimische Mädchen z.B. an Klassenfahrten nicht teilnehmen, während es muslimischen Jungen erlaubt ist?

Grüße
Heinrich

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