Wie seht ihr 'Bibelfesten'/Theologen das?

Hallo liebe Gemeinde *gggg* - welch doppeldeutigkeit…

nach einem von Wolfang Berger verfassten Posting (http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/www/service.fpl?..) hatte ich doch so einige Probleme und habe eine Antwort verfasst, die jetzt im Storys Brett vor sich hin dümpelt - da ich keine Expertin bin und mein Geschreibsel nur meine eigene Meinung ist bzw. die Meinung die ich mir nach dem Lesen von sehr wenig Literatur gebildet hab, würde ich jetzt eure Meinung dazu hören… ich stelle meinen Text jetzt einfach nochmal komplett hier rein - dann ist das mit dem antworten und zitieren auch leichter… vielen dank schonmal für eure Meinungen…

Gruss Julia

Hallo Wolfgang,

komischerweise ist der umgang mit biblischen schriften in vielerlei hinsicht - ich will es mal tolerant nennen - geworden. so will niemand mehr so wirklich glauben, daß die erde in 7 tagen von gott geschaffen wurde etc etc - und auch all die anderen stellen, die von Diana zitiert worden sind. nur bei ethischen streitfragen wie dieser hier kommen immer wieder welche auf den exakten und genauen wortlaut (und wer hat den übersetzt???) zu sprechen.

Daß Homosexualität gottgewollt ist, gibt die Bibel einfach
nicht her, und das ist auch gut so.

dieser satz von dir hat mich wirklich wütend gemacht. die bibel ist meineserachtens eine sammlung von geschichten, ratschlägen und gesetztestexten. kann es nicht auch sein, daß diese texte unsere probleme gar nicht haben- auch weil der heutige wissensstand ein ganz anderer ist als der ihre -und sie uns deshalb gar nicht weiterhelfen können??? mal die kulturgeschichtlichen hintergründe aussen vor gelassen?

homosexualität - für mich sowohl schwule als auch lesbische liebe - wie kannst du dir erklären, daß in der bibel über lesbischer liebe gar nichts zu finden ist? können die in einer anderen übersetzung verwendeten worte lustknabe und knabenschänder nicht auch auf päderasten und stricher anwendbar sein?

und vor allen dingen findest du diese verurteilung der homosexualität nur bei paulus… - und halt im AT… aber wie du schon sagtest - für uns ist ja erstmal vorranging das NT wichtig…

ich ganz persönlich glaube, daß in dieser gerichtsrede von paulus, die du zitierst hast nicht wirklich um den tatbestand der homosexuellen liebe, sondern vielmehr um einen geschlechtsverkehr der nicht zur fortpflanzung dient - genauso wie paulus dies auch bei frauen verurteilt - wenn der natürliche verkehr nicht mehr stattfindet

1:26 Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen;
1:27 desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein mußte, an sich selbst empfangen

wolfgang - ich möchte dich hier wirklich nicht angreifen - oder dir deine meinung strittig machen - und es tut mir leid, wenn es evtl den anschein hat. aber ich habe mich wirklich so sehr über diesen einen, oben schon zitierten satz von dir geärgert… ich habe relativ viele homosexuelle freunde innerhalb der kirche, die immer wieder mit aussagen dieser art zu kämpfen haben - die nicht verstehen können, warum sie nicht von gott gewollt sein sollten - die traurig sind darüber, daß ihnen jemand ihre beziehung zu gott absprechen will und und und

Röm 3, 10 „Es gibt keinen, der gerecht ist, auch nicht einen“

in diesem sinne…

viele grüsse, julia

P.S. achja - dies is natürlich absolut und ganz alleine meine eigene persönliche meinung - kann sein, daß ich das alles völlig falsch interpretiert habe und mich theologen verachten werden - aber ich denke mal, manchmal ist es gar nicht so verkehrt, wenn sich mal jemand völlig unbedarftes mit der schrift auseinandersetzt.

Hallo Julia,

komischerweise ist der umgang mit biblischen schriften in
vielerlei hinsicht - ich will es mal tolerant nennen -
geworden. so will niemand mehr so wirklich glauben, daß die
erde in 7 tagen von gott geschaffen wurde etc etc - und auch
all die anderen stellen, die von Diana zitiert worden sind.
nur bei ethischen streitfragen wie dieser hier kommen immer
wieder welche auf den exakten und genauen wortlaut (und wer
hat den übersetzt???) zu sprechen.

Das Problem liegt nicht beim Wortlaut. Die Bibel ist mit Abstand das Buch des Altertums, von dem die meisten Handschriften überliefert sind. Es gibt kein anderes antikes Buch, von dem man den originalen Wortlaut so exakt rekonstruieren kann, wie bei der Bibel. Selbst wenn heute noch hier und da mal wieder Handschriften gefunden werden, so ist die Fachwelt immer wieder erstaunt über die beinahe perfekte Übereinstimmung der Bibelhandschriften über Jahrhunderte hinweg. Kleinere Abweichungen gibt es, aber sie betreffen keine biblischen Kernaussagen, sondern eher Orts- und Zahlenangaben. Spätestens seit dem 19. Jahrhundert erfüllen alle Übersetzungen den Anspruch der Wissenschaftlichkeit.

Nein - das Problem liegt daran, ob man an die Offenbarungs- und Inspirationslehre glaubt, die besagt, dass Gott sich den Menschen offenbart und die Bibelschreiber inspiriert hat. Nur wer das nicht glaubt, muss die Aussagen der Bibel relativieren oder liberalisieren. Oft hat das nichts mit seriöser Wissenschaft zu tun.

Daß Homosexualität gottgewollt ist, gibt die Bibel einfach
nicht her, und das ist auch gut so.

Dem stimme ich zu.

dieser satz von dir hat mich wirklich wütend gemacht. die
bibel ist meineserachtens eine sammlung von geschichten,
ratschlägen und gesetztestexten. kann es nicht auch sein, daß
diese texte unsere probleme gar nicht haben- auch weil der
heutige wissensstand ein ganz anderer ist als der ihre -und
sie uns deshalb gar nicht weiterhelfen können??? mal die
kulturgeschichtlichen hintergründe aussen vor gelassen?

Nein - denn das ist doch gerade der Grund dafür, dass sich die Bibel bis heute einer so ungebrochenen Beliebtheit erfreut: Sie spricht genau diese Probleme der Menschheit an, die zeitlos sind und daher auch uns heute noch betreffen. Viele Menschen erhalten heute noch aus der Bibel Trost, Zuspruch, Korrektur, Ermutigung usw. Wenn die Bibel ein rein zeitgeschichtliches Dokument wäre, dann wäre sie nicht bis heute ein Bestseller.

homosexualität - für mich sowohl schwule als auch lesbische
liebe - wie kannst du dir erklären, daß in der bibel über
lesbischer liebe gar nichts zu finden ist? können die in einer
anderen übersetzung verwendeten worte lustknabe und
knabenschänder nicht auch auf päderasten und stricher
anwendbar sein?

Die Bibel sagt ganz eindeutig, dass die von Gott gewollte Lebensordnung die Ehe zwischen Mann und Frau ist. Gott hat beide für diese Gemeinschaft geschaffen. Darum wird in der Bibel alles andere als Entartung bezeichnet, auch wenn nicht jede mögliche Entartung einzeln aufgezählt wird.

und vor allen dingen findest du diese verurteilung der
homosexualität nur bei paulus… - und halt im AT… aber
wie du schon sagtest - für uns ist ja erstmal vorranging das
NT wichtig…

Paulus schreibt übrigens im NT…

ich ganz persönlich glaube, daß in dieser gerichtsrede von
paulus, die du zitierst hast nicht wirklich um den tatbestand
der homosexuellen liebe, sondern vielmehr um einen
geschlechtsverkehr der nicht zur fortpflanzung dient - genauso
wie paulus dies auch bei frauen verurteilt - wenn der
natürliche verkehr nicht mehr stattfindet

1:26 Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche
Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr
vertauscht mit dem widernatürlichen;
1:27 desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr
mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander
entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den
Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein mußte, an sich selbst
empfangen

Ich denke, Du hast das Wort „zueinander“ überlesen: Das ist der Beweis dafür, dass mit diesem Text die Homosexualität gemeint ist.

ich habe relativ viele homosexuelle freunde
innerhalb der kirche, die immer wieder mit aussagen dieser art
zu kämpfen haben - die nicht verstehen können, warum sie nicht
von gott gewollt sein sollten - die traurig sind darüber, daß
ihnen jemand ihre beziehung zu gott absprechen will und und
und

Das ist natürlich ein Problem: Wie gehen wir Christen bzw. wir Gemeinden mit diesem Thema um?
Ich denke, dass es richtig ist, die Homosexuellen mit den Aussagen der Bibel zu konfrontieren. Es wäre absolut falsch, bei den Aussagen der Bibel Abstriche oder Zugeständnisse zu machen.
Doch welchen Schluss ziehen wir daraus? Jesus selbst hat zwar immer die Sünde offengelegt und verurteilt, aber nie die Personen! Das ist ein großes Vorbild für mich!!! Ich kann sagen: „Das was Du machst, kann ich aufgrund der Aussagen der Bibel nicht gut heißen. Aber ich habe kein Recht, Dich zu verurteilen. Das, was Du machst ist eindeutig Sünde. Aber nicht ich bin der Richter, sondern Gott.“

Leider passiert es aber oft, dass Christen dieses Recht der moralischen Verurteilung für sich in Anspruch nehmen. Wie Du schon sagtest, hilft das den Betroffenen aber oft nicht, sondern schadet im Gegenteil nur. Oft braucht ein Mensch viel Zeit, bis er seinen falschen Weg erkennt und diese Zeit müssen wir ihm lassen. Über die Beziehung eines anderen Menschen zu Gott kan NIEMAND richten; wir können nur sein Tun oder seine Unterlassungen im Licht der Bibel beurteilen.

P.S. achja - dies is natürlich absolut und ganz alleine meine
eigene persönliche meinung - kann sein, daß ich das alles
völlig falsch interpretiert habe und mich theologen verachten
werden - aber ich denke mal, manchmal ist es gar nicht so
verkehrt, wenn sich mal jemand völlig unbedarftes mit der
schrift auseinandersetzt.

Nein - Verachtung hast Du nicht verdient, ganz im Gegenteil! Ich finde es gut, dass Du Dir Gedanken machst und trotzdem den Kontakt zu homosexuellen Menschen aufrecht erhältst. Da könnte sich mancher selbstherrliche Christ eine Scheibe davon abschneiden.

Herzliche Grüße

Alex

Liebe Julia,

der wunderbaren Antwort von Alexander Kuch vermag ich nur noch wenig hinzuzufügen.

liebe - wie kannst du dir erklären, daß in der bibel über
lesbischer liebe gar nichts zu finden ist? können die in einer
anderen übersetzung verwendeten worte lustknabe und
knabenschänder nicht auch auf päderasten und stricher
anwendbar sein?

Wie ich mir das erklären kann, das möchte ich hier nicht beantworten.
Das mit den „Lustknaben“ steht an einer anderen Stelle:

  1. Kor 6,9-11: Lustknaben und Knabenschänder

„9 Oder wißt ihr nicht, daß die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Laßt euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder,
10 Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben.
11 Und solche sind einige von euch gewesen. Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.“

der homosexuellen liebe, sondern vielmehr um einen
geschlechtsverkehr der nicht zur fortpflanzung dient - genauso

Ich glaube nicht, daß die Bibel ehelichen Geschlechtsverkehr verdammt, der nicht zur Fortpflanzung dient, zumindest dann nicht, wenn Fortpflanzung schon stattfindet.

zu kämpfen haben - die nicht verstehen können, warum sie nicht
von gott gewollt sein sollten - die traurig sind darüber, daß
ihnen jemand ihre beziehung zu gott absprechen will und und
und

Verurteilt werden homosexuelle Handlungen, keineswegs soll die jeweilige Person etwa nicht gottgewollt sein. Umkehr ist den meisten, Keuschheit allen möglich.

Röm 3, 10 „Es gibt keinen, der gerecht ist, auch nicht einen“

Ich zitiere nochmal wie oben
„11 Und solche sind einige von euch gewesen. Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.“

Gruß
Wolfgang Berger

eine fundamentalische Antwort :wink:
Hallo Julia,

nachdem die meisten Forumsteilnehmer die Bibel bezüglich ihrer Antworten relativieren, möchte ich auch Stellung beziehen.

Die Bibel ist, wie schon erwähnt ein Konklomerat aus verschiedenen Teilen; Geschichtsberichten, Gesetzessammlungen, Poesie, Prophetie, Liedtexten, Metaphern, usw.

Das man nicht jedes einzelne Wort direkt umsetzen kann liegt auf der Hand. Die sieben Schöpfungstage, die du erwähnst, sind ein gutes Beispiel dafür. Es gibt in der Bibel weitere Stellen, in denen der Ausdruck Tag eindeutig nicht auf 24 Stunden-Abschnitte angewandt wird.

Ein weiterer Punkt ist, dass viele Aussage ohne richtige Kenntnisse aus ihrem Zusammenhang gerissen wurden. Als Schlagwort; „Die 10 Gebote gelten nicht für Christen ?!“.
Näheres auf besonderen Wunsch

Insbesondere, wo es um Gesetze, Gebote und Grundsätze geht, ist die Bibel sehr klar. Da hat Wolfgang mit seiner Aussage recht;

Daß Homosexualität gottgewollt ist, gibt die Bibel einfach

nicht her,…

Viele Menschen, die sich immer wieder auf das Christentum beziehen, machen aber in bestimmten Bereichen einen Rückzieher.
Woher kommt das?

Die Bibel hat Gebote die sich auf das Verhalten gegenüber dem Mitmenschen beziehen. Diese Gebote, nach dem Motto „Seid nett zueinander“ werden auch allgemein akkzeptiert.

Es gibt aber auch Gebote, die sich auf das Verhältnis zwischen dem Menschen und Gott beziehen. Diese Gebote wurden mehr oder weniger abgeschafft.

Da ist z.B. die eheliche Treue. Jesus Christus hat sich z.B. zum Thema Scheidung klar geäußert (Markus 10:1-12). Weiss das Jemand? Interessiert das überhaupt Jemand?

Ist dir bekannt, dass ein Christ keine Blutwurst essen darf. Falls nicht, warum?

Es gibt in unserer Gesellschaft ein Paradigma das wie folgt lautet:

Ich darf Niemanden gegen seinen Willen Schaden zufügen, ansonsten ist alles erlaubt.

Wertvorstellungen, die diesem Paradigma widersprechen, sind politisch inkorrekt oder reaktionär.

Hier kommt es zur Kollision mit den Maßstäben der Bibel.
Gemäß der Bibel werden uns Verhaltensformen verboten, die keinem Menschen (erkennbar) schaden. Kannst du dir vorstellen, dass Gott von von uns fordern könnte, Dinge zu unterlassen, die weder mir noch einem anderen Menschen schaden? Könntest du so etwas akzeptieren?

Was bleibt nun den Kirchen übrig. Entweder sie springen auf dem Zug auf passen ihre Wertvorstellungen dem Zeitgeist an oder sie verprellen die verbliebenen Gläubigen.

Gruß
Carlos

Was sagt die Bibel über Homosexualität? Die Bibel sagt in Römer 1, 26-27 (Simon): „Darum hat sie Gott in schändliche Leidenschaft dahingegeben; denn auch ihre weiblichen Personen haben den natürlichen Umgang mit dem widernatürlichen vertauscht; gleicherweise haben auch die männlichen Personen den natürlichen Verkehr der weiblichen Person verlassen und sind in ihrer Begierde zueinander entbrannt. Männliche haben mit Männlichen Unzucht getrieben und, wie es sein mußte, den Lohn ihrer Verirrung an sich selbst empfangen.“

Ist das Praktizieren von Homosexualität eine Sünde? Die Bibel sagt in 3. Mose 18, 22 (Simon): „Du sollst nicht einem Manne beiwohnen, wie man einer Frau beiwohnt; es ist ein Greuel.“
Kann ein praktizierender Homosexueller das Reich Gottes ererben? Die Bibel sagt in 1. Korinther 6, 9: „Oder wißt ihr nicht, daß die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Laßt euch nicht irreführen! Weder der Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben.“
Wie alle anderen Sünder, so sind auch Homosexuelle aufgerufen, Buße zu tun. Die Bibel sagt in 1. Timotheus 1, 10-11 (Simon): „Das Gesetz ist bestimmt für „Unzüchtige, Männerschänder, Menschenräuber, Lügner, Meineidige und wenn etwas anderes der gesunden Lehre entgegengesetzt ist, nach der Frohbotschaft der Herrlichkeit des ewigreichen Gottes, mit der ich betraut worden bin.“
Sündhafte Praktiken aller Art müssen aufgegeben und von Gott vergeben werden. Die Bibel sagt in 1. Korinther 6, 11: „Und solche sind einige von euch gewesen. Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.“
Für praktizierende Homosexuelle Menschen besteht Hoffnung. Die Bibel sagt in 1. Korinther 10, 13: „Bisher hat euch nur menschliche Versuchung getroffen. Aber Gott ist treu, der euch nicht versuchen läßt über eure Kraft, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende nimmt, daß ihr’s ertragen könnt.“
Was sollte man tun, wenn man in Homosexualität verwickelt ist?
Zuerst müssen sie ihre Sünde erkennen. Die Bibel sagt in Psalm 51, 3-5: „Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir.“
Zweitens, sie müssen Gott ihre Sünden bekennen und um Vergebung dieser Sünden bitten. Gott sagt, daß sie wieder einen neuen Anfang machen können. Die Bibel sagt in Psalm 51, 9-14: „Entsündige mich mit Ysop, daß ich rein werde; wasche mich, daß ich schneeweiß werde. Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast. Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine Missetat. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir. Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.“
Drittens, sie müssen glauben, daß Gott ihnen wirklich vergeben hat und sie brauchen dann kein schlechtes Gewissen mehr zu haben. Die Bibel sagt in Psalm 32, 1-7 (Simon): „Wohl dem, dessen Übertretung vergeben, dem Sünde zugedeckt ist. Heil dem Menschen, dem der Herr Sündenschuld nicht zurechnet und in dessen Geist kein Trug ist; denn als ich schwieg, verzehrten sich meine Gebeine durch mein Stöhnen während des ganzen Tages; denn bei Tag und bei Nacht war deine Hand schwer auf mir; verwandelt wurde mein Mark wie in Sommergluten. Da bekannte ich dir meine Sünde und habe meine Sündenschuld nicht zugedeckt. Ich sagte; ‚Ich will dem Herrn meine Übertretung bekennen.‘ Da hast du meine Sündenschuld vergeben. Darum bete jeder Fromme zu dir in der Zeit des Findens; ja, die Flut mächtiger Wasser wird ihn nicht erreichen. Du bist mir ein Schirm, behütest mich vor Drangsal, mit Rettungsjubel umgibst du mich.“

B2

Hallo Alexander,

so ganz unwidersprochen kann ich das ja wohl nicht stehen lassen.

Die Bibel sagt ganz eindeutig, dass die von Gott gewollte
Lebensordnung die Ehe zwischen Mann und Frau ist. Gott hat
beide für diese Gemeinschaft geschaffen. Darum wird in der
Bibel alles andere als Entartung bezeichnet, auch wenn nicht
jede mögliche Entartung einzeln aufgezählt wird.

Das leuchtet mir ein. Katholische Priester z.B. entscheiden sich auch gegen die gottgewollte Lebensordnung der Ehe. Deiner Argumentation zufolge sind sie demnach entartet (Vorsicht, Ironie!).

Nur eines dazu: pass bitte auf, mit wem du dich mit deiner Wortwahl in eine Reihe stellst. Hast du eine Ahnung, wie viele Homosexuelle im Dritten Reich unter der Vokabel der Entartung ins KZ gesteckt wurden?

Das ist natürlich ein Problem: Wie gehen wir Christen bzw. wir
Gemeinden mit diesem Thema um?

Jesus selbst hat zwar
immer die Sünde offengelegt und verurteilt, aber nie die
Personen! Das ist ein großes Vorbild für mich!!!

Na immerhin, das finde ich anerkennenswert (keine Ironie). Mach dir aber vielleicht in einer ruhigen Minute doch mal Gedanken darüber, dass es nicht Toleranz ist was die Schwulen und Lesben von der Gesellschaft einfordern, sondern einfach das, was in unserer Gesellschaft jedem vom Grundgesetz her sowieso zusteht: gleiche Rechte.

Schöne Grüße
Wolfgang

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Hallo Wolfgang,

Gedanken darüber, dass es nicht Toleranz ist was die Schwulen
und Lesben von der Gesellschaft einfordern, sondern einfach
das, was in unserer Gesellschaft jedem vom Grundgesetz her
sowieso zusteht: gleiche Rechte.

Gleiche Rechte? Welche Rechte?
Selbst der §175 hat homosexuelle Handlungen ganz unabhängig davon verboten, ob der Täter sich selbst als Homosexueller oder als sonstwas definierte, war also ebensowenig diskriminierend wie das Inzuchtverbot.

Das sind jetzt keine religiösen sondern gesellschaftliche Fragen. Ich diskutiere darüber gerne an geeigneterer Stelle weiter.

Gruß
Wolfgang Berger

Kannst du dir vorstellen,
dass Gott von von uns fordern könnte, Dinge zu unterlassen,
die weder mir noch einem anderen Menschen schaden? Könntest du
so etwas akzeptieren?

die frage geht an julia. mir ist schon sonnenklar, daß es solche dinge zuhauf gibt. in jeder religion gibt es sie. sie sind es, die die eine religion von der anderen unterscheiden, um es mal total flach auszudrücken.

gehen wir einen schritt weiter. der grundsatz unseres modernen, freien, demokratischen staates hast du wunderbar gesagt: jeder kann tun, was er will, solange er einem anderen nicht schadet.

also ist nach religiöser sicht homosexuelles verhalten verboten, nach demokratisch-liberaler aber erlaubt.

die eigentliche frage lautet also: darf ein staat religiöse gebote heranziehen, um seine gesetze zu formulieren, oder soll religion privatsache sein?

je nachdem wie man dazu steht, fällt die antwort aus, ob homosexualität verboten sein soll, erlaubt sein soll, ob lebensgemeinschaften erlaubt sein sollen usw.

in dem fall der lebensgemeinschaft hat der (deutsche) staat auf die religion rücksicht genommen, indem das wort EHE (ein religiöser begriff) nicht verwendet wird. (nur die schmierpresse redet dauernd von „homo-ehe“ und „schwulenhochzeit“.) als religiöser mensch könnte man das durchaus akzeptieren: „für meinen glauben ist schwulsein verboten, für die anderen aber nicht.“

anders sieht es aus, wenn du möchtest, daß der staat religiösen mindeststandard einhält. davon kann ich ein lied singen. israel ist als judenstaat konzipiert und hier gelten gewisse religiöse regeln von staatswegen, um allen juden hier ein leben zu ermöglichen. eine schwule lebensgemeinschaft wie in deutschland wäre unmöglich. (aber zur zeit haben wir ohnehin brennendere sorgen :smile:

darauf läuft es sich hinaus. je nachdem wie du die trennung von religion und staat siehst.

aus rein religiöser sicht ist klar, daß homosexualität verboten ist. ist das schon fundamentalistisch?

lieben gruß!

Hallo Wolfgang,

so ganz unwidersprochen kann ich das ja wohl nicht stehen
lassen.

Das hätte mich bei dem Posting ja auch gewundert… :wink:))

Katholische Priester z.B. entscheiden
sich auch gegen die gottgewollte Lebensordnung der Ehe. Deiner
Argumentation zufolge sind sie demnach entartet (Vorsicht,
Ironie!).

Die Ironie ist völlig berechtigt. In der Bibel wird zwar gesagt, dass es unter bestimmten Umständen besser sein kann, wenn man ledig bleibt, damit man in der christlichen Gemeinde oder in der Mission konzentrierter arbeiten kann. Paulus beispielsweise hat aus diesem Grund freiwillig ehelos gelebt, aber er hat jedem die freie Entscheidung zugestanden, zu heiraten oder ledig zu bleiben. Er hat sogar extra noch angemerkt, dass dies mit der Ehelosigkeit seine persönliche Meinung und nicht der Wille Gottes ist.

Die Katholische Kirche hat natürlich mal wieder gemeint, dass sie daraus ein verbindliches Gesetz machen müsse, obwohl das überhaupt nicht mit der Bibel so in Übereinstimmung steht. Sie hat den Priestern die freie Entscheidung verboten. Und in meinem letzten Posting habe ich schon deutlich gemacht, was ich von solchen unbiblischen Menschen-Gesetzen halte - nämlich gar nichts. Manche Priester könnten sich bestimmt besser auf ihre Arbeit konzentrieren, wenn sie eine Partnerin hätten.

Nur eines dazu: pass bitte auf, mit wem du dich mit deiner
Wortwahl in eine Reihe stellst. Hast du eine Ahnung, wie viele
Homosexuelle im Dritten Reich unter der Vokabel der Entartung
ins KZ gesteckt wurden?

Genauso auch hier: Ich habe zwar das biblische Wort Entartung für die SACHE „Homosexualität“ benutzt, mich gleichzeitig aber von jeder Verurteilung homosexueller PERSONEN durch andere Menschen distanziert.

Mach dir aber vielleicht in einer ruhigen Minute doch mal
Gedanken darüber, dass es nicht Toleranz ist was die Schwulen
und Lesben von der Gesellschaft einfordern, sondern einfach
das, was in unserer Gesellschaft jedem vom Grundgesetz her
sowieso zusteht: gleiche Rechte.

Ich denke, dass jeder homosexuelle Mensch in unserer Gesellschaft alle Rechte hat, die ihm zustehen. Es gibt eben in unserer Verfassung und Gesetzgebung neben der Gleichberechtigung auch noch andere Werte, z. B. der Schutz und die Förderung der Ehe und Familie. Darauf haben die Gründungsväter unserer BRD sowie auch die Gründungsväter der DDR einen sehr großen Wert gelegt. Oder lies z. B. mal die Bayerische Staatsverfassung, die ja noch älter als das Grundgesetz ist, was für einen hohen Stellenwert Ehe und Familie dort haben.
Ich störe mich übrigens gar nicht so sehr daran, dass Homosexuelle vor einem Standesamt sagen dürfen „wir wollen zusammen gehören“ und eine Gütergemeinschaft bilden. Aber ich wehre mich entschieden dagegen, dass homosexuelle Paare z. B. Kinder adoptieren dürfen. Das ist für ein Kind nicht der von Gott gewollte Rahmen zum Aufwachsen. Niemand weiß, was dies in einem Kind für Schäden verursachen kann. Aber wenn ich sehe, was manchen Kindern alles fehlt, die nur bei einem Elternteil aufwachsen (egal ob Scheidung, Trennung oder der Tod des anderen Elternteils die Ursache sind), dann denke ich: Das hat kein Kind verdient!

Herzliche Grüße

Alex

Hallo Alexander,

so ganz unwidersprochen kann ich das ja wohl nicht stehen
lassen.

Das hätte mich bei dem Posting ja auch gewundert… :wink:))

Mich allerdings auch :wink:

Die Ironie ist völlig berechtigt. In der Bibel wird zwar
gesagt, dass es unter bestimmten Umständen besser sein kann,
wenn man ledig bleibt, damit man in der christlichen Gemeinde
oder in der Mission konzentrierter arbeiten kann.

Keine Angst, ich kenne die Stelle.

Manche Priester könnten sich bestimmt besser auf
ihre Arbeit konzentrieren, wenn sie eine Partnerin hätten.

Richtig, dafür kenne ich auch einige Beispiele persönlich - evangelisch und katholisch. Ich möchte nur hinzufügen „… oder einen Partner“ - auch dafür kenne ich Beispiele.

Genauso auch hier: Ich habe zwar das biblische Wort Entartung
für die SACHE „Homosexualität“ benutzt, mich gleichzeitig aber
von jeder Verurteilung homosexueller PERSONEN durch andere
Menschen distanziert.

Der zweite Teil deiner Äußerung ehrt dich, aber die erste Hälfte ist mir zu wenig, tut mir leid.
Erstens ist das Wort „Entartung“, auch wenn es in der Bibel gebraucht wird, durch die Zeit des Nazi-Terrors so belastet, dass man wirklich niemanden leichtfertig als entartet bezeichnen darf.
Und zweitens ist Homosexualität eben keine Entartung, in welchem Sinne auch immer. Wir werden uns über diesen Punkt sicher nicht einigen können, aber nimm bitte auch zur Kenntnis, dass dir in diesem Punkt die Weltgesundheitsorganisation, die American Psychological Association, der Bund Deutscher Psychologen usw. widersprechen werden: es gibt heute im ganzen Gesundheitswesen niemanden mehr, der Homosexualität ernsthaft als Krankheit oder Perversion einordnet.

Ich denke, dass jeder homosexuelle Mensch in unserer
Gesellschaft alle Rechte hat, die ihm zustehen.

Schön wärs!
Das geht mit dem Auskunftsrecht im Krankheitsfalle los. Wenn ein heterosexueller Mann bewusstlos im Krankenhaus liegt kann seine Freundin hingehen und als Verlobte ohne weiteren Nachweis Auskunft verlangen. Für ein homosexuelles Paar gibt es nix vergleichbares. Dafür dürfen die Angehörigen, die vielleicht vor Jahren mit dem Menschen gebrochen haben, plötzlich bei seiner medizinischen Versorgung mitreden, und der Lebenspartner ist außen vor. Im Mietrecht und Erbrecht sieht’s ähnlich aus.

Auch das Lebenspartnerschaftsgesetz ist da nur ein Schritt in die richtige Richtung; von Gleichberechtigung sind wir noch weit entfernt.

Es gibt eben
in unserer Verfassung und Gesetzgebung neben der
Gleichberechtigung auch noch andere Werte, z. B. der Schutz
und die Förderung der Ehe und Familie.

Genau: neben! Gleichberechtigung in den erwähnten Punkten wäre machbar, ohne dem Schutz von Ehe und Familie irgendetwas wegzunehmen!

Oder lies z. B. mal die
Bayerische Staatsverfassung, die ja noch älter als das
Grundgesetz ist, was für einen hohen Stellenwert Ehe und
Familie dort haben.

Kenn’ ich, auf die hab ich als HiWi mal 'nen Amtseid geleistet :smile:

Aber ich
wehre mich entschieden dagegen, dass homosexuelle Paare z. B.
Kinder adoptieren dürfen. Das ist für ein Kind nicht der von
Gott gewollte Rahmen zum Aufwachsen. Niemand weiß, was dies in
einem Kind für Schäden verursachen kann.

Stimmt nicht, es gibt wissenschaftliche Untersuchungen die zeigen, dass Kinder mit homosexuellen Elternpaaren in der Regel ganz normal aufwachsen.
Aber dreh doch mal die Sichtweise um: es gibt bereits genügend Kinder, die mit homosexuellen Elternpaaren aufwachsen. Weil ein Partner sie aus einer früheren heterosexuellen Beziehung mitgebracht hat, weil eine Partnerin eines lesbischen Paares sich künstlich befruchten hat lassen, oder weil einer der Partner allein ein Kind adoptiert hat. Das alles geht, es gibt nur kein gemeinsames Sorgerecht. Gerade das wäre aber im Sinne der Rechtssicherheit des Kindes, denn wenn dem Sorgeberechtigten etwas zustößt, verliert das Kind bei der jetzigen Rechtslage auch noch gleich seine andere Bezugsperson!

Aber wenn ich sehe,
was manchen Kindern alles fehlt, die nur bei einem Elternteil
aufwachsen (egal ob Scheidung, Trennung oder der Tod des
anderen Elternteils die Ursache sind), dann denke ich: Das hat
kein Kind verdient!

So ist es. Und was ist schlecht daran, wenn ein Kind zwei Papis hat? Der frühere Bundespräsident Roman Herzog hat neulich mal sinngemäß gesagt: Wenn Patrick Lindner und sein Freund zusammen ein Kind aufziehen dann ist das für mich Familie.
Und ich variiere: Familie ist dort, wo ein Kind Geborgenheit findet. Das allein zählt!

Lieber Alexander, wir werden uns sicher über vieles nicht einig werden. Ich danke dir aber für deine sachliche Antwort bei diesem emotionsgeladenen Thema!

Wolfgang

Hallo Wolfgang,

Erstens ist das Wort „Entartung“, auch wenn es in der Bibel
gebraucht wird, durch die Zeit des Nazi-Terrors so belastet,
dass man wirklich niemanden leichtfertig als entartet
bezeichnen darf.
Und zweitens ist Homosexualität eben keine Entartung, in
welchem Sinne auch immer. Wir werden uns über diesen Punkt
sicher nicht einigen können, aber nimm bitte auch zur
Kenntnis, dass dir in diesem Punkt die
Weltgesundheitsorganisation, die American Psychological
Association, der Bund Deutscher Psychologen usw. widersprechen
werden: es gibt heute im ganzen Gesundheitswesen niemanden
mehr, der Homosexualität ernsthaft als Krankheit oder
Perversion einordnet.

Ich habe gerade nochmals sämtliche mir zur Verfügung stehenden Bibelübersetzungen durchgeschaut, welchen Begriff sie in Römer 1,27 verwenden:
Luther und Elberfelder bezeichnen es als „Verirrung“, Gute Nachricht als „Verirrung ihres Denkens“, F.H. Baader als „Irrtum“, Hoffnung für alle als „Götzendienst am eigenen Leib“; die Vulgata sagt „error“.
Mein Latein-Wörterbuch bietet zu „error“: Irrfahrt, Irrgang, das Abirren, das Abweichen vom richtigen Weg, Versehen, Missgriff, Fehler, Fehlschuss (…!), Irrtum, Missverständnis, Täuschung, Liebeswahn, sittliche Verirrung, Verblendung.

Ich denke, das sind genug Definitionen, um sich ein richtiges Bild zu machen. Meines Erachtens redet die Bibel hier nicht von körperlicher Krankheit, sondern von Verirrung des Denkens (das ist meiner Meinung nach noch längst keine Geisteskrankheit). Insofern ist meine Definition doch nicht ganz so „vernichtend“ (im wahrsten Sinn des Wortes) wie die der Nazis. Das hat mich jetzt nach dieser Recherche etwas beruhigt: Bei jedem Abirren des Denkens gibt es bei Gott die Möglichkeit der Umkehr und ich freue mich, dass die Bibel das durch die Verwendung dieses Begriffes deutlich herausgestellt hat. Das ist keine „Relativierung“ oder „Abschwächung“ der Sünde, wie Carlos meint, sondern Gnade und Vergebungsbereitschaft, wenn ein Mensch seinen falschen Weg erkennt und eingesteht.

Und was ist schlecht daran, wenn ein Kind zwei
Papis hat? Der frühere Bundespräsident Roman Herzog hat
neulich mal sinngemäß gesagt: Wenn Patrick Lindner und sein
Freund zusammen ein Kind aufziehen dann ist das für mich
Familie.

Ich denke dass eine „Familie“ mit zwei „Vätern“ bzw. mit zwei „Müttern“ einem Kind nie die ganze Bandbreite einer Familie mit Vater und Mutter bieten kann. Obwohl die traditionellen Rollen von Vater und Mutter sich heute schon sehr aneinander angenähert haben (-das muss nicht schlecht sein-), gibt es doch (zum Glück!) immer noch wesensmäßige Unterschiede zwischen Mann und Frau. Diese Bereicherung an verschiedenen Gaben, Gefühlsebenen, Denkweisen, Wertvorstellungen usw. möchte ich einem Kind nicht vorenthalten.

Ich danke dir aber für deine sachliche Antwort
bei diesem emotionsgeladenen Thema!

Danke - das gilt auch für Dich!

Herzliche Grüße

Alex

Hallo Lehitraot,

zunächst freue ich mich sagen zu können, dass du meine Argumentation verstehst und weiter ausführst.

darauf läuft es sich hinaus. je nachdem wie du die trennung
von religion und staat siehst.

Genau hier ist der Knackpunkt in unserer toleranten Gesellschaft.
Ich bemühe mich dem Beispiel der ersten Christen zu folgen und bemühe mich die Gesetze des Staates einzuhalten, unabhängig ob ich sie für sinvoll halte, solange sie nicht meiner religiösen Überzeugung widersprechen.
Wenn in Deutschland die Gesetzgebung die homosexuelle Lebensgemeinschaft definiert, werde ich nicht dagegen prostestieren oder diesen Menschen anfeinden.

Aber ich werde auch klar sagen, dass diese Lebensgemeinschaft NICHT G’ttes Segen hat und in seinen Augen etwas abscheuliches ist. Das gleichen gilt übrigens auch für nichteheliche heterosexuelle Lebensgemeinschaften. (Wow, bin ich heute wieder provokativ).

Die Tatsache, dass ich diese Meinung habe, trägt mit nun die Feindschaft vieler toleranter Mitmenschen ein. Wie kann man einer so intoleranten Meinung gegenüber tolerant sein. :wink:
Damit kann und muss ich leben.

Wo sich mir der Magen umdreht, ist, wenn offizielle Vertreter der Kirchen hingehen und behaupten, dass gemäß der Bibel, also gemäß der Grundlage des christlichen Glaubens, nichts gegen die Homosexualität spricht. Originalton einer Überschrift aus einer lokalen Zeitung „Die Bibel muss neu gelesen werden“.

Nach meinem Verständnis verarschen sich diese „Fachleute“ für Glaubensfragen selber und die Menschen, die ihnen zuhören. Vor allem aber verleugnen sie G’tt.

aus rein religiöser sicht ist klar, daß homosexualität
verboten ist. ist das schon fundamentalistisch?

Wenn du einen deutschen Durchschnittsbürger fragst; Ja.

Lieben Gruß
Carlos

eine liberale Entgegnung
Hallo Carlos,

nachdem hier bis auf wenige Ausnahmen nur „Fundis“ ihre Meinung kndgetan haben, möchte ich jetzt dann doch auch meinen Senf dazugeben:smile:), damit Julia nicht denkt, Christsein heißt per se gegen Homosexualität sein!

Die Bibel ist, wie schon erwähnt ein Konklomerat aus
verschiedenen Teilen; Geschichtsberichten, Gesetzessammlungen,
Poesie, Prophetie, Liedtexten, Metaphern, usw.

Das man nicht jedes einzelne Wort direkt umsetzen kann liegt
auf der Hand. Die sieben Schöpfungstage, die du erwähnst, sind
ein gutes Beispiel dafür. Es gibt in der Bibel weitere
Stellen, in denen der Ausdruck Tag eindeutig nicht auf 24
Stunden-Abschnitte angewandt wird.

Womit wir genau beim Punkt wären. Menschen schrieben die Bibel und dachten in den Grenzen iherer Zeit. So auch beim Schöpfungsbericht. Nehme ich das oft zitierte Pauluswort im Römerbrief 1, 26 ff.

  1. Homosexualität gilt nach Paulus nicht als Sünde selbst, sondern ist Auswirkung, Strafe Gottes. Sie ist ein Symptom für die Grundsünde des Menschen: das Geschöpf mehr zu lieben als den Schöpfer, Gott. Für Paulus war H. Strafe, weil er es für widernatürlich hielt. Es geht ihm um ein Beispiel für das Abwenden des Geschöpfs vom Schöpfer hin zur Selbstbeschäftigung des Geschöpfs nur noch mit sich selbst.

Ich persönlich sehe diese Symptome heute in der Gentechnik, dem Machbarkeitswahn des perfekten Menschen, dem Körper-, Schönheits-, und Jugendkult eher und beängstigender als
in dem, was Männer mit Männern und Frauen und Frauen tun können. Sicherlich war jedoch für Paulus das das Beispiel, was die Verdorbenheit des Menschen besonders verdeutlichte.

btw. hat Gott sie „hingegeben“…es ist also lt. Paulus gar nicht ihr freier Wille so zu leben.

  1. Das Homosexualität nicht widernatürlich i.S. von gegen die Natur/Nicht in der Natur vorkommend ist, wurde hier schon mehrmals erklärt. Mike hat sicher noch den Link zum entsprechenden GEO-Artikel:smile:…ich selbst verweise nur auf die schwulen Grauganterpärchen, die Konrad Lorenz beobachtet hatte. Sie sind ganz liebevolle Adoptiv-Eltern und als solche sehr wichtig für die Graugansgemeinschaft.

Mir also zu unterstellen, ich wolle mir einfach die Bibel für mein liberales Gewissen zurechtlegen, ist einfach polemisch! Jeder hat eben eine andere Lesart der Bibel und deine ist auch nicht die, die alle anderen - auch konservativen- teilen. Die Lesart deiner Kirche ist keineswegs die Norm in der christlichen Welt. Wieso meinst du nun gerade die alleinige Wahrheit zu erkennen?

Da ist z.B. die eheliche Treue. Jesus Christus hat sich z.B.
zum Thema Scheidung klar geäußert (Markus 10:1-12). Weiss das
Jemand? Interessiert das überhaupt Jemand?

Und wie siehts mit Math 5, 32, aus?? " es sei denn wegen Ehebruch??? Ich gebe dir ansich Recht, auch ich halte Mk für das eigentliche Jesuswort und den matthäischen Einschub für Redaktion…aber wie geht jemand wie du mit diesen Widersprüchen um?

Ist dir bekannt, dass ein Christ keine Blutwurst essen darf.
Falls nicht, warum?

Und Röm 14 1ff… „Der eine glaubt, er dürfe alles essen, wer aber schwach ist, der ißt kein Fleisch.“ Wer ißt, der verachte den nicht, der nicht ißt, und wer nicht ißt…Wer bist du, dass du einen fremden Knecht richtest?"

Es gibt in unserer Gesellschaft ein Paradigma das wie folgt
lautet:

Ich darf Niemanden gegen seinen Willen Schaden zufügen,
ansonsten ist alles erlaubt.

"…und was da sonst an geboten ist, wird in dem Wort zusammengefasst „Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst“ (R. 13, V. 9)

Wertvorstellungen, die diesem Paradigma widersprechen, sind
politisch inkorrekt oder reaktionär.

und weiter: „Der eine hält einen Tag für höher als den anderen, der andere hält alle Tage für gleich. Ein jeder sei in seiner Meinung gewiß. Wer auf den Tag achtet, der tut’s im Blick auf den Herrn, wer ißt, ißt im Blick auf den Herrn, denn er dankt Gott, und wer nicht ißt, der ißt im Blick auf den Herrn nicht und dankt Gott auch.“ (R. 14, 5ff)

Ich hoffe ich habe deutlich gemacht, dass man es einfach auch anders lesen kann, Carlos. :smile:…und dazu muss ich nicht die Bibel neu erfinden…

beste Grüße,

barbara

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Hallo Lehitraot,

eines der ersten verbürgten Menschenrechte war die Religionsfreiheit. Die forderte eine Trennung von Kirche und Staat. Was keine Trennung bedeutet haben u.a. die Juden jahrhundertelang im europäischen Mittelalter übelst zu spüren bekommen, aber auch protestantische Sekten, die aus guten Grund auf diesem Recht in den ersten amerikansichen Verfassungen beharrten (Virginia Bill of Rights).

Wir reden hier also meiner Meinung nach von einem sehr!! hohen Gut, einem Menschenrecht, das ich keinesfalls missen will.

Keine Trennung heißt auch, oder kann heißen, Einmischung des Staates in die religiösen Angelegenheiten, es ist ja die Frage, wer der „Stärkere“ und Einflussreichere ist.

also ist nach religiöser sicht homosexuelles verhalten
verboten, nach demokratisch-liberaler aber erlaubt.

Da ist ja schon die Frage, nach welcher religiösen Sicht? Es gibt neben den monotheistischen Religionen andere, es gibt Atheisten uvm, soll also die stärkste Religion die Meinungsmacht bekommen?

aus rein religiöser sicht ist klar, daß homosexualität
verboten ist. ist das schon fundamentalistisch?

so klar ist das eben nicht für mich, sorry:smile:))…und ich maße mir an, zu behaupten ebenfalls gläubig zu sein.

beste Grüße,

barbara

Hi Barbara,
ich kann dir nur zustimmen. Genauso ist freie Entfaltung der Persoenlichkeit ein Menschenrecht, dazu gehoert auch die Sexualitaet. Mit welchem Recht mischen sich Staat und Kirche(!) in das menschliche Sexualverhalten ein. Auch hier gilt der Grundsatz: solange kein anderer geschaedigt wird. Aber darueber hinaus haben weder Staat noch Kirche keinerlei Rechte sich in die Sexualverhalten ihrer Menschen einzumischen, seien sie hetero- oder homosexuell.
Noch eins: vielleicht sollten manche Pfarrer oder Bischoefe mal ihre eigenen sexuellen Praktiken ueberdenken, bevor sie ueber andere urteilen.

Peter

Die Tatsache, dass ich diese Meinung habe, trägt mit nun die
Feindschaft vieler toleranter Mitmenschen ein. Wie kann man
einer so intoleranten Meinung gegenüber tolerant sein. :wink:

toleranz heißt ja nicht, daß man das, was andere tun, gutheißen muß. es heißt, daß man es „erträgt“, also nicht dem anderen die nase einschlägt, nur weil er anders denkt, ohne anderen damit zu schaden. (wo die meinungen zu untaten werden, hört meine toleranz auf, wenn zb. zu haß aufgerufen wird, gegen homosexuelle zum beispiel.) solange man keinen diffamiert, öffentlich beschimpft, niederschlägt oder gar umbringt, ist eine meinung ok.

„Die Bibel muss neu gelesen werden“.

halte ich für arschkriecherei angesichts der immer mehr werdenden austritte. klar wird sie immer neu gelesen - wir leben ja nicht mehr vor 3000 jahren - aber einige dinge sind so klar, daß es da nix zu deuteln gibt.

wer a sagt, muß auch be sagen. ich kann nicht bei einem verein sein und dann alles rauskritisieren, was mir nicht in den kram paßt.

es gibt ja mehrere strömungen und mehrere religionen. wenn mir zb. das zölibat nicht paßt, kann ich ja protestant werden.

Keine Trennung heißt auch, oder kann heißen, Einmischung des
Staates in die religiösen Angelegenheiten, es ist ja die
Frage, wer der „Stärkere“ und Einflussreichere ist.

so ist das ja auch. weil ich grad vorher von israel gesprochen habe. wenn ich israel und österreich vergleiche, ist österreich katholischer als israel jüdisch ist, obwohl österreich nicht als katholikenstaat konzipiert war. der punkt ist, daß das dem katholischen normalbürger gar nicht auffällt, wie sehr sich der staat in religiöse dinge einmischt. von trennung von staat und kirche kann keine rede sein! wirklich durchgezogen haben diese trennung die usa. keine religiösen feiertage, kein unterricht an öffentlichen schulen, kein öffentliches beten, keine religiösen feiern an schulen. (rate mal, wieso der weihnachtsmann - eine heidnische märchenfigur - dort so populär ist?)

Da ist ja schon die Frage, nach welcher religiösen
Sicht? Es gibt neben den monotheistischen Religionen andere,
es gibt Atheisten uvm, soll also die stärkste Religion die
Meinungsmacht bekommen?

im staate hat selbstverständlich die religion das sagen, die kulturell vorherrscht. diese dinge ändern sich im laufe der geschichte. aber ist ein leichtes festzustellen, welche religion das für jeden staat nun ist.

ich sage nicht, daß das gut ist. es ist de facto einfach so.

so klar ist das eben nicht für mich, sorry:smile:))…und ich maße
mir an, zu behaupten ebenfalls gläubig zu sein.

gläubig kann viel heißen. man kann außerhalb der üblichen glaubensgemeinschaften stehen. splittergruppen gab es immer und sind das wesen der religion. hier sprach ich von den hochreligionen in ihrer typischen ausfertigung. eben jene, die relevant sind, wenn es um die frage von staat und religion geht.

lieben gruß! :smile:

ungleiche rechte

Das geht mit dem Auskunftsrecht im Krankheitsfalle los.

diese ungerechtigkeit betrifft ALLE unverheirateten paare, ob schwul oder nicht.

Hallo erstmal …

Das geht mit dem Auskunftsrecht im Krankheitsfalle los.

diese ungerechtigkeit betrifft ALLE unverheirateten paare, ob
schwul oder nicht.

hmm, hast du mein Posting wirklich gelesen? Die Antwort habe ich im folgenden Satz eigentlich schon gegeben.

Ich beziehe mich dabei natürlich ausdrücklich auf die Situation in Deutschland. Wie es in anderen Ländern in dieser Hinsicht aussieht, weiß ich auch nicht im Einzelnen.

Gruß
Wolfgang

hmm, hast du mein Posting wirklich gelesen? Die Antwort habe
ich im folgenden Satz eigentlich schon gegeben.

wo? da stand als „verlobte“. was wenn man nicht verlobt ist?