Hallo Carlos!
Die Bibel spricht von sich selber als göttlich inspiriert
(2.Timotheus 3:16-17). Wenn sie Lügen und Verleumdungen
enthalten würde, wäre sie es nicht. Vor allem könnte man sie
dann nicht ernst nehmen.
Ja, es ist mir klar, daß es in dem Fall schwierig wäre, sie ernst zu nehmen. Meine Überlegung aber war, daß Menschen aufgrund ihres freien Willens aber zur Manipulation und zur Verstellung fähig sein müßten, und dieser Widerspruch war es, der mich interessierte.
Homosexualität wird im Alten Testament verurteilt, sie wird im
Neuen Testament verurteilt (1. Korinther 6:9). In dem gleichen
„kultigen“ Gesetz stehen auch viele andere Dinge, die verboten
sind, z.B. Inzest, Sodomie, Vergewaltigung, Mord, Diebstahl,
Ehebruch, usw…
Eine kleine Anmerkung zum Verbot der Vergewaltigung. Ich weiß nicht ob die folgende Gesetzgebung direkt aus der Bibel stammt, oder etwas mit der säkularen Gerichtsbarkeit der Israeliten zu tun hatte, aber folgendes wurde meines Wissens nach aus dem Vergewaltigungsgebot: Wenn eine Frau vergewaltigt wurde gab es mehere Möglichkeit. Geschah die Tat weitab von besiedeltem Gelände, so wurde nur der Mann bestraft, im Fall, daß er ergriffen werden konnte. Geeschah dasselbe in besiedeltem Gebiet, so waren beide, der Mann und die Frau, schuldig, denn SIE HÄTTE JA UM HILFE RUFEN KÖNNEN. Entweder, täter und Opfer wurden bestraft, oder er mußte sie zur Frau nehmen. Es muß sehr schön sein, mit dem eigenen Vergewaltiger verheiratet zu sein, nur weil einem dieser den Mund zugehalten hat!
Du behauptest sinngemäß, daß Homosexualität, nur deshalb
verboten war, weil sie als schneller Sex mit
Tempelstrichjungen betrieben wurde. Du implizierst weiterhin,
daß Homosexualität erlaubt gewesen wäre, wenn sie in Form von
eheähnlichen Gemeinschaften bekannt gewesen wäre.
Das habe nicht ich ins Spiel gebracht, sondern Achill. Im historischen Zusammenhang betrachtet finde ich seine Worte aber sehr überzeugend und vernünftig.
Diese Behauptung ist meiner Meinung nach Unsinn. Alle
menschlichen Gesellschaften kennen Homosexualität auch bei den
Israeliten existierte sie, und zwar unabhängig von
Götzenkulten (Richter 19:22).
In der Antike, zur Zeit als Paulus seinen Korintherbrief
formulierte, war die Homosexualität ein Ideal in Griechenland
(Kindersex übrigens auch). In diesen Kulturraum hat er seinen
Brief gesendet.
Wenn Paulus sich gegen Kindersex wandte, so finde ich das gut, mich würden aber sehr wohl mehr Details interessieren. Ich werde es mir ansehen. Ansonsten muß ich, Heiliger Geist hin oder her, schon sagen, daß Jesus’ eigene Worte, aufgezeichnet von vier verschiedenen Leuten, die sich wahrscheinlich nur geringfügig abgesprochen haben können, für mich größeren Wert haben, als die, die Paulus sprach. Mag sein daß dir das seltsam vorkommen mag, aber alles in allem wirkt die Geschichte des Paulus wie die eines Fanatikers (auf mich). Das Wirken und die Botschaft Jesus stehen für mich oftmals in krassem Gegensatz zu dem, was auch von den ersten Christen daraus gemacht wurde.
Ich vermute ganz stark, daß hier schlicht und einfach das
Christentum dem Zeitgeist angepaßt werden soll. Seit wenigen
Jahren ist Homosexualität salonfähig geworden.
Das „wenige Jahre“ kann sich aber nicht auf alle Kulturen beziehen. Ach ja, eine Frage: Wie schätzt du die Bibel im Bezug auf weibliche Homosexualität ein?
Es gehört zu
Political Correctness Homosexualität voll zu bejahen.
Kleiner Widerspruch an dieser Stelle. Es gibt zwei Arten von Political Correctness: die einer, der außer den Worten under Wortwahl im Prinzip alles genauso „egal“ ist wie manchen „unkorrekten“ Menschen. Und es gibt die Political Correctness, die meiner Meinung nach auch als sehr „christlich“ aufgefasst werden kann: Sie sieht Toleranz untrennbar mit Solidarität verbunden.
Da passen natürlich die einfachen und eindeutigen Aussagen der
Bibel nicht hinein. Was macht nun ein Christlicher Denker, der
nicht als reaktionär gelten will.
Er dreht und biegt so lange, bis sein Christentum dem sich
dem Zeitgeist anschmiegt.
Wie gesagt, ich habe noch immer den Eindruck, daß auch in der Bibel und bei ihren früheren odert reakltionären Chefinterpretatore ordentlich gedreht und gebogen wurde. Wer würde heute noch die biblische Aufforderung, von allem Vertrauten, in die Fremde, wegzugehen als Pflicht auffassen? Wohl nur wenige. Oder wer hält sich an das Nacktheitsverbot?
Ansonsten gilt für Christen die Goldene Regel (Lukas 6:31) und
die Liebe zu Gott und zu seinen Nächsten (Matthäus 22:37-40).
Anstelle eines langen Regelwerks ist ein Christ seinem
Gewissen verpflichtet
Eben, daß meine ich auch. Dem eigenen Gewissen, nicht der Bibel. Sehr wohl sollte man die Bibel aber eben doch ernst nehemen, insofern, als man versucht sich wirklich Gedanken darüber zu machen, und das was man als wahrhft sinnvoll darin empfindet wirklich zu beherzigen Das wäre zumindest ein Anfang, und wohin sich der Glaube dann entwickelt, kann man wahrscheinlich nicht vorhersagen.
Grüsse,
Barbara