Wie teuer wird ein neues Dach ? Ist ein Blechdach eine günstige Alternative?

normales Einfamilienhaus
200 qm Wohnfläche
15 x11 m Grundfläche des Hauses
45 % Dachneigung
6 Dachflächenfenster
2 Schornsteine
Walmdach
DG ausgebaut
Isoliert

Standfläche für ein Gerüst an einer Seite des Hauses nur 1 Meter breit

Nur die Dachpfannen müsten neu. (oder etwas anders wie Wellblech oder Eternit?)

Was schätzt du wie teuer es mir wird?

Hallo!

Anruf beim Doc: „Ich bin krank (gefolgt von laienhafter Selbstdiagnose). Was kostet die Behandlung?“ Was glaubst Du, antwortet der Medicus, ohne den Patienten gesehen zu haben?

Ausgebautes Dach. Dacheindeckung ist schadhaft. Vermutlich etliche Jahrzehnte alt. Nun soll nur die Dacheindeckung erneuert werden. Dann wäre es vermutlich am einfachsten, Geld zu verbrennen.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit gibt es kein Unterdach und vermutlich ist auch die Dämmung nicht zeitgemäß. Das muss geändert werden. Ein Unterdach erfordert eine Konterlattung und eine neue Lattung. Vorhersehbar gehen damit Veränderungen an Ortgängen und Regenrinnen einher.

Geld wird knapp sein. Ist nicht ehrenrührig, sondern eher der Normalfall. Aber kein Anlass, am falschen Ende zu sparen Man kann beim Material der Dacheindeckung den einen oder anderen Fünfhunderter sparen, wenn man auf handsigniertes Teuerzeug verzichtet. Aber nichts darf zu Lasten eines bauphysikalisch brauchbaren Dachaufbaus gehen.

Befrage keine Internetforen. Schätzungen von Leuten, die das Haus und seine baulichen Details nicht kennen, nützen nichts. Hole statt dessen Kostenvoranschläge von Dachdeckereien am Ort an. Engagiere keine Billig-Bautrupps aus Polen oder sonstwoher. Die machen 's billig und legen nur neue Dachpfannen auf, wenn Du es so willst. Nach längerer Leidensgeschichte wirst Du letztlich doch einen Dachdeckermeister beauftragen, der alles wieder abreißen muss, bevor er den Job fachgerecht erledigen kann.

Bei älteren Gebäuden, an denen bei Fassade und Fenstern in Richtung Dämmung noch nichts oder nur Bastlerkram stattgefunden hat, sollte die Dacheindeckung keine für sich isolierte Maßnahme sein. Statt dessen sollte man die Gesamtheit der Maßnahmen planen (lassen), ungeachtet dessen, wann die Einzelmaßnahmen realisiert werden. Auch wenn es viele Leute nicht glauben wollen, ist es in solchen Fällen eine wirksame Sparmaßnahme, einen Architekten/Statiker zu beauftragen. Sie sind es gewohnt, sich für Baumaßnahmen innerhalb eines bestimmten Budgets zu bewegen und sie sind im Unterschied zum Laien in der Lage, die auszuführenden Arbeiten so zu beschreiben, dass vergleichbare Angebote eingeholt werden können. Dabei wird darauf geachtet, dass verschiedene Maßnahmen zueinander passen. Nicht dass womöglich Fenster erneuert werden, um die neuen Fenster bei der später durchgeführten Fassadendämmung wieder entsorgen zu müssen. Oder das Dach wird neu gedeckt, um bei der Fassadendämmung zu merken, dass Dachüberstände zu klein sind.

Es ist einigermaßen verwunderlich, eine Kostenschätzung im Internet statt bei örtlichen Handwerksbetrieben einzuholen. Den Hintergrund Deiner Frage kenne ich natürlich nicht. Möglicherweise gehört Dir das Haus nicht, Du hast Kaufabsichten und möchtest wissen, was auf Dich zukommt. In solchem Fall ist dringend anzuraten, vor dem Kauf einen Architekten zu beauftragen, der in jede Ecke kriecht und danach sagen kann, was die Bausubstanz taugt, was gemacht werden muss und mit welchen Kosten zu rechnen ist. Der Architekt kostet natürlich Geld, aber er bewahrt vor Überraschungen und liefert belastbare Fakten zum Verhandeln eines angemessenen Kaufpreises. Damit hat man i. d. R. schon ein Vielfaches des Architektenhonorars gespart und gehört nicht zu den Leuten, die hinterher Geld zu Advokaten tragen (viel mehr als ein Architekt gekostet hätte) und in Internetforen verzweifelt fragen, wie sie aus der Nummer wieder heraus kommen.

Gruß
Wolfgang

die Billigvariante also, so wie sie häufig hier auf dem Lande gemacht wird (ein williger Dachdeckermeister wird benötigt … Ob ein solcher sich in der Stadt finden lässt und sich darauf einlässt… ist fraglich)

Man berechnet sich so Pi mal Daumen die Dachfläche … bei dir so um die 264 m²
(Satteldach wären nur 234 m². Das Dachdreieck wären dann Grundlinie 11m, Dachlängen jeweils 7.78m)

Lattung: Wenn man passende Pfannen organisieren kann (so dass die Lattung wiederbenutzt werden kann) und die Lattung noch für gut befunden wird (durch den Dachdeckermeister!), muss man hier gar nichts tun. Ansonsten berechnet man sich die Anzahl der Latten, die man benötigt; besser ist es allerdings, der Dachdecker würde das berechnen … ich sag mal 800-1000m (Meine Rechnung fürs Satteldach: Alle 30cm auf 7.8m macht 26, mal 15 macht 390, mal 2 macht 780 … fürs Walmdach ein wenig mehr, dazu Verschnitt).

Man bestellt und organisiert sich Pfannen für 264qm… Hier bei uns gibt es gute Pfannen für 1-2 Kohltaler das Stück. Da braucht man 13 Stück den Quadratmeter somit nach Adam Riese und Eva Zwerg ca. 3500 Pfannen (z.B. Brass Kupferrot Matt, 1€/St => 3500 Euro)

Zwischensumme 3500,-

1000m Latten bekommt man sicherlich auch für 1000 Euro … (inkl. Nägel!), die müssen ggf. noch gestrichen werden, sagen wir also 1500 Euro …

Zwischensumme 5000,-

Jetzt geht’s an die Arbeit:

  1. Du brauchst jemanden, der die Pfannen und ggf. die Lattung vom Dach entfernt (Freunde? => schwindelfrei und handwerklich begabt)
  2. Falls neue Lattung benötigt wird, muss der Dachdecker die Lattung anweisen (Grundlattung = erste Lattung wird er selber machen, den Rest machen die Freunde nach Vorgabe), je nach Fähigkeit der Freunde muss der Dachdecker das dann aber noch korrigieren (und weil er das nicht machen will, wenn schon alles fertig ist, wird er darauf bestehen, während der Lattungsaktion anwesend zu sein, um das permanent gegenzuprüfen).
  3. Du brauchst jemanden, der die Pfannen „provisorisch“ aufs die Latten hängt (Freunde?)
  4. Der Dachdecker richtet das Ganze dann aus bzw. legt die Pfannen

Wird bei uns so eine Billigaktion durchgeführt, so ist der Dachdeckermeister idR alle Tage anwesend, zusammen mit einem Gesellen, um so das Ganze überwachen zu können… Punkt 4 muss er ja sowieso selber machen (Das ist wie bei Meister Röhrich… das Abdrücken macht der auch immer selbst).

Was wird der Dachdeckermeister für so eine Aktion berechnen … sagen wir 100 Euro (Meisterlohn + 1x Geselle) die Stunde … also 800 pro Tag … + Mährchensteuer => 1000 2-3 Tage wird es dauern, also gerundet 3000…

Zwischensumme 8000,-

Und im Gegensatz zu Wolfgang, sag ich: Den Teil der Freunde könnten auch arbeitswillige Polen machen … Nur was, wenn dann einer vom Dach fällt …

Rechne noch 2000 drauf für Arbeiten, die der Dachdecker sonst noch machen muss und für Firstziegel (oder dergleichen) und an die ich jetzt nicht gedacht habe … Dann bist du bei

Zwischensumme 10.000,-

Entspricht das deinen Vorstellungen?

Aber ehrlich gesagt: Ich hätt’ schon längst einen gefragt, was er denn meint, das das Ganze kosten könnte (unter Mithilfe von einigen Freunden)… denn wir können hier nur Glaskugelgucken machen … und der Meister vergisst sicherlich nicht die Hälfte, so wie ich :wink:

Gruß
HH

Bin kein Fachmann. Blechdach ist aber nicht überall genehmigungsfähig (Bausatzung beachten)
Udo Becker

Ja und? Ich finde, die Frage ist eindeutig beantwortet worden, oder?

Danke , für deine Gedankengänge dabei. Es geht nicht um mich, sondern um meinen Sohn. Ich möchte mit guten Ratschlägen helfen, weil er sich vor kurzen ein altes Haus gekauft hat, was mit trotzdem schwer im Magen liegt.

Aber siehst du doch, dass ich noch eine sehr gute Antwort von Wolfgang bekomme habe. Bei mir ist es immer noch Thema und ich bin für alle hilfreichen Antworten sehr dankbar , die noch kommen.

Die Frage stand in der falschen Kategorie. Weil das bemängelt wurde, habe ich sie neu eingestellt.Verschieben war leider nicht möglich, oder ich weiss nicht wie es geht.

Was hat dir denn an diesen Antworten nicht gefallen?

Danke für deine Überlegeungen dazu ! :slight_smile: