Hi,
Amerikaner klagen in den unmöglichsten Situationen - zB wenn sie sich den gerade gekauften heißen Kaffee über den Schoß kippen und Verbrennungen erleiden. Natürlich kannst du klagen, es ist Deine Sache, was du mit deinem Geld und Deiner Zeit machst, aber die Erfolgsussichten sind nhe Null.
Die Nebenwirkungen in den Beipackzetteln sind nie hinsichtlich der Schwere näher bezeichnet - das ist auch unmöglich bzw. sinnlos. Alle genannten Nebenwirkungen, bei jedem Medikament, treten in unterschiedlicher Schwere auf, auch beim gleichen Patienten. Meine Reaktionen an der Injektionsstelle - nehmen wir den mittleren Oberschenkel, wegen der Vergleichbarkeit, die Reaktion hängt von der Menge des Fettgewebes ab - rangieren von unsichtbar über flach bis hin zu 1cm hohen Beulen, entweder eine durchgehend gerötete Fläche oder viele rote Streifen. Manchmal juckt es, mnchmal nicht, meist ist es druckempfindlich, aber nicht immer, in der Regel ist es nach drei Tagen weg, ber jetzt hab ich die zweite die über eine Woche braucht und uch nicht spurlos verschwindet, sondern einen dunklen Fleck hinterläßt. Jucken tut es meistens. Der Beipackzettel sagt:
"Sehr häufig (mehr als 1 Behandelter von 10)
Hautreaktionen an der Injektionsstelle. Dazu gehören: Hautrötung,
Schmerz, Quaddelbildung, Juckreiz, Gewebsschwellung (Ödem), Entzündung
und Überempfindlichkeit an der Injektionsstelle. Diese Reaktionen sind
nicht unüblich und gehen für gewöhnlich mit der Zeit zurück."
Die Quaddeln hab ich auch, hab ich ganz vergessen. Mal groß, mal klein… vermulich dann, wenn ich nicht tief genug injiziert habe, weil ich schon Verhärtungen habe. Dann dringt der Wirkstoff nicht genug ein.
Dann wäre auch noch wichtig zu wissen, wie die informationen im Beipackzettel zustandekommen. Das sind zum einen natürlich die Studien des Herstellers, aber das sind auch Informationen der Patienten. Alles, was ein Patient seinem Arzt an Nebenwirkungen nennt, landet auf dem Beipackzettel. Ich werde/ wurde mit allen meinen unterschiedlichen MS-Basistherapien sogar auch immer von der Pharmaindstrie begleitet, es gibt Servicezentren, die Material, Spritzzubehör, information und auch ärztlichen Rat bieten (man sollte sich da melden, man braucht das Spritzzubehör, und dort gibt es das gratis). Rufe ich nciht an, werde ich angerufen. Standardfrage ist immer, wie es mir geht, wie ich mit dem Medikment zurechtkomme und welche Nebenwirkungen ich habe. Auf diese Weise landen natürlich auf dem Beipackzettel auch Nebenwirkungen, die keine sind - Beschwerden, die Patienten gleichzeitig mit der Einnahme / dem Absetzen des Medikaments hatten, die aber nicht vom medikament ausgelöst wurden. Die Pharmakonzerne setzen sie trotzdem auf den Beipackzettel, damit sie alles in ihrer Kraft stehende getan haben, um zu informieren und zu warnen. Die Ärzte (und ich, und Du jetzt auch) wissen aber, dass nicht alles, was auf dem Beipackzettel steht, auch eine tatsächliche Nebenwirkung ist, und auch das müssen sie in ihre Behandlung einbeziehen.
Und was Contergan angeht, das Du an anderer Stelle erwähnst: da ging es um Nebenwirkungen, die nicht auf dem Beipackzettel standen. Das ist eine völlig andere Situation.
Wie gesagt, Du kannst gerne klagen, es sind Dein Geld und Deine Zeit. Du wirst nur den Richtern und Pharmakonzernen nichts sagen, was a) die nicht wissen und b) du nicht hast wissen können. Noch etwas schärfer formuliert: Was du erreichen kannst, ist, dass dann draufsteht, dass die genannten Nebenwirkungen auch sehr schwer ausfallen können und das auch die Neben wirkungen beim bsetzen sehr schwer ausfllen können. Und dann wird noch die Bemerkung hinein müssen, dass das nur mit einer gewissen / geringen Wahrscheinlichkeit auftritt. … Damit sich niemand aus unbegründeter Angst geggen das Medikament entscheidet und sich in Lebensgefahr begibt. Das gibt dann auch Klagen.
Ich wünsche Dir nochmal Kraft und Mut im Durchstehen des Ausschleichens.
die Franzi