Ich wollte mit obigem Text ausdrücken, daß sich die
eigentliche Botschaft der Bibel erst dann erschließt, wenn man
ein Täter des Worts wird. Denn auf den Buchstaben kommt es
nicht an, sondern auf den geistigen Sinn der hinter dem
Buchstaben steht.
Dem stimme ich zu! Aber wenn ich unkontrollierbare Zensuren und Übersetzungen basierend auf mündlichen Überlieferungen kritisiere, dann beziehe ich mich nicht die geänderten Buchstaben, sondern eben auf die Tatsache, dass sich der Inhalt und Sinn dieser Worte beliebig gewandelt haben kann.
2Kor 3,6 … „Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht
lebendig“ Das heißt, es nützet dir kein Wissen und kein
Glauben ohne Tat! Was nützt einem Hungrigen ein Speisezettel?
Ein Stück ordinärsten Brotes wiegt für ihn eine ganze
Bibliothek voll der reichhaltigsten Speisezettel und
Kochbücher auf! – Daher hängt das Leben nur am Werke selbst,
nicht aber an der leeren Erkenntnis des Werkes.
100% Zustimmung!
Wenn ich schrieb: „und Dich danach richten oder nicht“, dann
meinte ich die Handlung! Der Mensch wird ganz sicher nach dem
Handeln beurteilt, da stimme ich Dir völlig zu! Aber der
Glaube ist der erste Schritt zum Handeln. Wenn ein Mensch
nicht an Gott glaubt, ihn vielleicht sogar verspottet, dann
handelt er doch völlig anders wie wenn er glaubt und seinen
Glauben durch die Werke der Liebe lebendig macht.
Möglicherweise. Die Frage ist, ob es mehr wert ist - sagen wir mal - ein Menschenleben zu retten ohne dabei an Gott zu glauben (ja, auch Ungläubige handeln Gut!) oder *aufgrund* des Glaubens. Oder anders herum: zählt ein Mord durch einen Christen (ja, auch gläubige morden!) weniger, als ein Mord durch einen Ungläubigen?
Schon klar, dass das ziemlich harte Geschütze und Extremfälle sind - aber die Frage bleibt: warum muss man gut sein *und* glauben, statt nur gut zu sein? Ist das elitäres Denken, Arroganz (nur für Clubmitglieder) oder Manipulation?
Wenn es Gottes Priorität ist, dass man an ihn glauben solle - statt die Priorität darauf zu legen, dass die Menschen ein gut („Gut“ im Sinne von „moralisch-humanistisch“) geführtes Leben leben, dann ist das ein ziemlich „egozentrischer“ Gott. Eine Eigenschaft, die ich für nicht sehr göttlich halte.
(Jetzt wendest du vielleicht ein, dass Gott im wörtlichen Sinne natürlich egozentrisch ist - aber ich beziehe mich dabei auf die Charaktereigenschaft. Wer tatsächlich der Mittelpunkt von sich selbst und allem ist, der hat diese Charatereigenenschaft nicht nötig.)
Das heutige Christentum ist eigentlich ein Heidentum, das mit
ein wenig Jesu-Lehre gewürzt ist. Deshalb sollten wir nach dem
reinen Wort Gottes leben und nicht nach den Satzungen der
Kirchen.
Ich wüsste nicht, wie ich, oder du oder irgendjemand beurteilen könnte, welches die reinen Worte Gottes sind.
Ich will zum Ausdruck bringen, die Lüge geht unter,
die Wahrheit bleibt.
Dem stimme ich zu. Langfristig setzt sich Wahrheit durch.
Leider hast Du meine Argumente nicht so verstanden wie sie
gedacht sind. Alle Änderungen an den Worten der Bibel haben
nicht vermocht den Geist Gottes, der hinter den Worten steht,
zu beseitigen. Wenn Du nur das Bild vom barmherzigen Samariter
glaubst und nach diesem Prinzip handelst, dann bist Du auf dem
richtigen Weg zur ewigen Seligkeit. Im übrigen, würdest Du
einem heutigen Worte Gottes mehr glauben, wie dem, das in der
Bibel überliefert wurde?
Hm. Vielleicht ist das auch eine Vermischung von Begrifflichkeiten. Wenn sich „Wort“ Gottes auf die „wörtlichkeit“ der überlieferten Texte bezieht, dann ist das etwas anderes, als wenn sich „Wort“ Gottes auf den „Geist“, den „Sinn“ der überlieferten Texte bezieht. Letzteres meinst du wohl.
Aber auch hier stellt sich die Frage, was der „Sinn“ der Texte ist und wer das entscheidet? Jeder Pfarrer, Priester, Mensch, Jude, Katholik, Lutheraner, etc. wird aus textabschnitten der Bibel andere Schlüsse ziehen. In vielen Fällen handelt es sich um moralische Regeln, einen selbstverständlichen Kodex der Humanität. In anderen Fällen handelt es sich um Gleichnisse und Geschichten, die für Interpretationen dankbar und offen sind.
In meinem Verständnis würde sich jeder einen gottesgleichen Verstand anmaßen, der behauptet, seine Leseweise und sein Veständnis der überlieferten Texte entspräche exakt dem Willen der Aussage Gottes.
Es sei denn man beschränkt sich auf allgemeingültige Ableitungen, wie „Du sollst nicht töten“ (wobei Gott selbst auch tötet - so dass selbst so eine Ableitung, diskutiert werden könnte).
Wenn Du jetzt annimmst, ich würde die Bibel wörtlich nehmen,
dann hast Du meine Beiträge leider nicht verstanden. Deshalb
brachte ich doch das Bild vom Buchstaben, der tötet…usw.
Ja - vielleicht liegt es einfach daran, dass du den mißverständlichen Begriff „Wort Gottes“ verwendet und zudem Zitate eingestreut hast - das legt eine sehr große Nähe zu den tatsächlichen Worten nahe. Dass du auch über diese Worte hinaus denkst und sie auch interpretierst wurde nicht klar. Tut mir leid wegen des Mißverständnisses.
Aber zurück zum Thema: „Wie wird man alt?“ Ich bin nach wie
vor der Überzeugung, daß es Zeiten gab, in denen die Menschen
ein vielfaches älter wurden als heute. Wenn Dir Gottes Wort in
der Bibel kein Beleg ist, so kann ich Dir auch Gottes Wort
außerhalb der Bibel nennen, welches diese Überzeugung stützt.Gruß Helmut
Oh ja, diese Belege würden mich in der Tat interessieren. Nach allem, was wir heute wissen, wurden Menschen nie zuvor so alt, wie heutzutage.
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