Wieso bimmeln die Kirchenglocken? Ist das irgendwo in der Bibel vorgeschrieben? Und wieso bimmeln die unterschiedlich? Gibts da gewisse Kompositionen?
Wieso bimmeln in einigen Städten die Glocken alle Viertelstunde? Und wieso müssen die Glocken am Sonntag sonen Radau machen?
Ist das nicht Ruhestörung? Ich meine jeder Christ hat zuhause doch sicher ne Uhr, wieso machen die trotzdem solchen Krach?
An hohen Feiertagen okay, das seh ich ein - aber wieso von Freitag bis Sonntag? Die Kirchgänger wissen doch auch so wann ihre Zeit ist.
in den Zeiten, als Glocken in Europa üblich wurden, hatten die Leute eben noch keine Uhren, es gab noch keine. Da musste es läuten, damit die Leute wissen, dass sie zur Kirche kommen sollen. Deshalb bekamen die Kirchtürme auch, als die Technik soweit war, Kirchturmuhren. Da Städte damals noch nicht so hoch gebaut waren, konnte man so von fast überall her die Uhrzeit sehen.
Und warum gerade Glocken? Nun, zu der Zeit war es das lauteste Klanggerät. Sie wurden deshalb auch bei Feuer, Sturm, Hochwasser oder feindlicher Annäherung benutzt. Da es auch kein Radio oder Telefon gab, war das die einzige Möglichkeit, schnell eine ganze Stadt zu alarmieren.
Heute wären sie also eigentlich überflüssig. Aber schaff du mal Traditionen ab! Außerdem denke ich, dass viele Menschen, selbst wenn sie nicht zur Kirche gehören, den Klang als angenehm empfinden. Wenn man direkt in der Nähe einer Kirche wohnt, mag das anders sein.
Hallo, Helena,
wer in der Nähe einer Kirche wohnt kann das auch gar nicht als Scherz auffassen!
ich fand folgendes:
(aus http://www.ibka.org/ir/1628f.html )
"1983 hatten die Bundesrichter dem liturgischen Glockenlärm tagsüber noch einen Schallbonus eingeräumt. (Augsburger Allgemeine, 2.5.92; Die Zeit, 5.12.91 u. 7.5.92; KNA, 5.5.92; Frankfurter Allgemeine, 26.11.91))
Das höchstrichterliche Urteil führte bereits zu ersten Konsequenzen. In Zell bei Würzburg hatte sich ein Bürger zunächst vergeblich bei der Gemeinde über den nächtlichen Lärm beschwert; nach späteren Messungen wies das Landratsamt die Kommune an, für das zeitweise Abstellen des Läutwerks zu sorgen. (Süddeutsche Zeitung, 8.8.92)"
und
(aus http://mitglied.lycos.de/tstroeh/laerm.htm )
Auch das Schlagen einer Kirchturmuhr oder Kirchenglocken können im Einzelfall störend wirken. So entschied das OVG Saarlouis mit Urteil vom 16. 5. 1991: Der auf einer langen kirchlichen Tradition beruhende nächtliche Stundenschlag der Kirchturmuhr ist auch von Andersdenkenden zu tolerieren. Das Gebot gegenseitiger Toleranz fordert aber auch von der Kirche Rücksichtnahme mit dem Abwägungs- ergebnis, daß zusätzlich zu den Richtwerten der TA-Lärm [hier: nächtlicher Spitzenwert von 60 dB (A) noch ein Toleranzzuschlag von 5 dB(A)] und damit das knapp Anderthalbfache an Lärmauswirkung hinzunehmen sind. (NVwZ 1992, 72)
In der Tat kollidiert ganz offensichtlich der Lärm der Kirchenglocken mit dem Bundesimmissionsschutzgesetz ( http://www.bmu.de/download/b_abfallw_bundesimmission… )
und wird nur durch den Hinweis auf Tradition weiterhin geduldet.
Glocke, glogge, klocca, glogga, aus Mittelalter (8.Jahrhundert) die clocca, cloca = Kirchenglocke, welches zu clucchon = klopfen, anschlagen zu gehören scheint.
Die Überlieferung macht den Bischof Paulinus in Nola (lat. nola = Schelle) in Campanien (campana = Glocke) um 400 zum Erfinder der Glocken, was eine etymologische Spielerei ist.
Erwähnt wird das Instrument zuerst unter der Bezeichnung „signum“ im 6. Jahrhundert in den Schriften des Gregor von Tours und man nimmt an, dass es zuerst durch irische und britische Missionen in Deutschland bekannt worden sei. Wahrscheinlich hatte sich der Gebrauch von Klingeln, welcher sich die alten Römer als häusliche Weck-, wohl auch als öffentliche Versammlungszeichen bedienten, ohne Unterbrechung ins Mittelalter fortgepflanzt und war zuerst von einzelnen Klöstern aufgenommen und allmählich Sitte geworden.
Als Zeit der allgemeinen Verbreitung der Kirchenglocken in Deutschland wird die Mitte des 9. Jahrhunderts bezeichnet.
Schon früh kam die Sitte auf, den Glocken vor dem Aufhängen eine kirchliche Weihe zu geben.
Außerdem denke ich, dass viele Menschen,
selbst wenn sie nicht zur Kirche gehören, den Klang als
angenehm empfinden. Wenn man direkt in der Nähe einer Kirche
wohnt, mag das anders sein.
Nicht ganz… Ich hatte von meinem früheren Schlafzimmerfenster ca. 150 m bis zum Kirchturm mit 5 Glocken, das war einfach toll. Heute ist vor meinem Schlafzimmerfenster eine vielbefahrene Straße - kein Vergleich…
Das sechst was! Ich hab auch so’n komisches Gebäude hier direkt vor meiner Nase. Hab schon überlegt, ob ich dem Pfaffen da mal ne Runde Heavy Metal in Kirchenglockenlautstärke schenke, mitten in der Nacht oder am frühen Morgen.
Das wär die harmlose Variante. Die böse wäre ne Bazooka oder so und weg mit dem Ding Dong.
Argh! Jetzt grad schon wieder, 20:00 Uhr! Wenn ich solchen Lärm machen würde, würd ich weggehaftet werden, aber die…
Gruß,
Doc „ich zieh nie wieder in die Nähe einer Kirche“ Valde.
die bimmeln, um Nachteulen wie mir um sechs oder sieben Uhr morgens den aller-, aller-, allerletzten Nerv zu rauben! Da ist am Wochenende nix mehr mit Schlafen, wenn das Gebimmel losgeht. Und mega-genial ist es, wenn mich wieder einmal die Migräne plagt.
Die Kirchgänger wissen doch auch so wann
ihre Zeit ist.
Ja, das sollte man meinen, aber vielleicht brauchen die eine Extra-Einladung, damit sie’s blooooooß nicht vergessen.
Der erste Ruf des Muezim ertönt täglich schon um 5 Uhr.
Daher kommt vermutlich auch der Ausdruck ‚unchristliche Zeit‘. *kicher*
Neee, mal ernsthaft: wir haben zwar hier in Charlottenburg eine Moschee, die befindet sich aber außer Hörweite. Außerdem kann der Muezin um fünf Uhr Morgens soviel rufen, wie er will - da bin ich a) eh noch nicht im Bett und b) glaube ich kaum, daß er dezibeltechnisch mit der Kirchenglocke konkurrieren kann.
Ich frage mich allerdings: haben die Leute um fünf Uhr morgens echt nix Besseres zu tun? Oder müssen sich Muslime auf aller Welt etwa nach der Zeit in Mekka richten? *grübel*
Daher kommt vermutlich auch der Ausdruck ‚unchristliche Zeit‘.
*kicher*
mag leicht sein.
da bin ich a) eh noch nicht im Bett und b) glaube ich kaum,
daß er dezibeltechnisch mit der Kirchenglocke konkurrieren
kann.
Soweit mir bekannt, darf der Muezim in Deutschland noch nicht rufen, und wenn er es einmal dürfen wird, dann wird er es elektronisch verstärkt tun, wie in der Türkei z.B. schon seit Jahrzehnten.
Ich frage mich allerdings: haben die Leute um fEf Uhr morgens
echt nix Besseres zu tun? Oder mEsen sich Muslime auf aller
Das macht denen nix aus, weil sie am Abend zuwenig Bier trinken.
Soweit mir bekannt, darf der Muezim in Deutschland noch nicht
rufen, und wenn er es einmal dürfen wird, dann wird er es
elektronisch verstärkt tun, wie in der Türkei z.B. schon seit
Jahrzehnten.
pah, das ist ja noch gar nix.
Wartet nur, bis wir Buddhisten öffentlich und elektronisch verstärkt unsere tibetischen Alpen-…äh…Himalayahörner losdröhnen lassen können.
*TRÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖT*
obwohl…würd hier vermutlich gar nicht auffallen…klingt irgendwie so schön heimisch nach Nebelhorn
Hallo Helene,
aus dem gleichen Grund wie die Pausenklingel.
Krchengeleut ist doch Musik in den Ohren wenn nicht gerade gleichzeitig ein grosser Vogel über das Haus heult, oder ein Auto mit „pumm,pumm,pumm…- Vestärker“ vorbei düst (
Man kann sich an alles mit oder ohne Gehörschaden anpassen.
Lärm machen ist zeitgemäss und ein ganz besonderes Vergnügen.
Langes (nicht abgezähltes) Läuten= Gottesdienst
Die Zeiten entnimmt man dem Aushang vor der Kirche, i.d.R. wird eine gewisse Zeit vor dem Gottesdienst (=Ruf, rel. kurz) und zum Beginn des Gottesdienst geläutet. Bimmelt es unabgezählt ausserhalb der angegebenen Gottesdienstzeit findet ein Tauf- oder Trauerfeier statt.
Abgezähltes Läuten:
Stunden= Anzahl der Gongschläge
alle Viertelstunden nach folgenden Muster:
X.15 Uhr 1 Schlag
X.30 Uhr 2 Schläge
X.45 Uhr 3 Schläge
Zum Tagesbeginn (i.dR. 6 Uhr, lokal auch 7 Uhr), zu Mittag (12 Uhr) und zu Abend (18 Uhr) gibt es i.dR. volles Geläut, d.h. länger und nicht abgezählt.
Bei den ev. legt der Kirchenvorstand die Läuteordnung fest. Sie kann dort erfragt werden. Die kath. dürften die Läuteordnung vom Bischof bekommen, also mal dort fragen.
Ist das irgendwo in der Bibel vorgeschrieben?
nö
Und wieso bimmeln die unterschiedlich? Gibts da gewisse
Kompositionen?
weil jede Kriche andere Glocken hat. I.d.R. sind es drei. Es gibt diverse Kirchen deren Glocken Liedanfänge intonieren können. Näheres erfragt man bei der betreffenden Kirche.
Ich finde den Nicht-Einheitsbrei schön. Gerade wenn man in der Stadt wohnt, kann man die verschiedenen Kirchen auseinanderhalten.
Wieso bimmeln in einigen Städten die Glocken alle
Viertelstunde?
Zeitangabe
Und wieso müssen die Glocken am Sonntag sonen
Radau machen?
Ruf zum Gottesdienst
Ist das nicht Ruhestörung?
nö, ich find es schön
Ich meine jeder Christ hat zuhause
doch sicher ne Uhr, wieso machen die trotzdem solchen Krach?
Ich kenne einige Leute, die haben keine Armbanduhr, da ist so ein Bimmeln ganz nett. da es nur aller 15 Min stattfindet, wird man auch nicht so gehetzt.
An hohen Feiertagen okay, das seh ich ein - aber wieso von
Freitag bis Sonntag? Die Kirchgänger wissen doch auch so wann
ihre Zeit ist.
Auch wenn es Tradition ist, auch wenn es manche schön finden - mich stört es wenn ich mal ausschlafen will und diese Dinger scheinen kein Ende zu kennen. Vor allem, kaum hat die eine aufgehört, fängt die nächste mit ihrem Solo an.
Ich habe auf jeden Fall viel gelernt. Auch die Schlagunterschiede kenne ich jetzt endlich. Hatte mich schon immer gefragt wie meine Oma am Bimmeln erkennen konnte obs ne Taufe oder eine Beerdigung ist.
Mag ja sein das es Tradition ist und es Christen gibt die keine Uhr haben (aber dann wohl ein Handy, das zeigt auch ne Uhr und nun behaupte keiner das die alle blind sind und nicht auf die Uhr am Krichturm schauen können), das es schön klingt oder besser als das Solo eines übermotorisierten Manta - wieso kann man es nicht beim „Bimmeln zur Messe“ belassen? Die Dezibils die man dort manchmal ertragen muss sind für mich eine Zumutung (und ich wohne immerhin 150 Meter weg von der Kirche). Tradition heisst doch in diesem Sinne nur, man hat sich daran gewöhnt und auch wenn es unnötig ist solch einen Radau zu machen, ändert man es nicht.
Etwas weniger und leiseres Bimmeln wäre mir angenehmer…
Schönen Danke nochmal an alle und schönen Tag
Helena
und b) glaube ich kaum,
daß er dezibeltechnisch mit der Kirchenglocke konkurrieren
kann.
die haben megaphone, diese hinterlistigen muezzins. am ärgsten ist die religiöse beschallung in jerusalem. dort tönt, bimmelt und grölt es rund um die uhr aus den verschiedensten kirchen, moscheen und klöstern.
das ist das tolle am judentum: die sind still. )))))))
Schade, dass du (wie die meisten hier) Kirchenglocken als Lärm empfindest. Das christliche Glockengeläut ist nämlich eine alte Tradition und eine ganze Wissenschaft, wie du hier sehen kannst:
Versuch doch mal, das Ganze anders zu sehen:
Das sonntägliche Kirchengeläut stört dich nicht beim Weiterschlafen, sondern erinnert dich daran, dass du nicht aufzustehen brauchst und weiterschlafen darfst, weil dir die christlichen Kirchen einen Sonn- oder Feiertag geschenkt haben ))
Vielleicht auch noch beiern?
Na, Renato,
da können wir ja richtig froh sein, dass die (Un-)sitte des Beierns nur noch regional beschränkt und zu hohen Festtagen ausgeführt wird.
Ich hatte einmal das zweifelhafte Vergnügen, dieser besonders penetranten Art des Glockengeläutes über eine halbe Stunde lang von der Kathedrale in Winchester lauschen zu dürfen.
Da kann ich nur W.Busch zitieren
„Musik wird störend oft empfunden,
weil stets sie mit Geräusch verbunden.“
Grüße
Eckard.
in Dresden steht auch noch so eine Moschee, wenn man Richtung Prag durch die Stadt fährt.
Will mal wissen, was die sagen würden, wenn Christen mitten in Rijad den Kölner Dom nachbauen
in Dresden steht auch noch so eine Moschee, wenn man Richtung
Prag durch die Stadt fährt.
Will mal wissen, was die sagen würden, wenn Christen mitten in
Rijad den Kölner Dom nachbauen
daß das das alte Tabakkontor war, daran hätte ich nicht gedacht. Bin zwar aus Sachsen, aber selten genug in Dresden (was will man dort - ist doch eh das Tal der Ahnungslosen ).
Bin nur letztens vorbeigefahren, wobei mir diese „Moschee“ auffiel. Früher stand da imho wenigstens noch „Tabakkontor“ dran.