Wieso bin ich so? was ist eigentlich los?

hallo… wie ihr seht bin ich ganz neu in diesem forum. ich bin abiturientin, 20 jahre alt und seit letztem winter wieder in einer beziehung.

mein freund macht mich unheimlich glücklich und tut mir unwahrscheinlich gut. wir unternehmen viel zusammen und er unterstützt mich in allem, voll und ganz. darum bemühe ich mich alles richtig zu machen und glücklich zu sein. aber vorallem das glücklich sein klappt nicht.
und da kommen wir auch schon zu meinen problemen. es wird wohl übersichtlicher,wenn ich sie einfach mal aufzähle.

  1. ich weiß nicht , wann ich das letzte mal herzhaft gelacht habe. eigentlich kann ich nur grinsen und das nur alibimäßig.ich fühle mich leer, nichts kann mich irgendwie richtig erfreuen und um fröhlich zu sein muss ich mich ganz schön anstrengen und oft genug schauspielern.

  2. ich fasse einfach kein vertrauen zu meinem freund. solange wir allein sind, egal wo und wann, ist alles wunderbar. sobald aber andere menschen da sind, ob auf einer party oder beim grillen oder schwimmen gehen…, muss ich mich beherrschen. sobald er jemandem mehr aufmerksamkeit schenkt oder ich das gefühl habe, er hat mit jemandem (frauen,sogar meine besten freundinnen!!!) mehr spaß als mit mir, drehe ich vollkommen durch. eifersucht und sofortige verlustangst kommmen plötzlich auf. besonders wenn ich betrunken bin. schlagartig ändert sich meine laune und ich könnte sofort anfangen zu heulen, zu schreien… ich werde so wütend. und kalt. das kriegt er natürlich alles ab. er merkt sofort wenn was faul ist. ich bin dann so eiskalt zu ihm, ignoriere ihn… obwohl er sich vielleicht nur nett(wenn überhaupt) unterhalten hat. ich kann solche situationen nicht einschätzen oder beherschen… ich möchte wissen worüber er mit anderen frauen redet, ich will wissen ob sie auf ihn stehen und vorallem macht mich der gedanke wahnsinnig, dass er eine andere attraktiver finden könnte. naja… dann streiten wir uns meist. also… ich beschuldige ihn, bin sauer auf ihn… erkläre ihm warum und versuche erklärungen zu finden, nachdem er mich beruhigt hat. danach folgt dann einfach wieder angst ihn verlieren zu können. natürlich ist es schwer für ihn das zu verstehen und nachzuvollziehen …weil es einfach nicht normal ist. aber er tut sein bestes, redet ruhig mit mir und sagt mir wunderschöne sachen. leider hab ich das alles beim nächsten mal „vergessen“. am schlimmsten ist, dass er sogar weint weil ihm diese vorwürfe und gedanken meinerseits unheimlich verletzen und er nicht weiß was er noch machen,oder eher… nicht machen soll.
    warum kann ich ihm nicht einfach glauben, vertrauen … ich meine ich weiß ja, dass ich genauso mit anderen männern rede und mich nicht zu ihnen hingezogen fühle,weil ich ihn über alles liebe. und das ist das was er mir nahezu jeden tag sagt. so viel bestätigung, liebe und zärtlichkeit und glück… das kann man sich nicht vorstellen. und ich idiot krieg einfach nicht genug, ich kriegs einfach nicht in mein hirn rein, dass er mich liebt und mir gegenüber aufrichtig ist und das er das ,was er zu mir sagt, todernst meint. mittlerweile denke ich, bei und auch nach diesen ausrastern und gefühlsausbrüchen, dass er mich verlassen wird. das hat ihm „den rest gegeben“…erzählte er nachdem ich ihm von der angst erzählthabe, ihn jeden augenblick verlieren zu können.
    es ist unmöglich für mich (und ihn) sorgenfrei auf eine party zu gehen und vorallem leider auch mich mit ihm zu amüsieren. auf dauer wird es dazu führen, dass er wütend wird und irgendwann wird er mich verlassen. ich habe angst davor. er tut mir doch gut und er ist so wundervoll. ich weiß beim besten willen nicht was ich machen soll.und die versuche mich unter kontrolle zu halten scheitern einfach alle kläglich.

  3. das menschen mich hassen oder unsympathisch finden,ist ein mittlerweile alltäglicher gedanke. es fällt mir eben auch bei „neuen“ menschen sehr schwer vertrauen aufzubauen. es dauert einige zeit. ich gehe erstmal davon aus, dass mich jemand nicht mag. und diesen gedanken habe ich immer wieder. mein studium steht bevor somit werde ich bald neue freunde finden müssen. aus irgendeinem, für mich unerklärlichem grund, habe ich probleme mich irgendwo zu integrieren und mich sicher zu fühlen.

  4. ich kann mir nicht selber helfen. ich denke viel nach, bin sehr selbstkritisch und finde eigentlich erfolgreich heraus, was mich bedrückt und was ich dagegen tun kann. in diesem fall, in diesem moment, kann ich das einfach nicht und das macht mich wahnsinnig! ich will nur wieder mit mir und meinem leben zufrieden sein. wieder sorgenlos, offen, frei und glücklich. so wie ich es jetzt sein sollte… das abi (hoffentlich) geschafft, ich hab frei, ich hab einen wundervollen freund und wundervolle freunde, werde bald mein eigenes leben anfangen. ich weiß,dass ich es sollte, aber ich kann mich über all das nicht freuen.

warum ist das so? was soll ich machen? wann hört das endlich auf?

kann mich jemand verstehen oder das alles nachvollziehen?

danke.

hallo du

das ist, denke ich ein sehr heikles thema, vor dem man sich nicht scheuen sollte, professionelle hilfe in anspruch zu nehmen.

auf die schnelle habe ich einen interviewausschnitt mit einem psychologen gefunden:

zitat aus facts interview:

"FACTS: Wann spricht man von krankhafter Eifersucht?

LANG: Wenn sie zu einer Sucht wird. Die eifersüchtige Person verliert die Kontrolle über sich und ihr Tun und leidet selbst sehr stark darunter. Krankhafte Eifersucht ist sehr schwierig zu therapieren, da oft frühkindliche Beziehungsstörungen der Auslöser sind. Ein Kind, das zu wenig Liebe erfahren hat, kann später zu starker Eifersucht neigen.

FACTS: Und wie therapiert man «normale» Eifersucht?

LANG: Man arbeitet am Selbstwertgefühl der betroffenen Person und versucht, die Abhängigkeit vom Partner zu reduzieren. Eifersüchtige müssen den Boden unter den eigenen Füssen stärker spüren. Paare sollten über Gefühle sprechen und klare Spielregeln definieren - schon das kann viel nützen."

zitat ende

das hört sich jetzt sicher auch heftig an, deshalb zuerst mal locker bleiben. der psychologe sagt das ja auch, weil er was zu tun haben möchte. ich habe selber mit einer partnerin die erfahrungen gemacht, die gerade dein freund mit dir macht. zu beginn fand ich die eifersüchtelei toll, ich kam mir so wichtig vor :smile:. aber das ist natürlich bald einmal in frustration umgeschlagen und klar hat es nicht gut geendet.

natürlich gibt es auch die möglichkeit, dass ein anderer partner (aber jetzt nicht gleich trennen, ja? das ist nur laien-gefasel hier) diese eifersucht nicht weckt.

aber immer auf dem teppich bleiben. ich habe hier in www auf der startseite in der expertensuche „psychologie“ eingegeben (du musst auf der startseite von wer-weiss-was auf den button „experten finden“ gehen und auf der nächsten seite dann etwas unter dem suchbalken das häkchen nur bei „experte“ drin lassen). da kommen dann leider sehr viele treffer (die sind natürlich nicht alle psychologen). wenn du psychologe" eingibst, findest du eine echte psychologin. und wenn du „psychologin“ eingibst, kommt noch mal eine psychologin. die kannst du ja mal über diese plattform kontaktieren.

oder du gehst zu einem arzt deines vertrauens. der kann dir auch sagen, welche möglichkeiten es gibt.

auf jeden fall ist es toll, dass du schon selber erkannt hast, das etwas nicht so ideal läuft. und in eurem alter bekommt ihr das auch schneller wieder glattgebügelt.

also, wenn ich dir mit der suche helfen kann, sag bescheid, ja? und bleib locker, den ersten schritt hast du ja schon gemacht.

lg louis

hier sicherheitshalber das vollständige interview aus facts (sowas wie der schweizer focus :smile::

„Ein Menschliches Grundgefühl“
Eifersucht ist jedem Menschen eigen, kann aber durch Hebung des Selbstwertgefühls gemindert werden, meint Fachpsychologe Josef Lang.

FACTS: Wie oft suchen Paare wegen Eifersucht bei Ihnen Hilfe?
JOSEF LANG: Es kommt sehr selten vor, dass Eifersucht als eigentlicher Anlass angegeben wird. Man verdrängt dieses Gefühl häufig, also kommt das Thema oft erst während der Gespräche auf den Tisch.
FACTS: Ist Eifersucht ein Tabu?
LANG: Ja, das könnte man sagen. Wir stehen nicht gern zu dem Gefühl. Wer eifersüchtig ist, gilt heute schnell als kleinlich.
FACTS: Wie viel Elfersucht ist denn «normal»?
LANG: Das ist von Paar zu Paar verschieden. In einer Beziehung muss man seine eigenen Regeln und Grenzen festsetzen - das ist natürlich eine sehr individuelle Angelegenheit. Es gibt Leute, die sind schon eifersüchtig, wenn der Partner jemand anderen anschaut, und andere haben nicht das geringste Problem, getrennt in den Ausgang zugehen. Ich denke, ein bisschen Eifersucht ist üblich und auch nicht unbedingt ungesund und darf auch spürbar werden.
FACTS: Gibt es Paare die sich beklagen, weil gar keine Eifersucht im Spiel ist?
LANG: Möglich ist das schon, aber man spricht es nicht direkt aus. Viel eher heisst es, die Beziehung sei langweilig geworden oder man schenke einander zu wenig Beachtung.
FACTS: Wer ist eifersüchtiger, Männer oder Frauen?
LANG: Das ist ziemlich ausgeglichen. Man muss aber in Betracht ziehen, dass die
Eifersucht kulturspezifisch ist. Wenn beispielsweise ein Sizilianer mit einer Schweizerin zusammen ist, wird er wahrscheinlich der Eifersüchtigere sein.
FACTS: Schweizer Männer sind also nicht eifersüchtig?
LANG: In einem sehr patriarchalischen System - in der Schweiz ist es nicht mehr so stark ausgeprägt wie etwa in südlicheren Ländern – gilt die Frau oftmals als eine Art Besitz des Mannes. Bei uns ist das weniger der Fall, also wird die Eifersucht auch weniger ausgelebt.
FACTS: Eifersüchtige Männer werden oft handgreif1ich - wie reagieren eifer-
süchtige Frauen?
LANG: Es gibt schon Frauen, die ihre Männer aus Eifersucht schlagen, aber das ist selten. Bei der Eifersucht erkennt man ganz klar geschlechtsunterschiedliche
Ausdrucksformen. Männer neigen zu verbaler oder physischer Gewalt, Frauen kontrollieren: Sie schauen im Handschuhfach nach oder blättern in der Agenda.
Wobei es auch Männer gibt, die das tun - ein schlechtes Gewissen haben dabei beide Geschlechter.
FACTS: Wann spricht man von krankhafter Eifersucht?
LANG: Wenn sie zu einer Sucht wird. Die eifersüchtige Person verliert die
Kontrolle über sich und ihr Tun und leidet selbst sehr stark darunter. Krankhafte Eifersucht ist sehr schwierig zu therapieren, da oft frühkindliche Beziehungsstörungen der Auslöser sind. Ein Kind, das zu wenig Liebe erfahren hat, kann später zu starker Eifersucht neigen.
FACTS: Und wie therapiert man «normale» Eifersucht?
LANG: Man arbeitet am Selbstwertgefühl der betroffenen Person und versucht, die Abhängigkeit vom Partner zureduzieren. Eifersüchtige müssen den Boden unter den eigenen Füssen stärker spüren. Paare sollten über Gefühle sprechen und klare Spielregeln definieren - schon das kann viel nützen.
FACTS: Sind verheiratete Paare weniger eifersüchtig, weil sie sich ihrer Liebe
sicherer sind?
LANG: Man könnte es annehmen, aber auch Ehepaare bleiben nicht davon verschont. Die Eifersucht ist ein menschliches Grundgefühl."

Interview: Nina Merli in FACTS Nr. 15 vom 11. April 2002 S. 66

hallo…

Hallo „grüneseifenblase“ (toller Name übrigens, den du dir ausgesucht hast)

Folgendes ist „3.“ deines Artikels, aber ich fang mal damit an :

das menschen mich hassen oder unsympathisch finden,ist ein
mittlerweile alltäglicher gedanke. es fällt mir eben auch bei
„neuen“ menschen sehr schwer vertrauen aufzubauen. es dauert
einige zeit. ich gehe erstmal davon aus, dass mich jemand
nicht mag.

Also, dass du dich trotz dieser Tatsachen getraut hast dein Problem hier zu beschreiben, und demnach auch ein gewisses Vertrauen in das setzt was man dir antworten wird, das finde ich schon mal toll von dir!

… nichts kann mich irgendwie
richtig erfreuen und um fröhlich zu sein muss ich mich ganz
schön anstrengen und oft genug schauspielern.

das ist sehr verständlich. Wie soll man sich auch echt freuen können, wenn man schauspielern muss.

ich kann mir nicht selber helfen. ich denke viel nach, bin
sehr selbstkritisch und finde eigentlich erfolgreich heraus,
was mich bedrückt und was ich dagegen tun kann. in diesem
fall, in diesem moment, kann ich das einfach nicht und das
macht mich wahnsinnig!

Oh doch ! Ich sehe das anders. Du weisst dir auch jetzt wieder zu helfen, und zwar indem du dich hierher gewandt hast, und deine Probleme so ausführlich beschrieben hast.

ich will nur wieder mit mir und meinem
leben zufrieden sein. wieder sorgenlos, offen, frei und
glücklich.

Und das wird auch wieder !

… ich hab frei, ich hab einen
wundervollen freund und wundervolle freunde, werde bald mein
eigenes leben anfangen. ich weiß,dass ich es sollte, aber ich
kann mich über all das nicht freuen.

Dass man sich über so wunderbare Lebensumstände freuen sollte, das ist nur das was von aussen verlangt wird. Wichtig ist aber nur, wie du das empfindest. Und wenn du das zur Zeit nicht kannst, brauchst du deswegen kein schlechtes Gewissen zu haben.

Deine Beziehung zu deinem Freund, die scheint doch etwas komplizierter. Warum das so ist, es wird seine Gründe haben. Aber, auch in deinem eigenen Interesse, wäre es (meiner Meinung nach !) nicht angebracht, hier alles zu zerlegen.

warum ist das so?

Du hast zwar viel geschrieben aber ich denke, es wird kaum reichen um dir hier eine klare Antwort zu geben.

was soll ich machen?

Hast du schon mal mit jemandem über deine Probleme gesprochen ? Oder jetzt nur hier ? Ich denke es wäre doch sinnvoll, wenn du dich an einen Spezialisten wenden würdest, dessen Arbeitsbereich die Psyche ist. Dem kannst du all das noch ausführlicher beschreiben, und der wird sicherlich klären können, weshalb du dich zur Zeit nicht freuen kannst. Und er wird dir dementsprechend auch helfen.

kann mich jemand verstehen oder das alles nachvollziehen?

Ja, ich glaube schon !

Und noch was ! Respekt, weil du selbstkritisch sein kannst, dich und das was nicht stimmt deswegen so gut beschreiben kannst, das können die Wenigsten. Wille hast du auch, und das sind doch beste Voraussetzungen, damit du dich endlich wieder freuen und glücklich sein kannst.

danke

bitte, gerne.

Alles Gute,

allround

hallo nochmal

hab etwas mit dem begriff „eifersucht“ gegoogelt.

viele seiten wollen vor allem bücher oder anderes verkaufen. diese seite hier fand ich aber ganz gut (ohne gewähr :smile::

http://www.psychotipps.com/Eifersucht.html

bis dann
louis

Deine Schwierigkeiten sehen für mich so aus, als ob sie sich zum Narzißmus-Syndrom, das kurz gesagt auf einer frühkindlichen Störung des sog. „Urvertrauens“ beruht, rechnen ließen, jedoch solltest Du Dich nicht auf Beurteilungsversuche anderer verlassen, egal wie fundiert sie sind oder aussehen. Menschen, die - wie Du - sehr reflektiert sind, denen aber im Gefühlsbereich ein sicheres Fundament fehlt, die brauchen Gewissheit aus sich selbst, so solltest Du m.A.n versuchen, es anhand einer leider nicht kurzfristig machbaren, psychoanalytischen Auseinandersetzung mit den Botschaften Deinen Träumen zu klären, wann, durch was oder wen und welches mögliche, z.B. mütterliche Fehlverhalten Deine innere emotionelle Situation enststand und welche Auswirkungen sich damit verbinden - auch in den Bereichen, die nicht ohne weiteres bewusst sein können, weil bestimmten Verdrängungsmechanismen unterworfen. Erst wenn hierbei eine fundierte Diagnose erarbeit wäre, könnte dann weiter überlegt werden was als konkret genesungsfördernde Therapie / bewusst anzustrebende Änderung z.B. des zwischenmenschlichen Verhaltens) anzuraten wäre.

Wenn du Fragen hast, stelle sie ruhig; ich werde mich selbstverständlich gerne damit befassen.

Hallo!

Mal wieder ein sehr langer Text, aber ich freu mich, wenn ich Menschen vllt helfen kann.
Ich würde dir auch dazu raten evtl. mal einen Psychotherapeuten aufzusuchen. Denn anscheinend bist du da mit der Zeit in ein Verhalten hinein geraten aus dem du, denke ich mal, alleine nicht so schnell wieder raus kommst. Ich möchte dich ja auch jetzt nicht beunruhigen, aber ich glaube auch, dass wen das noch länger so weiter geht, dein Freund auch irgendwann wirklich die Sch… voll hat. Aber wenn du dir Hilfe suchst, wird er sicherlich den Weg mit dir zusammen gehen.

Und jetzt nochmal was zu deiner Angst, dass dich niemand leiden kann.
Das sieht für mich aus, wie eine leichte Form von Sozial Phobie. ( Bei Bedarf einfach mal bei Wikipedia nachschlagen. )
Das kenn ich nämlich auch. Wenn ich auf neue Leute treffe, das ich sofort denke, die können mich nicht leiden und mich dann total unwohl fühle und am liebsten weg möchte.

Aber ums nochmal kurz zu sagen: Ich würde dir ebenfalls zu professioneller Hilfe raten. Inwieweit du das dann in die Tat umsetzt ist natürlich dir überlassen. :smile:

LG

Hallo grüneseifenblase,

ich habe mich in deinem Geschriebenen 1 zu 1 wiedererkannt. Haargenauso ging es mir vor ein paar Jahren auch noch. Ich hätte mich nicht besser beschreiben können, als du es gemacht hast.

Mir hat eine Gesprächstherapie sehr geholfen. Meine Therapeuten sagte zu mir das liegt bei mir an nicht vorhandenem Urvertrauen. Vielleicht ist es bei dir ähnlich, vielleicht liegt es aber auch an etwas anderem. Das kann aber ein Psychologe sehr gut herausfinden und dir helfen.

Ich kann dir nur raten auf jeden Fall solch eine Gesprächstherapie zu machen. Danach geht es dir sicherlich sehr viel besser und das Leben ist dann zwangsläufig einfacher.

Unternimmst du nicht, wird dein Freund bestimmt irgendwann schluss machen. Das hält niemand lange aus.

Mir geht es seit der Therapie sehr sehr viel besser. Ich kann ganz locker auf andere Menschen zugehen und das hat meinem Leben eine ganz andere Qualität gegeben - das Leben ist jetzt schön und nicht quälend.

Gruß

Samira

hallo ihr lieben… ich danke euch erstmal ganz herzlich für eure antworten, tipps und vorschläge.

um ehrlich zu sein habe ich schon damit gerechnet, dass ich alleine gegen dieses problem nicht ankommen werde.
als ich mich freunden anvertraute und ihnen von meinem vorhaben erzählte, deswegen eine psychotherapie anzufangen, stieß ich nur auf grinsen und ein „jetzt übertreib mal nicht“. leider erkennen meine freunde die problematik nicht und können sich (verständlicherweise) nicht in meine situation versetzen und meine gefühle und gedanken nachvollziehen. alle beziehen das auf meine aktuelle situation… abistress, zukunftsangst etc. aber ich selber spür doch auch,dass es mehr als das ist. darum hab ich mich hier an das forum gewandt. ihr seid mir gegenüber neutral und erkennt ganz genau, dass etwas gewaltig schief läuft. das hat mir selbst sehr geholfen , den schritt zu machen mich an einen spezialisten zu wenden.
nur leider weiß ich nicht ganz genau wie. muss ich zum neurologen, der mich dann an einen psychotherapeuten weiterleitet? zahlt das alles meine krankenkasse?und werde ich lange auf einen termin warten müssen?

naja und jetzt komme ich schon zum nächsten problem… ich weiß beim besten willen nicht wie ich das alles meinem freund erzählen soll. ich habe das gefühl, allein durch die reaktion meiner freunde, dass eine therapie machen einen gleich als irren abstempelt. mir ist vollkommen bewusst, dass eine therapie etwas normales, selbstverständliches ist und nur gutes bewirkt. ich habe angst davor, wie mein freund reagiert. aber ich denke, ich werde ihm einfach das alles hier zeigen, es wird ihm wohl helfen einiges besser zu verstehen.

vielen, vielen dank nochmal.

„Man kann sich nicht vorstellen, dass man liebenswert ist.“ das ist genau das, was ich manchmal denke, wenn die streitereien vorbei sind. darum dieser ewige kreislauf… eifersucht…streit…liebesschwüre…und dann sofort wieder dieser gedanke.

Hi,

nur leider weiß ich nicht ganz genau wie. muss ich zum
neurologen, der mich dann an einen psychotherapeuten
weiterleitet? zahlt das alles meine krankenkasse?und werde ich
lange auf einen termin warten müssen?

du kannst zu deinem Hausarzt gehen und um eine Überweisung zum Psychotherapeuten bitten. Vielleicht kann er dir sogar ein paar Therapeuten nennen. Dort rufst du dann an und lässt dir einen Termin geben. Es kann ein paar Wochen dauern bis du einen Termin bekommst, da die meisten etwas ausgebucht sind. Du hast dann ein paar Sitzungen (weiß gerade nicht wieviele) Zeit um herauszufinden ob dir der spezielle Therapeut überhaupt liegt. Falls nicht kannst du so lange zu einem anderen wechseln bis du für dich den richtigen gefunden hast. Wenn du dann den richtigen gefunden hast, bezahlt die Krankenkasse die Therapie.

Ich wünsche dir alle Gute.

Gruß

Samira

PS: Zum Psychotherapeuten zu gehen hat nichts schlechtes. Man ist noch lange nicht irre oder sowas. Ich finde es sogar gut, wenn Menschen den Schritt wagen sich selbst in Angriff zu nehmen. Nichts wäre leichter als so weiter zu machen wie bisher - aber nicht unbedingt schöner.

Hi,

ich weiß auch nicht, warum du so bist wie du bist. Der Mensch entwickelt seine Persönlichkeit, seine Vorlieben und Abneigungen und vor allem auch seine Ängste zum großen Teil schon als Kind. Und gerade auch der Grad der Ängstlichkeit ist zu einem nicht zu unterschätzenden Teil genetisch festgelegt.
Ich denke, dass du gute Chancen hast, ausgeglichener zu werden und mehr Vertrauen zu den Menschen zu fassen. Dabei hilft dir, dass du bereit bist, an dir zu arbeiten und dein hohes Maß an Selbsterkenntnis. Du weißt schon sehr gut, wie du bist und kannst es gut in Worte fassen. Wenn du jetzt eine Therapie beginnst, dann wirst du sicher Fortschritte machen.
Wie du an eine Therapie kommst: Es gibt mehrere Wege. Am einfachsten ist der, dass du im Internet nach Therapeuten in deiner Stadt suchst und sie anrufst. Sprich ihnen auf den AB und sage, dass du einen Termin für ein erstes Gespräch vereinbaren möchtest. Die Therapieform (Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie oder Unterformen der beiden großen Richtungen) ist erstmal zweitrangig. Die meisten Therapeuten werden erstmal keine Zeit haben, aber ein oder zwei bestimmt. Wie es dann weitergeht (Kostenübernahme durch die Krankenkasse etc.) wird dir der Therapeut erklären.

Was die befürchteten Reaktionen deiner Freunde und besonders deines Freundes angeht, denke ich, dass du auch hier mehr Angst hast als nötig. Besonders deinem Freund, der sich doch generell sehr verständnisvoll zeigt, wirst du erklären können, dass du merkst, dass etwas mit dir nicht stimmt und dass du dir auch zum Wohl der Beziehung helfen lassen möchtest. Eine Therapie zu machen heißt doch nicht, dass man bekloppt oder völlig krank ist. Aus irgendwelchen Gründen, die du nicht selbst verschuldet hast, laufen deine Emotionen oft aus dem Ruder. Es ist wirklich keine Schande, dies offen zu sagen und anzupacken.

Tychi

Hallo grüneseifenblase,

Zitat von Samira: „du kannst zu deinem Hausarzt gehen und um eine Überweisung zum Psychotherapeuten bitten. Vielleicht kann er dir sogar ein paar Therapeuten nennen. Dort rufst du dann an und lässt dir einen Termin geben.“

Noch eine weitere Möglichkeit wäre, direkt bei der Krankenkasse anrufen und Dir eine Liste der Therapeuten in Deiner Umgebung übersenden lassen, wobei eventuell - je nach Größe der Stadt - eine ganze Reihe verschiedener Behandlungskonzepte zur Wahl stünden, angefangen mit der Verhaltenstherapie über die Gesprächs- bis hin zur Traumanalyse, die sich wiederum nach C.G. Jungs und Freuds Methode wesentlich unterscheidet. Mit letzterer habe ich die besten Erfahrungen gesammelt, so könnte ich Dir dazu ausführlich Rede und Antwort stehen, wenn Du möchtest. Anbei ein kleiner Einblick: http://traumanalyse-einstiegsbeispiel.blogspot.com/

hallo du

nur kurz zu deiner frage, wie du eine eventuelle therapie kommunizieren sollst:

zuerst mal gar nicht

kein wort zu deinen freunden, bekannten und vielleicht sogar engsten verwandten.

aus eigener erfahrung kann ich dir sagen, dass viele leute damit nicht umgehen können und komisch und uncool reagieren. ausserdem ist es einfach gesprächsstoff, und dass kannst du im moment nicht brauchen.

wenn du das gefühl hast, dass deine eltern verständnis dafür haben, dann ja, vielleicht. bei uns ist es eben noch nicht so wie in den usa, wo der psychotherapeut einfach dazu gehört.

mach den ersten schritt ganz alleine. der psychologe (oder wie er/sie dann auch immer heisst) kann dir da sicher auch raten. erst nach den ersten abklärungen siehst du ja dann, ob dein freund in der sache auch eine entscheidende rolle spielt. vielleicht brauchst du ihn auch gar nicht dazu.

vg louis

Hallo,

vieleicht hilft dir entweder dieses Seminar weiter,was auf Freiwilligen-Basis zwecks bez läuft und ist am 6. und 7. Juni in Münster Westfalen.
Oder du schaust dir einfach diese home-Page von Chris an und es gibt dir hier und da ein paar Denkanstöße.

http://www.lifecontext.de

LG Irena