Wieso ist die Lieferfrist für den Golf V so lange?

Hallo ich habe mal eine dringende Frage:
Habe im April meinen Golf V GTI bestellt. Erst hies es Lieferfrist 6 Wochen. Dann nach zwei Tagen rief der Verkäufer an und entschuldigte sich dass es 12 Wochen dauern würde :frowning:
Nagut dachte ich, egal hast ja noch einen alten Golf (250000km). Pustekuchen. 3 Tage später ereilte mich ein kapitaler Motorschaden auf der Autobahn. Seitdem bin ich Fussgänger. Was ich nicht verstehe:

  • Wieso jammert VW rum die Auftragslage wäre schlecht wenn Sie dann 12 Wochen für nen Golf brauchen?
  • Wieso werden fast jeden Tag in der VW Börse Autos reingestellt
    http://beratungundkauf.volkswagen.de/?LINK=boerse_ne…
    die anscheinend niemand bestellt hat aber dennoch produziert wurden???
  • Stimmt das wirklich das der Händler den Prozess aufgrund meiner Notlage nicht mal beschleunigen kann???

Gruss Christian

Prozesse
Hallo Christian,

laienhaft, leicht verständlich und super vereinfacht, will ich das mal so erklären:
Der „Output“ einer Automobilfabrik wird durch die Lackierung (Lackieranlage) bestimmt.

Nun stehen aber 5312* Autos in der speziellen Farbe F1* im Auftrag und dann 1497* Autos in einer anderen Farbe (A2*) und dann 14* in Farbe A3*, dann 27564* in der Farbe A4*. Durch die Lackierung laufen natürlich immer die Autos einer Farbe, dann wird umgestellt, dann die Autos einer anderen Farbe. Wenn nun aber nur 250* Autos pro Tag durch die Lackerung laufen können (wenn man das schneller machen würde, würde die Farbe nicht wie gewünscht kommen oder es gäbe Qualitätsprobleme), bräuchten allein die 27564* Autos der Farbe A4* fast 3 Jahre um die alle zu lackieren. Dann werden diese lackierten Karrossen fertig montiert, d.h. die Technik und der Innenausbau kommt rein. Da gibt es auch erhebliche Unterschiede. Und auch bei der Montage sind sinnvolle Abläufe gefragt. Da muss dann dieser ganz spezielle eine Wagen „Kriket VI“ mit 35,4 PS Turbodieselmotor, Doppelklimaanlage, horizontal verschiebbarer Radioantenne, doppeltem Rückwärtsgang und in der beliebten Farbkombination senfgrün/rosa eben ein klein wenig warten.

Hier haben die Grossserienhersteller ein massives Problem. Die Zeiten des Massenabsatzes sind vorbei aber die Produktionsstätten sind genau auf diese Massenproduktion konzipiert (und nur dann laufen diese wirtschaftlich). Und nun verkaufen sich eben keine 100.000* Stck von diesen einem Modell in dieser einen Ausstatung mehr - die Kunden wünschen sich individuellere Fahrzeuge und so bestellen sie auch.
In der Fabrik muss nun andauernd umgestellt und umgebaut werden und das kostet Zeit und Geld.

Nun könnte man ja mal schnell vermuten, dass es einfach nur einer neuen zusätzlichen Lackieranlage bedarf und schon verdoppeln wir den Output. Weit gefehlt. Zum einen gibt es nur zwei Hersteller/Anbieter von Lackieranlagen im Automobilbau und die sind auf viele Jahre hinaus hemmungslos ausgelastet (die können auch nicht wiederum einfach ein paar Leute mehr einstellen um dann mehr Anlagen zu produzieren - da braucht es Spezailisten mit jahrelangen Ausbildungen und dann braucht es noch sehr viel Berufserfahrung - also nix mit schnell mal ein paar mehr Arbeitsplätze schaffen und schneller Kapazitätserhöhung beim Hersteller). Dazu kommen ständig verbesserte Techniken in der Lackierung selbst als auch in der Produktion insgesamt, welche auch umgesetzt werden, welche die Prozesse ebenfalls nicht gerade beschleunigen.

Da kann Dein Händler toben wie einst Mambus-Mausebär - es wird nichts ändern und nichts beschleunigen. Du wirst einfach warten müssen.

Ich hoffe diese stark vereinfachte (und in dieser Form sicherlich auch mit Fehlern behaftete) Darlegung war Dir eine Verständnishilfe.

Gruss
Ray

*alle Zahlenangaben sind natürlich frei erfunden und fern ab jeglicher Realität - sie dienen nur der Beispielgebung

Hallo Christian,

laienhaft, leicht verständlich und super vereinfacht, will ich
das mal so erklären:
Der „Output“ einer Automobilfabrik wird durch die Lackierung
(Lackieranlage) bestimmt.

Nun stehen aber 5312* Autos in der speziellen Farbe F1* im
Auftrag und dann 1497* Autos in einer anderen Farbe (A2*) und
dann 14* in Farbe A3*, dann 27564* in der Farbe A4*. Durch die
Lackierung laufen natürlich immer die Autos einer Farbe, dann
wird umgestellt, dann die Autos einer anderen Farbe. Wenn nun
aber nur 250* Autos pro Tag durch die Lackerung laufen können
(wenn man das schneller machen würde, würde die Farbe nicht
wie gewünscht kommen oder es gäbe Qualitätsprobleme),
bräuchten allein die 27564* Autos der Farbe A4* fast 3 Jahre
um die alle zu lackieren.

Bis hierhin kann ich nicht mitreden. Es mag so sein, dass die Umstellung von Lackieranlagen ein etwas grösserer Aufwand ist.

Aber ab hier

Dann werden diese lackierten Karrossen fertig montiert, …

nehme ich (teilweise) deinen Disclaimer in Anspruch:

Ich hoffe diese stark vereinfachte (und in dieser Form
sicherlich auch mit Fehlern behaftete) Darlegung war Dir eine
Verständnishilfe.

Dies

Hier haben die Grossserienhersteller ein massives Problem. Die
Zeiten des Massenabsatzes sind vorbei aber die
Produktionsstätten sind genau auf diese Massenproduktion
konzipiert (und nur dann laufen diese wirtschaftlich).

mag für Wolfsburg noch stimmen, aber alles was seit Mitte der 80er gebaut wurde, lautet die Lösung Just-in-time, mit der Folge dass der Innenausbau in der Losgrösse 1 stattfindet.

In welchen Werken (Bratislava, Mosel, Pamplona) der Golf gebaut wird, weiss ich nicht.

Ciao maxet.

Was für ein Unsinn, sorry
Hallo Ray,

Der „Output“ einer Automobilfabrik wird durch die Lackierung
(Lackieranlage) bestimmt.

Quatsch, der Output bestimmt sich durch die konstante Bandgeschwindigkeit im Gesamtsystem, auf die alle Prozesse eingerichtet sind. Es gibt kein künstliches Bottleneck, es sei denn, es gäbe ein Prozessproblem, was etwas anderes, kurzfristiges ist.

Nun stehen aber 5312* Autos in der speziellen Farbe F1* im
Auftrag und dann 1497* Autos in einer anderen Farbe (A2*) und
dann 14* in Farbe A3*, dann 27564* in der Farbe A4*. Durch die
Lackierung laufen natürlich immer die Autos einer Farbe, dann
wird umgestellt, dann die Autos einer anderen Farbe.

Moderne Lackieranlagen verarbeiten Batches von 3(!) Fahrzeugen und haben mehrere parallele Stränge. Die Umstellung auf eine andere Lackfarbe ist innerhalb der Taktzeit möglich. Und das über alle Lackstufen (auch die Grundierung ist farblich unterschiedliche, allerdings in weniger Varianten)

Wenn nun
aber nur 250* Autos pro Tag durch die Lackerung laufen können
(wenn man das schneller machen würde, würde die Farbe nicht
wie gewünscht kommen oder es gäbe Qualitätsprobleme),
bräuchten allein die 27564* Autos der Farbe A4* fast 3 Jahre
um die alle zu lackieren. Dann werden diese lackierten
Karrossen fertig montiert, d.h. die Technik und der
Innenausbau kommt rein. Da gibt es auch erhebliche
Unterschiede. Und auch bei der Montage sind sinnvolle Abläufe
gefragt. Da muss dann dieser ganz spezielle eine Wagen „Kriket
VI“ mit 35,4 PS Turbodieselmotor, Doppelklimaanlage,
horizontal verschiebbarer Radioantenne, doppeltem
Rückwärtsgang und in der beliebten Farbkombination
senfgrün/rosa eben ein klein wenig warten.

Unsinn, es wird ein konstanter und nivellierter Typenmix zwischen hochausgestatteten und niedrigausgestatteten Varianten gefahren, um den Taktzeitausgleich herzustellen. D.h. es muss zwangsläufig an jeder z.B. dritten Stelle ein hochausgestattetes Fahrzeug kommen. Nebenbei: Die Prozess-Varianz ist trotz hoher Variantenvielfalt nicht besonders hoch, moderene Automobilwerke bearbeiten mehrere Fahrzeugklassen auf 1(!) Linie.

Hier haben die Grossserienhersteller ein massives Problem. Die
Zeiten des Massenabsatzes sind vorbei aber die
Produktionsstätten sind genau auf diese Massenproduktion
konzipiert (und nur dann laufen diese wirtschaftlich). Und nun
verkaufen sich eben keine 100.000* Stck von diesen einem
Modell in dieser einen Ausstatung mehr - die Kunden wünschen
sich individuellere Fahrzeuge und so bestellen sie auch.
In der Fabrik muss nun andauernd umgestellt und umgebaut
werden und das kostet Zeit und Geld.

Ach Gott, nein, es wird nicht dauernd umgebaut, die gravierenden Umbauten finden in den Werksferien im Sommer (oder im Winter) statt, weswegen auch die facelifts und neue Typen Ende August (oder auch im Januar) kommen…

Resümee: Lieferzeiten ergeben sich schlicht aus der nivellierten Fertigungsmenge und der Bedarfskurve. Diese ist am Anfang sehr steil (zusätzlich: Vorbestellungen!) und überschreitet die Kapazitäten (=> Wartezeit) und sackt dann mit dem Produktlebenszyklus ab (=> z.T. Überkapazitäten, Lieferzeit 0)

Dem versuchen die Hersteller natürlich durch ihren Fertigungsverbund entgegenzuwirken, der aber auch nur begrenzt das rel. starre System flexibilisiert. Am Anfang wird aber immer mit einer gewissen Unterkapazität geplant, da ansonsten die Fertigung überdimensioniert wäre für den gesamten Lebenszyklus…

Grüße
Jürgen

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o.k.
O.K., Juergen,

und meinst Du, dass Christian (der Frageposter) damit etwas anfangen kann?
Hast Du meine sehr einfache Erläuterung gelesen?
Hast Du sie auch verstanden?
Denk mal drüber nach.

Gruss
Ray

Hallo Ray,

und meinst Du, dass Christian (der Frageposter) damit etwas
anfangen kann?

Das weiß ich nicht (wenn nicht, kann er jederzeit fragen), ich bin aber noch immer davon überzeugt, dass eine richtige Antwort, die u.U. schwierig zu verstehen ist (was ich aber hier nicht glaube) besser ist als eine falsche, aber einfache Antwort…

Hast Du meine sehr einfache Erläuterung gelesen?

Ja, sie war einfach und falsch…

Hast Du sie auch verstanden?

Zweifelst Du etwa an meinen intellektuellen Fähigkeiten?

Denk mal drüber nach.

Das muss ich in diesem Fall wirklich nicht…

Grüße
Jürgen

Hi!

Ich bin kein Insider hinsichtlich der Wolfsburger Produktionsanlagen.
Allerdings möchte ich zu bedenken geben, dass (nach Anfrage bei einem Bekannten, der ein Opel-autohaus leitet) man auf einen voll ausgestatteten Opel Astra 2.0 Turbo ca. 3-4 Wochen warten muss. Das ist das mit dem Golf GTI vergleichbare Opel-Modell.
Ferner hat VW zweifellos das Absatzziel des Golf 5 weit verfehlt. Somit sollte es aus zweierlei Gründen eigentlich kein Problem sein, einen Golf nach 4 Wochen auszuliefern: freie Kapazitäten und Arbeit an der Kundenzufriedenheit, welche VW auch dringend nötig hätte.
Schließlich möchte ich noch erwähnen, dass man bei Cadillac seit vielen Jahren schon maximal 1-2 Wochen auf sein individuelles Auto wartet. Natürlich gibt es hier weniger Options-Spielereien, aber das ist eher ein Vorteil. Die mehr als nackten deutschen Basismodelle sind m.E. sowieso ein Affront gegenüber dem Kunden.
Wenn man für einen Golf schon 8.000 Euro an Extras investieren muss, um ein brauchbar ausgestattetes auto zu erhalten, stimmt etwas nicht, wie ich meine…

Fazit: weshalb kaufst Du Dir für deine 35.000 Euro nicht einen Lexus…?

Grüße,

Mathias

Gruss Christian

Hast du das mit der lieferfrist von 6 Wochen schriftlich?
Daß sich der Verkäufer entschuldigt, ist zwar gut, aber…
Ich würd mich da mal aufregen, und darauf beharren, daß, da sich
die Lieferzeit verdoppelt, du jetzt schon mal einen Ersatzwagen
kostenfrei zur verfügung gestellt bekommst!
Oder etwas anderes, reifen, dachträger,…

Vielleicht können die im Rechtsbrett dir da weiterhelfen.

Gruß
Gerald

Hi!

Hast du das mit der lieferfrist von 6 Wochen schriftlich?

Die autoverkäufer legen sich generell nicht auf einen konkreten Liefertermin fest.

Ein Ersatzwagen wäre reine Kulanz des Händlers. Bei VW nicht zu erwarten.

Bei Audi habe ich das für 6 Wochen verhandelt, allerdings haben wir dort zwei Autos auf einmal gekauft.
Heute wird der Wagen geliefert, es waren dann doch 8 Wochen, für die wir anstandslos einen vergleichbaren Wagen nutzen durften.

Grüße,

Mathias

Hallo!

In welchen Werken (Bratislava, Mosel, Pamplona) der Golf
gebaut wird, weiss ich nicht.

Ciao maxet.

Der GTI wird in Mosel gebaut, ebenso der Passat.

Hallo der Gti kostet nackt 23500 Euro, mit DSG kommt er auf 25575 Euro. 9 Prozent Rabatt (mehr konte ich Anfänger nicht raushandeln) und ein Paar Extras und ich bin bei 25000.- Euro. Der Lexus ist also 10000 Euro noch teurer.
Gruss Christian

…manchmal ist es nur eine Kleinigkeit die für Lieferzeiten sorgt, wie z.B. eine bestimmte Motorvariante bei der es Engpässe in der Lieferung gibt oder bestimmte Extras wie z.B. Rußfilter.

Unterm Strich ist es aber ärgerlich. Speziell in Deinem Fall würde ich zumindest das Angebot für einen „Übergangswagen“ erwarten.

Hallo der Gti kostet nackt 23500 Euro, mit DSG kommt er auf
25575 Euro. 9 Prozent Rabatt (mehr konte ich Anfänger nicht
raushandeln) und ein Paar Extras und ich bin bei 25000.- Euro.
Der Lexus ist also 10000 Euro noch teurer.
Gruss Christian

Und für 20000 Euro besser als der Kernschrott aus Wolfsburg…

Hi!

Hallo der Gti kostet nackt 23500 Euro, mit DSG kommt er auf
25575 Euro. 9 Prozent Rabatt (mehr konte ich Anfänger nicht
raushandeln) und ein Paar Extras und ich bin bei 25000.- Euro.
Der Lexus ist also 10000 Euro noch teurer.

Wie sieht das ausstattungsbereiningt aus…?

Der Golf mit Ledersitzen. DVD-Navi, Klimaautomatik, e-Sitzen, CD-Player, Soundsystem und was beim lexus sonst noch serienmässig ist, wird vermutlich eher teurer. Und er ist eine Klasse darunter…

Aber das alles ist natürlich eine reine Philosophiefrage. Ich würde mir nie einen neuen Golf kaufen, da ich für dasselbe Geld einen 18 Monate alten 5er BMW, Lexus IS 300 oder einen Mercedes C-Klasse Jahreswagen kaufen könnte.
Einen gebrauchten VW wiederum würde ich nicht kaufen, schon gar keinen Golf GTI, weil mir der Qualitätsstandard von VW nicht ausreicht, um das Risiko eines mir wenig oder gar nicht bekannten Vorbesitzers einzugehen.

Generell aber gebe ich zu, dass der Golf GTI ein witziges Auto ist, er geht ab wie Tier, hat gute Sitze und einigermassen Platz.

Grüße,

Mathias

lieferzeit
Hi,
mein Vater hat sich beim Saab-Händler erfolgreich aufgeregt, da
war ein Engpaß bei der Motorenherstellung die Ursache für die
Lieferverzögerungen.
Er hat dann Winterreifen mit Alufelgen und noch etwas bekommen.

Gruß
Gerald

ps.: zufrieden mit Audi?

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo nochmal,
der GTI ist vom Werk her schon sehr gut ausgestattet (z.B. Klimaanlage etc.) daher ist er vom Anschaffungspreis recht günstig.
Meiner hat auch Automatik und CD Player. Die Sitze sind nicht automatisch aber das will ich auch gar nicht. Benutze ich vielleicht 1 mal im Jahr wenn überhaupt und mein Navi ist von Aldi und kostet 300 Euro :wink:
Ein grösseres Auto, 1 Jahr alt für den gleiuchen Preis hätte mich auch interessiert aber ich wohne in einem kleinen Ort und habe mich gerade selbstständig gemacht…Ich glaube das versteht jeder. Leider erweckt eine 10 Jahre alte S-Klasse für 5000 Euro immernoch mehr Sozialneid als ein neuer Golf V ohne Typenbezeichnung.
Audi A3 Sportback hätte mich noch interessiert aber der hätte 6000 Euro mehr gekostet bei gleicher Ausstattung und das war er mich nicht wert. Also der Golf ist echt ein gutes Angebot für den Spass den er bietet, sofern man bei einem Mittelklassewagen für 25000 Euro noch von günstig sprechen kann.
Gruss Christian

Prozesse ohne Klagen
Sorry Ray,

Lackieranlagen können seit ca. 20 Jahren von einem Modell auf das andere die Farbe und den Farbtypus wechsel („normaler“ Lack auf Metalic Lack). Und während der Lackierroboter auf dem Lackierband wieder zum vorherigen Fahrzeug, das mit der programmierten Tackfrequenz durch die Lackierbox fährt zurückwechselt, werden die Düsen mit einem Reinigungsmittel durchgeblasen, das aber auch wirklich die letzten Reste der vorherigen Farbe entfernt.

Im übrigen wird dabei genau soviel Farbe aufgetragen, wie sich aus der Volumenvergrößerung (Karosse plus Lack) ergibt.

Desweiteren werden auf dem Montageband Fahrzeuge mit den unterschiedlichsten Ausstattungsvarianten nacheinander gebaut. Ob mit oder ohne Schiebedach spielt dabei keine Rolle. Die Taktzeit auf dem Band ist dabei so abgestimmt, dass z. Bsp. alle 5 Fahrzeuge ein Schiebedach eingebaut werden kann.

Da heute viele Anbauteile separatam Band vorproduziert werden (Motor- Getriebe-Einheiten, Türen, Amaturenbretter incl. Elektroikik, Fahrwerk, etc.) ist es egal ob nun eine Luxusausstattung oder ein „dritte Welt Auto“ gebaut wird. Die Produktionssteuereung, die etwa einen Vorlauf von 3 Wochen hat, berechnet die einzelen Aufbauzeiten des Fahrzeugs und taktet die Fahrzeuge so ein, dass die Schiebedach Montage (siehe oben) funktioniert und nicht 50 Schiebedächer - Fahrzeuge hintereinander übers Band laufen.

Also Ray, gönn Dir mal eine Betriebsbesichtigung bei einem Hersteller Deines Vertrauens und dann sprechen wir nochmal

Danke für Deine Aufmerksamkeit
Klaus

Warten auf Godot
Hallo Christian,

es gibt in jeder größeren Firma eine Reklamationsabteilung.

Ich würde Dir raten einfach mal in Wolfsburg (oder wo die auch immer sitzen) anzurufen und zu fragen, wann Dein Auto übers Band läuft, oder warum Dir Dein Händler keine genaue Auskunft über Produktions- und somit über das Auslieferungsdatum geben geben kann.

Sobald Dein Fahrzeug vom Händler verbindlich bestellt ist, müßte nämlich eine Woche später im Werk feststehen, wann Dein Auto übers Band läuft (produziert wird).

Kann zwar sein, dass Du zigmal verbunden wirst, aber wenn Du freundlich genug und vorallem lange genug nachfragst gibt es auch ne Antwort.

Danke für die Aufmerksamkeit
Klaus

P.S.: Nach dem Anruf im Autowerk war mein Händler plötzlich ganz hilfsbereit und hat mir 2 Tage später den Fahrzeugübergabetermin im Autohaus schriftlich bestätigt! Wohers wohl kommt?

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

ja
Hallo Klaus,

ich danke Dir für Deine Erläuterungen.
Ich empfand diese als hilfreich und deshalb ein *-Bewertung :smile:

Ich bin in den Bau dieser Produktionsanlagen (wir bauen die Facilities) involviert - habe aber unglücklicherweise tatsächlich (seit über 15 Jahren) noch keine Möglichkeit gehabt das „fertige Produkt“ (also die fertige Montage, oder das fertige Presswerk oder die fertige Lackierung) dann bei der Arbeit zu bestaunen.

Wir (d.h. die mit der Errichtung, dem Bau Beschäftigten) können die erforderlichen komplexen Bauwerke samt Infrastruktur entwickeln (nach vorgegebenem Lastenheft der späteren Betreiber) und hinstellen - vom Autobauen selbst haben wir nur wenig Ahnung. Wir wissen was ein Roboter in der Montage braucht (Bedingungen an die Facility), wir wissen wie er arbeitet (beim Probebetrieb und der Einrichtung) aber wie das dann nachher in der Fertigung läuft? Wir wissen wie wir die Fördertechnik bauen müssen - was da später rübergeht??
Von all diesen „unsichtbaren“ Vorleistungen haben die Jungs, welche dann später damit produzieren auch keinen Schimmer - es muss halt laufen und das tut es dann auch meistens:smile:

So ist das nunmal. Wir sind wie ein „Wanderzirkus“ und ziehen von einem Projekt (Bauprojekt) zum anderen. Unglaublich, aber wahr - wir haben keine Zeit den Autobauern dann bei der Arbeit zu zusehen (also beim Autobauen).

Ich habe dies schon oft bedauert und dies auch schon den Kunden (also der Automobilindustrie) gegenüber geäussert. In der Tat erhielt ich dann auch schon die entsprechenden Einladungen - aber, so dumm kann`s laufen, es hat nie geklappt.

Also, nochmals Dank für Deine Erläuterung.

Freundliche Grüsse
Ray

na ja

Das muss ich in diesem Fall wirklich nicht…

Du wirst Dir diese Einstellung leisten können.

Gruss
Ray

PS: Schon vergessen? Man trifft sich immer zweimal im Leben und wir haben uns schon getroffen.