Wieso so viele essgestört?

Hallo!

Wenn man hier im Ernährungsbrett liest fällt einem auf, daß es wohl wirklich sehr viele Menschen gibt, die Essstörungen haben.

Und ich frage mich- warum??

Nicht, daß mir viele Hintergründe dazu klar sind- ich frage mich, warum es in der heutigen Zeit so ist!

Probleme- mit denen Menschen nicht klarkommen gab es immer…genauso werden die wenigsten Menschen in einem ganz stabilen- sag mal „wirklich guten Zuhause“ gross geworden sein.
Meine damit, wenn man bei Essstörungen ja auch immer von zuwenig Liebe und Zuwendung spricht-- gab es sowas doch schon immer!

Also…warum gibt es gerade in der heutigen Zeit soviele Menschen, die Esstörungen haben??
Was ist anders als vor 30 Jahren??

kitty

Hallo,

Essstörungen sind eine Wohlstandserscheinung. Länder, in denen Hunger herrscht, kennen keine solchen. Die Menschen dort haben genug damit zu tun, zu überleben.

Heißt: Wir können uns den Luxus leisten, über gestörtes Essverhalten auf unsere Nöte aufmerksam zu machen. In einem Hungerland würde überhaupt niemand bemerken, dass man aus anderen Gründen als aus Nahrungsmangel abmagert.

Im Nachkriegsdeutschland war das ähnlich. Da war man froh, endlich nicht mehr hungern zu müssen.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo Jule,

dennoch - wird es doch nicht weniger psychische Symptome bei den Menschen nun geben- oder doch?

Dazu gibt es vermutlich keine Statistiken- aber wenn man so nun deutlicher seine Nöte zeigen kann (wird doch auch gerade was „Besonderes“ sein, denn gegen viele andere „Störungen“- ist diese irgendwann sehr offensichtlich)- müssten doch andere STörungen dadurch weniger werden!?

kitty

Grüß dich kitty,

unsere Gesellschaft hat sich ( ich muss sagen leider) zum schlechteren entwickelt.

Der Trend besteht darin sich der Masse anzupassen und wer dagegen schwimmt ist bzw. sieht scheiße aus, voll das Opfer ey, kauft bei Kick, hat Gammelsachen an… einfach nicht aktuell.

Der Trend der letzten Jahre ist es Mager zu sein und das EXTREM!

Diese Esstörungen werden von der Gesellschaft(Next Topmodell scheiß da und vom Umfeld(Freunde, Familie, Verwandte) beim „Opfer“ hervorgerufen durch blöde Kommentare: " Man bsit du fett ey", „Alter du brauchst Platz für eine Großfamilie“… man kennt die Sprüche.

Dieses Mobbing/blöden Kommentare/kritik führt dazu, dass die Person sich geistig dazu überwindet exrem Abzumagern oder noch mehr zu zunehmen(Essen als Sucht(also auch als „Droge“)).

Die Gesellschaft die vor 30 Jahren existiert hat, gibt es nicht mehr und wird es auch nicht mehr geben, sowie sich unsere Gesellschaft entwickelt, nämlich zur freiwilligen Unmündigkeit und wer nicht mitgeht wird es schwer haben zu bestehen.

mfg,

Hanzo

Hallo,

Wenn man hier im Ernährungsbrett liest fällt einem auf, daß es
wohl wirklich sehr viele Menschen gibt, die Essstörungen
haben.

Essstörungen sind lediglich das „Symptom“, ok, besser die Folgeerscheinung, aber nicht die Ursache. Ursachen sind heutzutage „Schönheitsidealismus“, Werbung, Marketing, Wettbewerbsdenken, Kompensationsbedürfnisse, Einsamkeit, und derlei Dinge. Anerzogen, herausgefordert.
„Notwendigkeiten“, analog denen von Jule beschriebenen, allerdings nicht aus einer Not heraus.

Was ist anders als vor 30 Jahren??

Die Geschwindigkeit.

Jede Generation hat Fortschritte gebracht, heutzutage überholen die Fortschritte einen schon förmlich. Jeden Tag neue Erkenntnisse, neue Ansichten, neue Methoden. Ein Tsunami nach dem anderen im Vergleich zu früher. Nicht mehr greif- und be greifbar teilweise. Eine „Generation“ hat nur noch einstellige Jahreszahlen.

Grüße
Tommy

Hallo Jule,

Essstörungen sind eine Wohlstandserscheinung. Länder, in denen
Hunger herrscht, kennen keine solchen. Die Menschen dort haben
genug damit zu tun, zu überleben.

Heißt: Wir können uns den Luxus leisten, über gestörtes
Essverhalten auf unsere Nöte aufmerksam zu machen. In einem
Hungerland würde überhaupt niemand bemerken, dass man aus
anderen Gründen als aus Nahrungsmangel abmagert.

dieser Meinung bin ich auch.

Was mir hierzu noch einfällt: In vielen Kulturen wird vor allem zusammen gegessen - früher war das bei uns auch noch weit verbreitet, heute eher weniger.
Das heißt: Wer heutzutage und in unserer Kultur dazu neigt, weniger als „normal“ zu essen, wird damit in vielen Fällen nicht sofort auffallen (allein lebende Personen, außer Haus eingenommene Mahlzeiten), eher sogar zunächst Bewunderung ernten („toll, du hast abgenommen“).
Dies bedeutet: Bis anderen Menschen dies auffällt, muss sich das Essverhalten häufig schon sehr extrem verändert haben - während dies bei mehr gemeinsam eingenommenen Mahlzeiten schon deutlich früher aufgefallen wäre.

Was mitunter noch hinzu kommt: Es würde mich nicht wundern, wenn hier der Punkt, dass man Hilfe erhalten kann, unbewusst eine Rolle spielt. Man will ja, meist mehr unbewusst denn bewusst, damit auf seine Sorgen und Nöte aufmerksam machen, also Hilfe erfahren. In einer Kultur, in der dies ignoriert wird oder mit drastischen Strafen belegt ist, oder psychische Probleme extrem tabuisiert werden, wird dies wohl weniger als „Ventil“ benutzt - die Probleme bestehen aber dennoch.
Auch: Wer nicht diagnostiziert ist, wird in Statistiken nicht als „Mensch mit diesem und jenem psychischen Problem“ auftauchen. Das heißt natürlich bei weitem nicht, dass nicht dennoch Probleme existieren.

Viele Grüße,
Nina

Moin,

Und ich frage mich- warum??

dazu habe ich kein Hintergrundwissen, aber eigene Ideen.

Z.B. denke ich, dass viele Essstörungen nur erkennbar werden wenn eine Gesellschaft ein Überangebot an Nahrung hat. Das ist in der Geschichte ja selten vorgekommen und auch in Deutschland erst seit knapp 50-60 Jahren so.
Wie erkennt man denn eine dürre Magersüchtige in der Öffentlichkeit wenn ALLE Leute dürr vor Mangelernährung sind? Übergewichtige gibt es in einer Hungergesellschaft auch nicht weil schlicht keine Nahrung da ist um Übergewichtig zu werden.

Was in der Geschichte auch selten vorkam ist Bewegungsarmut. Wer täglich 2x20km zum Wasserloch und zurück laufen muss (oder in moderneren Gesellschaften zur Arbeit o.ä.) wird auch kein Übergewicht entwickeln. Heute werden dagegen schon die Kinder in den Kindergarten GEFAHREN.

Weiterhin gab es NOCH NIEMALS eine so große, globale Informationsverteilung. Wenn vor 50 Jahren eine 18jährige Sängerin aus Haiti (oder gar aus dem Nachbarort Castrop-Rauxel) eine Essstörung gehabt hätte, wäre das vielleicht 20 Leute bekannt geworden. Heute wissen das vielleicht 200 Millionen! Die öffentliche Wahrnehmung ändert sich also.

Probleme- mit denen Menschen nicht klarkommen gab es
immer…genauso werden die wenigsten Menschen in einem ganz
stabilen- sag mal „wirklich guten Zuhause“ gross geworden
sein.

Tja… Früher sind „solche Leute“ vielleicht als Söldner in den Krieg gezogen oder haben geraubt und getötet. Das heute nicht mehr weswegen es vielleicht andere Ventile gibt?

VG
J~

Hi

Ich beantworte mal die Frage aus einer ganz anderen Sichtweise :
Ich habe mehrfach einige Wochen und Monate in Ländern verbracht wo Mediteranes oder Koshere Zubebereitung an der Tagesordnung sind , nebenher bin ich Sportdozent und kenne mich aus dem Grund schon mit Ernährung aus , auch wenn ich mich selbst nicht immer und genaustens daran halte.

Das ganze funktioniert doch wie die berühmte Katze die sich in den Schwanz beist .
Beispielweise irgenein Fast - Food Restaurant bewirbt irgendein Burger , der wird weil er schmeckt zum Modestar , und die Generation „Mitläufer“ : sagt : den musst du essen , der ist gut und die Branche boomt .
der Clevere Geschäftsmann des Mitbewerbers entwickelt einen ähnlichen Burger und Konkurenz belebt das Geschäft , wer den Burger nicht führt , geht mit seiner Kneipe den Bach herunter , also wird dort dieser Burger auch angeboten.
Nach und nach verschwinden Salate , Gemüse , Obst und sonstige Vitaminträger von der Speisekarte und es wird nur noch fettiger ungesunder Mist angeboten , … warum , weil der Gast das so will , nicht weil der Koch nichts taugt .

Ich habe schon eine Einladung zu einem Firmen-Weihnachtsessen in einem gehobenen Hotel abgesagt , weil nichts frisches auf der Speisekarte stand , weder Salat als Beilage , noch Obst als Nachtisch und Gemüse gab es auch nur selten , nur fetter , süsser kram , selbst im ursprung Mediterane Nudelgerichten wurden Beilagen verpasst , das sich einem die Galle verabschiedet hat.
Alle Gemüsesorten , egal ob Erbsen oder Blumenkohl mit fetter Sauce Hollandaise , anstelle gebratener Blumenkohl oder gredünstet , damit man von dem Blumenkohl auch noch etwas schmeckt .
Diese überfettete „Rheinische“ Zubereitung hat sich eingeschlichen als typisch Deutsch , man bekommt es fast nur noch so .

Viele Leute die auf Ernährung achten wollen oder müssen , wird mit dieser Einstellung : " Alle wollen das so " völlig aus der Bahn geworfen , oder bekommen , so wie mir geschehen , eine berufliche Abmahnung , weil ich dieses „Gute“ Weihnachtsessen verschmähte

fragt man dann in der Gastronomie nach , ob es keinen Salat dabei gäbe , oder als Nachtisch anstelle von Lebkuchen oder Mouse au Chocolate , einen Pfirsich , oder Birnen im Saft etc , bekommen könne , bekommt man einen Blick , was das den Sei , was ich denn für einer bin ?

Wer in aller Welt soll sich da in Deutschland noch gesund ernähren , , wenn alle Speisen mit viel zu viel Fett zubereitet sind und frische Beilagen nicht erwünscht sind .

Eine Anektode die in Limburg/Lahn passiert ist :
Einkauf in einem Feinkost-Geschäft , also Obst und Gemüse .
Ich hätte gerne ein paar Sharon’s /Kaki’s
What is dattt denn , irschent so’n ausländisches Zeugs , nehmen Sie Äpfel , wir ham’ Äpfel im Angebot , Äpfel sinn gesund …
Wenn eine Fachverkäuferin schon nicht mehr Obst und Fruchtsorten kennt , Leute wo ist die Allgemeinbildung hin ?

Toni

Hi

Das kann ich gerade nicht so stehen lassen… sorry aber was du da erlebt hast war garantiert KEINE Fachverkäuferin. Das ist ja das Problem.
Nur weil jemand in einem spezialisierten Laden statt einem Supermarkt verkauft ist dieser noch lange kein Fachverkäufer.

lg
Kate

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Hallo,

was du beschreibst, hat aber meiner Meinung einerseits wenig mit der gestellten Frage zu tun und andererseits kann man es nicht unwidersprochen stehen lassen.

Nach und nach verschwinden Salate , Gemüse , Obst und sonstige
Vitaminträger von der Speisekarte und es wird nur noch
fettiger ungesunder Mist angeboten ,

Genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn man sich vor 20, 30 Jahren vegetarisch ernähren wollte, war es schwierig in Restaurants zu essen, weil man oft nur einfallslose Salatgarnierung in doppelter Menge angeboten bekam oder vielleicht „Nudeln nur mit Soße“ (ohne Überlegung, dass die Soße auch nicht vegetarischen Ansprüchen genügte, es schwamm halt nur kein Stück Fleisch drin). Das ist heute ganz anders. Selbst die von dir geschmähten Fastfood-Restaurants bieten vegetarisches Essen an, zumindest in Ansätzen.

Ich habe schon eine Einladung zu einem Firmen-Weihnachtsessen
in einem gehobenen Hotel abgesagt , weil nichts frisches auf
der Speisekarte stand

Solche Restaurants gibt es noch, aber es werden immer weniger.

Diese überfettete „Rheinische“ Zubereitung hat sich
eingeschlichen als typisch Deutsch , man bekommt es fast nur
noch so .

Wie gesagt, meine Erfahrung geht genau in die andere Richtung.

Eine Anektode die in Limburg/Lahn passiert ist :
Einkauf in einem Feinkost-Geschäft , also Obst und Gemüse .
Ich hätte gerne ein paar Sharon’s /Kaki’s
What is dattt denn , irschent so’n ausländisches Zeugs ,
nehmen Sie Äpfel , wir ham’ Äpfel im Angebot , Äpfel sinn
gesund …
Wenn eine Fachverkäuferin schon nicht mehr Obst und
Fruchtsorten kennt , Leute wo ist die Allgemeinbildung hin ?

Was hat Fachverkäuferwissen mit Allgemeinbildung zu tun?
Kate hat schon darauf hingewiesen, dass es wahrscheinlich gar keine Fachverkäuferin war. Andere Möglichkeit: in einem Delikatessladen, der sich auf Käse/Wurst spezialisiert hat und Obst (eventuell einheimisches, weil man sich auf lokale Produkte spezialisiert hat) nur nebenbei führt, ist die Nachfrage nach exotischen Früchten (und das Wissen wie sie heißen) eventuell gering.
Dritte Möglichkeit: Sie hatten keine und was macht eine Verkäuferin da? Sie preist an, was das ist.

Gruß
Elke

Hallo Elke,

Genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn man sich vor 20, 30
Jahren vegetarisch ernähren wollte, war es schwierig in
Restaurants zu essen, weil man oft nur einfallslose
Salatgarnierung in doppelter Menge angeboten bekam oder
vielleicht „Nudeln nur mit Soße“ (ohne Überlegung, dass die
Soße auch nicht vegetarischen Ansprüchen genügte, es schwamm
halt nur kein Stück Fleisch drin). Das ist heute ganz anders.
Selbst die von dir geschmähten Fastfood-Restaurants bieten
vegetarisches Essen an, zumindest in Ansätzen.

das hat aber auch damit zu tun, wo man essen geht.
Ich bin selbst Vegetarierin, und musste schon häufig feststellen, dass Restaurants die eher zum „gemütlich zusammensitzen“ aufgesucht werden (z.B. fürs Klassentreffen, mit der Selbsthilfegruppe, in der Mittagspause o.ä.) oft gar nichts Vegetarisches im Angebot haben, wenn man etwas Warmes essen möchte. Beim Salat muss man auch ausdrücklich sagen, dass Fleisch, Wurst und Fisch weggelassen werden sollen.
Besonders ausgeprägt ist dies in ländlichen Gegenden (ich stamme aus einem Ort im Bayerischen Wald).
Was manchmal dann auf Wunsch - nach einem an mich gerichteten „Oh, Sie machen Diät?“ - angeboten wird, ist eine Gemüsesuppe (… wohl mit Fleischbrühe gemacht), Nudeln mit Soße (… da ist doch ein Speckwürfel…) o.ä. und der übliche Salat (… Geflügelbrühe in der Vinaigrette?).

Solche Restaurants gibt es noch, aber es werden immer weniger.

Bei größeren, „vornehmeren“ Restaurants (geschäftliche Einladungen) ist mir das auch noch nicht passiert. Frisches Obst war auch meist als Nachtisch wählbar.
(Privat gehe ich übrigens am liebsten in asiatische oder persische Restaurants - frisch zubereitet, viele vegetarische bis vegane Gerichte.)

Was hat Fachverkäuferwissen mit Allgemeinbildung zu tun?
Kate hat schon darauf hingewiesen, dass es wahrscheinlich gar
keine Fachverkäuferin war. Andere Möglichkeit: in einem
Delikatessladen, der sich auf Käse/Wurst spezialisiert hat und
Obst (eventuell einheimisches, weil man sich auf lokale
Produkte spezialisiert hat) nur nebenbei führt, ist die
Nachfrage nach exotischen Früchten (und das Wissen wie sie
heißen) eventuell gering.
Dritte Möglichkeit: Sie hatten keine und was macht eine
Verkäuferin da? Sie preist an, was das ist.

Sowas vermute ich auch.
Khakis/Sharon habe ich bis jetzt immer noch problemlos bekommen - egal ob in der Obstabteilung eines Supermarkts oder beim Gemüsehändler.
Ferner finde ich Khakis nicht gesünder als Äpfel.

Viele Grüße,
Nina

Hi,

zum einen glaube ich, dass es im Ernährungsbrett so auffällt, weil Menschen, die kein gestörtes Essverhalten haben, dort einfach weniger Fragen stellen.

Zum anderen glaube ich nicht, dass sie wesentlich was an der Menge der Essgestörten getan hat. Es ist dank moderner Medien nur offensichtlicher geworden.

Gruß
Cess

Also…warum gibt es gerade in der heutigen Zeit soviele
Menschen, die Esstörungen haben??
Was ist anders als vor 30 Jahren??

Hallo,

Schönheitsideale hat es schon immer gegeben, und ich glaube nicht, dass heutzutage sooo vieles anders ist, als vor 30 Jahren oder noch länger.

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern – ich glaube es war in meiner Volksschulzeit, dass im Freundes-und Bekanntenkreis meiner Mutter, damals auch schon Appetitzügler (heimlich) „herumgereicht“ wurden. Auch Abführmittel waren kein Fremdwort. Eine Nachbarin ist damals deswegen sogar in einer Nervenklinik gelandet.
Eine andere Nachbarin probierte sich ständig im fettlos kochen aus usw.

Also wollte man damals auch schon schlank sein.
Dieses „Schlanksein“ von damals, dürfte eine Sucht geworden sein und hat sich in der darauffolgenden Generation, wohl zum „Superschlanksein“ gesteigert.

Liebe Grüße
lilli

Hallo J~,

Weiterhin gab es NOCH NIEMALS eine so große, globale
Informationsverteilung. Wenn vor 50 Jahren eine 18jährige
Sängerin aus Haiti (oder gar aus dem Nachbarort
Castrop-Rauxel) eine Essstörung gehabt hätte, wäre das
vielleicht 20 Leute bekannt geworden. Heute wissen das
vielleicht 200 Millionen! Die öffentliche Wahrnehmung ändert
sich also.

Das halte ich auch für wichtig.

Dazu kann kommen: Dadurch erfahren Menschen überhaupt erst, dass sich mit einer Essstörung Aufmerksamkeit gewinnen lässt.
Achtung, Warnung vor Missverständnissen: Ich meine damit keinesfalls, dass sich Menschen mit Essstörung nur „in den Vordergrund rücken“ wollen, damit andere unter Druck setzen wollen o.ä. - ich meine es genau so, wie ich es schrieb: Es als Möglichkeit kennen (auch unbewusst), bei Problemen Aufmerksamkeit zu bekommen.

Und: Überhaupt Hilfe bekommen - dass auf Magersucht psychologische Behandlung folgt, nicht Ignoranz und Wegsperren als „Aussätzige“.
Wer keine Hilfe zu erwarten hat oder mit noch mehr Ablehnung rechnen muss, wird psychische Probleme häufig verstecken.
Psychische Probleme haben zu können, war auch in Deutschland noch vor einem Jahrzehnt viel mehr tabu als heute; ich erinnere mich daran, dass noch meine Eltern (Ende der 1940er-Jahre geboren) von der „Irrenanstalt“ sprachen und Menschen mit psychischen Problemen als „selber schuld“, „nicht ganz dichte“ und zu meiden angesehen haben :frowning: In meiner Großelterngeneration war dies noch deutlicher.

Viele Grüße,
Nina

Hallo Hanzo,

Diese Esstörungen werden von der Gesellschaft(Next Topmodell
scheiß da und vom Umfeld(Freunde, Familie,
Verwandte) beim „Opfer“ hervorgerufen durch blöde Kommentare:
" Man bsit du fett ey", „Alter du brauchst Platz für eine
Großfamilie“… man kennt die Sprüche.

das trifft sicher auf einige der Magersüchtigen zu, die zuvor übergewichtig oder normalgewichtig waren _und_ deshalb blöde Kommentare geerntet haben und bei denen Magersucht aus einer Diät entstanden ist.
Es gibt hingegen auch Menschen mit Magersucht (oder anderen Essstörungen), die nie negativ auf ihr Gewicht (vor der Essstörung) angesprochen wurden, sondern an ganz anderen Problemen knabbern - Scheidung der Eltern, Tod eines nahen Angehörigen, Missbrauch, Mobbing wegen ganz anderer Eigenschaften als dem Gewicht und deshalb entweder „Frustessen“ oder „keinen Bissen mehr runterbekommen“.
Nicht jeder, der wenig/nichts isst, macht dies mit dem Ziel, dünn zu werden - siehe sprichwörtliches „keinen Bissen runterbekommen“.

Dieses Mobbing/blöden Kommentare/kritik führt dazu, dass die
Person sich geistig dazu überwindet exrem Abzumagern oder noch
mehr zu zunehmen(Essen als Sucht(also auch als „Droge“)).

Es kann dazu führen - muss aber nicht zwingend.
Und andersherum kann es auch andere Gründe für Essstörungen geben.
Eine Bekannte von mir hat ihr Gewicht verdoppelt mit:

  • schwere OP mit Anfang 20 gehabt
    -> lange Genesungszeit, wenig Freunde treffen können
    -> Frustfuttern
    -> aus Krankheitsgründen nur wenig Sport treiben dürfen
    -> noch mehr Frustfuttern wegen dick sein und keinen Sport machen dürfen
    -> später: wieder Sport machen dürfen, aber so viele Kilos, dass eigentlich nur noch Fitnessstudio und Schwimmbad in Frage gekommen wären - dort hat sie sich aber nicht hingetraut aus Angst vor gewissen Kommentaren
    -> Frustfuttern deshalb
    -> Gewicht ist durch die Grunderkrankung noch schädlicher, Freizeitverhalten dadurch und aus Angst vor Spott noch eingeschränkter
    -> Frustfuttern

Viele Grüße,
Nina

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Hallo,

Besonders ausgeprägt ist dies in ländlichen Gegenden (ich
stamme aus einem Ort im Bayerischen Wald).

Das mag der Hauptgrund sein. Ich sehe auch einen Unterschied zwischen Darmstadt/Mannheim/Frankfurt und Odenwald und dort je rustikaler desto fleischiger.

Was manchmal dann auf Wunsch - nach einem an mich gerichteten
„Oh, Sie machen Diät?“ - angeboten wird, ist eine Gemüsesuppe
(… wohl mit Fleischbrühe gemacht), Nudeln mit Soße (… da
ist doch ein Speckwürfel…) o.ä. und der übliche Salat (…
Geflügelbrühe in der Vinaigrette?).

Das kenne ich aber viel mehr aus der Vergangenheit und mir ging es auch darum, dass ich den Trend in die andere Richtung bemerke und eben nicht dahin, dass es schwieriger wird, gesundes Essen in Restaurants zu finden, sondern das Gegenteil ist der Fall. Dass das noch nicht überall funktioniert, ist auch klar.

Khakis/Sharon habe ich bis jetzt immer noch problemlos
bekommen - egal ob in der Obstabteilung eines Supermarkts oder
beim Gemüsehändler.
Ferner finde ich Khakis nicht gesünder als Äpfel.

Ich auch.

Gruß
Elke

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Hallo Nina,

(Privat gehe ich übrigens am liebsten in asiatische oder
persische Restaurants - frisch zubereitet, viele vegetarische
bis vegane Gerichte.)

da hat man dann das Problem, dass vieles mit Geschmacksverstärkern zubereitet ist . . .

(Auf den Speisenkarten besagter Restaurant in meiner Umgebung steht fast ausnahmslos „Alle Gerichte mit Geschmacksverstärker“ - m. E. auch nicht unproblematisch . . .)

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Küchenstatistik
Liebe Kitty,

Deine „Beobachtungen“ in allen Ehren, wage ich dennoch zu bezweifeln, ob die von Dir gezogenen Schlüsse und „Hochrechnungen“ kritischer Prüfung standhalten.

So wie man von „Küchen-Psychologie“ spricht, würde ich es als „Küchen-Statistik“ einschätzen . . .

Hallo Tom,

(Privat gehe ich übrigens am liebsten in asiatische oder
persische Restaurants - frisch zubereitet, viele vegetarische
bis vegane Gerichte.)

da hat man dann das Problem, dass vieles mit
Geschmacksverstärkern zubereitet ist . . .

das trifft auf etliche dieser Restaurants (und auf viele deutsche Restaurants ebenso, ich sage nur „Convenience“ insbesondere bei Soßen und Speisen mit Panade) zu, aber nicht auf alle.

Sagen wir mal so: Bei einem Chinesen-Besuch pro Monat nimmt man bestimmt weniger Geschmacksverstärker zu sich, als beim täglichen Essen in einer typischen Kantine oder Mensa oder dem Verzehr diverser vorverarbeiteter Lebensmittel oder Selbstgekochtem a la Maggi Fix.

Bei meinem „Lieblingsperser“, „Lieblingsinder“ und „Lieblingsthailänder“ kann ich dir jedoch garantiert sagen, dass dort frisch und ohne Geschmacksverstärker gekocht wird.

Viele Grüße,
Nina

Hallo Kitty,

leider verstehe ich nicht ganz, was du meinst. Kannst du mir bitte ein wenig auf die Sprünge helfen?

Schöne Grüße,
Jule