Alles!
Hi shakina,
Liebe … kostet immer alles.
Es gibt Beziehungen, von denen kann man sich lösen, wenn die Konflikte das Maß des Erträglichen übersteigt. Auch, wenn der andere unnachvollziehbar weggegangen ist, steht man nach einer Zeit der Trauer wieder auf den Beinen und ist offen für Neues.
Aber es gibt Beziehungen, in denen die Realität von einem so großén Maß an Symmetrie, Vertrautheit, Nähe gesegnet war, oder - poetischer gesagt - die Seelen sich so intensiv berührten, daß einem ein Abstandnehmen nicht mehr möglich erscheint. Selbst dann, wenn sich diese Intensität nur als einseitig erlebte erweist.
Dann gilt das, was Thomas v. Aquin über die Liebeskrankheit sagte: Sie sei nicht heilbar, weil man nicht geheilt werden will.
Das ist auch richtig erkannt: Denn der Schmerz und die Trauer werden dann als die neue, verwandelte Form der spürbaren Anwesenheit des Liebesobjektes erlebt - und deshalb hält man am Schmerz und der Trauer fest.
So sagt es auch ein Gedicht von Wilhelm Müller, das Schubert in seinem Zyklus „Winterreise“ vertont hat („Erstarrung“)
[…]
_Wenn meine Schmerzen schweigen,
wer sagt mir dann von ihr?
Mein Herz ist mir erstorben,
kalt starrt ihr Bild darin.
Schmilzt je das Herz mir wieder,
fließt auch ihr Bild dahin!_
ABER:
… dass man ihr nachrennt nachdem sie zur Tür hinaus ist?
Wenn der andere eindeutige Signale gegeben hat, daß er nicht mehr will, daß du für ihn diese Bedeutung nicht mehr hast, dann muß das „Nachrennen“ definitiv aufhören. Du mußt ihn dann freilassen.
Denn sonst würdest du ihm lästig und du würdest dich selbst demütigen.
Und dort ist die Grenze!
Wo liegt die Grenze?
Sie liegt ausschließlich in deinem aktiven Handeln, nicht aber im Fühlen.
Gruß
Metapher