Wieviel oder wieviele?

Hallo!

Ich lese in einem Deutschbuch „Wieviel Stunden hat der Tag?“ Müsste das nicht „wieviele“ heissen?

Gruss, Martina

Tach,
„Wieviel Stunden hat der Tag?“
Als poetische Wendung lasse ich das gelten

Müsste das nicht „wieviele“ heissen?

wenn schon, denn schon: wie viele / heißen

Gruß
Pit

Hallo!

Ich lese in einem Deutschbuch „Wieviel Stunden hat der Tag?“

Das ist vermutlich eine ältere Ausgabe, oder nicht?

Müsste das nicht „wieviele“ heissen?

Entweder: „Wie viel“ oder „Wie viele“. Beides ist möglich: mit oder ohne „e“, aber immer getrennt!

Nach der Neuen Rechtschreibung gilt:

Neu:
_ wie viel [auch 'vi:…]; wie viel[e] Personen; wievielmal [auch …'fi:l…], aber wie viele Male; ich weiß nicht, wie viel er hat; wenn du wüsstest, wie viel ich verloren habe; [um] wie viel mehr;

Vorher galt:

wie|viel [auch 'vi:…;] wieviel Personen, aber: wie viele Personen; wievielmal [auch …'fi:l…], aber: wie viele Male; ich weiß nicht, wieviel er hat, aber (bei besonderer Betonung): wenn du wüßtest, wie viel ich verloren habe; [um] wieviel mehr;

© Dudenverlag._

Gruß Fritz

ohne e = unlogisch?
Hallo!

Danke für die schnellen Antworten!

Das ist vermutlich eine ältere Ausgabe, oder nicht?

Ja, das ist wahr.

Entweder: „Wie viel“ oder „Wie viele“. Beides ist möglich: mit
oder ohne „e“, aber immer getrennt!

Ohne „e“ finde ich aber ganz schön unlogisch. Hat sich das einfach durch den Sprachgebrauch so eingebürgert?

Gruss, Martina

Hallo!

Ohne „e“ finde ich aber ganz schön unlogisch.

Das bleibt dir unbenommen.
Es gibt aber recht wenig Logik im Sprachgebrauch und entsprechend auch in den von diesem abeleiteten Regeln.

Diese Form ist aber schon sehr, sehr früh bezeugt! Schon im Althochseutsachen!

Dazu:

_ WIEVIEL [Lfg. 29,10], adv.,
seit dem ahd. literarisch bezeugt,
seit dem 16. jh. lexikalisch für lat. quam, quantum (bereits ahd., vgl. ahd. gl. 2, 657, 14; 249, 27 St.-S.), quantus, quot.
ebenso ist es in den maa. allgemein üblich. zur form woviel (nd.) vgl. wie 2 a, sp. 1450.
selten erscheint wieviel als einleitung konzessiver nebensätze (s. u. 4),
und nur vereinzelt steht es mit temporaler bedeutung ‚solange‘: ach es wz aber alles leidig, wie vil ich myn kind bey mir hatte, wann do sy mein tottes kind … begrubenn, wie kleglich ich mich … ghub d. ew. wiszh. betbüchlin (1518) 48a,
oder in der bedeutung ‚so sehr‘: eilt wieuil er mag zuhausz zu seinem weib vnnd liebsten kinden (1537) SCHAIDENREISZER Odyssea 128 Weidling. getrennt geschrieben noch bei ADELUNG 4 (1801) 1542. heute wird orthographisch unterschieden zwischen wieviel personen und wie viele personen, vgl. wie I A 3 b g. [Abschnitt reduzieren]

  1. wieviel fragt nach der anzahl oder menge.>/I>

Hat sich das einfach durch den Sprachgebrauch so eingebürgert?

Natürlich, aber eben schon vor langer Zeit.

Man sollte nicht den eigenen Sprachgebrauch und die eigenen Spprechgewohnheiten allzusehr zum Maßstab für richtig, falsch, komisch oder logisch machen, sondern sagen: Für mich ist das ungewohnt; ich kannte dies bisher nicht.

Gruß Fritz_

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Hallo Martina!

Entweder: „Wie viel“ oder „Wie viele“. Beides ist möglich: mit
oder ohne „e“, aber immer getrennt!

Ohne „e“ finde ich aber ganz schön unlogisch. Hat sich das
einfach durch den Sprachgebrauch so eingebürgert?

Nein, das ist ganz und gar logisch:

  • Wie viele Stücke Zucker (in Würfelstücken gemessen)

  • Wie viel Zucker (in Teelöffeln oder Gramm gemessen)

… nimmst du in deine Kaffee?

  • Mit wie viel Wasser (in Litern gemessen)

  • Mit wie vielen Wassern (in der übertragenen Bedeutung und/oder ihrer unterschiedlichen chemischen Zusammensetzung nach)

… bist du gewaschen?

Gruß Gernot

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