Das primäre Ziel der Schule ist ja nicht, den Menschen Können und (freies) Wissen zu vermitteln.
Die Schule ist in Händen des Staates, für den Staat sind Menschen Funktionale. Damit ein Lehrer guter Diener der Sache ist, erhält er weit mehr Kompetenzen als nötig. Ziel, oder besser, Praxis der staatlichen Schule ist, Menschen funktionales Wissen zu vermitteln und sie dabei zu sortieren, sondieren, etikettieren oder gar noch zu demütigen (formieren). Natürlich ist das keine ausgesprochene Absicht sondern ein Apparat, der das mit sich bringt.
[Ja stimmt. Als Schüler selbst, aber auch als Vater, hat man so einiges an Arroganz und Ignoranz über sich ergehen lassen müssen - der Frust darüber ist immer noch nicht abgebaut.]
Die Gesellschaft ist übrigens selbst daran Schuld und Teil des Apparates. Hat nicht ein jeder Mensch den (ihm wahrscheinlich nicht einmal bewussten) biologischen Instinkt, die Nachkommen eines jeden anderen zu „töten“ (zumindest bei Affen - Menschen machen Diffizileres, z.B. feige sein), um die Chancen für die eigenen Nachkommen zu erhöhen? Wenn nicht, dann soll man mir die Kraft erklären, die die Menschen dazu bewegt, in einem Menschenalter mehr zu raffen als man selbst konsumiert.
Solche schriftlich (!) Aufgaben sind absoluter Blödsinn, es sei den, man nutzt sie als weiteres Mittel, um Schüler zu beugen und etikettieren.
Eine schriftliche Aufgabe sollte einigermaßen Ort- und Zeit-translationsinvariant sein und präzise formuliert sein. Dies verlangt die Würde des Schülers. Alles andere ist gewollte oder ungewollte Demütigung, gewollte oder ungewollte Sondierung und Sortierung.
Natürlich kann man am Ende und als solches gekennzeichnet und nicht zum Zwecke des Sortierens und Sondierens auch Scherz-, Schätz-, Kniffel-Aufgaben stellen. Im übrigen wären solche Aufgaben das ideale Parkett dafür, ein wenig vom Materiellem (Punkte) abzurücken und Ideelles (Befriedigung, Spaß) zu üben.
Mündlich ist es etwas anderes, da das ein interaktiver Vorgang ist. Steht jemand auf der Leitung, gibt man ein Stichwort oder eine Hilfestellung. Sprudelt der Schüler ist es gut. Nützt die Hilfestellung nichts, wird man präziser und präziser. Aber auch da darf man das Verhalten des Schülers nicht zum Sondieren und Sortieren nutzen.