Wieviele stunden arbeitet ein lehrer

Hallo!

Ist vermutlich an dieser Stelle nicht der Diskussionspunkt -
aber einem Anwalt schadet ja die praktische Ausbildung auch
nicht oder? So weit ich weiß hat ein Jurist mit 1.Staatsexamen
noch keinen Gerichtssaal von innen gesehen?

Das ist schon richtig, aber die praktische Ausbildung ist immer noch in zu großem Maße auf den Richterberuf ausgelegt, das meinte ich damit. Im übrigen habe ich schon vor dem 1. Examen den einen oder anderen Gerichtssaal von innen gesehen. Muss man natürlich nicht, schades aber nichts.

Ehrlich gesagt wende ich in der Regel nicht so viel
emotionalen Stress auf, um mir zu überelgen, ob ich einen
Schüler"nicht leiden" kann.

War ja auch nicht die Regel, wird aber sicherlich vorkommen. Ich persönlich bilde mir auch ein, dass mich meine Deutschlehrerin von der 5. bis 7. Klasse nicht leiden konnte, weil sie mit meiner Schwester derzeit ihre Problemchen hatte, aber dasmag eingebildet sein…

Was sind das für Gesetze?? Was sind
das für Juristen und Politiker??

Da sind wir uns ja einig :wink: Nur eine kleine Anmerkung noch: Gesetze werden von Politikern beschlossen, da können die Juristen auch nichts dafür, im übrigen sind zum Beispiel gerade im Sozialrecht kaum noch Juristen an den Entwürfen beteiligt.

denn das sind einfach Lehrer, die ihren Job schlecht machen.
Ist denen klar, dass sie mit der Arbeit die sie abliefern in
jedem Unternehmen rausflögen?

Vermulich ist ihnen das sogar klar…Aber glaube mir, genau
diese Kollegen sind uns Lehrern selbst ein Dorn im Auge, weil
wir wegen denen beständig in der Verteidigungsposition sind,
uns rechtfertigen müssen wie viel wir tatsächlich arbeiten,
und so weiter. In jedem Beruf gibt es Leute, die ihren Job gut
machen und welche, die ihn schlecht machen. Leider fallen die
Lehrer, die ihren Job schlecht machen, immer sofort ins Auge
und es ist für uns von der Schulleitung wahnsinnig schwierig,
so einen Kollegen loszuwerden.

ich bin der Meinung, wenn man die meiner Meinung nach
vollkommen unnötige Verbeamtung der Lehrer grundsätzlich
überdenkt, dann ist die Schule auch kein System mehr, das dazu
anstiftet, sich so zu verhalten.

Für den Beamtenstatus können wir nichts, das war nicht unsere
Idee. Es gibt viele Gründe, die dagegen sprechen. Fakt ist,
dass ein verbeamteter Lehrer für den Staat wesentlich billiger
ist als ein Angestellter

Da muss ich Dir leider Recht geben.

(denn für den Beamten zahlt er keinen

Arbeitgeberanteil an den Sozial - und Krankenversicherungen,
sondern nur im tatsächlichen Krankheitsfall einen gewissen
Prozentsatz der anfallenden Kosten. Dass die Pensionskosten
dann den Staatshaushalt zu sprengen drohen hat man auch vorher
gewusst, seriöse Unternehmen nehmen für betriebliche
Altersversorgung beizeiten Rückstellungen in den Etats
vor…). Eine Freundin von mir war ein Jahr lang dafür
eingestellt, für das Land BW genau das zu berechnen und man
ist ausschließlich wegen der laufenden Kosten nicht von der
Verbeamtung des Lehrer abgewichen!

Übrigens kann man auch einen Angestellten nicht einfach so
feuern…aber du bist ja Jurist, das weißt du ja selber.

Zumindest dann, wenn er seinen Job auf lange Sicht nicht ordnungsgemäß ausführt, ist das natürlich ein Kündigungsgrund. Das dumm eist ja nur: Wenn ein Arbeiter einige Schrauben nicht richtig anzieht, ist das Auto vielleicht nachher objektiv nicht zu gebrauchen und man kann das genau ihm anlasten.
Wenn ein Lehrer schlechte Arbeit abliefert, ist das nicht so. Wenn Schüler nicht mitkommen, kann das genauso auch an den Schülern liegen, die vielleicht einfach auf der falschen Schule sind.

Es ist sehr schade, dass die schwarzen Schafe in unserem Beruf
das Sozialprestige derartig ruinieren, dass die wirkliche
Seite - und die ist ganz oft sehr positiv, wie du ja selbst
auch festgestellt hast, kaum noch zum Vorschein kommt.

Das finde ich auch :smile: Schön, dass ich mal von Lehrerseite zumindest etwas Zustimmung bekommen habe. Ich finde, dass der Lehrerberuf sehr erhbar ist, dass Lehrer für die Verwantwortung, die sie tragen, auch ganz unabhängig von irgendwelchen Arbeitszeiten angemessen bezahlt werden sollten und dass eben nicht alle gleich sind. Aber die angesprochenen Probleme sind nunmal auch nicht von der Hand zu weisen. Was soll’s, wir werden es nicht ändern. Und wenn ich mir die derzeitige Arbeitsmarktsituation so anschaue, ärgere ich mich manchmal, mich nicht für das Lehramt entschieden zu haben - wer weiß, ob ich nicht später einer von „denen“ geworden wäre :wink:

Gruß,

Frank.

Hallo auch,

Ja, das wollen wir in der Theorie. Wie willst du das denn
differenziert machen? Das wüsste ich jetzt mal gerne. Gibt`s
dann drei oder vier Sorten Arbeitsblätter, für jeder Gruppe
eines?

Yepp, genau SO geht das. Wobei die ständige Nutzung von Arbeitsblättern in der Grundschule nicht besonders gerne gesehen ist.

Im Schulalltag mit 25 Stunden pro Woche kannst du das leider
vergessen. Klingt hart, aber bei 32 Schülern in der Klasse
gibt es keinen differenzierten Unterricht. Ich kenne KEINEN
Lehrer, der da differenzierten Unterricht macht.

Mein Freund hat ne 5./6. Grundschulklasse, 35 Schüler, drei verschiedene Leistungsgruppen für Englisch und Mathe. Die machen alle das gleiche Thema auf unterschiedlichem Niveau.

Na ja, über den Aufwand für Sport und Religionsunterricht
wollen wir doch jetzt besser nicht laut reden. Zitat einer
Hauptschullehrerin mit dem 2. Fach Sport: „Blöd, dass ich
nicht mehr Sportsunden bekommen habe, sonst hätte ich jetzt
(mit vollem Deputat) wirklich einen tollen Halbtagsjob“.

Religion und Sport? Naja, wie oft bist du denn schon als Wackelbohne oder Buchstabe durch die Turnhalle gehüpft? Kannst du einfach so aus dem Stehgreif Erstklässlern den Islam verständlich machen? Kannst du sämtliche Teile einer Pflanze benennen und deiner Klasse kurz darauf beibringen, wie man eine Geschichte richtig plant und ihnen danach begreiflich machen wie Kinder zu Zeiten Königin Victorias gelebt haben?

Es ist eine relativ unsinnige Diskussion, sich darüber zu streiten, wer mehr zu tun hat. Ja, der fachliche Anspruch im Gymnasium ist höher…keine Frage. Jedoch können sich FACHlehrer eben auf ihr Fach spezialisieren und Grundschullehrer unterrichten meist den Großteil der Fächer. Das Berufsbild ist eben unterschiedlich…

Kel

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Hallo Frank,

ich glaube, ich muss mich entschuldigen - ich habe überreagiert! Sorry!

Irgendwie muss ich dich wohl zu der späten Stunde fälschlicherweise für einen der „Immer-druff-auf-die-faulen-Säcke-Fraktion“ gehalten haben. Dass dem nicht so ist, ist mir jetzt klar.

Viele Grüße und nimm’s einer gestressten Lehrerin nicht für krumm!
Gwen

Lehrer wie Christian gibts aber noch seltener.

Nick

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Hallo Alex,

Evaluierung ist ein sehr schönes Wort, mit dem wir Lehrer
momentan häufig zu tun haben. Gut, dann schaffen wir die
Verbeamtung mal hypothetisch ab und überlegen, wie eine
Evaluation und demzufolge auch die daraus folgende Bezahlung
aussehen könnte. Darum geht es ja doch.

Mir geht es darum nicht. Mir geht es nicht darum, den Lehrer, der schlechte Arbeit macht, schlechter zu bezahlen und den, der gute Arbeit macht, besser, und dann den, der eine außergewöhnlich gute Arbeit macht, nocheinmal zu belohnen.
Es geht mir darum, den Unterricht irgendwie zu bewerten, um Lehrer, die als Pädagogen einfach ungeeignet sind, aus diesem Beruf entfernen zu können.

Schüler werden befragt: Das birgt die Gefahr, dass Lehrer
versuchen könnten, diese mit guten Noten zu „bestechen“.

Eltern werden befragt: Diese könnten von Vorlieben bzw.
Abneigungen der Kinder beeinflusst werden, da sie ja häufig
nur „eine Seite der Medaille“ kennen

Die Eltern sind da denkbar schlechte Ansprechpartner, da muss ich Dir Recht geben, vor allen Dingen deswegen, weil ich in meiner Schulzeit selten Eltern im Klassenraum sitzen sah, die den Unterricht der Lehrer ihrer Kinder evaluieren wollten. Doch der Unterricht allein muss ja hier Maßstab sein.

Unterrichtsmaterialien, Methoden- und Medienkompetenz: Hier
könnte man ansetzen. Woran erkennt man gute
Unterrichtsmaterialien, z.B. in Mathe? Neu heißt nicht gleich
gut, auch „alte“ Materialien können lehhreich sein.
Methodenkompetenzen sind sicherlich wichtig, ebenso die
Fähigkeit, das Internet nutzen zu können.

Das ist doch ein guter Ansatz

Schulleitung und Kollegen werden befragt: Dies würde
unweigerlich zu einer Verschlechterung des „Betriebsklimas“
führen.

Da muss ich Dir recht geben, dann wird der Aspirant dem derzeitigen stellv. Schulleiter an den Karren fahren wollen…

Krankenstand? Verweildauer an der Schule?

Warum hat jeder „normale“ Arbeitnehmer mittlerweile nicht mehr den Mut, selbst bei einer starken Erkältunge einfach mal zu Hause zu bleiben?

Wie man sieht, ist Evaluation gar nicht so einfach.

Das habe ich nicht behauptet, ich weiß, wie schwierig das ist. Aber wie sieht’s denn im Referendariat aus? Ich kann mich dunkel erinnern, dass irgendwann jeder Referendar zu den Schülern sagt, dass sie am kommenden Mittwoch besonders nett sein sollen, weil dann sein nterricht beobachtet würde. Was spricht dagegen, wenn man unabhängige Beobachter, meinetwegen Kollegen von ganz anderen Schulen, Dozenten von den Universitäten oder andere geeignete Personen, einsetzt, um derartige Bewertungen auch bei Lehrern durchzuführen, die im Beruf stehen?

Gruß,

Frank.

Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass die „Versager“,
über die du hier sprichst, vielleicht Opfer der Situation
sind, in der sie sich befinden?

Jeder der versagt ist irgendwo Opfer der Situation. Fraglich bleibt, ob es genug gibt, die trotzdem bestehen.

Wieso sollen ausgerechnet für Lehrer andere Maßstäbe gelten, al in jedem anderen Beruf. Wenn ein Arzt versagt, denken wir da nicht auch zuerst an die Patineten und nicht an den Arzt? Wenn eine Kellnerin, weil sie Stress hat jedem dritten Gast die Suppe über die Kleidung kippt, dann hilft es ihr auch nicht, dass sie es bei überschaubarer Gästezahl besser hinbekommen hätte.

Und entschuldige, wenn ich das so hart sage, aber für mich
(und auch für andere Lehrerkollegen) ist es ein Schlag ins
Gesicht, wenn ich höre, wie Lehrer einfach so als schlecht,
unfähig oder als Versager hingestellt werden - und das noch
dazu von jemandem, der nur die andere Seite (die des Schülers)
kennt.

Wie war das, man muss kein Pferd sein, um ein gutes Pferd zu erkennen.

Warum nun grade Schülern, die ja unmittelbar betroffen sind, abgesprochen wird einen guten von einem schlechten Lehrer unterscheiden zu können, sollen halte ich für eine fragwürdige Einstellung. Wer soll es denn sonst beurteilen? Ich weiß noch heute genau die Lehrer zu benennen, die mir etwas beigebracht haben und weiß auch die, deren Unterricht für die Katz war.

Und machen wir uns nichts vor…ich habe Lehrer im Freundeskreis…die wissen ganz genau, dass es auch unter ihren Kollegen Lehrer gibt, die es einfach nicht drauf haben, auch die Schulleiter kennen ihre Problemlehrer…leider haben sie keine Handhabe und können nicht einfach die Luschen gegen fähige Lehrer, die es ja unzweifelhaft gibt, austauschen. Und junge engagierte Lehrer lernen ganz schnell, dass sie am Ende ganz schön blöd sind, wenn sie sich mehr engagieren, als notwendig ist. Aber gerade um dieses Engagement nicht zu ersticken ist es wichtig, dass Leistung (im sinne von Qualität!!) auch bei Lehrern honoriert wird…und nicht erbrachte Leistung auch zu Einschnitten führt.

Lehrer sind auch nur Menschen und machen mit Sicherheit
nicht absichtlich schlechten Unterricht.

Ich möchte wirklich mal wissen wo sonst auf der Welt der gute Wille bezahlt wird.

Gruß Maid

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Evaluation
Hallo Alex!

Respekt, dass Du Deine Schüler um eine Beurteilung des Unterrichtes bittest.

Wir haben an unserer Schule (Gymn. NRW) in vielen vielen Sitzungs-Stunden der Schulporgramm-Kommission einen Lehrer-Feedback-Bogen erarbeitet.

Eigentlich ein wunderbares Mittel, um anonym Rückmeldungen zum Unterricht des Lehrers zu geben.
Und eigentlich auf den Weg gebracht, um ggf. etwas an den Unterrichtsmethoden zu ändern.

Leider teilen erfahrungsgemaß nur selten *die* Lehrer diese Bögen aus, denen eine Rückmeldung vielleicht mal einen Spiegel vorhalten würde.

Hingegen für die selbstkritischen (und meistens richtig engagierten und guten) Lehrer gehören die Feedback-Bögen dazu.

Mein Fazit: alle Evaluationsmaßnahmen (was für ein Wort!) sind nur so gut, wie die Verbindlichkeit ihrer Durchführung.

Angelika

fremder Leute Kinder schikanieren ist doch keine Arbeit sondern Vergnügen. Deshalb wurde ja auch die Vergnügungssteuer eingeführt.

Wer ist das - hat Vormittags recht und Nachmittags frei?

fremder Leute Kinder schikanieren ist doch keine Arbeit
sondern Vergnügen. Deshalb wurde ja auch die Vergnügungssteuer
eingeführt.

Wer ist das - hat Vormittags recht und Nachmittags frei?

Wo wir schon dabei sind:

Welche zwei Gründe sprechen dafür Lehrer zu werden?

Juli und August.

Hallo,

Bei dem Leistungskatalog der gesetzlichen KV wären viele
Menschen über eine private Versicherung froh, allerdings
verdienen die meisten Menschen nicht genug, um diese Wahl zu
haben…

… zumal für die Damen und Herren Lehrer der Staat (Beihilfe) 70% übernimmt. Eine Privatversicherung zu 30% kostet ein Taschengeld im Vergleich zum GKV-Satz.

Gruß

Fritze

Lehramt studierst du sicherlich nicht und wenn dann wird dein Zerrbild noch schön zurechtgerückt werden.
Wenn du schon so neidisch bist, warum wirst du denn dann kein Lehrer?

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… Ein Hauptgrund liegt bzw. lag
sicherlich an der praxisfernen Ausbildung, bis vor kurzem
konnte man ins Referendariat kommen, ohne EINE EINZIGE
Unterrichtsstunde gehalten zu haben.

Hier muß aber ganz klar die Ausbildungssituation 1990-heute betrachtet werden und auch das System, was dort dahinter steht.
Man übergehe bitte nicht pauschal die vielen Lehrer aus der ehemaligen DDR, die von der Verwissenschaftlichung der Pädagogik und von der Trennung von Didaktik und Fachwissen Anfang der 70er NICHT betroffen gewesen sind.

Aber es gibt eine Menge Lehrer, die ihren Job derart schlecht
machen, dass sie in der freien Wirtschaft niemals überleben
könnten. Man sollte über die Verbeamtung der Lehrer nachdenken
und über eine Evaluierung ihrer Leistungen.

Evaluierung ist ein sehr schönes Wort, mit dem wir Lehrer
momentan häufig zu tun haben. Gut, dann schaffen wir die
Verbeamtung mal hypothetisch ab und überlegen, wie eine
Evaluation und demzufolge auch die daraus folgende Bezahlung
aussehen könnte. Darum geht es ja doch.

Hier in Sachsen ist das Beamtentum längst abgeschafft für Lehrkräfte.
Tut mir leid, daß man da in gewissen Gefilden Deutschlands immer noch derart angeregt darüber diskutiert, anstatt es einfach wegzustreichen.

Einer meiner damaligen Gymnasiallehrer sagte offen: „Ich kann mich im Lehrerberuf nicht als verbeamtet vorstellen - wo ist dann der Antrieb für Qualität im Unterricht zu sorgen? Wo ist die latent vorhandene Angst, deshalb Leistung zu bringen, weil man jederzeit gegangen werden kann.“ :smile:

Schüler werden befragt: Das birgt die Gefahr, dass Lehrer
versuchen könnten, diese mit guten Noten zu „bestechen“.

Eltern werden befragt: Diese könnten von Vorlieben bzw.
Abneigungen der Kinder beeinflusst werden, da sie ja häufig
nur „eine Seite der Medaille“ kennen

Schüler kann man schon deshalb nicht befragen, man deiner nichtmündigen Gruppe (fragwürdiger Erziehung und Werte) Macht in die Hand geben würde.

Schüler sind in der Mehrzahl Kinder - und so funktioniert auch deren Willens- und Meinungsbildung. Man stelle sich dieses Chaos vor: Lehrerevaluation mit einer Post-68er-Generation.

Selbst wenn das eine recht tollkühne Pauschalisierung darstellt und ich kein Lehrer bin, bin ich durch meine breite Nachhilfe (mehrheitlich in städtischen Gefilden) mit einem sehr guten Einblick ausgestattet, was Motivation, Mentalität et cetera angeht - nur als Nachtrag, falls jemand sofort eine Dämonisierung der heuten Jugend beklagt (die ich natürlich *nicht* betreibe).

MfG

Mir geht es darum nicht. Mir geht es nicht darum, den Lehrer,
der schlechte Arbeit macht, schlechter zu bezahlen und den,
der gute Arbeit macht, besser, und dann den, der eine
außergewöhnlich gute Arbeit macht, nocheinmal zu belohnen.
Es geht mir darum, den Unterricht irgendwie zu bewerten, um
Lehrer, die als Pädagogen einfach ungeeignet sind, aus diesem
Beruf entfernen zu können.

Achso - und wie unterscheidest Du das Typische Krächzen, der und der Lehrer sei eine totale Niete, der und der sei langweilig et cetera et cetera OBWOHL Schüler das gar nicht richtig überblicken können und auch im Leben lernen MÜSSEN, einfach einmal den Mund zu halten und zu *machen*, anstatt militant die Qualität eines Unterrichts bewerten zu wollen.

An der Universität fragt keiner mehr, ob man mit dem und dem klarkommt oder nicht - friß oder stirb. Und das ist auch (zumindest teilweise) nicht schlecht. Denn die Weisheit wächst im allgemeinen mit dem Alter udn ich kenne viele, viele, viele Leute, die heute bewunderungsvoll sprechen über die damaligen Haßlangweiler.

Bei diesen ganzen Maßnahmen hat man einfach keine objektive Handhabe, kein verläßliches Regulativ von Schülern her.

Was hier schon gesagt wurde im Hinblick auf anonyme Bewertung des Untterrichts, scheint der einzig gangbare Weg zu sein, um kurzfristige Mittel zu entwickeln.

Dennoch kann ich nicht die Schüler entscheiden lassen, und auch nicht die Lehrer, zumindest nicht, wenn es keinen gehörigen Knatsch gibt.
Gesellschaftliche Werte und Ideen spielen heute in die „Lehranstalt Schule“ deutlich härter hinein, als es zu den Zeiten einer „Erziehungs- und Lehranstalt Schule“ der Fall gewesen war.

Ich habe selbst genug - *mehr als genug* - Fälle (als Schüler) miterlebt, bei denen nach den irrigen Ideen hier einige HERVORRAGENDE Lehrer abgeschossen gewesen wären, einfach weil von der Schülerseite keine logisch-objektive Beschäftigung stattgefunden hatte. Die Eltern ergreifen zumeist heute dann natürlich die Partei ihr Junioren und fertig ist der fehlinformierte Brei.

Krankenstand? Verweildauer an der Schule?

Warum hat jeder „normale“ Arbeitnehmer mittlerweile nicht mehr
den Mut, selbst bei einer starken Erkältunge einfach mal zu
Hause zu bleiben?

Weil es in Deutschland genügend Wirtschaftsräume gibt, in denen sich die Arbeitnehmer eine derart realitätsfremde und arrogante Einstellung nicht erlauben können.

Wenn Du auf einen nationalen Boykott gewisser heftiger Ausartungen des Wirtschaftssystems hinauswillst, ist diese Stammtischidee denkbar ungeeignet.

Was spricht dagegen, wenn man unabhängige Beobachter, meinetwegen
Kollegen von ganz anderen Schulen, Dozenten von den
Universitäten oder andere geeignete Personen, einsetzt, um
derartige Bewertungen auch bei Lehrern durchzuführen, die im
Beruf stehen?

Es spricht dagegen, daß Lehrer mit einzigartigre und unkoventioneller Unterrichtsmethode in Ungnade fallen könnten, weil sie eben mit klassischen Vorstellungen der Ministerien und des Bürokraten-/Technokratentums nicht konform gehen.

MfG

Und dennoch betrachtet man es mit Argwohn, wenn
man merkt, dass man wie der Nebenmann ziemlich am Arsch wäre,
wenn einen dieser Spitzenlehrer nicht leiden könnte.

Endlich fällt der Hammer, daß dieser Problemkreis von Evaluation etc. sich eher in Bereichen von Relativität und Wanderung am Abgrund bewegt.

Ich hatte nicht vor, den Lehrerberuf grundsätzlich
hinzustellen als ein Sammelbecken von faulen Säcken und
fachlichen Nieten, ganz sicher nicht. Aber ich bin mir sicher,
dass jeder Lehrer, wenn er sich mal offen in seinem
Kollegenkreis umsieht, Menschen entdeckt, die mit den Schülern
schlechter klarkommen als er, die ihre Unterrichtsmaterialien
das letzt mal vor fünf Jahren überholt haben, wobei man selbst
immer wieder stundenlang damit beschäftigt ist, sich Gedanken
zu machen, wie man vielleicht aktuelle Entwicklungen in den
Nachrichten zum Beispiel in seinen Englischunterricht einbauen
kann. Gibt es nicht überall Kollegen, bei denen man den
Eindruck hat, dass sie seit 10 Jahren nur noch auf die Pension
warten und denen es egal ist, welcher Schüler noch mitkommt
bei und welcher nicht? Unflexibilität ist da das geringste
Problem.

Dann schlage Methoden vor, die diesen Balanceakt vollführen.
Wie willst Du mit einem gestzlichen oder institutionellen Instrumentarium die schlechten von den guten Filtern. Und auch hier ist die Hürde: Wer definiert gut und schlecht? Die Schüler jedenfalls nicht. Und auch nicht die Noten.

Daraufhin bricht sie in Tränen aus, weil
sie ja schon seit fünf Jahren keinen Unterricht mehr in
Englisch erteilt habe.

Und? Schonmal daran gedacht, daß hier einfach in dem Moment eher der private Charakter des Menschen durchkommt, ald die professionelle Einstellung?

Ganz böse Falle, aus dieser „Anekdote“ *irgendwelche* Rückschlüsse ziehen zu wollen. Ich würde mir nie im Leben ohne weitere gesicherte Fakten getrauen, das Verhalten dieser Frau beurteilen zu wollen - weil es einfach abseits von logisch und analytisch wäre, dies versuchen zu wollen.

Noch eine? Eine Lehrerin - mit einer
halben Stelle - sagt kurz nach der ersten großen Pause
folgenden Satz:„Endlich Feierabend, schade nur, dass jetzt der
ganze Tag so gut wie vorbei ist“ - Um kurz nach zehn? Hallo?
Wer meint denn, dass diese Person zu Hause noch Motiviationen
aufbringt, irgendwelchen Unterricht vorzubereiten?

Die Beispiele werden immer grausamer. Kennst Du den Sinn für Humor dieser Person? Noch prophaner: Kennst Du ihren *Stundenplan*?

Doch wie sagt man so schön: Die schlechten Beispiele sind immer noch Beispiele dafür, wie man es nicht tun sollte.

Beide Anekdoten oben zeigen, gelinde gesagt, nur eines: Es wird immer Menschen geben, die sich zutiefst unlogisch aus episodenhaften und stark emotional eingefärbten Quellen erdreisten, Meinungsbildung - und darauf aufbauend - Argumentation zu betreiben.

Ich will nicht alle Lehrer über einen Kamm scheren, ich denke
nur, dass diese angesprochenen Beispiele dafür sorgen, dass
Lehrer insgesamt bei manchen Menschen nicht das Ansehen
genießen, dass ein motivierte Lehrer meine Meinung nach klar
verdient hat.

Ja, weil eben auch „die Leute“ oft nicht zuendedenken.

So ist das halt, man kann nicht alle Lehrer
persönlich kennenlernen, also schließt man vom kleinen Teil
auf das ganze.

Was natürlich trotzdem an gewisse Methoden geknüpft ist - ansonsten ist es einfach nur klischeeig oder Stammtischgerede, was dabei herauskommt.
Das sind die typischen Stellen, wo irgendwelche Leute interpretieren, statt zu erörtern.

Das liegt in der Natur des Menschen.

Und das stimmt *so* eben nicht.

Wie gesagt, ich bin der Meinung, wenn man die meiner Meinung nach
vollkommen unnötige Verbeamtung der Lehrer grundsätzlich
überdenkt,…

Geschenkt :smile: - in den guten Bundsländern längst geschehen :smile:) …

Um es noch einmal klarzustellen: Ich habe einer Menge Lehrer
eine Menge zu verdanken, und wenn ich sie jetzt grüßen könnte,
würde ich das tun!

Frank

Ein Lichtblick. MfG Robbad

Hallo,

Lieber Michael, ich wünsche dir ja nichts Schlimmes, aber mal
für ein Vierteljahr ein 3.Schj. mit 20% Anteil Kindern aus
bildungsfernen Familien, 10% Anteil an Kindern mit
Konzentrationsmängeln, 10% Lernschwachen, 3 Legasthenikern, 5
Hyperaktiven, drei wirklichen und 5 eingebildeten
Hochintelligenten.

Ohne jemandem auf die Füße steigen zu wollen: Aber besteht diese Gesellschaft nur noch aus Verweichlichten? Jeder, der von zuhause aus verzogen ist, wird gleich mit ADS diagnostiziert, obwohl einfach eine vernünftige Erziehung fehlen würde - und so geht das weiter.

Aber abgesehen davon - kleiner Rückblick in DDR-Zeiten. Gäbe es endlich wieder das, was neuerdings „Vorschule“ genannt wird, also erzieherische Beschäftigung und Lernen im Kindergarten, würde man solche Klassenzusammensetzungen erst gar nicht haben.

Ich bon 1983er Baujahr und habe in der zweigrößten Gruppe im Kindergarten (1987) angefangen, Englisch zu lernen. Eine der Erzieherinnen hatte damals eben freiwillige Englisch in der Schule gemacht und war immer der Meinung, die alleinige Ausrichtung auf den „Großen Bruder“ (Sowjetunion) sei falsch.

Plauz, begannen eben die Kinder (MIT GRÖSSTER FREUDE) Englisch zu lernen. Vokabeln, einfache Sätze.

In der Wendezeit nahm das alles dann ganz abstruse Züge an. Weil das Bildungssystem ja an den niedrigeren Weststandard radikal angeglichen und zerstückelt wurde, wußte so keiner richtig, was genau kommen wird. Also hat man uns einfach inoffiziell Ende der 1. Klasse wieder Englisch gegeben - kurz nach dem Erlernen von Lesen und Schreiben auf Deutsch. Man kann sich in etwa ausmalen, was eine derart frühe und konstruktive Sprachbildung für das Sprachgefühl bedeutet. Ich bin zwar kein echter Muttersprachler, aber es tendiert bei mir erheblich in diese Richtung.
Nur als kleine Anekdote.

Diese Zusammensetzung habe ich auch in 11. Klassen einer
weiterführenden Schulart. Zum Beispiel nahezu 30%
Spätaussiedler, für die Deutsch erste Fremdsprach ist … oder
die elementare Abkürzungen, wie „i. d. R.“ nicht kennen -
wohlgemerkt 11. Klasse (Reaktion „Was`n das???“).

Das sind auch Sachen, wo man sich einfach an den Kopf greift.
Knallharte Pflichtkurse müßte man zuvor erst samt Nachweis und Abprüfung einführen, damit überhaupt eine *Integration* gewährleistet werden kann.

Das ist etwas, was wir hier wohl nie hinbekommen werden :wink:

Im Schulalltag mit 25 Stunden pro Woche kannst du das leider
vergessen. Klingt hart, aber bei 32 Schülern in der Klasse
gibt es keinen differenzierten Unterricht. Ich kenne KEINEN
Lehrer, der da differenzierten Unterricht macht.

Ich kenne spontan - wenigstens zwanzig?
Ich ging Zeit meines Lebens immer in rappelvollen Klassen zur Schule (25 - 33 Mann) - UND ES GING AUCH.

Sicher, je kleiner eine Gruppe, desto besser geht es - der Umkehrschluß ist allerdings nicht gegeben.

Hier verwechselt man einfach nur den Umstand >>30köpfige Klasse

Ich denk in Belgien gibts nur „Ganztagesschulen“ bis 16 Uhr
oder so…

Gab es alles schonmal hier. Kindergarten bis 16.00 Uhr, später mit Schule bis zum Mittag/Nachmittag und dann nachschulischer Hort bis 16.00 Uhr.

Falls Du aber die *echte* Definition von Ganztagsschulen, bspw. wie in Großbritannien, meinst, so ist dies natürlich etwas anderes, ganz klar. MfG

leider falsch…
Hallo,

… zumal für die Damen und Herren Lehrer der Staat (Beihilfe)
70% übernimmt. Eine Privatversicherung zu 30% kostet ein
Taschengeld im Vergleich zum GKV-Satz.

die Beihilfe beträgt (zumindest in Rheinland-Pfalz) 50 % und da sind noch jährlich 300 Euro „Kostendämpfungspauschale“ (also einen Betrag, den man nicht erstattet bekommt, de facto Gehaltskürzung) zu beachten.

Hallo!

An der Universität fragt keiner mehr, ob man mit dem und dem
klarkommt oder nicht - friß oder stirb. Und das ist auch

Das können wir ja an den Schulen auch einführen, dann bereiten die Gymnasien endlich auf das Studium vor.

Frank

Solange es im Rahmen bleibt und mit Methode eingebracht wird, muß es sogar sein - sonst ist das Ergebnis eine Kuschelpädagogik, die dann jeden mehr als heftig auf den Boden fallen läßt, wenn es an höhere Institutionen geht.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]