Wilhelminismus

Guten Tag,

ich bin ein Schüler der 11. Klasse und ich habe den Auftrag
bekommen ein Referat über den Wilhelminismus (1871-1918) zu halten.
Mein Problem ist nur das ich paar sachen irgendwie nicht verstehe,
wenn ich etwas darüber z.B. auf Wikipedia lese. Jetzt habe ich
folgende Fragen:
-Was genau ist Wilhelminismus?
-Was ist eigentlich Preußen?
-Hat Preußen was damit zu tun ?
-Gab es nur diesen einen Kaiser in der Zeit ?

Wäre echt nett wenn mir jemand helfen könnte, am besten in eigenen
Worten, so das ich es sogar verstehe. xD

Wenn euch irgendwas wichtiges zu Wilhelminismus einfällt was man
sonst kaum irgendwo lesen kann, nehme ich die Information gerne an.

Danke schonmal im Vorraus :smiley:

mfg.
Zouk

Hallo, Zouk

-Was genau ist Wilhelminismus?

Der Begriff Wilhelminismus kennzeichnet außerdem das gesellschaftlich-kulturelle Klima der Regierungszeit Wilhelm II, das in rigid konservativen Orientierungen seinen Ausdruck fand.(Zitat http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelminismus )

-Was ist eigentlich Preußen?

http://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fen

-Hat Preußen was damit zu tun ?

http://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fen#.E2.80.9EP…

-Gab es nur diesen einen Kaiser in der Zeit ?

Deutschland hatte immer nur einen Kaiser. Erst wenn einer tot war, kam der nächste dran. http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Kaiser

Was ist denn an den Wiki-Texten so schwer zu verstehen? Und sicher habt ihr auch im Unterricht darüber gesprochen.
Also lesen, lesen, lesen.

Gruß
Eckard

Hallo Zouk,

da deine Fragen auf ein kaum vorhandenes Basiswissen rückschließen lassen, empfehle ich dir, Folgendes einmal für dich selbst durchzuarbeiten: http://wcurrlin.de/pages/5.htm

Da gibt es zwanzigtausend Links und Querverweise für zusätzliche Erläuterungen, dass es jetzt hier müßig wäre, dir die vier gestellten Fragen zu beantworten. Habt ihr denn kein Schulbuch zur Verfügung? Das wäre in meinen Augen der Ausgangspunkt einer Recherche!

Zu den eigentlichen Fragen so viel:
Der Wilhelminismus ist eine Bezeichnung für die ideologische Ausrichtung des Deutschen Reiches, dessen Kaiser Wilhelm II. war - nämlich die Verehrung seiner Person (z.B.). Möglich war dies im Wesentlichen erst durch den Abgang des Reichskanzlers Otto von Bismarck 1890. Wilhelm II. war der einzige Kaiser des Deutschen Reiches und gleichzeitig König von Preußen, das wiederum größtes „Bundesland“ des Deutschen Reiches war.

So, ausführlicher gibt’s das beim Link oben. Dann verstehst du auch die „“.

Gruß sannah

Hallo,

so, damit es wenigstens etwas gibt, außer Links und dem Vorschlag, zwanzigtausend Links durchzuarbeiten …

Der W. bezeichnet das politische und soziale Klima in Deutschland von etwa 1890 bis 1918 (schließt also den 1.Weltkrieg mit ein). Es handelt sich also fast um die Zeit nachdem Bismark als Kanzler ausschied und Wilhelm II alleine machte, was er wollte.
Um zu verstehen was das bedeutet, muss man zwei Faktoren betrachten. Da ist zunächst einmal Wilhelm selber. Ein ziemlich aufgeblasener Typ, würde man heute sagen. Aber sein Spielzeug war die Armee und sicherlich auch die Flotte. Er hatte einen Hang zu epompfalen Auftritten, er versuchte, die Gelehrtenkreise am Hofe eines Friedrich zu simulieren, aber war dazu oftmals nicht helle genug, also wurde über das gesprochen, was der Kaiser eben so anschlug. Kurz, er war nicht besonders helle, aber nahm an, dass er es wäre. Er überschätzte aber nicht nur sich selbst sondern er überschätzte auch die militärischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten Deutschlands bei weitem. Das war insofern kritisch, als dass der W. ja zeitgleich mit dem Imperialismus verlief. Es gab also von Seiten Wilhelms ein gewaltiges Großmachtstreben mit dem Ziel, ein Kolonialreich zu errichten. Das war etwas, was Deutschland zwangsläufig in Konflikt mit anderen Kolonialmächten bringen musste, besonders England und Frankreich, die z.B. Afrika zwar noch nicht erobert, aber vorsorglich schon mal unter sich aufgeteilt hatten.
Damit sind wir bei der deutschen Gesellschaft dieser Zeit angelangt. Es gab ein Bürgertum und das war extrem konservativ. Sprich: Monarchistisch gesinnt. Wenn Du einen Eindruck gewinnen willst, dann ließ mal „Der Untertan“ von Heinrich Mann. Diese Schicht glaubte, genauso wie der Kaiser, an die militärische und wirtschaftliche Macht Deutschlands und leitete davon auch entsprechende Ansprüche für Deutschland ab. Selbstüberschätzung war also kein Privileg des Kaisers.
Aber am anderen Ende der Bevölkerung gab es eine Arbeiterklasse, der es nicht gut ging. Und Kaiser wie auch Bürgertum waren alles andere als gewillt, eine hinreichende Sozialpolitik zu machen, um diesem Anteil der Bevölkerung aufzuhelfen. Es ergab sich also eine durchaus manchmal auch gespaltene Bevölkerung. Während sich im Adel, im Militär und im Bürgertum der W. abspielte, machte sich im Arbeitertum bereits der Kommunismus und Sozialismus breit.
Das soll mal als Beschreibung des W. für den Augenblick reichen.

Preussen war ein Bundesland des deutschen Reiches. Aber genau genommen, war es das Bundesland. Über den Daumen gepeilt machte P. ein Drittel des Landes aus (denn z.B. das Rheinland war ja auch preussische Provinz, genauso wie z.B. Hessen-Nassau) und etwa die Hälfte der Steuereinnahmen des Gesamtreiches. Wenn man nun noch betrachtet, dass Bayern, der zweite Löwe im Käfig ein weiteres Viertel der Staatseinnahmen ausmachte und nur ein Viertel von allen anderen Teilstaaten zusammengebracht wurde, dann bekommt man ein Bild von den Machtverhältnissen innerhalb Deutschlands. Kein Wunder also, dass die preussischen Könige 1870/71 auch die einzigen Kandidaten für die Kaiserkrone gewesen waren.
Die Geschiochte Preussens würde ein paar Bücher füllen, deswegen nur ein paar Eckpunkte. Preussen war kein wirklich freiheitlicher Staat, wie es die meisten dieser Zeit nicht waren. Aber Preussen war ein ziemlich militaristischer Staat, was sich aus seiner Geschichte ergab, denn nomalerweise stand P immer mit dem Rücken zur Wand und überlebte nicht nur sondern wuchs und gewann Macht, immer mit Hilfe seines Militärs. Napoleon bekam ja auch von P. ein paar herbe Tritte versetzt, auch wenn es ihm immerhin gelang, P. zu besetzen. Nun aber, innerhalb des deutschen Reiches entwickelte sich das preussische Militär als stilgebend. Disziplin bis hin zum Kadavergehorsam, ein heute schwer zu verstehender Ehrenkodes im Offizierskorps vor allem aber die Überzeugung, beinahe jeder anderen Truppe der Welt überlegen zu sein, formten das Heer, aber auch, in nur etwas geringerem Umfang, die Flotte. Und diese zusammen (also das Militär) formte die Gesellschaft des Bürgertums und die Selbstüberschätzung des Kaisers. Das beantwortet so ein Bisschen, was Preussen war und welche Rolle es spielte.

Es gsb in Deutschland nur einen Kaiser, logischerweise, denn der war ja der Obermotz. Aber es hatte bis 1889 einen Kaiser in Brasilien gegeben (der also erst zu Beginn des W. durch Militärputsch abgesetzt wurde) und der britische König trug gleichzeitig auch den Titel eines Kaisers von Indien. Ebenso war der Herrscher von Österreich Kaiser Franz. Ergänzend sollte man auch die kurzlebigen Kaisertümer auf Haiti und in Mexiko erwähnen, sowie Japan, China, Persien (denn genau das bedeutet „Schah“ eigentlich) sowie die was Machtfülle und Regierungsstil angign vergleichbaren Sultane der Osmanen. Die Aussage es hätte keine anderen Kaiser gegeben ist also schlichtweg falsch. Es gab in Deutschland nur einen.

Gruß
Peter B.

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http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/12/0,1872,3940108,00…
Zitat:
Nationales Hochgefühl
„Wilhelminismus“ nennt man diese glanzvolle Epoche. Wilhelminismus - das bedeutet vor allem wirtschaftlicher Erfolg und der Aufstieg zur drittgrößten Handelsmacht. Aus einem Agrarstaat wird über Nacht eine boomende Industrienation. Deutsche Ingenieure erfinden das Auto. Deutsche Wissenschaftler gewinnen einen Nobelpreis nach dem anderen. Die Bevölkerung verdoppelt sich nahezu in ein paar Jahrzehnten, dazu fünf Prozent Wachstum und keine Arbeitslosigkeit. Alles getragen von dem neuen, nationalen Hochgefühl: „Hurra-Patriotismus“

http://www.zeit.de/1999/02/Der_reizbare_Koloss
http://dic.academic.ru/dic.nsf/ger_enc/163905/Wilhel…

Stichworte:
Vereinigung der dt. Länder zu einem Reich, Kolonien, Wilhelm Busch, Karl May, Kruppstahl,
Konkurrenz zu ähnlich (politisch) strukturiertem England (made in Germany)
Es gab 2 Kaiser:
ab 1871 den dt. Kaiser Wilhelm 1, Wilhelm 2,
seit 1818, dem Ende des 1. dt. Reiches (Abdankung von Kaiser Franz 2. als dt. Kaiser ) den nunmehr nur noch österreichischen Kaiser, zuletzt bis 1918 Karl 1, zuvor bis 1916 Franz Joseph.
Es gab also 2 Kaiser.

Ich danke euch, für die hilfsbereitschaft. Und um eure fragen noch zu beantworten. NEIN wir haben nichts im unterricht darüber gemacht und wir haben auch keine Schulbücher… Wir bekommen ein Thema aufgezwungen und müssen dann über diesen Thema innerhalb von 5 Tagen ein fertiges Referat haben… dieser Lehrer ist echt … hmm naja. Aer VIELEN Dank nochmal an euch :smiley:

Hallo

Um noch ein paar unbeantwortete Dinge zu erläutern:

Das zweite deutsche Reich hatte insgesamt 3 Kaiser

Der erst war Wilhelm I er war ursprünglich König von Preusen und stieg mit der Gründung des deutschen Reiches nach dem deutsch-französischen Krieg zum Kaiser auf. Wilhelm I war ein Unterschriftskaiser der sich im Prinzip aus der Regierung heraushielt und alles beschlossene nur noch unterschrieb. Die Regierung hatte damals sein Kanzler Otto von Bismarck unter sich (vorher war Bismarck Preusischer Ministerpräsident). 1888 war das Dreikaiserjahr. Wilhelm I starb und sein Sohn Friedrich III kam auf den Thron. Nach seinem Tod (99 Tage auf dem Thron) kam noch im selben Jahr sein Sohn Friedrich-Wilhelm II auf den Thron. Wilhelm II war demnach der Enkel von Wilhelm I. Wilhelm II hatte ums mal salop zu sagen nicht allzuviel in der Birne und wollte mit den großen, Frankreich und England, mitmischen. Da Bismarck dies nicht gut hieß hat Wilhelm II Bismarck 1890 abgesetzt und die Regierung selbst in die Hand genommen (vermutlich einer der größten politischen Fehler die je in Deutschland gemacht wurden). Durch seine ungeschickte und provokante Außen- und Kolonialpolitik hat er mehr oder weniger die Weichen in Richtung 1.Weltkrieg gestellt. Schau Dir am besten mal was über die Kolonisation und die Krügerdepesche an.

Schöne Grüße
Horst

Moin,

auch eine Spur: mein Wohnort heißt Wilhelmshaven.

Grüße
Pit

Das ist schon ein Problem, da in der Schule die NS-Zeit jahrelang behandelt wird und anderes wenig oder nicht. Darum kennt auch kaum ein Kind die DDR.

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Kaiser
Hallo Osmond

Es gab 2 Kaiser:
ab 1871 den dt. Kaiser Wilhelm 1, Wilhelm 2,

dazwischen (1888) noch Friedrich III.

seit 1818, dem Ende des 1. dt. Reiches (Abdankung von Kaiser
Franz 2. als dt. Kaiser ) den nunmehr nur noch
österreichischen Kaiser, zuletzt bis 1918 Karl 1, zuvor bis
1916 Franz Joseph.

Also: das Kaisertum Österreich gründete Franz 1804 in Reaktion auf Napoleons Kaiserkrönung und in Vorbereitung der Niederlegung der römischen Kaiserkrone 1806.

Es gab also 2 Kaiser.

Es gab noch mehr: Russland, Indien, Persien (Schah-in-schah), China, Japan (Tenno), Brasilien, Bayern München…

Gruß,
Andreas

Wilhelm II.
Hallo,

zur Diskussion über Wilhelm II., die in dem Sinne bisher keine war, weil sich alle einige waren, möchte ich folgende Kontrapunkte setzen:

  • Minderbemittelt war Wilhelm sicher nicht, in einigen Gebieten sogar überdurchschnittlich begabt; was ihm sicher fehlte, war Geduld/Stehvermögen/Ausdauer - ein Fall für den Psychologen, nicht für den Psychater.

  • Die hervorragende Stellung Deutschlands in Wissenschaft und Technik damals war durchaus auch seinem Einfluss zuzuschreiben; diese eindeutigen Modernisierungsschübe kontrastierte er jedoch mit seinem rückwärtsgewandten Politikverständnis.

  • Sein Einfluss auf die Politik war wahrscheinlich niemals so groß wie vermutet und nahm über die Jahre stetig ab bis zum ersten Tiefpunkt 1908; auch dies kontrastierte er durch „Show“, was bis heute nachhaltig Eindruck macht.

Die Diskussion darüber läuft aktuell durch die beiden jüngst erschienen Biographien. Er bleibt eine interessante Gestalt, widersprüchlich, tragisch, mehrdimensional.

Gruß,
Andreas

HAllo,

da muß man weit zurück…
Am Anfang war das Kurfürstentum Brandenburg. Das und nichts anders ist das Kernland der Dynastie, die man später preußisch nannte. Und es sind eigentlich Hohenzollern aus Schwaben, die irgendein Kaiser da als F+ürsten einsetzte.
Preußen war damals noch das Gebiet der Deutschen Ordens. Dessen letzter Hochmeister war zufällig ein brandenburger Hohenzoller, und der wandelte im Zuge der Reformation den geistlichen Ordensstaat in ein weltliches Herzogtum um. Und er schloß einen Vertrag, wonach Preußen nach seinem Ableben den Brandenburgern zufallen sollte, was auch geschah.
Zur Zeit des 30jährigen Krieges wurde der Große Kurfürst Herr von Barandenburg und somit auch von Preußen. Und der fand ein ziemlich a Boden liegendes Land vor, daß zum Spielball und Kriegsschauplatz der Großmächte geworden war. Um das Land aufzubauen und zudem zu verhindern, in Zukunft so machtlos zu sein, schuf er die 2 Säulen Preußens: das stehende preußische Heer und das moderne preußische Beamtentum. Und Beides war zu seiner Zeit bitter nötig und fortschrittlich.
Sein Sohn nun hatte ein glanzvolle Idee - er wollte König werden. Das ging aber in Brandenburg nicht. Brandenburg gehörte zu Deutschland und da konnte es nur den deutschen König geben. Aber Preußen… das lad weit draußen außerhalb des reiches und war souverän. Also führ Friedrich nach Königberg, setzte sich eine Königkrone aufs Haupt und nannte sich fortan König in Preußen. Wohlbemerkt - König in Preußen, denn ganz preußen gehörte ihm nicht einmal. Das schaffte erst sein Enkel, Friedrich der Große, der konnte sich dann König von Preußen nennen.
Und genau der prachte Preußen in Hochform. Das Beamtentum Friedrich des großen war effektiver als bei jedem anderen und mit seiben heer konnte er den 7jährigen Krieg gegen Österreich siegreich beenden. Nebenbei führten die Preußenkönige auch ers erste Herrscher die allgemeine Schulpflicht ein, schafften als erste die Leibeigenschaft ab und Friedrich der Große verordnete als erster eine Presse- und Meinungsfreiheit. Aber diesen Kleinkram vergessen unsere heutigen Preußenhasser immer lieber.

Und nun machen wir einen Sprung - bis zu Wilhelm I. Der kam erst als älterer herr an die Regierung, nachdem sein geistig umnachteter älterer Bruder starb. Und Wilhelm berief Bismarck zu seinem Regierungschef.
Schon aus diesem grund ist die Bezeichnung „Wilherminismus“ für die Zeit ab 1871 Käse. Die preußische Politik amchete nicht Wilhelm - die machte Bismarck. Auch wenn Willy nach oft heftigem Streit letztlich sich immer üpberreden ließ und Bismarcks Entscheidungen absegnete - ihr geistiger Vater war er nicht. ES war nicht seine Idee, gegen Österreich und später gegen frankreich Krieg zu führen und ein neues Laiserreich zu errichten - das hatte sich allein Bismrck ausgedacht.

Natürlich war das Ganze eine gewisse Zensur für die ganzen deutschen Kleinstaaten. Deren oft recht schludrige und rückschrittliche Verwaltung mußte sich der preußischen beamtenwelt anpassen, das juristisch, bildungsmäßig und ölonomisch moderne Preußen setzte da Maßstäbe. Und das straff geführte preußische Militärwesen kostete Geld und war unbequem.
Es lag also nahe das Ganze als Wilherminismus zu verunglimpfen und darüber zu meckern. Auch heute meckern ja die geistig Zurückgebliebenen über jede neue Entwicklung.
Leider kam nach Wilhelm I Wilhem II - und der schickte Bismark in Rente. Wilhelm II war zwar alles andere als dumm, aber genial wie Bismarck war er nicht und er fand auch keinen Kanzler, der das ausgeglichen hätte. Und er war ein Säbelrassler in Uniform. Zwar war er nicht kriegslüstern - aber er wirkte so, wenn er seinekernigen Sprüche loslies. Das machte ihn zutiefst unsymphatisch - und gelegendlich hatten die deutschen Außenpolitiker mächtig zu tun, das Porzellan zu kitten, das Wilhelm mit seinem Auftreten wieder mal irgendwo auf der Welt zerschlagen hatte.
Und leider überlebte sich langsam auch die preußische Bürokratie. Es war einfach keiner da, der das Ganze angepaßt hätte an die moderne Zeit. Und Zivilcourage ist auch nicht der Deutschen Stärke - so klnnten dann aus leuter Gehorsam Dinge passieren wie die Geschichte des Hauptmanns von Köpenick. HAlt einmfach Dienst nach Vorschrift… aber daran hat sich in letzten 120 Jahren auch nichts geändert.

Geschichte wird von Siegern geschrieben - wir gehören da 1918 und 1945 nicht dazu. Und so kam es, daß der äußere „Wilhelminismus“ von Willi II herhalten mußte als begründung für die Kriegstreiberei Deutschlands. DAbei geschah wpanders auch nichts anderes - und den 1. weltkrieg hat nun mal Österreich aus purer Trottligkeit der k-u-k- Bürokraie angefangen…

Gernot Geyer

Danke sehr aufschlußreich!
Aber die Orthographie ist sehr schlecht.
Bernhard Kaiser

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