Winke---winke

Ich dachte mir eigentlich, dass dieses „e“ ein Überbleibsel von früher ist, das in manchen Wörtern überlebt hat. Dativ Singular hatte früher ein Extra „e“. Ist das richtig?
Grüße

Das ist richtig. Nicht nur früher. In bestimmten Flexionsklassen steht es optional (allerdings nur in gehobener, bzw. poetischer Sprache), meistens bei Dativ-Präpositionen. Z.B. „Das Kind im Manne“. Oder:

Nach Golde drängt,
Am Golde hängt
Doch alles. …
[Gretchen in Goethe, Faust, V. 2802 ff]

1 Like

In anderen Regionen (z. B. Schwaben) geht man btw „ad(d)a“ oder „ad(d)a ad(d)a“ - was auch für zum Abschied winken verwendet wird.
Auch wenn der Duden es unter „ata“ führt, dürfte es wohl aus „Adieu“ entstanden sein.

Gruß
Kreszenz

3 Like

Auch „atta“ bzw. „atta gehen“ findet sich. Ebenso wie „teita“ z.B. im Rheinland.

So wird hier und da spekuliert. Zwei Dinge sprechen dagegen: Es wird nur im Sinne von „spazierengehen“, „an die frische Luft gehen“ verwendet und nicht für „weggehen“, „Abschied nehmen“. Außerdem ausschließlich in Kindersprache.

Ich halte vielmehr dafür, daß es ein Lallwort ist. So wie z.B. „heia gehen/machen“, oder „ei-ei“ für die Streichelgeste, oder „ba-ba“ für „pfui!“.

Manche solcher Lallworte lassen sich sogar auf indogermanischen Ursprung zurückverfolgen, aus dem sich teils sogar umgangssprachliche Ausdrücke entwickelt haben, obwohl sie urprünglich Kindersprache waren: So wie „papa“, „mama“. Oder „*ama/ami“ für Mutter, Großmutter, Tante oder Liebling → Amme, und vermutlich auch → lat. amare, amica/amicus).
Oder „*tata/teta/tita“ für Vater, Ernährer in vielen Sprachen, aber dann auch Mutterbrust, Zitze, Titte, „titta“ (für Tante, bzw. alte Frau), „titti“ (kleines Kind) usw.

Gruß
Metapher

1 Like

Das mag auf „teita“ zutreffen, aber im Allgäu und teilweise auch in Franken z. B. wird definitiv „Sag adda“ verwendet für „Verabschiede dich“ und „Adda machə“ für „zum Abschied winken“.

Und da in beiden Gegenden „Ade“ zum Abschied gebräuchlich ist, könnte es doch auch daraus entstanden sein?

Gruß
Kreszenz

2 Like

Da hast du Recht. Das ist deutlich.

*winke

In Berlin war früher in „Babysprache“ von „Atta-Atta-Gehen“ gesprochen worden :smile:

Das ist natürlich einerseits Babysprache, andererseits bietet die deutsche Sprache hier auch eine Leerstelle an, die es zu füllen gibt, denn diese Verdoppelung von ein- und zweisilbigen Wörtern zur Verabschiedung, die es einigen anderen Sprachen gibt (das englisch bye bye, das türkische güle güle, das niederländische doeidoei), dafür gibt es hier nur Behelfsformen: das babysprachliche winkewinke, das mundartliche baba, das umgangssprachliche tschautschau

oT: Das meinen/hoffen natürlich viele Paare. Die Realität sieht oft anders aus, und dann ist Holland mal so richtig in Not, wenn es da eben keinen sauber definierten Güterstand gibt, und niemand mehr so recht weiß, wer zu welchen Anteilen in was investiert hat/an was beteiligt ist.

Ich muss gestehen, dass mir dieses „winke-winke“ erst mit dem Aufkommen der unsäglichen Teletubbies bekannt geworden ist.

Teletubbies - Zeit für Tubby - Winke - Winke - YouTube

Ich kann und will nicht ausschließen, dass es das regional schon früher gegeben haben mag, aber eine größere Verbreitung hat es sicherlich erst hierüber erlebt.

Um die habe ich drei große Bögen gemacht: erst mit Nichte, dann mit Neffe und dann mit Tochter. :smiley:

Hallo Christa,
warum schreibst du diesen Satz ohne Artikel? Ist dein Satz in Ordnung? Oder ist das eher umgangssprachlich?
…: erst mit der Nichte, dann mit dem Neffen und dann mit der (meiner) Tochter

Grüße

Ja :slightly_smiling_face:

Ich hoffe, @Christa zeigt mir nicht die gelbe Karte, wenn ich mich vom Spielfeldrand einmische :thinking:

Es ist üblich - nicht nur in Umgangsprache - bei der Aufreihung von Nomen den Artikel wegzulassen, wenn deren individuelle Bestimmung nicht von inhaltlichem Interesse ist.

„Sie joggt bei Wind und Wetter“
„Er fährt mit Frau und Kind in den Urlaub“
weil dabei klar ist, wer geneint ist.
Im Unterschied zu.
„Er fährt mit der Frau seines Freundes und deren Kind in den Urlaub“

Siehe auch → hier

Gruß

Gelb und Rot kriegt man nur AUF dem Spielfeld. :smiley:

:slight_smile:

2 Like

Ja, aber:
„Ein Spieler erhält eine Gelbe Karte, wenn er:

das Spielfeld ohne Erlaubnis des Schiedsrichters betritt“
:stuck_out_tongue_winking_eye:

1 Like

Bis auf die nach Äonen der Geschichte von Wortgebräuchen auftretenden Teletubbies wird „winkewinke“ ja auch nicht gesagt, sondern gemacht. Oder gesagt, es solle gemacht werden:

Mama zu Kind: „Mach mal winkewinke“, wenn die Oma sich verabschiedet.

Oder eben - nach Entstehung der Comicsprache (*) - in der Form des Inflektivs geschrieben (im Englischen durch Weglassen des „to“ beim Infinitiv), in der Chatsprache mit Asterisk. Es ist ja nicht Ausdruck einer Handlung, sondern das schriftliche Korrelat einer Geste.

(*) Der Inflektiv findet sich mindestens bereits in der Strip-Serie „Little Nemo“ von Winsor McCay 1905, auch dt. ab 1906)

Gruß
Metapher

Aber du hast schon gesehen, dass bereits im Titel die Rede von „kurios“ ist?! :stuck_out_tongue:

Eh, aber bezieht sich eher auf gelb-rot. Das Trainer, Betreuer oder Funktionäre Karten kassieren, passiert immer wieder.