Wintertips für Autofahrer

Servus Leute gutes neues Jahr!

Wenn man die letzten Tage Nachrichten gesehen hat, meint man es hat in Deutschland noch nie einen Winter gegeben. Und die Nachrichtensprecher geben Tips!! Mann, da Stellen sich mir die Haare auf (aufgewachsen im vorderen bayerischen Wald).

Deshalb ein paar Tips von mir an jüngere Verkehrsteilnehmer.

Winterreifen: schon lange Pflicht und sinnvoller als Allwetterreifen, weil die weichere Gummimischung unter 6 Grad plus besseren grip hat.

Scheiben müssen frei sein: ist ja wohl klar, durch ein Guckloch sieht man nicht viel. Laternenparker: einfach die Windschutzscheibe nachts abdecken

Übrigens auch unbedingt die Heckscheibe, Außenspiegel und Seitenfenster zumindest vorne enteisen sonst sieht man den Außenspiegel nicht.

Wichtig auch: Dach abfegen, sonst kriegt dein Hintermann irgendwann deine Schneeladung auf die Frontscheibe. Auch Scheinwerfer und rueck- bzw Bremslichter sichtbar halten!!?

Bei Heckantrieb hatten wir im Winter immer einen Sandsack im Kofferraum, um das durchdrehen der Antriebsräder zu minimieren.

Auch eine warme Decke, ein Handfeger und eventuell eine kleine Schaufel im Kofferraum sind sinnvoll plus anständige Winterstiefel falls man die nicht sowieso anhat.

Anfahren bei Glätte: im zweiten Gang, bei Steigung notfalls im dritten Gang. Braucht etwas Gefühl fürs Gaspedal, hindert aber die Räder am durchdrehen.

Immer ausreichend Kühlerfrostschutz und ausreichend frostschutz für die Scheibenwaschanlage, sonst siehst du bald nichts mehr durch die weiße Windschutzscheibe.

Bei extremen minustemperaturen oder alter Batterie: Batterie mit Styropor verkleiden. Unter minus 20 Grad hat mein Vater die Batterie nachts mit ins Haus genommen. (Wir hatten schon drei Nächte lang -37 Grad und auch schon Mal 110 cm Schnee im relativen “flachland” auf 650 m).

Gute Fahrt, es wird nicht der letzte Winter bleiben!

LG manu

Bei Frost gute Idee, bei Schneefall weniger. Der Schnee klebt dann auf der Abdeckung, und man packt diese mitsamt Schnee ins Auto, und hat da dann jede Menge Feuchtigkeit, die die Scheiben zu dampft.

Und noch schlechter, man selbst hat beim Bremsen plötzlich jede Menge Schnee auf der Scheibe vor sich. Das packt dann kein Scheibenwischer mehr.
Und nicht nur das Dach, auch die Motorhaube gehört abgefegt.

Bei modernen Autos keine Gute Idee. Diese benötigen dauerhafte Stromversorgung, zum Speichererhalt. Nimmt man die Batterie raus, und setzt sie am nächsten Morgen wieder ein, geht kein funkschlüssel, keine Zentralverriegelung, kein Motorsteuergerät, sprich: einfach nichts mehr. Außer natürlich man kann durch eine andere externe Versorgung die Stromversorgung zuverlässig aufrecht erhalten.

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Servus, brainstorm, gute Ergänzungen! Und sorry mein Auto ist erstens 15 Jahre alt und zweitens würde es an meinem jetzigen Wohnort noch nie so kalt, das ich die Batterie auch nur verkleidet hätte. Hier hab ich noch nie mehr als 15 cm Schnee gesehen, und die Nachbarn räumen bei 1 cm 2 Stunden lang🥴

Lg

Gehe ich recht in der Annahme, daß Du Deinen Deckel noch nicht allzu lange hast?

Das klingt wie ein Auszug aus dem Handbuch eines “echten" Autos, als noch nicht alles smart und online und verchipt war.

Aber da ist heutzutage schon Alles so heikel, daß ich mich über Bj 95 gar nichts mehr angreifen traue.

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Servus, kudo,

Bin Baujahr 1968 und habe viele richtige Winter erlebt. Und schon 1992 auf Dienstreise ins Allgäu haben mich 5 norddeutsche (Schnee unerfahrene) Kollegen, 25-28 Jahre alt, die immer selber fahren und die 23-jaehrige nicht ans Steuer lassen wollten, um “Fahrunterricht" gebeten. Am Vorabend während eines Schneesturms war ich nämlich 1,5 h früher als sie über Landstraßen im 90 km entfernten Hotel. Die Jungs kannten nicht soviel Schnee. Und ich habe ihnen auch gezeigt, wie und auf welche Räder man Schneeketten aufzieht.

Noch Fragen?

LG Manuela

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Ich ergänze: bei unklaren Straßenverhältnissen genügend Abstand halten!

Hatte am Freitag das ‘Vergnügen’ das auf der zugeschneiten Autobahn noch knapp vor Leute vor mir reingezogen sind - und es war glatt…

Meine gestrige Heimfahrt war auch interessant, 40km/h auf der Autobahn, und das war auch richtig so.

Auf der linken Spur dann der 7,5-Tonner, der mit weniger als einer PKW-Wagenlänge hinter dem Vordermann fuhr, nur um dann rechts rüber zu ziehen, um so grade noch die Ausfahrt zu erwischen. Über Abstände auf der rechten Spur bei dem Manöver muss man nicht reden, und dass der LKW fast den Anfang der Leitplanke hinter der Abfahrt mitgenommen hat, auch nicht.

Ach ja, noch ein Tipp:

Die ganzen Helferlein moderner Autos stören oft eher, als dass sie nutzen. Antischlupfregelung, damit den Räder nu ja nicht durchdrehen… Supi. Auf Schnee ist etwas Schlupf normal und auch notwendig, um vom Fleck zu kommen. Mein Auto regelt da so hart rein, dass die Beschleunigungswerte eher denen gleichen, die ich beim Anschieben schaffe…

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Dafür gibt es ja die Möglichkeit, das System abzuschalten.

Bei Allradantrieb macht das schon Spaß. Es ist ein Weilchen her, aber auf geschlossener Schneedecke beschleunige ich damit fast wie auf trockenem Untergrund.

Ja, es gibt die Möglichkeit zum Abschalten.

Aber mal ehrlich: Die meisten Leute wissen von ihrem Auto nicht viel mehr, als dass man mit dem großen runden Ding die Richtung bestimmt, während man mit den Füßen die Dinger im Fußraum bearbeitet. Welche Helferlein es gibt, wozu die gut sind, und vor allem, unter welchen Umständen die nicht gut sind und besser ausgeschaltet werden, dürften 95% der Autofahrer nicht wissen.

Meine erste Fahrt bei dem Wetter war mit Antischlupf und damit sehr spaßig. Das Problem: Alle Assistenten sind in einem Menü des Touch-Displays untergebracht. Bis auf die Antischlupfregelung. Dafür gibt es einen waschechten physischen Taster, der.. in ein anderes Menü des Touch-Displays führt, in dem dann die Antischlupfregelung (und noch was anderes) deaktiviert werden kann. Dieses Menü ist aus dem Touch-Display allein nicht zu erreichen.

UX ist nicht so die Stärke des VW-Konzerns…

Beachte, dass dann die Bedienung während der Fahrt NICHT ZULÄSSIG ist!

Wenn du einen Tesla fährst und bei Nieselregen die Zeit des Scheibenwischer-Intervalls anpassen möchtest, hast du anzuhalten.

Der Fahrer war am Touchscreen beschäftigt, während das Auto geradeaus fuhr. Leider machte die Straße da eine Kurve. Auto kaputt, Versicherung teurer - und dann noch Bußgeld, Punkt und ein Monat Fahrverbot.

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Jain. In dem von dir verlinkten Artikel steht, dass du das Touch-Display bedienen darfst, wenn du den Blick dazu nur kurz im Sinne der Fahrsituation abwendest.

Das Gefährliche an der Sache ist die Frage, was denn ausreichend kurz ist. Das Ausschalten des Assistenten ist eigentlich eine sehr schnelle Sache, aber wenn man erstmal 30 Sekunden suchen muss, dann nicht.

Und beim Scheibenwischer vom Tesla bin ich voll bei dir. So einen habe ich mal ausgeliehen bekommen, und bin abends, im Dunklen, direkt auf die Autobahn nach Hause. In einer kilometerlangen Baustelle mit nur einer Spur fing es dann an zu regnen, der Scheibenwischer war komplett aus, und ich durfte lernen, dass entgegen aller anderen mit bekannten Autos der Scheibenwischer hier NICHT mit dem rechten Hebel am Lenkrad bedient wird. Man kann außen auf einen der Hebel drücken, und dann wird einmal gewischt. So bin ich nach Hause gefahren. Theoretish hätte ich mitten in der Baustelle anhalten müssen.

Zu Hause habe ich mich damit beschäftigt, und festgestellt, dass der Scheibenwischer am unteren, linken Rand des Displays bedient wird, die Bedienelemente dabei größtenteils von meiner Hand verdeckt werden. Für eine weitere Fahrt funktionierte der Automatikmodus wunderbar. Am nächsten Morgen versuchte selbiger panisch, den auf der Frontscheibe gefrorenen Regen wegzuwischen, und hat dabei vermutlich 60% Lebensdauer der Wischerblätter gekostet, bis ich mich ins Menü geklickt, und das ausgeschaltet hab.

Ich frage mich, wer dem Sunnyboy aus Californien und dem Fanboy in der europäschen Zulassungsstelle ins Hirn geschissen hat, so eine Funktion zu erdenken und zuzulassen. Irgendwo trägt letzterer Mitschuld an der Sache.

Inzwischen wurde ja auch der Blinkerhebel wegrationalisiert und gegen zwei taster an der linken Lenkradspeiche ausgetauscht. Das funktiniert in Californien, wo man das Lenkrad selten mehr als 10° einschlägt, aber nicht bei uns.

Das Fahren mit der Karre hat viel Spaß gemacht. Das Bedienkonzept.. sollte verboten werden.

Da kannst Du auch die anderen Fahrer einschließen. Bin ein ähnlicher Jahrgang wie Du und kenne daher auch nicht Zeiten, in denen es jedes Jahr ordentlich Schnee gab. Schon damals waren gegeben Tipps jedes Jahr was ganz Neues.

Ich finde auch nicht gut, dass Du diese Tipps gegeben hast. Jetzt schaffen es die Leute tatsächlich loszufahren und zeigen ihre Unbeholfenheit nun auf der Straße. :grin:

Kleine Anekdote von gestern:

Kurz nachdem ich an der roten Ampel einer zweispurigen Straße hielt, rutschte rechts von mir langsam ein Auto vorbei, der mir schon zuvor aufgefallen war, weil er starke Probleme beim Anfahren an der vorherigen Ampel hatte. Ich konnte noch sein entgeistertes Gesicht sehen, kurz bevor das Erinnerungsfoto mit der stadtbekannten Blitzanlage geschossen wurde. (Da es spät abends war, gab es Gottesdank keine Querverkehr). Gelerne hatte er aber dadurch nichts … er fuhr wieder genauso ungeschickt an wie zuvor.

Und vor allem: Das Aller-allerwichtigste fehlt: Umpedink die Warnblinker einschalten - immer, nicht bloß beim Rechtsüberholen und beim Parken in zweiter und dritter Reihe und auf der Fahrradspur. Wemman nehmlich die Warnblinker eingeschaltet hat, gips höchstens ne Verwarnung, kostet nix und gibt auch keine Punkte - das ist bloß nicht offiziell, damit denen nicht so viel Einnahmen verlorengehen.

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… und bei Schnee auch bei guter Sicht grundsätzlich die Nebelschlussleuchte anmachen.

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Der Grund dafür ist in erster Linie, dass die Leute keine Lust mehr haben, beim Abbiegen zu blinken. Damit die Blinker nicht einrosten, ist es wichtig, ab und zu schön warnzublinken!

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Die Blinkerflüssigkeit ist fast so teuer wie Druckertinte.
Und wer einen Benz o.ä. fährt, kann sich das teure Zeug überhaupt nicht leisten.

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  • aber sooowas von oldschool!

Hast Du jemals einen Schützenpanzer gesehen, der beim Abbiegen geblinkt hätte?

Ässjuwei rulez! - Drill, Baby, drill!

In diesem Sinne

MM

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Die Nebelschlussleuchte hatte mal einen Sinn: Für folgenden Fahrzeugen trotz dichten Nebels noch erkennbar zu sein.

Und dann steht jemand bei minimalstem Nebel (man konnte mindestens vier Leitpfosten weit sehen) mit Nebelschlussleuchte vor mir im Stau.
Ich bin ausgestiegen, habe mich zusammengerissen und ganz freundlich gesagt, dass ich ihn gut sehen könne und daher darum bitte, die Nebelschlussleuchte auszumachen.

Antwort: „Aber es ist doch nebelig!“

Das ist absurd. Die Leuchte ist keine Wetterzustands-Anzeige. Ich brauche niemanden, der mir damit anzeigt, dass er der Meinung sei, die Sicht sei eingeschränkt.

Ganz witzig sind die, die mit 150 auf der linken Spur mit Nebelschlussleuchte fahren. Wer soll DENEN denn hinten hereinfahren?

Mittlerweile haben wir ja Elektronik im Auto. Mein Wunsch: Bei eingeschalteter Nebelschlussleuchte wird das Fahrzeug auf 70 km/h begrenzt, ab 60 ertönt ein Warnsignal.
Bei Nebelscheinwerfern („bei starker Sichtbehinderung durch Regen, Nebel oder Schnee“) dasselbe mit 120 km/h und Warnsignal ab 100.

Dann die Standlicht- und Tagfahrlichtfahrer. Hatte ich letztens noch mitten in der Nacht auf der Autobahn. Ich fuhr 110 und wurde mit geschätzt 130 überholt. Vorne Tagfahrlicht (vielleicht 10 Meter Sichtweite?), hinten ganz dunkel.
An der nächsten Ausfahrt stand er vor mir an der Ampel. Person etwa 50, freundlich darauf hingewiesen, dass sie das Licht anmachen solle. „Oh Entschuldigung, das Auto ist ganz neu, ich weiß gar nicht wie.“ Dann wurde die Ampel grün und es ging weiter ohne Licht.

Diese massive Ahnungslosigkeit, Unbekümmertheit und Dummheit kotzt mich an. Dazu der neue § 1 StVO „Die Teilnahme am Straßenverkehr ist ein individuelles Grundrecht, dass beliebig ausgelebt werden darf. Sie dient der Selbstdarstellung, dem Spaß und dem Ausleben von Machphantasien. Es ist zulässig, dass man stets davon ausgeht, man sei ganz alleine unterwegs. Andere Verkehrsteilnehmer haben sich der eigenen Dummheit, Bequemlichkeit und Eile anzupassen.“

Da die Dummheit ins Unerträgliche gestiegen ist, zusammen mit einer gleichfalls überhöhten Selbstüberschätzung und völlig fehlender Einsicht, auch selber Fehler zu machen, sind meine Fahrzeuge mittlerweile mit Kameras ausgestattet.

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Wow, ich wusste ja gar nicht, was ich mit ein paar Wintertipps auslösen würde!!

Noch ‘ne Anekdote meinerseits.

Auch im Sauerland hat es geschneit, in meinem Planetenkaff sogar mehr als in Winterberg (Willingen ist Upland! Und auch da liegt weniger Schnee wie daheim).

Also, gleiches Spiel wie bei jedem Schnee: 24 h abwarten und dann meckern wegen nicht geräumte Randschmutzstreifen an der Hauptstraße welche eine Landesstraße ist. Darf ich inzwischen direkt machen, ich weiß jetzt auch warum.

Die Antwort von Straßen.NRW ist ein Volltreffer im Bullshit Bingo

[Bla]Wir können Ihre Sichtweise als Radfahrerin sehr gut nachvollziehen – gerade im Winter ist es besonders wichtig, dass man sich sicher und komfortabel bewegen kann.
Gern möchten wir Ihnen die Situation aus unserer Sicht – aus Sicht des Winterdienstes – erläutern: Die Kolleginnen und Kollegen sind täglich mit großem Einsatz unterwegs, um Straßen und Radwege möglichst verkehrssicher zu halten. Leider stehen Ihnen dabei keine „zauberhaften“ Möglichkeiten zur Verfügung (Ergänzung meinerseits: samma, hackts? Die Grimms sind Kasseler Gegend!) Der Schnee lässt sich weder „verschwinden“, noch „absaugen“ oder anderweitig „zwischenlagern“ (Ergänzung meinerseits: in Winterberg gibt’s ne Schneekippe). Er muss folglich dort abgelegt werden, wo es die Gegebenheiten zulassen. Insbesondere an schmalen Rand- und Schutzstreifen führt dies dazu, dass der Schnee nicht vollständig entfernt werden kann. Uns ist bewusst, dass dies für Radfahrende bedeutet, stellenweise auf die Fahrbahn oder hier vor Ort auf den Gehweg ausweichen zu müssen* (Ergänzung meinerseits: ob die schonmal von der StVO gehört haben?). So unbefriedigend diese Lösung ist, besteht an den Stellen leider keine andere praktikable Möglichkeit (Ergänzung meinerseits: aber, sie wollen doch, dass ich sicher und komfortabel radle?!)
Wir bitten um Ihr Verständnis für die Situation Ergänzung meinerseits: jaja, ihr mich auch! Samma, wie viele Lines Schnee habt ihr euch die Nase gezogen um so eine Mist zu formulieren?) [mehr Sülz und Formulierungen, die mich an der geistigen Gesundheit des Verfassers zweifeln lassen]

Das sind übrigens die gleichen, die schreiben, dass Radfahrer massive Umwege fahren sollen um Autofahrer nicht zu belästigen. Ich überlege seit gestern Abend ob ich die Mail kommentieren und darauf hinweisen soll, dass ich die Innenstadt mit meinem Rad dichtmache - sie sagen ja ich soll auf die Fahrbahn ausweichen, das ist dann mal 1 km keine legale Überholmöglichkeit - alternativ kann ich sie dann in Regress nehmen, wenn ich plattgefahren werde

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