So, liebe Leute. Heute Mittag hatten wir unglaubliche 10 -12 cm Neuschnee. Einfach nur schön. Um 14.00 h hat es angefangen zu Griesseln. Hab jetzt extra meine Einfahrt nicht geräumt. So können heute Nacht und morgen früh meine Nachbarn, die immer total geräumt haben, auf dem griffigen Schnee in meiner Einfahrt wenden. Hat schon mehrere Jahre funktioniert.
Leider kann man aus dem angeregnetem Schnee keinen anständigen Schneemann bauen
Sonst hätte ich es für die Kinder in der Nachbarschaft gemacht. Die mit 2, 5 und 6 Jahren hatten nämlich noch nie eine echte Chance dazu.
Das ist gar nicht so das Problem. Ab gestern mittag gab es hier in Bayern (OPf., Niederbayern) so viel Regen bei Minusgraden, daß die Stromabnehmer bei etlichen Fahrzeugen zu schwer wurden und nicht mehr am Draht gehalten werden konnten. Da bleibt nur Abschleppen (Nebenfrage an alle: Stimmt es eigentlich, daß Stromabnehmer, die selbst unter Strom stehen, prinzipiell nicht elektrisch beheizt werden können?)
Glaub ich nicht. Wenn die Wetterlage entsprechend ist, funkelt es am Stromabnehmer auch noch, wenn fünfzig Züge durchgefahren sind.
Wie oft denn noch? Es wurden ggf. gasbetriebene Weichenheizungen abgebaut und durch elektrische ersetzt. Es gibt hier in Bayern (wie es im Norden oder im Rheintal ist, weiß ich nicht) praktisch keine unbeheizte Weiche. Das darfst Du mir endlich mal glauben, denn man erkennt im Winter sofort, daß eine Weiche beheizt ist, auch wenn nur ein wenig Reif auf den Schienen liegt.
Wären hier außerhalb des Bayerischen Waldes rausgeschmissenes Geld, denn man brauchte sie wirklich sehr selten. Der schnelle Durchgangsverkehr räumt sich mit dem Fahrtwind die Strecke selbst.
So oft noch, wie Sprecher der Dehback erzählen, man könne noch nicht sagen, wie lange es zu Verspätungen und Ausfällen kommt, weil noch viele Weichen eingefroren wären. Mit einer ordentlich gewarteten Weichenheizung passiert das nicht - es waren also um den 10. Januar entweder zu viele Weichen ohne Heizung oder zu viele Weichenheizungen in dem bekannten Zustand, in dem sich große Teile des Netzes befinden.
Außer dort, wo nach dem 10 Januar nach Angaben eines Dehback-Sprechers Strecken noch nicht wieder befahren werden konnten, weil es nach erfolgter Räumung (das macht man doch normalerweise mit Schneepflügen oder Schneefräsen, meine ich) wieder zu Schneeverwehungen kam. D.h. es waren nicht viel zu viele, sondern im Gegenteil viel zu wenige Schneepflüge vorhanden.
Übrigens: Die Schneepflüge der Bundesbahn kosteten ein Taschengeld - das waren Schlepptender von Z-gestellten Dampflokomotiven, an die man ein Räumschild angebaut und einen Führerstand draufgebaut hatte.
Die Sache mit den 44er Lokomotiven, die im Frankfurter S-Bahn-Netz auf allen Linien während der nächtlichen Betriebsruhe auf Enteisungsfahrt geschickt wurden, hat mir übrigens einer aus dem letzten Jahrgang noch verbeamteter Inspektorenanwärter erzählt, der zeitweise auf der Frankfurter BL eingesetzt war. Hübscher Nebeneffekt damals übrigens (es gab in den 1990er Jahren noch, wenn auch spärlichen, Güterverkehr und im Personenverkehr überall dort Zugüberholungen, wo das nötig war), dass drauf geachtet wurde, dass zu Beginn der Betriebsruhe möglichst viele Weichen so standen, dass sie in der Gegenrichtung aufgefahren werden mussten - da fror sich nix ein.
Aber die böse, böse Beamtenbahn war halt endlos ungeschickt und dumm. Bloß dass ihr eben solche ungewöhnlichen, unerwarteten Ereignisse wie der jährliche Winter keine Schwierigkeiten bereiteten.
Aber wenn man sich so einen Stromabnehmer anschaut, dann steht das ganze Ding auf so typischen Keramikisolatoren auf dem Dach, und man sieht keine Kabel entlang der Stangen. Das heißt, der gesamte Abnehmer steht unter den vollen 15kV.
Wie wollte man das auch weiter oben isolieren, bei der Spannung und der exponierten Lage würde es schnell zu Überschlägen kommen. Wenn, dürfte das Gestänge nicht leitfähig sein.
Für deine Heizung bräuchte es also einen extra Heizdraht, der großflächig Kontakt zum Gestänge hat, gleichzeitig aber gut gegen 15kV isoliert ist. Und wehe, daran ist was defekt.
Das sieht jedenfalls nach einer großen Herausforderung aus. Vermutich wäre es bedeutend einfacher, das mit Heißluft zu erwärmen.
So etwas habe ich bisher nur in Plattling gesehen, weil da die Waldbahn in den Woid fährt. Auf den Strecken, auf denen ich täglich unterwegs bin, wurden in den gut 14 Jahren, in denen ich das inzwischen mache, noch nie Räumfahrzeuge gesehen.
Wie darf man das verstehen? Unter “Weiche auffahren” verstehe ich, daß man auf eine Weiche fährt, die nicht richtig liegt, sodaß man sie beschädigt/zerstört.
Das kann natürlich sein. Bevor die Korridorsanierung hier vor sechs Tagen begann (hab jetzt erst mal sechs Wochen Urlaub), war die Strecke in einem ziemlich üblen Zustand, da man nur noch die Schäden beseitigte, wg. derer man sonst die Strecke gleich sperren hätte müsen.
Ja, ich freue mich schon, wenn alles wieder neu ist, weil es dann keine Probleme mehr gibt (ähem).
Hier in Berlin bei der Straßenbahn war das Problem, dass sich durch den Eisregen während der nächtlichen Betriebspause ein Eispanzer um den Fahrdraht gelegt hatte, der durch die Stromabnehmer nicht mehr abgestreift werden konnte. Es fiel außerdem soviel Regen, dass aufgetragenes Enteisungsmittel abgespült wurde.
Da hätte ein beheizter Stromabnehmer auch nicht weitergeholfen.
Oder eine uralte Straßenbahn, bei der die Stromabnehmer stabil genug sind, um das Eis von den Drähten zu kratzen. Das habe ich vor gut 30 Jahren mal erlebt: keine Straßenbahn fuhr mehr, weil alles vereist war. Irgendwann näherte sich uns von hinten ein mattes, flackerndes Licht, was sich als eine prähistorische Straßenbahn herausstellte. Der Fahrer hielt zwar neben uns und erklärte uns auch, was es mit der Operation auf sich hatte, nahm uns aber leider nicht mit.