Wintertips für Autofahrer

Jaja, du grundsätzlich mal richtig und alles andere wird zugelabert. Auch eine Strategie. Zur Not hart bis ans gaslighting.

Fakt ist sicherlich:

Winterdienst gewiss besser als im Norden. Was verständlich und verzeihlich ist, aber mitunter wird es dann auch skuril, so wie jetzt, als es ein bisschen geschneit hat und das zu einem Drama aufgepumpt wurde, auch von den Medien. Und es würde auch nicht schaden, ein bisschen dazu zu lernen für solche Fälle und Köhlbrandbrücken präventiv zu behandeln. “Hier” wird dann eben in kürzeren Intervallen gefahren, wenn es weht.

Das bezweifelt niemand.

Nur gebe ich halt zu bedenken, dass Winterdienst bei Schneesturm in schmalen Tälern in den Voralpen oder in Mittelgebirgen nun einmal vor ganz anderen Herausforderungen steht als bspw. im Flachland mit Autobahnen, mit exponierten Brücken mit dichtem Schwerlastverkehr usw.

Dementsprechend wäre „das Versagen“ in Hamburg ganz anders zu bewerten als die erfolgreiche Bewältigung der ähnlichen Wetterlage an einem anderen Ort (wie es ja auch immer wieder Leute gibt, die sich über rutschende Autos in Athen oder Antalya lustig machen, aber dabei übersehen, dass dort in 29 von 30 Jahren nicht einmal ansatzweise die Frage stellt, ob es sinnvoll wäre, Winterreifen überhaupt zu besitzen, geschweige denn im „Winter“ aufzuziehen).

Hinzu kommt, dass es in manchen Regionen eben häufiger zu solchen Wetterlagen kommt als in anderen und natürlich kann man verlangen bzw. erwarten, dass sich Hamburg genauso auf Schneestürme vorbereitet wie Chicago und gleichzeitig gegen Sturmfluten und Elbehochwasser wappnet, aber irgendwann ist auch mal das Geld alle bzw. die Bürger könnten sich fragen, warum die Stadt für ein Ereignis, das alle Jahrzehnte mal auftritt, so viel Geld für bspw. Heizdrähte auf Straßen und Brücken und zig Schneeräumfahrzeugen ausgibt.

Aber wie gesagt:

Das bezweifelt niemand.

Und mitten in den Alpen erst recht. Und genau davon könnte man lernen.

Ich behaupte übrigens weiterhin, dass davon auszugehen ist, dass nicht wenige KfZ in HH keine Winterreifen fahren .Anders als Du kenne ich nämlich die Gepflogenheiten in HH und die wenigsten geben Geld für Winterreifen aus, weil sie sie meinen nicht zu brauchen.Genau wie in

Dann müsste man bei so einem Wetter aber auch das Auto stehen lassen, tun viele nicht. Dazu kommt, dass man nicht geübt ist im Fahren bei winterlichen Verhältnissen.

Dazu kommen die LKW, auch “hier” regelmäßig ein Problem. Eine Maßnahme wäre, die Brücke bei so einem Wetter zu sperren für LKW und Reifenverstöße konsequent zu exekutieren.

Es würde ein wenig punktuelle Prävention schon völlig reichen, man muss ja nicht die ganze Stadt mit Technik und Sole versorgen.Also nicht mit

“Erst als der Winterdienst die Brücke erreichte und von Eis befreite, konnte der Verkehr wieder rollen.”

Ging also. Ist offenkundig, dass man nicht vorbereitet war.

Da Du meinen Text sicherlich wie immer aufmerksam gelesen hast, sind Dir meine diesbezüglichen Einlassungen ja auch nicht entgangen.

Das geht aus dem Text nicht hervor.

Ich fand doch noch etwas:
Tonnenweise Streumaterial und Hunderttausende Liter Salzlösung warten demnach auf ihren Einsatz. Zusätzlich gibt es Anlagen, die bei Bedarf pro Stunde über 7.000 Liter Salzlösung produzieren können.

Hamburger Stadtreinigung bereitet sich auf Winterdienst vor | ndr.de

Da das Ereignis auch in seiner Dimension Tage im Voraus bekannt war, muss es noch Faktoren geben, die uns (noch) nicht bekannt sind.

Doch, ich habe es zitiert:

Gerne noch mal.Man hätte die Brücke auch vor dem Stau erreichen können, wenn es sich nicht schon gestaut gehabt hätte. Denn- man konnte die Brücke ja offenkundig vom Eis befreien.

Ich habe es gelesen und verstanden, aber da fehlt eine Information und auf Basis dieser unzureichenden Informationslage ziehst Du Deine Schlussfolgerung. Kannst Du machen und das stört mich auch nicht weiter.


Ach, Mensch, wir sind gar nicht im Plauderbrett! Kam mir gerade so vor … :rofl:

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Ich habe noch einen TOP-TIPP : zu Hause bleiben - Kamin an, Rotwein auf :grin:

…uund das für die Geschwister (die 1 Stunde vor dem gemeinsamen Abendessen wegen ”Wetter” und 80 km Anfahrt abgesagt haben - völlig o.k.!!) gekochte Abendessen den Nachbarn schenken, die heute aus dem Urlaub zurück kamen und deren Kühlschrank deswegen leer war :smiley:

So waren alle glücklich und safe

  • Ich mit Kamin, Lieblingsmensch und Rotwein
  • Nachbarn mit Thaicurry zum Abendessen
  • Geschwister mit heilen Autos (ich bin ihnen nicht böse, dass sie abgesagt haben - war nur vernünftig und wir holen das nach )

:grin: Ach ja, Schneetaugliche Reifen neueren Datums mit entsprechendem Profil sind auch keine schlechte Idee … meine sind schon was älter, weswegen ich auch den morgigen Jobtermin gleich mal auf Montag Abend verschoben habe :smiling_face_with_sunglasses:

Better safe than sorry

Gruß h

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  • und dann gipps auch noch dieses „Rad-Schiene-System“, das zwar völlig oldschool ist, aber immerhin völlig wetterunabhängig funktioniert - falls man es richtig handhabt.

Ist übrigens gar nicht so lange her, dass man wegen normalem Winterwetter nicht ganze Bundesländer stillllegen musste:

  • aber das war ja die böse, böse Beamtenbahn. Mit der will doch heute kein Mensch mehr was zu tun haben - und wenn es nur wegen der omphaloskepsis ist.

Better clever than conformist

MM

Das Rad-Schienensystem ist zwar schlau, fährt aber immer weder zu der Zeit, zu der ich es benötigen würde, noch/aus in die Richtung in die ich es benötigen würde und schon gar nicht mit dem Gepäck, dass ich benötige :woman_shrugging:t3:

Allein mit Öffentlichen hätte meine Schwester bei gutem Wetter 2,5 Stunden bis zu mir gebraucht, mein Bruder “nur”zwei Stunden…. Für knappe 65 bzw 80 km :woman_shrugging:t3:

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das liegt bloß an der mangelnden Digitalisierung und der bösen Bürokratie, dass das vor 40 Jahren schneller ging als heute.

Als ich vorgestern Abend in MA-Luzenberg eine röhrende 218er in voller Fahrt Richtung Hannover sah (die Teile fahren auch, wenn die Oberleitungen vereist sind), wurde mir schon ein bitzle wehmütig ums Herz - das haben „wir“ doch alles schon mal viel besser auf die Reihe gekriegt…

Hierzu auch dieses Interview:

Ich kenne die Stelle nicht, aber sowas schafft man auch mit Winterreifen. Bei einer Steigung sollte man bei Glätte halt sehr vorrausschauend mit viel Abstand fahren und ein anhalten so gut wie möglich vermeiden.

Ich erlebe es vergleichsweise oft, dass mir vorrausfahrende unten mit (zu) viel Schwung anfangen und dann immer langsamer werden und oben fast stehenbleiben und so nachfolgende komplett zum stehen bringen.

Wenn man den Meldungen glauben darf, entscheiden das morgen nicht die Eltern, sondern es soll schlicht und ergreifend in ganz NRW keinen Präsenzunterricht geben. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, fand der letzte Test der Distanzinfrastruktur und -organisation vor drei Jahren statt. Das wird ein ganz großer Spaß, zumal morgen nicht ganz NRW ganztägig unter einer meterdicken Eisschicht liegen wird, sondern die Warmfront um 6 Uhr schon die Hälfte des Bundeslandes überquert haben wird.

Meine These (auf Basis der Kenntnis meiner Hamburger Pappenheimer) war, dass mindestens 50% mit Sommerreifen unterwegs sind.Wenn nicht mehr. Und, dass sie so, wie Du es beschreibst nicht fahren können, weil die wenigsten es je üben mussten. Zumindest nicht in Hamburg. Habe es aber so verstanden, dass das größte Problem die LKW´s waren. Die stehen sogar “hier”, auf der Inntalautobahn - :waving_hand: @C_Punkt -regelmäßig quer.

Würde schon Dieselmotor genannt?

Einen Dieselmotor kaufen / fahren meine ich. Wir sind immer mit Diesele in den Alpen und dann ziehen die M-Klassen … mit Benzinmotor … immer ihre Schneeketten ganz panisch am Straßenrand auf und mein Diesele zieht das Auto mit Winterreifen noch zuverlässig fast überall hoch und runter.

Das liegt an den höheren Verdichtungen im Motor und führt dazu, dass wenn der Winterreifen kurzzeitig den Halt verliert nicht gleich der Motor schneller dreht, sondern durch den Widerstand im Motor selbst die Drehzahl nahezu konstant bleibt. Nach 1-2 sec. fasst dann der Reifen wieder und nichts rutscht durch…

Grüße vom Jahrgang 70 an 68er. Bei mir gibt es leider nur Diesel-Fzge. daher im Haushalt (auf dem Dorf) - ich bin sozusagen ein Dino bald. Aber es soll ja eh bis 2035 nur noch die Hälfte der Autos geben lt. EU Ziel (habe ich gerade letzte Woche in Tübingen gelernt), da braucht man solch ein Wissen dann auch viel weniger - wie man sich im Winter mit Auto verhält. :slight_smile:

Der Diesel hat auch schlicht den physikalischen Vorteil, dass der Motor schwerer ist als der eines ansonsten baugleichen Benziners… und bei Frontantrieb ist das auf Schnee durchaus hilfreich, wenn etwas mehr Gewicht im Motorraum sitzt.

Außerdem zieht der Diesel schon in Standgas bei niedrigen Drehzahlen, während man bei Benzinern immer Gas mit höheren Drehzahlen braucht zum Anfahren und damit schneller durchdrehende Räder und weniger Grip hat

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Ich bin am Freitag auf der A7 durch Hamburg, recht früh.

Auf die Köhlbrand habe ich tatsächlich nicht geachtet, mit Tempo 30 lief es zwischen Neumünster und Bispingen ganz OK; nicht toll zu fahren, aber es lief beständig. Aber: die Leute dort sollten, bis auf wenige Ausnahmen, bei Schnee bitte kein Auto fahren. Zu der Zeit war noch kein Winterdienst unterwegs, aber hey, man kann trotzdem im tiefen Schneematsch auf die AB fahren und dann im laufenden Verkehr knapp reinzuziehen um dann auf der linken Spur versuchen, zu überholen. Wenn man dann den Wagen abgefangen hat, kann man das natürlich auch noch ein paar mal wiederholen…

(meine Beobachtung vom 02.01. zwischen ca 07:00 und 10:00)

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Die Bahn hat auch schon mal sehr viel mehr dafür getan. In den 1980er Jahren gab es kaum mehr Weichen ohne Heizung.

Dann ging es irgendwann los damit, dass bei Blitzeis die Oberleitungen nicht mehr enteist wurden - das war vorher so gemacht worden, dass man eine E 44 oder ein ähnliches Museumsstück als Sperrfahrt auf die Strecke schickte: Die älteren Baureihen hatten keine Schwierigkeiten damit, mit beiden Stromabnehmern aufgebügelt zu fahren. Und danach war halt kein Eis mehr am Fahrdraht.

Und dann wurde das alles sukzessive „optimiert“, die Weichenheizungen, die ja eh bloß Geld kosten, wurden zum großen Teil wieder abgebaut, die meisten Schneepflüge (die je nach Bedeutung der Strecke etwa alle 50 km in Bereitschaft gehalten worden waren) Z-gestellt, und jetzt müssen wir halt mit dem Ergebnis dieser Optimiererei leben.

Schöne Grüße

MM

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Sagen wir lieber: Nicht mit Winterreifen.

Es ist heute Mode, nur Allwetterreifen zu haben. Die sind deutlich besser als Sommerreifen, kommen aber an einen echten Winterreifen bei solchen Straßenverhältnissen nicht ran. Die Vorteile sind, dass die Polizei nicht meckert, man keine Reifen wechseln muss, und dass bei Wenigfahrern dieser eine Satz Reifen eben auch “richtig verbraucht” wird, während zwei Sätze irgendwann mit halb abgefahrenem Profil des Alters wegen ersetzt werden müssen.

Auch ist der Reifen ja oft noch “gut”, hat ja noch die vorgeschriebenen 1,6mm.

Die Gefahr, in wirklich winterliche Verhältnisse zu kommen, beträgt halt 5%, die Kosten-Nutzen-Überlegung schlägt sich bei der Wahrscheinlichkeit eben auf die Seite der Allwetterreifen.

Das Problem ist halt, dass die Straßen nicht den ganzen Winter 5% rutschiger sind, sondern an wenigen Tagen so richtig, und an diesen bringen diese Reifen es nicht. Eigentlich müsste man Autos mit den Reifen dann eben stehenlassen, aber selbstverständlich muss auch derjenige, der nur 5000km/Jahr fährt, dann doch mal raus.

Bei Sommerreifen ganz ähnlich: Zu 99,99% reichen die Billigstreifen aus recycelten PET-Flaschen1 aus, die guten reifen braucht man nur auf 0,01% der Fahrten, auf denen sie bei ner Vollbremsung den Unterschied zwischen Crash und kein Crash ausmachen. Die Denke ist aber: “Ich fahr keine Rennen, und mein Auto hat nur 60PS”.

1) Dramaturgische Übertreibung

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