... wird begeistern zu können?

Hallo!

Ich bin mir bei folgendem indirekten Satz nicht sicher, ob er so richtig ist:

„XY sei jedoch zuversichtlich, auch andere für das Projekt wird begeistern zu können.“

Freu mich über Hilfe, gerne mit Begründung.

Matthias

Hi

„XY sei jedoch zuversichtlich, auch andere für das Projekt
wird begeistern zu können.“

Das „wird“ gehört auf jeden Fall raus aus dem Satz.

Ich vermute mal, daß sich das „sei“ aus dem Zusammenhang ergibt, in dem der Satz steht?

Gruß
Edith

„XY sei jedoch zuversichtlich, auch andere für das Projekt
wird begeistern zu können.“

Hallo Ravesite,
naja, so ganz kommt das nicht hin.
Der Satz ist in der indirekten Rede und müsste m.E. so lauten:

(Irgendjemand behauptet,) XY sei jedoch zuversichtlich, er werde auch andere für das Projekt begeistern können.

In der direkten Rede:
(Irgendjemand:smile: „XY ist jedoch zuversichtlich, er werde…“

Gruß
Eckard

(Irgendjemand behauptet,) XY sei jedoch zuversichtlich, er
werde auch andere für das Projekt begeistern können.

Genauer gesagt gebe ich eine Pressekonferenz wieder, in der XY erzählt er, er sei zuversichtlich … :wink:

Kann ich dann nicht einfach mein „wird“ durch „werde“ ersetzen? Ich möchte in dem Infinitivsatz nicht schon wieder ein „er“ oder „XY“ drin haben, das kam am Anfang der Textpassage schon zu oft vor.

Hallo Ravesite,

Kann ich dann nicht einfach mein „wird“ durch „werde“
ersetzen? Ich möchte in dem Infinitivsatz nicht schon wieder
ein „er“ oder „XY“ drin haben, das kam am Anfang der
Textpassage schon zu oft vor.

Wie du schon richtig sagst, handelt es sich um einen Infinitiv satz und da gibt es eben kein finites Verb und auch kein explitites Subjekt, sondern nur einen Infinitiv(!) und ein implizites (nicht explizit genanntes) Subjekt, das sich logisch aus einem anderen Satzteil des übergeordneten Satzes ergibt.

Also: „XY sei jedoch zuversichtlich, auch andere für das Projekt begeistern zu können.” Und gut is’!

Gruß Gernot

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„XY sei jedoch zuversichtlich, auch andere für das Projekt wird begeistern zu können.“

Wie bereits erwähnt, musst du dich zwischen einem Subjunktionalnebensatz mit finiter Verbform und einer satzwertigen Infinitivphrase ohne finite Verbform entscheiden. Ersteres wäre:

XY sei jedoch zuversichtlich, dass (= Subjunktion) er auch andere für das Projekt begeistern können wird*.
(* ebenfalls mögliche Wortfolge: ›wird begeistern können‹)

Wenn man daraus besagte Infinitivphrase machen möchte, sind nur zwei Dinge zu beachten: Erstens steht jeder Infinitiv links von dem Verb, das ihn regiert. Kombiniert man mehrere Infinitive miteinander, steht zweitens nur vor deren letztem ein ›zu‹. Also:

XY sei jedoch zuversichtlich, auch andere für das Projekt begeistern können zu werden.

Das klingt zunächst ungewohnt, aber ich sehe nicht, was daran falsch sein soll. Hilft dir das?

Gruß
Christopher

XY sei jedoch zuversichtlich, auch andere für das
Projekt begeistern können zu werden.

Das klingt zunächst ungewohnt, aber ich sehe nicht, was daran
falsch sein soll. Hilft dir das?

Ich find, das klingt klasse, wie damals im Lateinunterricht. :smile:

Vielen Dank!

Hi,

Keine Deiner vorgeschlagenen Lösungen ist richtig. Guck mal in Gernots Posting, der hat es richtig gemacht und auch ein Strenchen von mir bekommen. Das ‚werden‘, egal, in welcher Form, ist überflüssig. Leider kann ich dir keine Regel dafür anbieten, so als Nichtgermanist, aber vielleicht springt da noch jemand in die Bresche.

Die Franzi

brrr
XY sei jedoch zuversichtlich, auch andere für das
Projekt begeistern können zu werden.

Ich find, das klingt klasse, wie damals im Lateinunterricht.
)

also, wenn das tatsächlich richtig - oder wenigstens nicht falsch - ist, wäre es schon Grund genug, diese Konstruktion zu verwenden. ich kann keinen Sinn in dem Satz entdecken, das „zu werden“ kann ich nicht interpretieren. Frage ich diesen Satz: „Was wird?“, so laufe ich ins Leere. Bitte um Aufklärung!

Meine Vorschläge:
XY sei jedoch zuversichtlich, auch andere für das
Projekt begeistern zu können.
**XY sei jedoch zuversichtlich,
-er werde auch andere für das
Projekt begeistern können.

  • dass er auch andere für das Projekt wird begeistern können.
  • dass er auch andere für das Projekt begeistern können wird.

sind beide letzten Varianten möglich? D. h. die Stellung von „wird“ variierbar?

pp**

Am Rande

„XY sei jedoch zuversichtlich, auch andere für das Projekt
wird begeistern zu können.“

… auch Andere …

„Andere“ ist hier ein Hauptwort.

Gruß

Stefan

„XY sei jedoch zuversichtlich, auch andere für das Projekt
wird begeistern zu können.“

… auch Andere …

„Andere“ ist hier ein Hauptwort.

m. E. hängt die Großschreibung vom vorangegangenen Satz ab. Bezieht das „andere“ sich auf eine dort schon genannte Gruppe, dürfte es doch klein bleiben,oder?

pp

Moin, Christoph,

XY sei jedoch zuversichtlich, auch andere für das
Projekt begeistern können zu werden.

dem werden fehlt der Bezugspunkt, der im ersten Beispiel ja noch vorhanden war („dass er (…) wird“).

Das klingt zunächst ungewohnt

Das ist eine Fehlkonstruktion. Wenn das werden unbedingt mit verbaut werden muss: XY sei jedoch zuversichtlich, er werde auch andere für das
Projekt begeistern können.

Gruß Ralf

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Guck mal in Gernots Posting, der hat es richtig gemacht

Nein, er hat einen anderen Satz umgewandelt, nämlich (1a) in (1b):

(1a) XY sei jedoch zuversichtlich, dass er auch andere für das Projekt begeistern kann.
(1b) XY sei jedoch zuversichtlich, auch andere für das Projekt begeistern zu können.

Die vom Ausgangsposter intendierte Aussage mit Subjunktionalnebensatz lautet aber:

(2a) XY sei jedoch zuversichtlich, dass er auch andere für das Projekt begeistern können wird.

Will man daraus eine Infinitivphrase bilden, kommt – bei Anwendung der von mir genannten Regeln – heraus:

(2b) XY sei jedoch zuversichtlich, auch andere für das Projekt begeistern können zu werden.

Das ‚werden‘, egal, in welcher Form, ist überflüssig.

Nein. Gernot hat einen Modalverbkomplex mit Präsens umgeformt; es geht aber um einen mit Futur. Zwei Paraphrasen:

(1c) Er ist zuversichtlich: Er kann auch andere für das Projekt begeistern.
(2c) Er ist zuversichtlich: Er wird auch andere für das Projekt begeistern können.

So wie ›kann‹ in der Paraphrase (1c) das finite Modalverb im Präsens ist, von dem der Infinitiv ›begeistern‹ regiert wird, gilt das für ›wird‹ als finites Futurhilfsverb, das ›können‹ regiert, von dem wiederum – wie gehabt – ›begeistern‹ regiert wird. Ohne Verb, das ›begeistern‹ modalisiert, wäre die Konstruktion sicher für alle akzeptabel:

(3a) XY sei jedoch zuversichtlich, dass er auch andere für das Projekt begeistern wird.
(3b) XY sei jedoch zuversichtlich, auch andere für das Projekt begeistern zu werden.
(3c) XY ist zuversichtlich: Er wird auch andere für das Projekt begeistern.

Leider kann ich dir keine Regel dafür anbieten

Man sollte nicht jede Konstruktion als falsch bezeichnen, die ungewohnt oder schwierig in der Interpretation ist. Ich empfehle nicht, diesen Satz zu benutzen; ich behaupte nur: Er ist grammatisch. Syntaktischen Argumenten, die über ›Das ist aber komisch‹ hinausgehen, bin ich selbstverständlich zugänglich.

Gruß
Christopher

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Hallo,

„XY sei jedoch zuversichtlich, auch andere für das Projekt
wird begeistern zu können.“

„Andere“ ist hier ein Hauptwort.

es kann, muss aber nicht großgeschrieben werden, siehe http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Amtlich… § 58 / 5. + E4 und http://www.duden.de/deutsche_sprache/newsletter/arch…

Gruß
Kreszenz

Hi,

Gernot hat einen falschen in einen richtigen umgewandelt.

Hier etwas zu infinitivsätzen. Achte mal auch die umwandlung in Nebensätze mit dass … Ausgangsform ist ein Infinitiv mit zu, ERgebnis die unterschiedlichsten Zeitformen.
http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Kom…

In folgendem Link, siehe besonders das Beispiel mit den spielenden Kindern. Das verläuft recht parallel zu unserem Problem hier.

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Kom…

Zum gleichen Thema, Adverbialsätze.
„Er schwamm im Wasser, ohne sich zu erkälten.“ Korekt so, nur der Infinitiv im Nebensatz, nicht etwa „ohne sich erkälten zu gewesen“ oder sowas. Nebensätze mit Infinitiv können nur Vorzeitigkeit gegenbüber dem Hauptsatz ausdrücken ((Er ging, ohne sich verabschiedet zu haben)
http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Kom…

und schließlich hier, die Beispiele in folgendem Link enthalten alle infinitive, die Handlungen ausdrücken, die in der Zukunft stattfinden - ohne werden.
http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Kom…

Die Franzi

1 „Gefällt mir“

Es gibt keinen Infinitiv im Futur, basta!
Hallo Franzi,

Gernot hat einen falschen in einen richtigen umgewandelt.

Danke für die Blumen!

Hier etwas zu infinitivsätzen. Achte mal auch die umwandlung
in Nebensätze mit dass … Ausgangsform ist ein Infinitiv mit
zu, ERgebnis die unterschiedlichsten Zeitformen.
http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Kom…

In folgendem Link, siehe besonders das Beispiel mit den
spielenden Kindern. Das verläuft recht parallel zu unserem
Problem hier.

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Kom…

Na ja so ganz parallel auch nicht:

Sie erlaubten den Kindern, nach der Schule draußen zu spielen” hier haben wir zwar ein Vor-/Nachzeitigkeitsverhältnis, aber von unserer Sicht als Sprecher dieses Satzes läge ja sowohl der Schulbesuch als auch das Spiel beides entweder in der Vergangenheit, wenn es sich um eine einmalige Erlaubnis handelte oder beide in der Gegenwart, wenn die Erlaubnis, jeweils nach der Schule zu spielen, dauerhaft auch (in der Zukunft) fortbesteht.

Nein, die Erlärung ist ganz einfach: es gibt im Deutschen nur bis zu vier mögliche Infinitivformen und zwar jeweils die im Präsens und im Perfekt, bei transitiven Verben jeweils im Aktiv und im Passiv.

Ein Infinitiv Futur ist im Deutschen weder im Aktiv noch im Passiv verfügbar. Wenn man über etwas Zukünftiges in einem Infinitivsatz sprechen will, bleibt einem nur das Präsens!

Infinitivsätze sind eben amputierte Sätze, bei denen das Subjekt im Geiste ergänzt werden muss ebenso wie die Personenendung und manchmal (im Falle des Futurs) eben auch das zeitliche Verhältnis, in dem der Infinitivsatz zum übergeordneten Satz steht. Aber das ist ja eigentlich nie ein Problem.

http://de.wikipedia.org/wiki/Infinitiv#Der_Infinitiv…

Gruß Gernot

Hi,

Danke für die Blumen!

Gerne wieder :smile:

Na ja so ganz parallel auch nicht:

Weiß ich, aber nachdem er mir so gar nicht von der Pelle rücken wollte und mir nichts besseres einfiel …

Nein, die Erlärung ist ganz einfach: es gibt im Deutschen nur
bis zu vier mögliche Infinitivformen
Ein Infinitiv Futur ist im Deutschen weder im Aktiv noch im
Passiv verfügbar.

Darauf bin ich noicht gekommen / konnte ich nciht kommen, weil ich eben keine Germanistin bin … ich spreche nur DEutsch :smile: Aber Du bist mir ja noch zur SEite gesprungen.

Die Franzi

Hallo Frani,

Ein Infinitiv Futur ist im Deutschen weder im Aktiv noch im
Passiv verfügbar.

Darauf bin ich noicht gekommen / konnte ich nciht kommen, weil
ich eben keine Germanistin bin … ich spreche nur DEutsch :smile:
Aber Du bist mir ja noch zur SEite gesprungen.

Ich bin übrigens auch kein studierter Germanist, sondern „nur” Linguist. Praktiziert habe ich allerdings als Lehrer für Deutsch als Fremdsprache dann doch in der Germanistik.

Es gibt da ja auch andere Ansichten, als die meine oder die bei Wikipedia aktuell vertretene bezüglich Infinitiven im Futur.

Canoo.net führt hier ja allen Ernstes doch auch Infinitive im Futur 1 und 2 jeweils im Aktiv und im Passiv auf.

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Ver…

Für die Existenz solcher Varianten in der erweiterten Form mit „zu” bleibt Canoo.net aber jeden Beweis schuldig.

Gruß Gernot

Hallo Preisselpoehl!

  • dass er auch andere für das Projekt wird begeistern können.
  • dass er auch andere für das Projekt begeistern können wird.

sind beide letzten Varianten möglich? D. h. die Stellung von
„wird“ variierbar?

Ich bevorzuge eindeutig die erste Variante, die klingt viel eleganter.

In meinem Grammatik-Duden steht unter § 1262:

… weil er nicht wird haben kommen können
und

  • … weil er nicht kommen gekonnt haben wird

Mich graust es aber bei der zweiten Variante.

Gruß Gernot

Hi,

Ich bin übrigens auch kein studierter Germanist, sondern „nur”
Linguist. Praktiziert habe ich allerdings als Lehrer für
Deutsch als Fremdsprache dann doch in der Germanistik.

Naja, aber deswegen hast du dich mit den Regeln rumschlagen müssen, ich muss das fürs Deutsche nicht.

Es gibt da ja auch andere Ansichten, als die meine oder die
bei Wikipedia aktuell vertretene bezüglich Infinitiven im
Futur.
Canoo.net führt hier ja allen Ernstes doch auch Infinitive im
Futur 1 und 2 jeweils im Aktiv und im Passiv auf.
Für die Existenz solcher Varianten in der erweiterten Form mit
„zu” bleibt Canoo.net aber jeden Beweis schuldig.

Seh ich nicht so tragisch, das mit dem Beweis.Der Infinitiv ist ja die Nennform, nicht unbedingt die Benutzungsform (eine sogenannte ad-hoc-Bildung…), von daher kann dort so einiges geschrieben stehen, was man nie gesprochen gehört haben wird, selbst wenn man 100 wird … oder die selbst dann, wenn Deutsch mal nicht mehr ist, nicht ausgesprochen worden sein werden *gggggggggggggg*.
Ich sollte ins Bett gehen :wink:

Gute Nacht,

Die Franzi