Wird es eine Wirtschaftskrise geben?

Hallo,
Energiemangel, Lieferprobleme, Inflation… sind m. E. alles Probleme, die mit der Zeit verschwinden werden.

Bei den hohen Energiepreisen lohnt es sich neue Energiequellen zu erschließen (Ausbau der Windkraft, Photovoltaik, Fracking…), was zu sinkenden Preisen führen wird.

Die Lieferprobleme sind temporärer Natur. Einerseits weil der Markt auf die Nachfrage reagieren wird, andererseits weil durch die hohe Inflation die Nachfrage nach bestimmten Gütern und Dienstleistungen nachgeben wird.

Die Inflation wird sich im Rahmen halten wenn die Konsumenten aufgrund von Reallohnkürzungen weniger nachfragen werden.

Deshalb vermute ich, dass die aktuelle Rezession nicht in eine längere Wirtschaftskrise münden wird.

Was denkt ihr?

Gruß

Desperado

Was für eine Rezession?

Hallo,
hier mal, für Mitleser, ein Fachbeitrag zum Thema Rezession in Deutschland - https://www.forbes.com/advisor/de/geldanlage/rezession/
Gruss
Czauderna

Servus,

dass das für 2022 prognostizierte Wachstum des BIP ziemlich genau eintreffen wird - also keine aktuelle Rezession besteht.

Und dass die Prognosen für das deutsche BIP 2023 („Wirtschaftsweise“: - 0,2 %; OECD: - 0,5 %) von derartig vielen Unwägbarkeiten beeinflusst sind (wie beiläufig sowohl diese als auch jene ausdrücklich betonen), dass es vielleicht dem Stand der Kenntnisse und der möglichen Aussagen eher angemessen wäre, diese Zahlen mit „ungefähr Null“ wiederzugeben.

Und das ist eben keine geeignete Grundlage, um eine längere Wirtschaftskrise zu entwerfen.

Schöne Grüße

MM

derzeit - erstaunlich irgendwie - gibt es keine.
Hohe Inflation verbunden mit der einen oder anderen Entlastung/Hilfe verhinderte dies auch noch ein Stückchen.
Dann ist immer noch zu beachten: Gucken wir nur auf D oder doch EU?
Wie aber sind die Aussichten?
Ferner ist „Rezession“ keine „Krankheit“, die schlimm enden kann oder lange Durststrecke bedeuten wird, sondern eine Bescheibung der momentanen Situation.

Auch eine Wirtschaftskrise kann unterschiedliche Qualitäten haben. Vgl.: 1929 und 2007

… von daher: Doch, es wird eine Wirtschaftskrise per Definition geben, aber nichts … elementar gefährliches.

Meint
Ce

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„Rezession“ ist nichts, was man in Anführungszeichen setzen müsste, sondern ganz eindeutig definiert ist: Man spricht man von einer Rezession, wenn das BIP einer Volkswirtschaft oder meinetwegen auch der EU oder der Eurozone zwei Quartale in Folge im Vergleich zu den Vorjahresquartalen rückläufig ist.

Prognosen gibt man vernünftigerweise szenarienorientiert ab. Bleiben Strom und Gas verfügbar und kommen die Verbraucher wieder von der totalen Depri-Stimmung ab, dann werden wir eventuell einen leichten Rückgang im 4. oder 1. Quartal sehen, aber das wird es dann auch gewesen sein. Die Voraussetzungen für dieses Szenario scheinen einzutreten.

Gefahr droht aus dem Immobiliensektor, aber das meiner Meinung nach erst ab Mitte nächsten Jahres. Und nicht zuletzt gibt es in der Wirtschaft möglicherweise bald ein erhebliches Liquiditätsproblem, weil nämlich die Preise steigen und damit auch der Finanzierungsbedarf der Unternehmen. Gleichzeitig sind die Kreditinstitute in ihren Möglichkeiten der Kreditvergabe derzeit extrem eingeschränkt. Eine kleine Pleitewelle ist insofern nicht unwahrscheinlich.

Kommen mehrere Ereignisse zusammen, hat das ganze durchaus Potential für einen großen Knall. Nur wäre das ein zukünftiges Ereignis und keine „aktuelle Rezession“.

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Nicht mitbekommen? Die deutsche Wirtschaft geht doch schon seit Mitte September den Bach runter :stuck_out_tongue_winking_eye:

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???
Fülltext

BIP (1. Q. (t)) < BIP (1. Q (t-1)) ∧ BIP (2. Q (t)) < BIP (2. Q (t-1))

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Imho ist die Definition nicht mit Vorjahresquartalen, sondern zwei Quartalen in Folge gesetzt.

Vielleicht liest Du noch einmal ganz in Ruhe, was da steht.

Magst du das mit dem „Vorjahr“ irgendwie belegen oder deine kryptischen Ansagen verständlich rüberbringen?

Offiziell tritt eine sogenannte technische Rezession ein, wenn das BIP in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahresquartalen nicht wächst, sondern zurückgeht.
Quelle: Wiwo

Eine sogenannte technische Rezession liegt dann vor, wenn die Wirtschaft mindestens zwei Quartale in Folge schrumpft, im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresquartal.
Quelle: SWR

Mit was willst Du denn die aktuellen Werte vergleichen, um zu sehen, ob es einen Rückgang gibt? Mit 1865? Einer Gurke? Groucho Marx?

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Es gibt einige wenige Quellen, die vergleichen jeweils die vorherigen Quartale miteinander. Also Q2 2022 mit Q1 2022 sowie Q3 2022 mit Q2 2022. Wenn diese beiden Werte negativ sind, sind für diese Quellen die Bedingungen erfüllt, um von Rezession zu sprechen.

Warum ich diese Quellen nicht zitiert habe: weil mir die Qualität der gesamten Seite nicht besonders fundiert erschien.

Die Erklärungen sind offensichtlich nicht eindeutig, unsauber und unterschiedlich:


Technische Rezession – Wirtschaftswachstum: Eine populäre technische Definition der Rezession ist hingegen, dass eine Volkswirtschaft zwei aufeinanderfolgende Quartale mit schrumpfender Wirtschaftsleistung vorweist. Daran ist Deutschland aktuell noch knapp vorbeigeschlittert. Im vierten Quartal 2021 hatten die Auswirkungen der Pandemie für ein Minus von 0,3 Prozent gesorgt, im ersten Vierteljahr 2022 gab es dann ein leichtes Plus von 0,2 Prozent.
Technisch gesehen liegt eine Rezession dann vor, wenn das Bruttoinlandsprodukt eines Landes in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen im Vergleich zu den Vorquartalen nicht wächst oder gar zurückgeht.

Eines Deiner Beispiele ist aus meiner Sicht schlecht gewählt:

Denn es wird nicht unmissverständlich gesagt, welche Quartale genau miteinander verglichen werden. Nur dass im Ergebnis bei zwei aufeinanderfolgenden Vergleichen jeweils ein negatives Ergebnis vorliegen muss.

Sag ich doch

Und jetzt? Wir reden die ganze Zeit von Nudelsuppe und Du erklärst mir jetzt, dass Rinderbrühe etwas ganz anderes ist?

In der Ausgangsfrage steht Rezession, ich sprach von Rezession, erklärte Rezession und Du kommst mit einem völlig anderen Begriff an. Kann man so machen, kann man aber auch einfach lassen.

Kann man machen, nur ist es dann eben keine Rezession, sondern eine technische Rezession. Das ist ein völlig anderer Sachverhalt, der auch bedeutend weniger Aussagekraft hat. Da spielen Basis- und Sondereffekte eine viel zu große Rolle, um daraus eine Aussage über die Entwicklung einer ganzen Volkswirtschaft zu treffen.

Im Übrigen: selbst wenn man nach einer technischen Rezession sucht, wird man aktuell in Deutschland nicht fündig. Das letzte Quartal, in dem ein Rückgang des BIP ggü. Vorquartal verzeichnet wurde, war 1. Quartal 2021.

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Du hast vergessen zu sagen, für wen Du sie gerne verständlich haben möchtest.

Ich fürchte, einfache Sprache wird im vorliegenden Fall nicht ausreichen…

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