Wird man als 'Außenseiter' geboren ?`

Hallo !
Kann man eigentlich als deutlicher „Außenseiter“ oder wie ich es gerne nenne „Einzelgänger“ geboren werden ?
So weit ich mich zurückerinnern kann, hatte ich mit „Gleichaltrigen“ eher wenig zu tun. Stets trieb ich mich am liebsten bei Älteren Menschen herum (oder sagen wir mal lieber „Erwachsenen“).
In der Grundschule war ich schnell bei allen „unten durch“. Mich hat der Unterricht nicht sonderlich interessiert. Ich weiß, das mir das alles zu albern war und daher habe ich mich an einigen „Kinderspielen“ nicht beteiligt.
Ich kam dann auf eine sogenannte „Schule für Schwer erziehbare“.
Nach 4 Jahre kam ich dann wieder auf die Reguläre Schule. Dort war ich natürlich der „Fremde von der Sonderschule“ und schon von „Haus aus“ sehr alleine. Zudem kam dann auch noch, das jeder Versuch mich bei den anderen „einzuschmeicheln“ mit Gegenaggressionen gekontert wurde. In der Schulstunde hies es dann immer „… Hat wieder geärgert“. Sie haben dann sogar später quasi eine Extra „Meckerstunde“ samt „Meckerkasten“ eingerichtet, um „mich zu rügen“. War für viele natürlich eine lustige Geschichte irgendwelche Beschuldigungen in den Kasten zu werfen und zu schauen, wie ich von der Lehrerin zurechtgerückt wurde.
So richtige Freunde konnte ich dort eher wenig finden.
Als ich dann auf die Berufsschule kam, dachte ich mir „Super, hier kennt dich niemand und alle Chancen sind wieder offen“.
Doch auch das ging in die Hose. Obwohl ich mich meist nur mit in die Gruppe zu stellen versuchte, löste diese sich dann bald auf, oder es wurde nur Schorf gesagt, das ich doch abhauen soll.
Die restlichen Jahre verbrachte ich die Pausen dann lieber alleine und für mich.

Bis heute bin ich Single geblieben (Partner ist irgendwie nix für mich. Habs mal ausprobiert.) und lebe ganz glücklich vor mich hin.
Ich bin ein netter hilfsbereiter Mensch und stehe niemanden im Weg. Also nix mit dem „Feindbild Einsamer Mensch“ der irgendwann Amok läuft und Menschen isst :smiley:

Definitiv eine Tendenz zum Einzelgänger ist da. Aber kann man als solcher „Geboren werden“ ? Weil ich halt immer so ein Eigenbrödler war.
Sollte man eigentlich was dagegen tun ?

Vielleicht kennen sich ja Leute damit aus.
Danke schon im voraus für alle Informationen.
Gruß
Andreas

Hallo Andreas!

Zu einem Teilaspekt meine Antwort bzw. eigene Erfahrung:
Ja, es gibt unterschiedliche Typen von Menschen in Bezug auf den Umgang mit Beziehungen. Und ja, dieses Verhalten tritt in meinen Augen sehr früh in Erscheinung.

Ich bin durchaus ein rel. unsozialer Mensch. Ich pflege wenige Beziehungen, bei denen, die ich pflege, ist mir allerdings eine besondere Tiefe wichtig. Es macht mir wenig aus, alleine zu sein, ich hasse Vereine, ich hasse Massenveranstaltungen, ich hasse jegliche kollektive Bespaßung.
Dieses Verhalten lege ich seit frühester Jugend an den Tag. Ich hatte nie eine Clique bzw. wenn ich in einer Clique war (durchaus, durchaus), dann nur wegen einer Bezugsperson darin, der Rest war mit ziemlich schnurz. Ich hatte mein ganzes Leben tiefe, aber eben einzelne Freundschaften.

Meine Eltern erzählen mir, dass ich bereits als Säugling mir selbst genug war. Ich konnte wunderbar mitten in die Familie gebracht werden und doch nur den Wind in den Bäumen durchs Fenster beobachten ohne Interaktion mit der Restfamilie. Ich musste nie bespaßt werden, ich konnte mich immer gut selber beschäftigen.

Mag sein, dass hier der Übergang zu einer autistischen Störung fließend ist. Ich habe allerdings schon so häufig Menschen mit ähnlicher Einstellung getroffen, dass ich kaum glaube, ich sei krankhaft unnormal:wink:

Wirklicher Außenseiter war ich allerdings tatsächlich nie. Auch jetzt schwimme ich trotz dieser Haltung rel. erfolgreich mit im Leben und finde immer rechtzeitig die wichtigen Beziehungen, um meine nächsten Schritte zu gehen. Vertriebler oder Politiker werde ich aber wohl besser nicht:wink:

Grüße
Jürgen

auf jeden fall wird man geboren!
hi,

bewegende geschichte!

zur frage: studien zeigen auf jeden fall genetisch bedingte temperamentsunterschiede und charaktereigenschaften, die uns schon in die wiege gelegt werden. so kann es natürlich sein, dass du ein typ bist, der sich eher zurückzieht.
es ist aber nicht eindeutig belegtbar, das diese biologische ausstattung auf deiner erbinformation für deine charakterstruktur verantwortlich ist. die fachwelt legt sog. „biopsychosoziale“ entwicklungsfaktoren zugrunde, d.h. man wird mit seiner ausstattung geboren, macht eine individuelle entwicklung durch und andere beeinflussen einen dabei. das gehört in der tat alles dazu!

eins ist sicher: der mensch wird abhängig und ausgelifert geboren, ist deshalb in der ersten lebenszeit auf rundumversorgung -und damit auf andere!- angewiesen. wer in dieser zeit erfährt, dass die anderen eher schlechte partner sind, wird sie später kaum in sein leben einbinden wollen.

man kann als der absolute partyhengst geboren werden und die kindheit kann so einschränkend und ungünstig verlaufen, dass man zum eigenbrödler wird. das leben und auch untersuchungen aus psychotherapieprozessen zeigen aber die nachformbarkeit des gehirns bis ins alter. man kann also seine strukturen und verhaltensweisen ändern und neue erfahrungen suchen, die einen wiederum verändern.

eine für mich interessante frage über dich wäre: wo möchtest du der typ bleiben, der du bist, weil eben irgendwo deine „mitte“ ist, und wo leidest du und möchtest dich eigentlich verändern oder etwas verbessern?

ich kann dir nur sagen: es ist möglich und die beantwortung der frage nach der entstehung des eigenen tys wird dich da eher nicht weit bringen. interessant ist sie aber trotzdem.

Hallo !

Hallo Andreas,

Zwischen Außerseiter und Einzelgänger gibt es, wie es mir scheint, einen Unterschied. „Außerseiter“ ist derjenige, der von anderen „nach außen“ verdrängt wird. „Einzelgänger“ wählt dagegen selbst diese Position, bei der er „einzeln gehen“ kann/will.

Daraus resultiert, dass man als Außerseiter nicht geboren wird, sondern es im Laufe des Lebens wird.

Angeboren sind uns lediglich bestimmte Charakterneigungen. Diese werden zum Teil genetisch bedingt. Es handelt sich dabei um unsere Reaktionen auf die Umwelt.

Unterschieden werden unter anderem „extravertierte“ und „intraventierte“ Menschen.

Ein „Extravert“ lebt, wie der Wortteil „Extra“ schon sagt, eher nach „außen“ gerichtet. Es macht ihm Spaß, mit den Menschen zusammen zu sein. Es ist ihm sogar sehr wichtig.

Ein „Intravert“ ist nach „innen“, in sich gerichtet. Er lebt in und von seiner inneren Welt. Solche Menschen sind auf die Anwesenheit anderer nicht sonderlich angewiesen, um sich glücklich zu fühlen.

Jetzt zu Deiner Geschichte:

Sie liest sich für mich so, als ob du immer versucht hättest, den Kontakt zu den Menschen zu finden, und immer abgewiesen wurdest. Deine Versuche gestalteten sich allerdings als recht heftig. Vielleicht brauchtest du mehr Aufmerksamkeit, als man dir schenkte, und wolltest um jeden Preis und mit jeden Mitteln diese Aufmerksamkeit erregen. Was dir auch die Bezeichnung „schwer erziehbar“ einbrachte. Es gab wohl damals niemanden, der dir hätte erklären können, dass es auch andere Wege gibt, akzeptiert zu werden. Deswegen hat sich dein Verhalten - ich nehme an, es ging in Richtung „Laut werden“, „Viel reden“ usw. aber auch deine Hilfsbereitschaft (vielleicht wurde die angebotene Hilfe von den anderen als etwas aufdringlich empfunden, man kann nie wissen) - verfestigt, so dass auch der Wechsel in die Berufsschule keine nennenswerte Änderung und Erleichterung mit sich brachte. Wie auch übrigens die Beziehung, die du versucht hast, zu haben.

Nun haben wir mit deinen 33 Jahren ein „Bouquet“ aus Mangel an Zuwendung und Aufmerksamkeit und wohl auch Minderwertigkeitsgefühlen, so dass deine Lebensgeschichte sehr traurig und deine Frage sehr verzweifelt klingt.

Wenn dir deine Position des Außerseiters gefällt - und es gibt durchaus Menschen, die damit sehr gut leben können und sich sogar bewusst so positionieren, - dann brauchst du nichts ändern.

Wenn du meinst, etwas ändern zu müssen, dann solltest du bei dir selbst anfangen. Dich selbst beobachten, deine Kindheitserlebnisse einer Revision unterziehen (was gab damals, was gut war, was schlecht war, was hast du vermisst? usw.). Generell funktioniert das zwischenmenschliche Leben so, dass die Menschen - so ist es nun mal - viel lieber selbst reden als zuhören, und dass sie nicht mögen, wenn man ihnen zu nahe tritt (und sei es in den wohlgemeintesten Absichten).

Ansonsten mach dir keine Sorgen, es gibt viele „Außerseiter“, „Einzelgänger“ und „komische Kautze“, die von der Umgebung als „nicht von dieser Welt“ gesehen werden. Na und?

Hallo

Ein Unterschied zwischen Außenseiter und Einzelgänger gibt es sicher. Aber auch eine Verbindung. Bei mir war es wohl so, das ich von den anderen nicht akzeptiert wurde und dadurch zum Einzelgänger wurde.
Wenn man nämlich nicht mehr versucht sich in irgendwelche Gruppen „hereinzudrängen“, dann geht man als Einzelgänger einfach besser, weil man vor Enttäuschungen geschtützt ist.

Dein Charakterprofil stimmt schon ganz gut.
Ich habe wirklich lange versucht mit Menschen „Kontakt aufzunehmen“. Vermutlich aber zu heftig. Dazu kommt natürlich auch noch, das ich damals immer der „dickste“ gewesen bin und auch keine „Markenklamotten“ angezogen habe. Der eini oder andere weiß ja, was das bedeuten kann.
Die Lage derzeit ist so, das ich zwar bei vielen Leuten in meiner Umgebung (Kollegen und so) sehr beliebt bin (wegen meiner Hilfsbereitschaft und meinen großen Humor und die Fähigkeit immer gut gelaunt zu sein), doch in meiner Freizeit bin ich dann doch lieber für mich allein. Einladungen zu Partys und „Unternehmungen“ lehne ich zumeist dankend ab. Menschen die sich mir als „Freund vorstellen“, sehe ich mit Misstrauen an.
Das liegt vermutlich daran, das ich bisher von Freunden meistens nur ausgenutzt oder „geduldet“ wurde.

Das mit dem „Ändern“ ist so eine Sache. Natürlich geht das nur von einem selbst aus. Das schöne ist, das ich auch meine Fehler kenne und wüsste was ich ändern müsste. Die Sache ist bei mir aber die, das ich denke, das es sich nicht „lohnt“ sich der Gesellschaft anzuschließen.
Alleine lebte man irgendwie mehr im Frieden mit sich und der Welt.
Natürlich gibt es Augenblicke da möchte man nicht alleine sein. Auch ein tiefes inneres Gefühl nach Glück und Harmonie in einem netten Bekanntenkreis oder gar eine Freundin wäre schon schön. Aber sobald ich daran denke kommen mir die ganzen negativen Erinnerungen der Vergangenheit hoch und ich lege noch schnell ein paar Steine auf die innere Mauer.
Im Moment halte ich „reden“ (bzw. schreiben) für nicht ganz unwichtig. Ob und was es bringt werden wir sehen.

Hallo !
Danke für die Antwort.
Da ich mich jetzt aber - in Bezug auf meinen Charakter - jetzt nicht unnötig wiederholen möchte, verweise ich auf die Antwort, die ich Jarolep gegeben habe.

Gruß
Andreas

Hallo !
Kann man eigentlich als deutlicher „Außenseiter“ oder wie ich
es gerne nenne „Einzelgänger“ geboren werden ?

Ja sicher. Also genetische Anlagen wie z.B. ADS, Hochbegabung oder was es da sonst noch alles gibt, machen auf jeden Fall zumindest ein Außenseiter-/Einzelgängertum wahrscheinlicher.

Aber obs bei dir nun genetisch ist,oder Sozialisationsbedingt, lässt sich nicht sagen. Kann ja auch genauso ne frühkindliche Pägung sein, wie was angeborenens, was sich dann durch die Erlebnisse, die du gemacht hast immer mehr verfestigt hat.

Na wenns im echten Leben nicht klappt, dan versuchs halt mal über Internetforen oder so. (Außenseiter können eh am besten untereinander befreundet sein, find ich aus eigener Erfahrung)
Wobei es sich so anhört als würde es auch schon reichen, wenn du dein Misstrauen etwas loswerden kannst, weil die Leute in deiner Umgebung dich ja scheinbar schon mögen. Wenn du Angst hast ausgenutzt zu werden, gibts eigentlich nur einen sinnvollen Weg. Sei etwas weniger hilfsbereit, also halt nur noch in nem normalen Maß (kanns sein, dass du zum Teil so bist, weil du meisnt anders mögen dich die Leute nich, oder schließen dich eben aus?) und verlang halt auch etwas mehr von den anderen, lass dir selbst auch mal von ihnen helfen. Dann merkste ja ob sie dich wirklich nur ausnutzen wollen (was wohl höchstens bei ganz wenigen so sein wird) oder ob sie dich weiterhin leiden können.

Sei etwas weniger hilfsbereit, also halt nur
noch in nem normalen Maß (kanns sein, dass du zum Teil so
bist, weil du meisnt anders mögen dich die Leute nich, oder
schließen dich eben aus?) und verlang halt auch etwas mehr von
den anderen, lass dir selbst auch mal von ihnen helfen. Dann
merkste ja ob sie dich wirklich nur ausnutzen wollen (was wohl
höchstens bei ganz wenigen so sein wird) oder ob sie dich
weiterhin leiden können.

Das ist so eine Sache. Tatsächlich bin ich ein schlechter „Nein“-Sager. Ich bin „zu doof“ zum lügen. Mir sieht man das sofort an, also lasse ich das von vornherein sein.
Und deswegen wird meist jede Frage der Hilfe mit einem „Ja“ beantwortet. Da wird man schon mal von „Freunden“ Nachts um 0:30 Uhr aus dem Bett gescheucht um sie von 20km weitem Ort abzuholen, weil es regnet und kein Geld für Bus und Taxi zur Verfügung steht.
Dieses „beantworte“ ich dann damit, das ich mich von diesen Leuten zurückziehe.
„Mir helfen lassen“ ist wieder so eine Sache. Wenn ich Hilfe brauche und mich an diese wende - und sie mir vielleicht sogar helfen - habe sie gleich einen Grund zu sagen „Ja, ich habe dir doch auch mal geholfen“.
Und wenn ich mal für irgend etwas Hilfe brauche (eben solche Dinge, die man entweder nicht alleine machen kann, oder ich die Mittel nicht habe die ein anderer hat), dann werde ich wieder Supermisstrauisch, wenn dieser sagt er hätte keine Zeit oder Möglichkeit. Dann weiß man nie, ob es stimmt, oder ob es eine Ausrede ist.
Alles nicht so einfach, oder ?

Hallo Alpha,

ich stimme Dir zu, dass vieles an Verhaltensweisen angeboren, bzw.
auch durch das engste soziale Umfefeld geprägt wird. Wer ein
Elternhaus hatte, wo Freunde stänig ein und ausgehen, Geschwister
toben und ein allgemein freudiger Trubel herrscht, wird wohl ohne
große persönliche Probleme nicht zum Einzelgänger mutieren. Umgekehrt
wird ein Einzelkind, dass beispielsweise ältere, ruhige Eltern hat,
die vielleicht viel lesen und statt mit dem Kind Vereine und
Spielplätze besucht leiber in den Wald geht oder malt wahrscheinlich
nicht ein „Partyhengst“, wie du es so schön beschreibst werden.

Wobei ich mir durchaus vorstellen kann, dass ein Kind, dass ständig
mit Geschwistern durch die Kindheit zieht, Eltern hat, die ständig
eine neue Attraktion für ihre Sprößlinge sucht, aber den Wunsch hat,
mal allein zu sein, sich später anders entwickelt und eher die Ruhe
sucht als den Trubel. Es muss ja nicht gleich Sozialphobie daraus
werden.

Meine Gedanken dazu:
Die Gesellschaft urteilt gern in gut und vielleicht nicht unbedingt
gleich böse, aber zumindest ab der (oberflächlichen) Norm.
Der Partyhengst ist der Normale und der Eigenbrödler der Unnormale.
Warum ist das so? Ich finde es nicht bedenklich, wenn einer gern für
sich sein möchte. So soll es ja einer der höchsten Stufen des
Spiritualität sein, die Kraft aus sich selber zu schöpfen und nicht
ständig von außen zu reagieren.
Der Partyhengst ist unterhaltsam, spaßig und mit ihm ist immer was
los. Ich habe aber nicht selten erlebt, dass gerade diese Menschen
oft große Schwierigkeiten haben Zeit mit sich selber zu verbringen.

Solange ein Mensch mit sich und seinem Umfeld, wie intensiv und groß
dieser auch sein mag, zufrieden ist, spielt es keine Rolle, ob jemand
lieber Einzeln oder in Gruppen auftreten mag.

Viele Grüße

1 „Gefällt mir“

Hallo,
nur eine kleine Anmerkung: man geht davon aus, dass ADS und
Hochbegabung höchstens 50% genetisch bedingt sind.

Viele Grüße

Hallo Andreas!

Ein klein wenig off topic, da es mir nicht mehr um die Frage nach dem „wird man als Außenseiter geboren?“ geht.
Aus der Antwort, die du Jarolep gegeben hast, lese ich heraus, dass es schon eine Sehnsucht von dir ist, mehr am „gesellschaftlichen Leben“ teilzunehmen. Vielleicht nicht im Sinne von großen Partys u.ä. sondern bzgl. eines Freundeskreises.
Im Nachhinein lese ich diesen Wunsch bereits in deiner Ausgangsfrage. Wenn du deinen „Zustand“ als gegeben akzeptieren würdest und zufrieden mit deinem Sein wärst, würdest du dich wahrscheinlich nicht mit der Frage beschäftigen, ob dein „Außenseiterdasein“ genetisch bedingt ist oder nicht.
Die Antwort, wie es diesbezüglich um dich bestellt ist, hast du ja inzwischen herausgefunden

Bei mir war es wohl so, das ich von den anderen nicht akzeptiert wurde und dadurch
zum Einzelgänger wurde.

Nun stellt sich die Frage, ob du diesen Zustand so akzeptieren willst, weil

ich denke, das es sich nicht „lohnt“ sich der Gesellschaft anzuschließen

und

man als Einzelgänger vor Enttäuschungen geschützt ist

oder doch lieber etwas änderst, um

ein tiefes inneres Gefühl nach Glück und Harmonie und eine Freundin

zu finden?

Bei deiner Entscheidung vergiss nicht, dass es immer nur ein Spiegel deiner Selbst und Ausdruck deines Erlebens, deiner Sicht ist, wie du dein Umfeld wahrnimmst.

Menschen die sich mir als „Freund vorstellen“, sehe ich mit Misstrauen an.

DU musst deiner Umgebung Vertrauen schenken, dann erhältst du es auch zurück (wenn wahrscheinlich auch mit einigen Fehlschlägen).

Das liegt vermutlich daran, das ich bisher von Freunden meistens nur ausgenutzt oder „geduldet“ wurde.

  1. DU suchst dir deine Freunde aus! DU gestaltest deine Freundschaften mit!
  2. Es könnte deine Wahrnehmung/ Interpretation sein.

dass ich denke, dass es sich nicht „lohnt“, sich der Gesellschaft anzuschließen.

  1. „Die“ Gesellschaft „beinhaltet“ auch Individuen, die „anders gestrickt“ sind als die Mehrheit. Auch wenn man sich „anders“ erlebt als diese Mehrheit, so findet man dennoch immer den ein oder anderen, der doch ähnlich gestrickt ist wie man selbst. Tut man dies nicht, so kann das meiner Meinung nach nur daran liegen, dass man entweder nicht offen oder nicht authentisch genug ist.
  2. Daraus folgt, es lohnt sich vielleicht nicht, sich „der Gesellschaft“ anzuschließen, aber dies schließt den Wunsch nach wärmenden Freundschaften, nach Liebe und Zärtlichkeit ja nicht aus.
  3. „Die Gesellschaft“, sind das nicht auch deine Arbeitskollegen, mit denen du dich sehr wohl fühlst?!

Man hat immer Angst davor, sich zu verändern, weil das, was da kommt, einem unbekannt ist (die Angst vor dem „Sprung ins kalte Wasser“ - und siehe da, das Wasser ist warm :smile:).

Gute Voraussetzungen sind dir gegeben

Das schöne ist, dass ich auch meine Fehler kenne und wüsste was ich ändern müsste.

du musst dich nur entscheiden, ob du nochmal einen Versuch starten willst - bitte neuen Startplatz suchen :smile: - oder ob du dich bis zu deinem Lebensende mit deinem Lebensgefühl arrangieren kannst.

Alleine lebt man irgendwie mehr im Frieden mit sich und der Welt.

Klar, aber ist das nicht wie ein Frieden hinter dicken Burgmauern?

ich lege noch schnell ein paar Steine auf die innere Mauer

Ich wünsche dir das Beste!!
Grüße, jeanne

Hallo Jeanne!

Die Sache geht ja etwas tiefer. Es ist ja nicht so, das mich „einmal“ ein Freund enttäuscht hat, oder mal ne Beziehung schlecht gelaufen ist.
Natürlich versuche ich immer zu schauen, wer wohl „nett“ ist. Doch bei der kleinsten Geste die nicht richtig überschaubar ist, wendet man sich schon wieder ab. Das passiert natürlich noch mehr, wenn man jedes Wort mit der Goldwage spaltet und in drei Hälften nebeneinander legt.

Ich weiß ja, das ich innerlich „verkorkst“ bin. Und ich weiß auch, das sich das niemand so gerne antut.
Ist ja auch schon oft genug gewesen, das wer sagte „Ich lass dich nicht im Stich, ich würde dich nie enttäuschen“. Naja. Sind ja auch alle weg.

Auf der einen Seite sehne ich mich ab und an nach einer „Zärtlichen Umarmung“ und so.
Was mich dabei aber erschreckt ist, das diese Sehnsücht langsam auch nachlassen.
Ich habe früher immer vor dem Einschlafen gerne an eine „perfekte Beziehung“ gedacht. Habe mir ausgedacht wie schön das ist, wenn nun jemand bei mir wäre und so. Eben „Liebesgeschichten ausgedacht“, wenn man so will.
Und das ist jetzt kaputt. Das kann ich nicht mehr. Immer wenn ich damit anfange kommen plötzlich irgendwelche Ängste hoch, oder die Fantasie spielt die Geschichte so weiter, wie sie möglicherweise enden könnte.
Das sind so Punkte die mir wirklich Angst machen, das ich irgendwann absolut keinerlei Gefühl für irgendjemand entwickeln kann.

Aber einfach auf einen Knopf drücken und sagen „Dann mach halt was anders“ ist leider nicht so einfach.

Gruß
Andreas

*

Was ? Wo ?
Nix bekommen :frowning:

Hallo,
nur eine kleine Anmerkung: man geht davon aus, dass ADS und
Hochbegabung höchstens 50% genetisch bedingt sind.

Viele Grüße

Hey,

Kannst mir Literaturhinweise dazu nennen, würde mich interessieren.

Hab bis jetzt nämlich nur anderes gelesen, würd mich aber auch eines besseren belehren lassen.
Also ADS hab ich einiges gelesen und da hies es überall es ist wohl genetisch aber die Sozialisation ist mitverantwortlich wie stark es ausgeprägt ist und wie sehr es eben als Nachteil empfunden wird oder wie gut damit umgegangen werden kann, es kompensiert werden kann…

Und Hochbegabung kenn ich mich nicht so aus, weiß nur dass Intelligenz halt teilweise genetisch bedingt ist und somit dann auch die Hochbegabung. Aber wieviel Prozent, keine Ahnung, na da magste dann wohl rcht haben. Wobei ich glaub mich daran erinnern zu können, dass der Dozent davon sprch, dass Forscherkreise sich nicht drüber inig sind wieviel der IQ genetisch und wieviel frühkindlich sozialisationsbedingt sei,jedenfalls bei Erwachsenen nur wenig durch lernen beeinflussbar.

Das ist so eine Sache. Tatsächlich bin ich ein schlechter
„Nein“-Sager. Ich bin „zu doof“ zum lügen. Mir sieht man das
sofort an, also lasse ich das von vornherein sein.
Und deswegen wird meist jede Frage der Hilfe mit einem „Ja“
beantwortet. Da wird man schon mal von „Freunden“ Nachts um
0:30 Uhr aus dem Bett gescheucht um sie von 20km weitem Ort
abzuholen, weil es regnet und kein Geld für Bus und Taxi zur
Verfügung steht.
Dieses „beantworte“ ich dann damit, das ich mich von diesen
Leuten zurückziehe.

OK, du kannst nicht Nein sagen, fällt mir auch manchmal schwer. Sich zurückziehen ist aber keine Lösung.Also entweder du sagst den Leuten schon vorher dass du bei sowas schlecht nein sagen kannst, dir die Leute dann aber unsympathisch werden, weil du das Gefühl hast ausgenutzt zu werden, dann werden die nämlich 3 mal überlegen ob sie dich mitten in der Nacht anrufen.
Also kannste ja ganz einfach exemplarisch erzählen jemand hat dich um sowas gebeten und du hast dich so geärgert… Oder halt offen und ehrlich das als Charaktereigenschaft beichten, darf ja jeder seine Schwächen haben :wink:

„Mir helfen lassen“ ist wieder so eine Sache. Wenn ich Hilfe
brauche und mich an diese wende - und sie mir vielleicht sogar
helfen - habe sie gleich einen Grund zu sagen „Ja, ich habe
dir doch auch mal geholfen“.

Ja kenn ich den Gedanken, bitte andere auch ungern um Hilfe. Aber siehst mal so, dazu wird es nicht kommen, weil du den Leuten ja sowiso helfen würdest,sie müssen das garnicht sagen. Oder frag eben solche um Hilfe, denen du auch mal geholfen hast, wenn du dich da noch nicht ganz zurückgezogen hast. Einam ablehnen mach dir keinen Kopf, aber du musst schon nochmal fragen und sei es nur als Test. Wenns aber öfter vorkommt und sie weiterhin Hilfe von dir wollen, dann Abstand nehmen.

Und wenn ich mal für irgend etwas Hilfe brauche (eben solche
Dinge, die man entweder nicht alleine machen kann, oder ich
die Mittel nicht habe die ein anderer hat), dann werde ich
wieder Supermisstrauisch, wenn dieser sagt er hätte keine Zeit
oder Möglichkeit. Dann weiß man nie, ob es stimmt, oder ob es
eine Ausrede ist.

Na ist klar, weil du dir so selten helfen lässt bist du nicht dran gewöhnt. Mit der Zeit lrnst du schon unterscheiden.
Üb einfach mal, kann ja auch mit kleinen Dingen erstmal sein, die eigentlich nicht wichtig für dich sind, dann bist auch nicht so schnell enttäuscht.

Alles nicht so einfach, oder ?

Ne einfach nicht, aber machbar. Versuchs einfach, ja? Mensch fühlt sich echt besser wenn das ein bisschen mehr im Gleichgewicht ist :wink:

Viel Glück.

OK, du kannst nicht Nein sagen, fällt mir auch manchmal
schwer. Sich zurückziehen ist aber keine Lösung.Also entweder
du sagst den Leuten schon vorher dass du bei sowas schlecht
nein sagen kannst, dir die Leute dann aber unsympathisch
werden, weil du das Gefühl hast ausgenutzt zu werden, dann
werden die nämlich 3 mal überlegen ob sie dich mitten in der
Nacht anrufen.
Also kannste ja ganz einfach exemplarisch erzählen jemand hat
dich um sowas gebeten und du hast dich so geärgert… Oder
halt offen und ehrlich das als Charaktereigenschaft beichten,
darf ja jeder seine Schwächen haben :wink:

Das ist ja so eine Sache. Wenn ich das jemand erzähle (tu ich wohl, wenn ich „vertrauen“ gefunden habe), dann ändert das ja nichts an meinem Denken.
Im Gegenteil. Prinzipiell gebe ich demjenigen dann ja eine „Anleitung zum Übers Ohr Hauen“ in die Hand.
Ist aber auch nicht gerade so, das hier Pausenlos das Telefon klingelt, weil irgendjemand irgendwas will (Außer irgend welche Versicherungsvertreter *g*)
Prinzipiell helfe ich ja auch gerne. Aber wenn das ganze dann zu Einseitig wird, blocke ich halt schon mal ab.
Ich weiß nicht, ob meine Einstellung falsch ist, aber ich finde, das jede Leistung meinerseits mit einer Leistung „dererseits“ gekontert werden sollte um einen vernünftigen Ausgleich zu schaffen.
Also wenn ich etwas tue, ist der andere dran mit einem Gefallen. Oder derjenige lädt mich zum Dank zum Essen ein oder so.
Sicher etwas selbstsüchtig, aber dann hat man halt nicht so das Gefühl einfach nur „ausgenutzt“ zu werden.

Aufgrund meines „Einzelgänger-Lebens“ bin ich natürlich auch auf dieses eingestellt. Ist eigentlich auch selten, das ich Hilfe brauche. Das sind ja nur Sachen, wo man sich entweder selber nicht auskennt oder aufgrund der Gegebenheiten keine Möglichkeiten hat (also wenn man ein großes Auto braucht oder so was). Das kommt ja selten vor.
Ich kann ja keine Situationen erschaffen nur um mein Bekanntenkreis „zu prüfen“.

Es ist ja auch nicht nur die Sache mit dem Ausnutzen.
Es ist einfach kein Vertrauen mehr da.
Die Vergangenheit hat mir ja oft gezeigt, das dir vorneherum nett ins Gesicht gelächelt wird und hintenrum wird über dich gelästert.
Dem möchte ich schon aus dem Weg gehen.
Sollen sie hinter mit lästern. Aber wenn du dann von einem anderen hörst, das „dein Kumpel“ schlecht über dich redet, dann ist das schon etwas härter.

Kommt ja so alles zusammen und ist ja auch nichts, was „mal einmal“ und „kürzlich“ passiert ist. Das zieht sich ja über das ganze Leben hinweg und scheint so langsam „Früchte“ zu werfen.

Gruß
Andreas

Hallo Andreas,

Ich vermute jetzt mal, dass es zumindest einen Fall in deinem Leben gab, wo du das Gefühl hattest, „verraten“ zu werden, und dass von jemandem, von dem du dachtest, er stünde dir an nächsten. Verrat hinterlässt Narben auf der Seele, die schlecht heilen.

Dass du dich dann immer wieder zurückziehst und Angst hast, Gefühle für jemanden zu entwickeln, dich quasi zu „öffnen“ und „fallen zu lassen“, ist die Folge. Du hast Angst, dass du wieder diesen Schmerz spürst, der fast physisch ist.

Willst du aus diesem „Teufelskreis“ raus, musst du deinen ganzen Mut sammeln und es nochmal versuchen. Dabei solltest du dich von deiner Erwartungsstellung grundsätzlich befreien.

Diese Erwartungsstellung äußert sich bei dir auf zweierlei Weise (auch wenn es dir nicht bewusst ist):

  1. Zum Einen rechnest du immer mit einer Hinterlist, deswegen reagierst du auf manche Worte oder Handlungen sehr sensibel - dabei kann es durchaus sein, dass die Menschen, von denen diese Worte oder Handlungen ausgehen, sich nicht einmal bewusst sind, dich gekränkt zu haben.

Du legst viel Wert auf Worte wie „Freund“, „Freundschaft“ und „nicht im Stich lassen“. Und das ist gut und richtig so. Leider haben diese Begriffe in der heutigen Welt an diesem Wert etwas verloren. Wenn also jemand „Freund“ sagt, heißt es oft übersetzt „Kumpel“ oder „Bekannter“. Davon ausgehend solltest du auch handeln - also nicht erwarten, dass derjenige, der sich dein „Freund“ nennt, sich auch wirklich wie „Freund“ - diesmal in deinem Sinne - verhält. Dadurch können auch seine Worte und was er tut, relativiert werden.

Ich weiß ja, das ich innerlich „verkorkst“ bin. Und ich weiß
auch, das sich das niemand so gerne antut.

Gut, dass du es dir bewusst bist. Hab dann auch etwas „Nachsicht“ mit den Leuten.

Ist ja auch schon oft genug gewesen, das wer sagte „Ich lass
dich nicht im Stich, ich würde dich nie enttäuschen“. Naja.
Sind ja auch alle weg.

Das ist es, was ich meinte. Du wartest schon fast darauf, dass du in Stich gelassen und enttäuscht wirst. Das ist kein besonders günstiger Weg in die Welt zurückzufinden. Denn es kann so weit kommen, dass du dich schon auf kleinsten Anzeichen einer „Enttäuschung“ konzentriest, du sehnst sie beinahe herbei - sonst stimmt dein Weltbild nicht mehr, und es ist verwirrend.

Besser wäre es, wenn du nicht daran denkst, sondern der Zukunft gegenüber offen stehst. Lass dich doch einfach überraschen, was kommt.

Auf der einen Seite sehne ich mich ab und an nach einer
„Zärtlichen Umarmung“ und so.
Was mich dabei aber erschreckt ist, das diese Sehnsücht
langsam auch nachlassen.

Die Sehnsüchte lassen nicht nach. Du verdränsgt sie nur. Aber sie werden immer in dir bleiben. Versuch sie doch zu leben! Fantasiere deine Geschichten weiter und kalkuliere auch ein glückliches Ende mit!

Das sind so Punkte die mir wirklich Angst machen, das ich
irgendwann absolut keinerlei Gefühl für irgendjemand
entwickeln kann.

Da wären wir fast bei der zweiten Art deiner Erwartungsstellung. Du erwartest eine Reaktion von den Menschen. Vielleicht ein „Danke“ oder ein „ich liebe Dich auch“. Kommt sie nicht, ziehst du dich verständnislos wieder zurück.

Auch hier solltest du deine Erwartungen überdenken. Die Menschen verpflichten sich nur ungern. Und jemandem dankbar sein oder „ich auch“ sagen, ist eine Verpflichtung - speziell in deinem Fall, da man deine Erwartung buchstäblich spürt.

Interessanterweise ist es so, dass sobald man kein „Danke“ mehr erwartet, es von diesem „Danke“ nur so regnet.

Aber einfach auf einen Knopf drücken und sagen „Dann mach halt
was anders“ ist leider nicht so einfach.

Mit auf dem „Knopf drücken“ geht es natürlich nicht. Das kannst du gleich vergessen. Alles, was irgendwie mit seelischen oder emotionellen Problemen zusämmenhängt, braucht sehr lange Zeit.

Ich habe dir schon geschrieben, dass wenn du etwas an deiner Situation ändern willst, musst du bei dir anfangen. Du musst es wirklich WOLLEN, viel Geduld haben und auch angesichts Rückschläge und weiterer Enttäuschungen nicht kehrt machen. Nur so geht es. Zu sagen „Es lohnt sich sowieso nicht“ ist natürlich einfacher und bietet sich nur so an. Aber denke mal nach: Jetzt bist du 33-34, wo willst du in 10, in 20 Jahren stehen? Zurückgezogen in deinem Haus, misstraurisch der ganzen Welt gegenüber, umgeben von Änsgten und Trübsal?

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Hallo !

Leider gab es nicht nur einen Fall, sondern mehrere Fälle. Prinzipiell eigentlich jeder Fall… Und das prägt nun mal.

Ob man bei mir unbedingt von „Angst“ und „Schmerz“ reden kann weiß ich irgendwie nicht. Auf der einen Seite sicher, aber auf der anderen Seite ist man schon sehr „abgeschottet“.
Ich erwarte von Menschen schon gar nichts anderes mehr. Dann kann man ja auch nicht mehr enttäuscht werden.
Das mit dem „öffnen“ ist bei mir eigentlich kein großes Problem (wie man sieht). In erster Linie hilft es mir ja und da kann es mir im Grunde genommen egal sein, was der andere mit den Informationen macht.
Blöd ist das dann nur, wenn irgendeiner kommt und sagt „Ich bin dein Freund, ich werde das niemals mit dir machen“. Meistens dann auch noch Leute, die man gerade erst kennengelernt hat und ein halbes Jahr später wollen sie dann doch nichts mehr mit dir zu tun haben.

Für mich ist ein „Freund“ jemand auf dem man sich immer verlassen kann und der für einen da ist. Für einen Freund (ja, einen hab ich zum Glück) bin ich auch sofort da und er auch. Da braucht man auch nix zu sagen, der kommt dann einfach, weil er merkt, das was nicht stimmt.
Aber das hat auch erstmal 5 Jahre gedauert bis ich den „an mich ran gelassen habe“. Und die meisten wollen eben nicht so lange warten und verziehen sich dann wieder (was ich eigentlich auch verstehen kann).
Ein „Kumpel“ ist eben so Leute die man irgendwie kennengelernt hat, mal zum Geburtstag hingeht und die - in meinem Empfinden - erst noch Beweisen müssen, das sie es wert sind „Freund“ genannt zu werden.

Übrigens: Wenn man als „Mann“ sagt „mein Freund“ kann man das allerdings auch schnell falsch verstehen, deswegen benutzt man das wohl auch heutzutage weniger. :smile:

Also ich grübel oft darüber nach, wie irgendwas wohl gemeint ist. Was der andere wohl gedacht hat und was ich mit den Informationen machen soll. Das blöde ist eben, das man den Leuten nur vor den Kopf gucken kann.
Und der ein oder andere weiß vielleicht auch wie „verlogen“ manche Leute sind. Manchmal einfach weil sie so sind, andernmal weil sie meinen dir nicht weh tun zu wollen und halt so tun, als ob sie dich mögen, oder deine Handlung toll finden.

Stimmt schon. Ein normales Leben mit Frau und Familie habe ich bereits zu den Akten gelegt.
Ein Fünkchen Hoffnung ist zwar immer noch tief drin, aber das bekomme ich sicherlich auch noch kaputt :cry:

Naja. Ich erwarte jetzt nicht, das sich jemand in mich verliebt nur weil ich mal eine Kiste Sprudel ins Auto gehoben habe. Aber ich pflege stets einen netten, hilfsbereiten und Höflichen Umgang mit meinen Mitmenschen. Und das selbe verlange ich doch auch nur.
Irgendwie Suggestiere ich wohl auch Hilfsbereitschaft. Als ich letzte Woche eine Tagesreise nach Helgoland gemacht habe, habe ich für Viele Paare Fotos auf ihrer Digicam gemacht :smile:

Tja, wo ich wohl in 20 Jahren stehe weiß ich noch nicht.
Im Moment habe ich noch zwei Bezugspersonen zu denen ich vollstes Vertrauen habe und für dich meine Hand ins Feuer legen würde.
Wenn diese Bezugspersonen fehlen, könnte es ganz schön schlimm werden.

Abschließend möchte ich allerdings auch noch sagen, das meine Interessengebiete nicht „Standard“ sind.
Also Disco und „Ausgehen“, oder Partys sind absolut nicht mein Ding.
„Geselliger Abend“… Ist für mich immer irgendwo „Zeitverschwendung“. Dadurch bleibt natürlich nicht mehr viel „Handlungsbedarf“.
Ich bin wohl ein wenig wie ein Bär, der am liebsten in der Höhle sitzt und ab und zu mal nach draußen läuft :smile:

Gruß
Andreas

Das ist ja so eine Sache. Wenn ich das jemand erzähle (tu ich
wohl, wenn ich „vertrauen“ gefunden habe), dann ändert das ja
nichts an meinem Denken.
Im Gegenteil. Prinzipiell gebe ich demjenigen dann ja eine
„Anleitung zum Übers Ohr Hauen“ in die Hand.

Erzähls doch schon bevor du vertraust. dann kannste dich auch ohen verletzt zu werden distanzieren, wenn einer trotsdem so dreist ist dich um Hilfe zu bitten.

Ist aber auch nicht gerade so, das hier Pausenlos das Telefon
klingelt, weil irgendjemand irgendwas will (Außer irgend
welche Versicherungsvertreter *g*)

Na OK, dann scheint das Problem ja weniger ein ausnutzen durch andere zu sein, als dass du das Gefühl hast ausgenutzt zu werden, unbegründeterweise?

Prinzipiell helfe ich ja auch gerne. Aber wenn das ganze dann
zu Einseitig wird, blocke ich halt schon mal ab.

Nur wodurch wir es einseitig? Weil du selbst nicht nach Hilfe fragst, dann ist das abblocken nicht die richtige Lösung, da könnten ja die anderen nichts für. Wenn du aber slebst auch gefragt hats und es einseitig wird, nun dan waren es die falschn Leute, dann ist abblocken richtig.

Ich weiß nicht, ob meine Einstellung falsch ist, aber ich
finde, das jede Leistung meinerseits mit einer Leistung
„dererseits“ gekontert werden sollte um einen vernünftigen
Ausgleich zu schaffen.
Also wenn ich etwas tue, ist der andere dran mit einem
Gefallen. Oder derjenige lädt mich zum Dank zum Essen ein oder
so.

es ist deine Einstellung, falsch und richtig gibt es nicht. Nur wichtig ist, dass du sie kommunizierst. Also wenn jemand anderes die Einstellung hat es ist selbstverständlich ohne Gegenleistung zu helfen, wird der das sonst nicht machen. Wenn der aber weiß, dass du ein Dankeschön erwartest hat er die Chance sich darauf einzustellen und sich dir gegenüber richtig zu verhalten.

Sicher etwas selbstsüchtig, aber dann hat man halt nicht so
das Gefühl einfach nur „ausgenutzt“ zu werden.

Quatsch nicht selbstsüchtig, is in Ordnung die Einstellung.

Aufgrund meines „Einzelgänger-Lebens“ bin ich natürlich auch
auf dieses eingestellt. Ist eigentlich auch selten, das ich
Hilfe brauche. Das sind ja nur Sachen, wo man sich entweder
selber nicht auskennt oder aufgrund der Gegebenheiten keine
Möglichkeiten hat (also wenn man ein großes Auto braucht oder
so was). Das kommt ja selten vor.
Ich kann ja keine Situationen erschaffen nur um mein
Bekanntenkreis „zu prüfen“.

Klar kannst du. Traust du dich nur nicht, weil du halt nicht unehrlich sein willst. Aber im Endeffekt wärs ja besser für die Bekanntschaften. Gibt doch bestimmt genug Situationen, die du auch allein schaffen könntest, aber wos schön wäre etwas Hilfe zu bekommen. Könntest z.B. dein Zimmer streichen und nach Hilfe fragen, oder ob jemand mal ein Buch zur Bibliothek mitnehmen kann, weil du grad nicht hinkommst etc. Ich glaub halt es würde deinem Vertrauen in andere gut tun, wenn du siehst dass es auch Menschen gibt, die dir selbstverständlich helfen ohne eine Gegenleistung zu erwarten. kannst ja trotsdem irgendwann eine anbieten wegen des Gleichgewichts. Aber lass dir doch erstmal 2 mal einfach so helfen oder so. Quasi als Eigentherapie, nur Mut, es hilft.

Es ist ja auch nicht nur die Sache mit dem Ausnutzen.
Es ist einfach kein Vertrauen mehr da.

Ja dass sehe ich. Also du musst unbedingt das Vertrauen langsam aufbauen, sonst wird das mit den Freundschaften aufgrund deines Misstrauens eh nichts. Was ich oben vorschlage wäre eine Methode dazu. Ein anderer möglicher Weg, hatte ich auch schon vorgeschlagen, such dir Freunde übers Internet. Also am besten fängst du erstmal an Leute aus irgendwelchen anderen Städten kennenzulernen, mit denen kannste dann chatten oder so. Weil da brauchst du ja keine Angst haben, dass sie dich ausnutzen, geht ja auf die Entfernung schlecht. Und falls doch, breche den Kontakt ab oder spreche es besser an. So siebste dir en paar gute Leute raus, die dein Vertrauen wieder aufbaun. Und wenns da klappt, haste genug Rückhalt, Kraft und Vertrauen ums im echten Leben wieder zu versuchen.

Die Vergangenheit hat mir ja oft gezeigt, das dir vorneherum
nett ins Gesicht gelächelt wird und hintenrum wird über dich
gelästert.

Ohje. Hm ab wann fängt lästern an, ab wann redet mensch nur mit anderen Leuten über jemanden. Da du so misstrauisch bist, weiß ich nicht bei dir einzustufen was der Fall ist. Weil zu nem gewissen grad ist mit Freunden über Freunden zu reden und auch nicht nur über deren possitive Eigenschafften ja normal, da musste dich besser dran gewöhnen. Oder du suchst dir halt einzelne Freunde, mit denen du keinen weiteren Bekanntenkreis hast, da brauchst du diese Angst nicht so zu haben.
Wenn Leute aber echt hinterhältig sind, dann lohnt es sich nicht sich mit diesen anzugeben, gibt auch andere.

Dem möchte ich schon aus dem Weg gehen.

Ja sicher, aber indem du dich zurückziehst schaffs du es nicht aus dem Loch zu kommen. Dann haste nur dass Gefühl dir gehts schon OK, du kannst halt nicht verletzt werden, aber es wird dir immer ein bisschen was fehlen. Du musst echte Freundschaften aufbauen, das ist echt der einzige Weg ans Tageslicht :wink:
Ich sprech da aus eigenen Erfahrungen.

Sollen sie hinter mit lästern. Aber wenn du dann von einem
anderen hörst, das „dein Kumpel“ schlecht über dich redet,
dann ist das schon etwas härter.

Ja das sollteste dann mit dem jeweiligen Kumpel besprechen, nur so kannste rausfinden, wie übel es war.

Kommt ja so alles zusammen und ist ja auch nichts, was „mal
einmal“ und „kürzlich“ passiert ist. Das zieht sich ja über
das ganze Leben hinweg und scheint so langsam „Früchte“ zu
werfen.

Hey, ja dass merkt mensch. Du scheinst ich nenns mal verbittert geworden zu sein durch deine Erfahrungen. Das geht nicht von jetzt auf nachher weg. Aber der eeinzige Weg da raus sind gute Erfahrungen und die musste, je nahcdem wieviel Kraft du hast eben suchen gehn. Und alles was dir nicht gut tut, wirste möglichst auch los. Ist kein leichter Weg, aber du musst eigentlich nur losgehn. Das kann niemand für dich machen. Irgendwann läuft sichs dann wie von alleine.
Such was dir gut tut, meide was dir nicht gut tut. Dann wirds nach und nach immer besser. Und vor allem akzeptiere dich so wie du bist und such dir Leute, die das auch tun :wink:

Gruß
Andreas

Grüsse,regentropfen