Wirkung von Yoga

Hallo!

Ich habe vor kurzem einen Yoga-Kurs an der VHS gemacht. Hat mich auch wirklich begeistert!
Ich habe gemerkt, wie ungelenkig ich geworden bin und wie verspannt ich eigentlich den ganzen Tag rumlaufe.
Nach den Übungen fühlte ich mich richtig durchgeknetet und „weich“.

Zu Hause habe ich das Programm dann alleine weitergeübt. Jeden Tag so ca. 30min.

Es kann natürlich auch ein Zufall sein, aber seitdem kann ich nachts nur sehr schlecht einschlafen. Ich liege teilweise bis 2 oder 3 Uhr so halb wach und habe Herzwummern. Normalerweise knacke ich nach ca. 15min weg.

Mir fiel dann ein, dass unsere Lehrerin oft von Energetisierung sprach, und dass sie erwähnte, eine bestimmte Übung würde z.B. die Schilddrüse stimulieren.
Ich leide sowieso an einer Überfunktion.

Kann es sein, dass das Yoga an dieser Schlafstörung Schuld ist? Haben diese - zwar manchmal schmerzhaften :smiley: - aber an sich doch harmlosen Gymnastikübungen tatsächlich eine solche Auswirkung auf Organe und Nerven?

Ich würde das Yoga gerne fortsetzen, weil ich auch merke, wie gut es meinem Rücken tut. Andererseits ist dieses Herzrasen im Liegen besonders unangenehm…

Viele Grüße
Seidenperle

hallo seidenperle,

ich habe auch vor ewigen zeiten jahrelang yoga gemacht, das ich wie du i.d. vhs gelernt habe. später habe ich dann ausgehend von div. anderen kampfkünsten mit tai chi begonnen und fand dies sehr viel interessanter - nur als alternativvorschlag…

aber zu deinem problem:
du hast leider nicht erwähnt, welchen yoga stil du gelernt hast (ich vermute hatha-yoga?), wann du übst, was du übst, wechselt das von tag zu tag oder wie?

Kann es sein, dass das Yoga an dieser Schlafstörung Schuld
ist?
Haben diese - zwar manchmal schmerzhaften :smiley: - aber an
sich doch harmlosen Gymnastikübungen tatsächlich eine solche
Auswirkung auf Organe und Nerven?

erst mal denke ich: ja, das ist sehr gut möglich…auch jenseits aller ‚esoterischen‘ betrachtungen…bei mir ists zb. so, dass ich auch net gut einschlafe wenn ich abends anstatt morgens laufen gehe. bei yoga kommt natürlich noch dazu, dass einzelne übungen dazu da sind dezidierten einfluss auf den energiefluss zu nehmen (btw.: der begriff von energie in diesem zushg. ist ein gaaanz anderer als i.d. physik zb.)

Ich würde das Yoga gerne fortsetzen, weil ich auch merke, wie
gut es meinem Rücken tut. Andererseits ist dieses Herzrasen im
Liegen besonders unangenehm…

dann setze das yoga doch fort…aber du könntest ja mal die tageszeit und/oder das set der übungen variieren. andere kompetentere als ich können dir sicher auch sagen, was dich nicht so aufputscht und was eher für den abend bzw. für eine ruhige nacht geeignet ist.
für deinen rücken gibt es aber auch noch andere möglichkeiten, neben dem genannten tai chi könnte dir zb. ein vhs-kurs zu feldenkrais helfen. da geht es ja speziell darum sich die in deinem körper abgespeicherten ver-haltungs-muster anzusehen. wenn du 6 stunden vor der klasse agierst entsteht sicher immer wieder stress der sich auf deine haltung auswirkt, ohne dass du es und ohne das es deine schüler (bewusst) merken.

btw. ist das sog. autogene training auch nichts anderes als eine extended version der toter-mann/(frau) stellung aus dem hatha yoga…bei manchen funktioniert das gerade zum einschlafen. man könnte es aber auch als schäfchen-zählen in vorgeschriebener liege-position bezeichnen…

hth,

stefan

Hi,
neben dem was füsigä geschrieben hat, kannst du auch mal im Web nach Atemtechniken des Yoga suchen. Unter dem Stichwort „Nasenlochatmung“ o.ä. könntest du fünfig werden. (Habe gerade leider mein Buch verliehen). Denn auch im Yoga gibt es spezielle Übungen um den Körper „runterzufahren“, z.B. um besser einschlafen zu können. Eine davon ist die bereits erwähnte (bewußte) Nasenlochatmung.

Gruß
Stanly

Hallo Stefan!

Danke für die ausführliche Antwort :o)

Ich habe gerade erst mit Yoga angefangen und vorher jahrelang keinerlei Sport gemacht. Ich glaube, ich bleibe jetzt erstmal dabei. Ich weiß zumindest schon, dass es mir gefällt als das Autogene Training (schon zwei Kurse absolviert).

Ja, ich glaube, die Lehrerin nannte es Hatha. Es beginnt mit einer Entspannungsübung in Rückenlage (und endet auch damit) und geht dann in die gymnastischen Übungen über.

Geübt habe ich bisher zu unterschiedlichen Zeiten - habe gerade Ferien ;o) - mal mittags um 14 Uhr, mal abends um 19 Uhr. Ergebnis war aber beim Einschlafen dasselbe.
Ich ziehe immer weitgehend das gleiche Programm durch, das wir im Kurs gelernt haben.

Mich erschreckt dieses Herzklopfen jetzt auch nicht unbedingt, denn ich war es lange gewöhnt. Seit längerer Zeit nehme ich aber schon Betablocker und es war sehr viel besser geworden.
Deshalb habe ich es auch sofort zur Kenntnis genommen, als es wieder schlechter wurde, denn es gab eigentlich keinen Grund - bis auf das Yoga.

Ich erinnere mich, dass unsere Lehrerin z.B. sagte, den Schulterstand könne man auch direkt vor dem Schlafengehen machen. Also nehme ich an, andere Übungen sollte man nicht?
Oder sowieso nicht, wenn man schon mit einer Überfunktion lebt?

Viele Grüße
Silke

Hi Stanly!

Danke für den Rat, aber wenn das Herz schlägt wie ein Dampfhammer (obwohl man müde ist und still liegt), ist es nicht möglich, den Körper „runter zu fahren“.
Nervosität, Stress oder Unruhe kriegt man bestimmt geregelt, aber wenn die Körperchemie aus dem Ruder läuft - muss man warten, bis es von selbst weg geht. *seufz*

Viele Grüße
Silke

hallo seidenperle,

Ich habe gerade erst mit Yoga angefangen und vorher jahrelang
keinerlei Sport gemacht. Ich glaube, ich bleibe jetzt erstmal
dabei. Ich weiß zumindest schon, dass es mir gefällt als das
Autogene Training (schon zwei Kurse absolviert).

im vergleich zum autogenen training kann ich das sehr gut verstehen. die frage ist halt auch, was du mit dem sport bezweckst…sport würde ich übrigens keines von beidem WIRKLICH nennen, sport ist für mich sowas wie fussball, 100m lauf etc. aber yoga, kampfkünste oder auch langstrecken-irgendwas (laufen, etc.) ist mehr - oder was anderes. ich vermute, du suchst eher (auch) das andere…

Ja, ich glaube, die Lehrerin nannte es Hatha. Es beginnt mit
einer Entspannungsübung in Rückenlage (und endet auch damit)
und geht dann in die gymnastischen Übungen über.

ja, genau. nur dass die gymnastischen übungen genau wie oben beim sport eben nicht nur das sind sondern mehr…bzw. etwas anderes.
warum ich so darauf herumreite…wie schnell bzw. körperlich anstrengend machst du denn die übungen? ist deine einstellung zu den übungen mehr ehrgeizig (a la: heute müssen beim skorpion die beine kerzengerade zur decke zeigen…) oder nimmst du das was dir dein körper geben kann und beobachtest das nur - möglichst wertungsfrei…
das bis ans limit gehen wollen ist auch mein problem bei derlei, daher diese fragen.

Geübt habe ich bisher zu unterschiedlichen Zeiten - habe
gerade Ferien ;o) - mal mittags um 14 Uhr, mal abends um 19
Uhr. Ergebnis war aber beim Einschlafen dasselbe.
Ich ziehe immer weitgehend das gleiche Programm durch, das wir
im Kurs gelernt haben.

was ich gut finde: immer das gleiche (so lange es für dich kein problem wird).
du übst doch so 20 mins wenn ich mich richtig erinnere?
mein vorschlag: übe morgens gleich nach dem aufstehen, notfalls stehst du 20 mins früher auf.
weiterer vorschlag zur variation: mach zu anfang und ende nach und vor dem toten mann den sonnengruss ganz langsam. wenn du feinstaub aufwirbelst bist du noch zu schnell :wink: mach dazwischen zwei oder vier übungen die sich jeweils entsprechen (zb. übung mit beugung nach vorne und übung mit beugung nach hinten, zb. pflug und besagter skorpion).
vielleicht ziehst du ja auch das 1.5h-vhs-programm in 20 mins durch…ich könnte das verstehen, aber es hilft dir nur, wenn du yoga nur als sport betrachtest. und vermutlich kann es den effekt haben, der dich stört.

Mich erschreckt dieses Herzklopfen jetzt auch nicht unbedingt,
denn ich war es lange gewöhnt. Seit längerer Zeit nehme ich
aber schon Betablocker und es war sehr viel besser geworden.
Deshalb habe ich es auch sofort zur Kenntnis genommen, als es
wieder schlechter wurde, denn es gab eigentlich keinen Grund -
bis auf das Yoga.

natürlich kenne ich die details nicht (bin auch kein mediziner). aber ich hätte dir nicht geantwortet, wenn ich mir nicht auch wie du vorstellen könnte, dass deine übungen verantwortlich sind.

Ich erinnere mich, dass unsere Lehrerin z.B. sagte, den
Schulterstand könne man auch direkt vor dem Schlafengehen
machen. Also nehme ich an, andere Übungen sollte man nicht?

wie gesagt, ich bin kein fachmann, aber auch ich habe dies verschiedentlich gelesen, dass es übungen hat, die man nicht abends machen soll…

Oder sowieso nicht, wenn man schon mit einer Überfunktion
lebt?

ja, auch das. für diese frage bräuchtest du einen fachmann für yoga o.ä. und selbst dann ist dies meist ein erfahrungswissen als ein wirklich (natur-)wissenschaftliches; sprich: bei dir kann es anders sein…

deinen vhs- unterricht hattest du vermutlich doch auch abends - oder? du hast bisher nicht davon berichtet, dass das einschlafen auch da schon ein problem war…daher meine fragen WIE du die übung machst und mit welcher einstellung…

hth,

stefan