Hallo Wiz,
jetzt sage ich mal etwas ganz Böses: Wenn ich mir einen
Gutteil der Typen ansehe, die in Kindergarten/Horten/…
arbeiten,hast Du Dich schon mal mit den dort gezahlten Gehältern
auseinander gesetzt? Kann das vielleicht ein Grund dafür sein,
dass intelligentere Menschen lieber studieren, z.B. Jura?
Es gibt auch genug andere Berufe, in denen man ähnlich verdient, und mit ähnlichem Bildungsniveau und passender Ausbildung trotzdem anständige Arbeit abliefert (abliefern muss). Der Verdienst ist doch kein Grund dafür, seinen Job nicht ordentlich zu machen. Jeder weiß vorher, was so ein Job bringt, und muss selbst wissen, ob er ihn für dieses Geld machen will oder nicht. Es verlangt doch niemand Akademiker in den Kindergärten. Aber auch mit anderen Bildungsabschlüssen erwarte ich, dass die Leute das Handwerkszeug mitbringen, was sie für ihren Job brauchen. Wenn ein Hauptschüler Elektriker wird, kann man auch nicht sagen, dass er mit Mathe nunmal seine Schwierigkeiten hatte, wenn es gerade ein paar Leute gegrillt hat, weil er ein Leitung falsch dimensioniert hat. Von jemandem, der im Bildungsbereich (im weiteren Sinne) arbeitet, erwarte ich einfach etwas Allgemeinbildung oder zumindest die Einsicht in das eigene Nichtwissen. Es ist doch keine Schande, sich dann kompetente Unterstützung zu holen.
aber als „klassischer“ Akademiker
verdienst Du vermutlich auch als Freiberufler deutlich mehr
als eine „Kindergartentante“.
Na ja, dafür habe ich auch nicht schon nach drei Jahren Ausbildung angefangen zu verdienen, und leiste auch das ein oder andere Stündchen mehr. Außerdem habe ich keine Arbeitslosenversicherung, muss meine Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen, und habe die ganzen Kosten des Kanzleiunterhalts. Ist ja nicht so, dass ich meinen Stundensatz auch nur annähernd 1:1 zur Verfügung habe, wie dies von Angestellten immer wieder gerne angenommen wird. Das ist aber auch nicht das Thema. Wir leben nun mal (glücklicherweise) nicht in einer gleichgeschalteten Gesellschaft mit Einheitslohn. Und ich erwarte vom Handwerker mit einem Stundensatz, der deutlich unter meinem liegt trotzdem gute Arbeit. Und niemand, der noch deutlich mehr verdient, würde mit mir Mitleid haben, wenn ich ihm einen Prozess vergeige, weil ich ja schließlich auch weniger verdiene.
Warum verpuffen denn alle
Bemühungen, wegen eines sicher dringend erforderlichen frühen
Geschlechterproporzes mehr männliche Erzieher anzuwerben? Doch
sicher nicht, aus dem Grund, den Du hier anführst:gibt es außerhalb von Kindergärten kaum Biotope, in denen man unter
solchen Umständen noch Lohn und Brot findet,
Da ging es doch um etwas ganz anderes. Nämlich um die geplatzten Sofakissen. Was mir so teilweise an Erziehern bekannt ist, die rumlaufen, als ob man sie gerade unter der Brücke rausgezogen hätte, ist keine Frage des Einkommens.
Gruß vom Wiz, der kein Problem damit hat, nicht alles zu
wissenWeißt Du, dass das auch eine ganz ordentliche Portion Hochmut
enthält?
Wieso? Es fällt mir nur einfach auf, dass je geringer das Bildungsniveau, um so größer oft die Überzeugung die alleinige Wahrheit gepachtet zu haben. Und es ist eben nur teilweise amüsant, wenn man mitbekommt, dass in entsprechend heterogenoen Gruppen üblicherweise diejenigen mit dem höheren Bildungsniveau die sind, die am vorsichtigsten und abwägensten argumentieren, und gerne auch mal zugeben, dass sie etwas nicht wissen. Mir gegenüber macht sich jemand ohne entsprechende fachliche Ausbildung einfach nur lächerlich, wenn er mir etwas über Recht und Gesetz erzählen will. Für kleine Kinder ist aber die Kindergartentante eine durchaus zitierfähige Quelle. Und wenn die dann ständig ungefilterten Mist erzählt, weil es ihr an Allgemeinbildung auf Kindergartenniveau mangelt, und sie nicht bereit ist, zuzugeben, dass sie etwas nicht weiß, und versäumt sich kompetente Hilfe zu holen, dann finde ich dies mehr als nur bedenklich.
Ansonsten sollte die die Ironie und Übertreibung meines ersten Postings eigentlich nicht entgangen sein. Selbstverständlich gibt es auch in Kindergärten anständiges Personal. Allerdings ist die Häufung gewisser Existenzen im Kinder- und Jugendbereich einfach nicht zu übersehen. Und da wird dann eben der Bock zum Gärtner gemacht, wenn ausgerechnet diejenigen, die sonst nicht unterkommen würden, dann ausgerechnet zum Vorbild unseres Nachwuchses werden.
Gruß vom Wiz

