Hallo Wiz,
Ironie habe ich in Deiner Philippika tatsächlich keine
erkennen können.
Schade, dann hast Du das Vergnügen verpasst, das der Beitrag
anderen offenbar bereitet hat.
nö, mich hat er nur geärgert.
Hier möchte ich schon mal behaupten, dass das geforderte
„Bildungsniveau“ einfach für die Erwartungen der Gesellschaft
viel zu niedrig angesetzt wird.
Soll was heißen? Dass man für den Job im Kindergarten
unbedingt Abi und zehn Semester Studium brauchen würde?
Nicht jedes Studium dauert 10 (Regel-)Semester und man soll auch schon Absolventen nach 8 (Regel-)semsstern, deren zwei Praktika waren, auf die Technik losgelassen haben.
Ach nö, ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der es nur einen
Adademiker gab, und Großmütter die schon an eigenen Kindern
fast eine Kindergartengruppe zusammen hatten. Da reichte
Volksschule, gesunder Menschenverstand und „klassische
Allgemeinbildung“ um mindestens noch bis Ende Grundschule auf
alle typischen Fragen von Kindern, Neffen und Enkeln noch
brauchbare Antworten zu geben.
Das ist ja die Krux in unserer Gesellschaft, dass immer noch geglaubt wird, Kinder zu zeugen sei eine ausreiche Qualifikation dafür Kinder zu erziehen. Und die Mutterliebe entsteht natürlich von alleine, auch wenn man vom Vater des Kinder (alternativ vom eigenen Vater) nur Prügel kennt.
Hier habe ich einiges gelöscht, was nach meiner Ansicht nichts mit dem Thema zu tun hatte.
Ich liebe Kinder, und ganz besonders meinen Sohn, und genieße
jeden Moment, den ich mit ihm verbringen kann. Aber bis 65
jeden Tag nur Kindergartenkinder, wären zumindest für mich
nichts, und ich denke, dass es vielen Akademikern so gehen
wird (ganz unabhängig von der Bezahlung).
Und ich glaube, dass es eben nicht unabhängig von der Bezahlung ist, ob ich etwas, das ich vielleicht gut könnte, zu meinem Lebensinhalt mache.
Aber auch mit anderen Bildungsabschlüssen
erwarte ich, dass die Leute das Handwerkszeug mitbringen, was
sie für ihren Job brauchen. Wenn ein Hauptschüler Elektriker
wird, kann man auch nicht sagen, dass er mit Mathe nunmal
seine Schwierigkeiten hatte, wenn es gerade ein paar Leute
gegrillt hat, weil er ein Leitung falsch dimensioniert hat.
Ups, also ich habe mal gelernt, dass es schon einen
Installationsmeister, wenn nicht bei größeren Anlagen einen
Ingenieur braucht, um eine Leitung zu dimensionieren.
(Sorry, hier hat die Elektroingenieurin zugeschlagen).
Sorry, aber es soll durchaus den ein oder anderen Meister
geben, der den Hauptschulabschluss als höchsten Abschluss
einer allgemeinbildenden Schule besitzt.
Dann hat er aber immer noch den Meister als hächsten berufsqualifizierenden Abschluss!
Aber man braucht die
Sache mit der „Dimensionierung“ auch gar nicht so hoch hängen.
Auch von einem Stift auf Nachbars Einfamilienhaus-Baustelle
erwarte ich, dass er (ohne dass der Meister ständig daneben
stehen muss) nach einigen Wochen weiß, dass man für den
Herdanschluss keine 0,75er Litze verlegt.
Mal abgesehen, dass ich das gerade im Bereich der Elektrik für grob fahrlässig halte, dem Stift nicht die Leitung zu bezeichnen, die er verlegen soll, ist die Information „Herdanschluss“ nicht das, was ich unter „Dimensionierung“ verstehe.
Noch einmal: Die erwartbare reguläre Einkommenssituation ist
kein Grund dafür, schlechte Arbeit zu leisten! An der Kasse im
Supermarkt verdient man auch vermutlich noch weniger im
Kindergarten. Trotzdem fliegt man da raus, wenn jeder zweite
Bon falsch ist.
Die Bons im Supermarkt sind sicher leichter durch Scannen über die Kasse richtig zu halten, als kindgerechte Antworten auf alle Fragen, die die Kleinen stellen können, zu finden.
Von jemandem, der im Bildungsbereich (im weiteren Sinne)
arbeitet, erwarte ich einfach etwas Allgemeinbildung
Eben, dann müssen die Anforderungen an den Beruf und aber auch
das Einkommensvieau angepasst werden.
Den Satz verstehe ich nicht.
Ich versuche es nochmal: Wenn Du erwartest, dass ein Mensch im Bidlungsbereich ein erweitertes Allgemeinwissen hat, dann musst Du den Beruf so attraktiv gestalten, dass auch Menschen, die Deinen Anforderungen genügen, diesen Beruf gerne ergreifen.
Da ging es doch um etwas ganz anderes. Nämlich um die
geplatzten Sofakissen.
Klär mich auf: Woher hast Du die jetzt aufgegabelt? Habe ich
da was überlesen?
Offenbar, das war ein kleiner humoristischer Randaspekt in
Bezug auf die äußere Erscheinung vieler Arbeitnehmer im
Kinder- und Jugendbereich.
Du sprichts in Rätseln. Die Sackklamotten werden doch nicht
getragen, weil das Salär leider nichts anderes erlauben würde,
sondern geben einer gewissen Überzeugung Ausdruck.
Hm, das sprichst Du einen Punkt an, der mir völlig am ****** vorbei geht. Ich gehe auch nur in Jeans und Hemd in die Arbeit und wäre todunglücklich, wenn ich einen Job hätte, der mich regelmäßig in Kostüme und dergleichen zwingen würde. Im übrigen, wenn ich täglich mit Kindern im Vorschulalter zu tun hätte, würde ich vor allem praktische Kleidung, die sich leicht waschen lässt, bevorzugen. Alles andere sähe ich als Ressourcenverschwendung an.
Und angesichts der Tatsache, dass es ja auch diverse Leute in der
Branche gibt, die es anders machen, sieht man deutlich, dass
es auch anders geht. Ich bleibe dabei: Es gibt sicher genug
Leute, die den Job anständig machen würden - auch für die
aktuelle Bezahlung.
Hm, ein Teil unserer Diskussion muss wohl in die Hose gehen, weil ich weiß, dass in München vom Erziehergehalt keiner leben kann, der sich nicht mit einem Untermietzimmer für Wochenendheimfahrer zufrieden gibt. Und sonst finden sich halt nur Erzieherinnen, die sogenannte „Doppelverdiener“ sind, das heißt, nicht selber alleine für ihren gesamten Unterhalt verdienen müssen.
Ich gehe daher auch auf weitere Argumentationen im aktuellen Posting nicht ein, weil mir aus meinem Bekanntenkreis durchaus auch von Ingenieuren bekannt ist, dass sie die dort angesprochene Unterscheidung nicht treffen können.
Schade, dass wir zu diesem wichtigen Thema so aneinander vorbei reden.
Gruß, Karin