Wo fängt Euthanasie an?

Hallo Dusan,

Sein Wille. Jetzt ist er doch der Schöpfer, ist allmächtig und
kommt trotzdem nicht mit einer Bande Rabauken klar deren
Lebensdauer im Vergleich zu seiner Göttlichkeit nur ein
Wimpernschlag ist?

Gott ist eben nicht nur allmächtig sondern auch ziemlich geduldig.
Aber du hast meine Frage nicht beantwortet. Wie sollte ein allmächtiger Gott deiner Meinung nach vorgehen?

Wobei brauchst du eigentlich Gott, was du nicht selbst auch
könntest?

Ich bin nicht in der Lage Ungerechtigkeit, Krankheit und Tod zu beseitigen. Und wenn es einen Gott gibt, dann ist es unsere Pflicht ihn anzubeten.

Gruß
Carlos

Hallo Carlos!

Aber du hast meine Frage nicht beantwortet. Wie sollte ein
allmächtiger Gott deiner Meinung nach vorgehen?

Er müsste keine Gehirnwäsche vornehmen. Er müsste nur die Gier abschaffen. Sobald der Mensch mit dem zufrieden wäre was er hat müsste er es nicht mehr seinen Mitmenschen wegnehmen. Und es ist genug für alle da, es bekommen nur nicht alle was davon ab.

Ich bin nicht in der Lage Ungerechtigkeit,

Wieso nicht? Duldest du Ungerechtigkeit in deinem Bereich?

Krankheit und Tod zu beseitigen.

Krankheiten werden Bakterien und Viren ausgelöst. Auch Gottes Schöpfung, oder?

Und wenn es einen Gott gibt, dann ist es unsere
Pflicht ihn anzubeten.

Boah. Bei solchen Sätzen &/%$)*Ü**&%(/§. Pflicht jemanden anzubeten. Da dreht sich mir der Magen um.

Eine überlegene Form hätte es nicht notwendig sich anbeten zu lassen. Sie wäre sich Ihrer Überlegenheit bewusst und müsste nicht einen Komplex durch die Huldigungen Minderer beschwichtigen.

Grüße Dusan

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Hallo Carlos, Hallo dusan !

Hab mich jetzt nicht durch die vielen Postings gewühlt, bin aber in Euren über den Begriff „allmächtiger Gott“ gestolpert.

Da hab ich eine Geschichte - die Ihr vielleicht kennt - und eine Frage.
Zuerst die Geschichte. Wenn Gott allmächtig ist, kann er doch alles machen, oder ? Er müsste also ohne Probleme einen Stein erschaffen können, den er nicht aufheben kann.
Und jetzt meine Frage: Kann er den Stein erschaffen und, wenn ja, warum kann er ihn dann nicht aufheben ?

Liebe Grüße
Wolkenstein

Hi,

Richtig. Es ist ein Postulat. Wir als Menschen räumen Menschen
eine Sonderstellung ein. Man darf Menschen nicht umbringen.

Nun gut, und es geht darum, zu überprüfen, wie weit dieses Postulat Sinn ergibt. Ein Postulat ist in der Wissenschaft ja noch eine Stufe unter der Theorie.

Kein Gesetz der Welt begründet die Besonderheit des Menschen
mit irgendwelchen äußeren Eigenschaften. Die Zugehörigkeit zur
Gattung Mensch reicht aus. „Jeder Mensch ist mit
unveräußerlichen Rechten ausgestattet…“

Der Einfachkeit halber.

Nein hat sie nicht.
Umgekehrt würde das nämlich dann auch heißen, daß eine Kreatur
die deise Eigenschaften hat, ohne Mensch zu sein, ebenso unter
das Mordverbot fällt. Darunter könnten zb. Maschinen fallen.
Turing hat bewiesen, daß es keine Möglichkeit gibt, zwischen
echtem Bewußtsein und maschinellem zu unterscheiden.

Wenn wir es denn schaffen, „intelligente“ und empfindende maschinen zu bauen, dann haben wir tatsächlich wieder ein neues ethisches Problem, das ich hier gar nicht weiter erörtern möchte.

Die Menschenrechte, das Grundgesetz, und das STGB sehen das
anders. Ich auch.

Also zumindest in der UN-Menschenrechtscharta steht meines Wissens nichts von aktiver Sterbehilfe drin.

Oder Du willst den Paragraphen zu
„Mord“ abändern in "Wer einen zu Wahrnehmungen fähigen
Menschen… "

Aber genau das postulierst du hier.

Nein! Mord ist Mord. Aber der Totschlag-Paragraph kann meinetwegen geändert werden. Nur hielte ich das ganze, was sich theoretisch durchaus vernünftig anhört, letztlich nicht für praktikabel.

Wie definierst du geistige Persönlichkeit? Wer definiert das
von außen? Siehe oben, Stichwort Turingtest.

Da liegt eben das Praktikabilitätsproblem begraben. Ich möchte derartiges nicht entscheiden müssen, insofern ist das ganze hier selbstverständlich eine rein theoretische Debatte.

Das ist ein Zirkelschluß. Das zu Beweisende (daß es nicht
sinnvoll ist, ein Leben zu verlängern) setzt du bereits
voraus.

Das ist kein Zirkelschluß, weil ich ja nichts gefolgert habe.

Gruß
L.

Hi,

Nun gut, und es geht darum, zu überprüfen, wie weit dieses
Postulat Sinn ergibt. Ein Postulat ist in der Wissenschaft ja
noch eine Stufe unter der Theorie.

Das Postulat über den ethischen Status des Menschen rangiert für mich auf derselben Stufe wie: „Jeder beliebige Mensch, mit dem ich spreche, ist eine bewußte fühlende Person und kein Terminator.“ Das Fremdpsychische ist strenggenommen nämlich auch nichts weiter als ein Postulat.

„Jeder Mensch ist mit
unveräußerlichen Rechten ausgestattet…“

Der Einfachkeit halber.

Das denke ich nicht. Das ist absolut gemeint. Früher hieß es „von Gott ausgestattet“. Gott fiel weg, die Bedeutung blieb dieselbe.

Wenn wir es denn schaffen, „intelligente“ und empfindende
maschinen zu bauen, dann haben wir tatsächlich wieder ein
neues ethisches Problem, das ich hier gar nicht weiter
erörtern möchte.

Nicht aus meiner Sicht :smile: Wie oben gesagt, kann man nichtmal das Bewußtsein eines anderen Menschen „beweisen“. Deswegen ziehe ich die Grenze willkürlich bei „Mensch“.

Diskutabel wird es IMHO erst, wenn lebensnotwendige Organe komplett fehlen und nie vorhanden waren. Beispiel: Babies ohne Kopf. Aber selbst dies wäre als menschlich zu behandeln, z.B. hinsichtlich der Bestattung. Eine Grenze ist natürlich notwendig, sonst wäre ein abgetrennter Finger ein Mensch.

insofern ist das ganze
hier selbstverständlich eine rein theoretische Debatte.

Und ich hoffe auch, daß es dabei bleibt.

Eine Aufweichung des Prinzips der absoluten Bevorzugung des Menschen kommt erst dann in Frage, wenn die Menschheit Kontakt zu nichtmenschlichen Spezies haben, die einer Ethik fähig sind. Durch einen bilateralen Vertrag könnte das Mordverbot beidseitig ausgedehnt werden (Beispiel Ethik in Star Trek). Bis dahin ist für mich klar: Nur Menschen kann man „ermorden“. Alles andere kann man „töten“, wobei auch das Töten nicht beliebig ist, siehe Tierschutz, Naturschutz (und in Zukunft: Roboterschutz, sobald es fühlende Maschinen gibt).

Gruß
datafox

Hallo ihr beiden,

ich bin eben über eure Diskussion gestolpert und wollte mich zu einem Absatz äußern:

Ich bin nicht in der Lage Ungerechtigkeit, Krankheit und Tod
zu beseitigen. Und wenn es einen Gott gibt, dann ist es unsere
Pflicht ihn anzubeten.

Was heißt denn hier, du bist nicht in der Lage Ungerechtigkeit, Krankheit und Tod (ich denke mal, du meinst den „unnatürlich“ zugeführten) zu beseitigen? Vielleicht du alleine nicht, aber im Kollektiv wäre dies schon möglich. Ich bevorzuge es also mehr meine Kraft in solche Dinge zu investieren (und auch andere dazu zu bewegen), als meine Hände in den Schoß zu legen, zu beten und auf den Weltfrieden zu hoffen.

Spricht nicht grad die christiliche Religion immer von der ach so wertvollen Nächstenliebe und wird dies nicht immerzu von sämtlichen Gemeindemitgliedern propagiert? Wieso handelt dann (kaum) einer der Gläubigen nach diesem Prinzip … sondern verschwendet seine Zeit damit, eine Pflicht zu erfüllen, die von Gott - wenn wir mal davon ausgehen, dass es einen gibt - so bestimmt niemals gewollt und angedacht war.

Für mich wären von Gott gewollte Handelsweisen bsp.-weise, der selbstlose Einsatz als Entwicklungshelfer in einer sozial armen und unterentwickelten Region. Oder das Sammeln von Geldern am Welt-Aids-Tag … oder, oder, oder … alles Tätigkeiten ohne Applaus, aber mit großem Interesse für seine Mitmenschen.

Übrigens - ich glaube an Gott, nur nicht an den, den mir eine Kirche gerne zeichnen möchte.

Gruß, Macao