Wo fängt Gewalt gegen Kinder an

Hallo Zusammen,

als Vater von zwei Kindern weiss ich, dass manche Entscheidungen die getroffen werden für Kinder nicht nachvollziehbar sind und je nach Alter grausam erscheinen. Da kann schon das Verbot für die dritte Scheibe mit Nussnugatcreme für das Kind seelisch grausam wirken.

Um den Artikel weiter unten mal zu entschärfen möchte ich daher von euch mal wissen, wie ihr es ganz persönlich seht, wenn es um das Thema Gewalt gegen Kinder geht, wo fängt sie an auch wenn es vielleicht nicht strafbar ist und was ist noch legitim an Sanktionen?

Viele Grüße
MeToo

Gewalt gegen Kinder ist fuer mich dann, wenn eine Handlung Aengste schuert, ein demuetigendes Gefuehl nach sich zieht, Minderwertigkeit verursacht bzw. einfach seelischen und/order koerperlichen Schmerz verursacht. Schmerz, kein Truebsal o.ae. Wie so oft sind die Grenzen fliessend.

Hi!

Ich persönlich kenne keine Kinder, die ihre „Erzeuger“ anspucken. Ich kenne anspucken nur als asoziales Verhalten. (Sozialer Brennpunkt).

Daher ist es recht schwierig deine Frage zu beantworten.

Gewalt ist für mich was die erste Posterin (Sprüngli) schrieb.

Gruß

moin,
ich habe drei kinder grossgezogen und sie bestaetigen mir uebereinstimmend, dass ich es gut gemacht habe.

als gewalt sehe ich alles, was aus einer unterschiedlichen kraftsituation geschieht:

wenn ich also ein kind tatsaechlich schlage, dann mache ich das , weil ich staerker bin, ohne angst, was zurueckzubekommen.

wenn ich argumentiere, dann mache ich das, weil ich schlauer bin.

aber alle diese umgangsformen sehe ich als gewalt!!

die grosse kunst der erziehung besteht darin, die eigene uebermacht gezielt nur dann einzusetzen, wenn das kind es so will und braucht.

wenn das kind also einen starken ast abgebrochen bekommen moechte, dann vertraut es auf die koerperliche kraft vom papa.
wenn das kind etwas fragt, dann ist das gute gefuehl da, dass die eltern es wissen und weiterhelfen koennen.

in diesen faellen ist es gut, dass der staerkere fuer den schwaecheren da ist.

natuerlich gibt es situationen, in denen kinder offensichtlich falsche wege gehen wollen - in diesen faellen halte ich es mit gelassenheit: ich habe keine probleme damit gehabt, meine kinder gezielt ( aber kontrolliert ) in die falsche richtung laufen zu lassen, um dann wirkliche gewalt zu erfahren - gewalt in form von einer heissen herdplatte, liebeskummer oder alkoholvergiftung.

diese gewalt kam dann aber nicht von mir, sondern sie lernten, dass es wirklich boese enden kann, wenn man auf ratschlaege erfahrener menschen nicht vertraut.

ich stell mir manchmal vor, wie es ist, wenn ich mal alt + pflegebeduerftig bin:

WENN ich meinen kindern jemals gewalt angetan haette, dann haetten sie nun doch irgendwie auch das recht, das gleiche mit mir zu tun…
allein dieser gedanke ist mir zuwider…

gruss
khs

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Hallo

Um den Artikel weiter unten mal zu entschärfen möchte ich
daher von euch mal wissen, wie ihr es ganz persönlich seht,
wenn es um das Thema Gewalt gegen Kinder geht, wo fängt sie an

Ich finde, man muss sich nur vorstellen, wie man sich selbst dabei fühlen würde.

Einen Schlag ins Gesicht oder gar auf den Mund fände ich immer empörend und schrecklich, auch wenn es nicht wirkich weh tun würde. Es gibt nicht umsonst den Begriff: „ein Schlag ins Gesicht“ als einen ganz üblen Affrond.

Abgesehen davon kann ein Schlag ins Gesicht sehr wehtun, auch wenn der Schlagende kaum etwas spürt. Im Gesicht ist man wesentlich empfindlicher als an den Handflächen, und als Kleinkind schon mal sowieso.

Zusammenfassung: Ein Schlag ins Gesicht ist für mich auf jeden Fall Gewalt, und zusätzlich eine tätliche Beleidigung.

Viele Grüße
Simsy

moin,
ich habe drei kinder grossgezogen und sie bestaetigen mir
uebereinstimmend, dass ich es gut gemacht habe.

was sollen sie auch sagen?

Aus eigener Erfahrung
Hallo zusammen,

meine Mutter hat mich damals (ich schätze so bis ich 12 Jahre alt war) sehr oft geschlagen. Sie war mit der Situation damals total überfordert, wobei ich dazu sagen muss, dass ich kein schwieriges Kind war - es war die familiäre Gesamtsituation. Sie hat mich oft und manchmal auch ziemlich hart geschlagen - desöfteren auch ins Gesicht.

Daher kann ich aus der Erinnerung ungefähr erzählen wie sich ein Kind fühlt, dass von seinen Eltern geschlagen wird. Ein Kind fühlt sich in so einer Situation sehr gedemütigt, sehr verletzt, hilflos, ungeliebt und sehr einsam. Dieses Gefühl ist nicht von der Härte der Schläge abhängig, sondern von der Gewissheit „mein/e Mutter/Vater hat mich gerade geschlagen“. Ich möchte hoffen, dass die meisten Eltern nicht wollen, dass sich ihr Kind jemals so fühlt.

Deswegen sollte man auf jeden Fall andere Wege finden Kindern den richtigen Weg ins Leben aufzuzeigen. Im Übrigen zählt für mich psychische Gewalt genauso zu den unbedingt vermeidbaren Dingen wie Schläge, denn auch solche Dinge können ein Schlag ins Gesicht der Seele des Kindes sein.

Gruß

Samira

PS: Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich es bis heute nicht schaffe ein sehr inniges vertrautes Verhältnis zu meiner Mutter aufzubauen - obwohl ich ihr verziehen habe. Aber solche Kinderwunden heilen sehr schwer - bis nie. Dessen sollten sich Eltern immer bewusst sein.

Hi

wo fängt sie an
auch wenn es vielleicht nicht strafbar ist und was ist noch
legitim an Sanktionen?

Mal ganz einfach: Körperliche Übergriffe gehen gar nicht.
Sei es der ach so oft zitierte Klaps oder das Tatschen auf die Finger oder aber auch die so genannte heilvolle Ohrfeige.
Ich rede hier mal eindeutig NICHT vom „Ausrutschen“ der Hand (auch, wenn mir persönlich selbst das unverstellbar erscheint) sondern vom Einsatz als "Erziehung"smethode.

Wenn ich unten den zugegeben zynischen Kommentar gebarcht habe, dass ich bei einem Erwachsenen zuschlagen würde, aber nur so feste, dass der Kiefer nicht bricht, dann gibt es ziemlich gut wider, dass so etwas völlig unkalkulierbar ist.

Eine Gewaltanwendung genau zu dosieren fällt selbst mir sehr schwer - und ich habe jahrelang gelernt, wie man zuschlägt.

Soll heißen: Schäden für das Kind sind nicht auszuschließen, auch, wenn einige Eltern das immer wieder behaupten.
Geplatzte Trommelfälle bei „leichten Ohrfeigen“, Hämatome beim „leichten Klaps“ auf den windelfreien Hintern", aufgeplatzte Lippen beim Beispiel unten oder auch ein Mittelhandbruch beim „Tatschen“ auf die Finger sind vielleicht nicht an der Tagesordnung aber nun mal nicht auszuschließen.

Da ist auch der Gesetzestext recht einfach zu verstehen, wenn dort von „Körperlichen Bestrafungen“ die Rede ist.

Schwieriger wird es mit den genannten „seelischen Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen“. Klar sind Dinge wie das Einsperren in dunkle Räume oder das „Nackt auf die Straße schicken“ - aber beim Anschreien bspw. wird es dann schon schwammig.

Sanktionen bei Kindern sollten etwas mit dem „Vergehen“ zu tun haben. Ein Kind will einen Zusammenhang. Da ist es wenig sinnvoll, ein spuckendes Kind eher ins Bett zu schicken. Die Sanktion, das Kind mit Lappen auszustatten, ist nur eine Idee - aber eine sehr gute!

Eigentlich ist es nicht soo schwierig, sich mal intensiv mit möglichen Strafen (Leute, die es schärfer sehen als ich - ja die gibt es! - weigern sich sogar das Wort „Strafen“ zu benutzen) auseinanderzusetzen. Eigentlich sollte man von erwachsenen Menschen erwarten können, dass sie das machen. Das muss nicht passieren, BEVOR man ein Kind in die Welt setzt, aber es sollte gemacht werden, wenn das Kind DA ist. Schließlich kennt man erst dann seine Kinder…

Wenn ein Kind mal völlig ausrastet und die Gefahr besteht, dass es sich verletzt, kann man es mit viel Körpernähe festhalten. Einfach nur die Hände und Füße zu fixieren hat da zu sehr etwas von „fesseln“ - bei einer „Umarmung“ gibt man dem Kind Nähe und somit Vertrauen.

Bei „größeren“ Kindern finde ich ein Wutkissen recht effektiv.

Thema Diskussion und Überzeugung:
Wenn Kinder etwas nicht machen sollen, weil es ihnen schaden kann, dann sollte man sich die Zeit nehmen, den Kindern mit einfachen Worten zu erklären, warum man es verbietet.

Wenn ein Kind sich ein Feuerzeug „besorgt“, dann kann man recht einfach demonstrieren, was Feuer anstellen kann (Foto vom Plüschtier ausdrucken und verbrennen wäre je nach Emotionalität des Kindes eine Idee).

Da sollte man phantasievoll sein! Kinder werden Endlosdiskussionen nicht folgen können - aber sie werden ebensowenig verstehen, warum sie etwas unterlassen sollen, wenn man ihnen den Grund nicht nennt.

Mit meinem mittlerweile 10-jährigen Sohn machte ich richtige kleine Experimente. Zum Einen verstand er das Ergebnis, zum Anderen war es eine völlig ungezwungene fröhliche - sprich: Ergiebige! - Atmosphäre. Kein Geschrei von den Eltern, kein Geschrei vom Kind…

Klar ist, dass man mit solchen Aktionen sein Kind dazu erzieht, Dinge zu hinterfragen. Aber was ist falsch daran, sein Kind zu einem denkenden Wesen zu erziehen?

Zurück zum Thema „Schreien“.
Ich glaube, dass Kinder durchaus wahrnehmen, wenn man aus Sorge schreit. Wenn ich ein lautes NICHT! von mir gebe, weil mein Kind ein Messer, Feuerzeug, etc. in der Hand hat, ist das vermutlich völlig ok.

Wenn ich ein Kind schreiend niedermache, dann realisiert es den Unterschied durchaus.

SEHR WICHTIG finde ich, dass man sich als Eltern bei seinen Kindern entschuldigt, wenn man die Beherrschung verliert.
Wird ein Kind dauernd angeschrien, halte ich die Möglichkeit psychischer Schäden für sehr gut möglich.
Schreit man sein Kind „im Affekt“ an und entschuldigt sich hinterher EHRLICH bei ihm, wird das vermutlich verpuffen.

Sorry, dass ich hier so lang gelabert habe!

LG
Guido

moin,
ich habe drei kinder grossgezogen und sie bestaetigen mir
uebereinstimmend, dass ich es gut gemacht habe.

was sollen sie auch sagen?

nun! sie koennten z.b. kritik dadurch aeussern, dass sie gar nicht mit mir reden.
da sie aber regelmaessig meine naehe suchen, obwohl sie erwachsen sind, und wir dann gut und gern ueber alte zeiten reden, wage ich solch eine behauptung einfach mal…

da hast du recht!

Hallo,

ich habe drei kinder grossgezogen und sie bestaetigen mir
uebereinstimmend, dass ich es gut gemacht habe.

was sollen sie auch sagen?

Du meinst sie lügen?
Dann sag ich mal, du hast eher eine negative Grundeinstellung zu gewissen Dingen und zu Menschen.

Gruß
Der Franke

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Hallo Sina,

wenn man zu seinem Kind zum Beispiel sagt: „Putz dir jetzt die Zähne, sonst gibt es morgen nichts zu naschen“ dann ist es ja schon mal eine Drohung die bei einem Kind „Angst“ auslöst. Solche und ähnliche „Drohungen“ stoßen viele Eltern den lieben langen Tag aus, dabei ist der Übergang zu Erpressung fließend. Wäre das dann auch schon Gewalt ?

Viele Grüße
Me

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falsche frage

Hallo Zusammen,

als Vater von zwei Kindern weiss ich, dass manche
Entscheidungen die getroffen werden für Kinder nicht
nachvollziehbar sind und je nach Alter grausam erscheinen. Da
kann schon das Verbot für die dritte Scheibe mit
Nussnugatcreme für das Kind seelisch grausam wirken.

du solltest dir viel eher die frage stellen, wo erziehung anfängt.

gruß
ann

Moin auch,

deine Einstellung, dass Kinder selbst Erfahrungen machen müssen teile ich weitestgehend wobei ich bei manchen Situationen schon vorbeugend eingreifen würde (Beispiel, wenn das Kind etwas Giftiges trinken würde).

Wie aber bist du mit Situationen umgegangen in denen die Kinder noch keine Teenies waren und wie oft sagt man „nein, lass das“ bis doch eine Drohung folgt?

Viele Grüße
Me

moin,

an diese vorbeugenden massnahmen gewoehnt man sich ja schon ab geburt - kann mich noch gut daran erinnern, dass alles zerbrechliche oder wertvolle in mindestens 1 meter hoehe aufbewahrt wurde…
und wenn es dann nicht reichte, dann halt in 1,5 meter…

ich finde, ein klassischer fall von erziehung ist die sankistengeschichte: wohl alle eltern haben das mal erlebt, dass da mit sand geworfen wird und das geplaerre gross ist.
fatal wird es dann, wenn die eltern sich einmischen, womoeglich sogar partei ergreifen.
wir haben diese sandkonflikte sehr locker laufen lassen und den kids gesagt vorgelebt: wer NICHT mit sand wirft, dem geht es besser!

und das thema erledigte sich meist sehr schnell von allein: die sandwerfer sassen einsam heulend in der ecke, weil die beworfenen irgendwie ahnten, dass es mehr bringt, ohne diese scheisser zu spielen.

als die kinder noch kleiner und fuer gute argumente nicht zugaenglich waren, habe ich es tatsaechlich meist drauf ankommen lassen, dass irgendwas erzieherisches passiert.

wir hatten z.b. einen grossen garten, in dem wir oft abfaelle verbrannten. feuer ist natuerlich was total spannendes fuer kinder, und gibt es was schoeneres, als ein stoeckchen ins feuer zu stecken, um es dann irgendwo hinzutragen?

jedenfalls als diese stoeckchentragerei ueberhand nahm, half ich mit einem „brandbeschleuniger“ heftig nach, dass etwas deutlich mehr in brand geriet, als geplant…

der schreck war so gross, dass dieses thema endgueltig geklaert war…

gruss
kuddel

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Gewaltfreie Erziehung gibt es nicht
Hallo zusammen,
und dies ist gut so.

Mich hat ein wenig erstaunt, daß der Klaps aus marions Beitrag weiter unten derartige Entrüstung ausgelöst hat: Jede Art von körperlicher Gewalt ist zu unterlassen, wobei doch auch hier schon die Grenzen fließend sind (s. Guido: "Wenn ein Kind mal völlig ausrastet …). marion hat m.E. schon deutlich gemacht, daß es nicht um Prügel oder bei jeder sich bietenden Gelegenheit geht. Ich sehe es auch als Ausrutscher an, den man nicht überbewerten soll. Da gibt es ganz andere Fälle/Familien in unserer lieben Gesellschaft.

Wesentlich problematischer ist es mit den Formen psychischer Gewalt. Diese sind für Außenstehende oft nicht erkennbar (ist bei Besuch/en des öfteren nett zu beobachten, mit welchen Worten und psychologisch fundierten Kenntnissen Kinder in die richtige Bahnen gelenkt werden), die Auswirkungen (im Gegensatz zu einer Schrecksekunde bei einem Klaps) nicht prüfbar, und auch bei Fachleuten heißt es häufig: Die Grenzen sind fließend. Ich bin der Meinung, dies erfordert sehr hohe persönliche Voraussetzungen, die bei sehr vielen Eltern häufig nicht gegeben sind. Bedenklich ist insbesondere, daß psychische Gewalttaten i.d.R. nicht nachweisbar sind und verfolgt werden können. Sie werden zerredet und mit allerlei Theorien begründet.

Gewaltfreie Erziehung gibt es nicht, und dies ist gut so.
Jeder von uns ist sein Leben lang mehr oder weniger physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt, Kindergarten, Schule, Beruf, Partnerschaft und selbstverständlich auch in der Familie (dies gilt sowohl für oben nach unten als auch umgekehrt). Gewalt ausüben und mit den Folgen umgehen lernen (Spruengelchen hat eine sehr wichtige Begleiterscheinung genannt: Gewalt gegen Kinder ist fuer mich dann, wenn eine Handlung Aengste schuert) ist für eine Erziehung erforderlich. Mittlerweile ist Angst in all ihren Facetten ein Problem in unserer „krankgewordenen“ Gesellschaft. Weil alle sie haben, aber nach meinen Eindrücken immer weniger diese verarbeiten können.

Nun, ich bevorzuge persönlich Menschen wie marion, die eine klare Botschaft übermitteln als diejenigen, die mit vagen unsicheren Erziehungsmethoden mehr Unklarheiten als Klarheiten schaffen.

Gruß
Der Franke
Nein, ich schlage oder klapse meine Kinder nicht

Hallo,

schwieriges Thema, welches du da anschneidest.

als Vater von zwei Kindern weiss ich, dass manche
Entscheidungen die getroffen werden für Kinder nicht
nachvollziehbar sind

Oh je, zeig mir mal Kids, vor allem in oder kurz vor Ende der Pubertät wie es die meinen beiden sind, die dazu noch beide Prüfungen vor der Nase haben und dann Verständnis für die Entscheidungen der Eltern haben. Eigentlich sollte man meinen mit 15 und fast 17 sind sie alt genug um zu begreifen, dass es um das Abschlußzeugnis geht, ein Zeugnis, welches sie ihr Leben lang haben, aber weit gefehlt. Ohne Druck geht wenig.

Um den Artikel weiter unten mal zu entschärfen möchte ich
daher von euch mal wissen, wie ihr es ganz persönlich seht,
wenn es um das Thema Gewalt gegen Kinder geht, wo fängt sie an
auch wenn es vielleicht nicht strafbar ist und was ist noch
legitim an Sanktionen?

Ja ich bin ehrlich, auch mir ist schon mal die Hand ausgerutscht und ich habe mich danach bei meinem Kind entschuldigt. Allerdings und das möchte ich betonen habe ich mir für das Ausrutschen entschuldigt. Gleichzeitig habe ich immer versucht klarzustellen, warum meine Hand ausgerutscht ist, und dass die Aktion des Kindes nicht richtig war. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich habe mich für die ausgerutschte Hand entschuldigt aber gleichzeitig klar gemacht, dass das Verhalten des Kindes nicht ok war.

und was ist noch
legitim an Sanktionen?

Das kann man so pauschal nicht beurteilen. Jedes Kind ist anders, jedes Elternteil ist anders. Das eine Kind braucht eine härtere Hand (damit meine ich nicht schlagen) bei einem anderen Kind reicht ein strafender Blick. Ich habe immer versucht, und es auch fast immer geschafft ohne Klaps oder ähnliches auszukommen. Es war sicher nicht immer einfach, aber ich hoffe mal ich habe meine Kids einigermaßen vernünftig und richtig erzogen. Um gleich dem nächsten Missverständnis aus dem Weg zu gehen: Ich bin verheiratet, aber solange die Kids klein waren, war ich zu Hause und die Hauptlast in der Erziehung lag somit bei mir. Inzwischen arbeite ich Schicht, aber bei Problemen bin immer noch ich der erste Ansprechpartner, bzw mein Mann ruft mich in der Arbeit an und fragt.

Ich kann mich in dem Zusammenhang nur wiederholen: Wir alle sind Menschen mit Fehlern und Macken. Jeder macht Fehler, wichtig ist dabei man sieht es selbst ein und entschuldigt sich wenn es notwendig ist, bzw korrigiert den Fehler wenn möglich.

Und nochwas, ich kenne einige Kids aus der Nachbarschaft, denen zu wenig Grenzen gesetzt wurden. Das ist genauso schlimm wie eine zu harte Erziehung. Der eine raucht regelmäßig seit er 10 Jahre alt ist, der andere war schon 3x mit einer Alkoholvergiftung im KH.

Bei ersterm Kind bin ich persönlich bei der Mutter gewesen, da dieser zusammen mit meinem Sohn geraucht hatte. Die Antwort der Mutter: „Wenn er die Schachtel aufgeraucht hat, soll er aufhören.“ Ich war fassungslos. Die Kids waren 10 Jahre alt. Ich habe mit meinem Sohn gesprochen, und konnte nur hoffen, dass er sich nicht wieder verleiten lässt. Anscheinend habe ich die richtigen Worte gefunden. Mein Sohn hat von sich selbst aus den Kontakt zu dem Kind eingestellt. Ich habe ihm den Kontakt nicht verboten, ich denke mal gerade Verbote reizen und das wollte ich verhindern.

Da
kann schon das Verbot für die dritte Scheibe mit
Nussnugatcreme für das Kind seelisch grausam wirken.

Genau das habe ich versucht zu beschreiben. Ich hoffe ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt.

Übrigens Verbot von Nussnougatcreme war für meinen Sohn immer Höchststrafe. Da er Neurodermitis hat ist es auch heute noch nur in Maßen erlaubt, aber das ist ein anderes Thema.

Gruß

Katl

Hallo,

ich habe drei kinder grossgezogen und sie bestaetigen mir
uebereinstimmend, dass ich es gut gemacht habe.

was sollen sie auch sagen?

Du meinst sie lügen?
Dann sag ich mal, du hast eher eine negative Grundeinstellung
zu gewissen Dingen und zu Menschen.

Sehr schoen! Mich freut dein Rundumschlag. „negative Grundeinstellung zu gewissen Dingen“—> ich denke, die meisten Menschen haben irgendwo ihr gewisses Ding. Welches du jetzt in meinem Fall meinst, kannst du gerne erklaeren.

„negative grundeinstellung zu menschen“–> na von mir aus!

Versetz dich mal in jemanden rein, der ein schwieriges Leben im Elternhaus hatte. Manche treiben es im Erwachsenenalter mit den Vorwuerfen auf die Spitze, andere schweigen und lassen die Dinge ruhen. Ich gehoere zu letzteren. Auf die elterliche Aussage „ihr hattet es immer gut!?“ nicke ich daher zustimmend, denke mir meinen Teil und kehre dann zu meinem jetzigen Leben zurueck.

Im uebrigen hatte ich karl heinz laengst zugestimmt, evtl. also vorher den ganzen Faden lesen.

1 „Gefällt mir“

Hallo,

wenn ich mir deinen Beitrag so durchlese frage ich mich ob du nicht Gewalt mit Autorität verwechselst. Autorität kann auch völlig ohne Gewalt, sei es körperliche oder psychische gezeigt werden.

Gruß

Samira

Hi!

Mich hat ein wenig erstaunt, daß der Klaps aus marions Beitrag
weiter unten derartige Entrüstung ausgelöst hat

Es ging darum, dass jemand um einen Rat bittet und körperliche Gewalt dann als Tipp gegeben wird.
Ich kann verstehen, wenn jemandem die Hand ausrutscht, aber ich verabscheue es, solche Dinge als Methode einzusetzen.

Jede Art von
körperlicher Gewalt ist zu unterlassen, wobei doch auch hier
schon die Grenzen fließend sind (s. Guido: "Wenn ein Kind mal
völlig ausrastet …).

Da stimme ich Dir sogar völlig zu!
Erkennst Du wenigstens einen Unterschied zwischen Schlagen und Festhalten (eigentlich eine blöde Frage, da Du unten anmerkst auf Schläge zu verzichten)?

Da gibt es ganz andere Fälle/Familien
in unserer lieben Gesellschaft.

Nur, weil es immer noch schlimmer geht, muss es ja nicht akzeptiert werden.

Nun, ich bevorzuge persönlich Menschen wie marion, die eine
klare Botschaft übermitteln als diejenigen, die mit vagen
unsicheren Erziehungsmethoden mehr Unklarheiten als Klarheiten
schaffen.

Ich finde beides nicht wirklich akzeptabel.

Gruß
Guido

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