Hi
wo fängt sie an
auch wenn es vielleicht nicht strafbar ist und was ist noch
legitim an Sanktionen?
Mal ganz einfach: Körperliche Übergriffe gehen gar nicht.
Sei es der ach so oft zitierte Klaps oder das Tatschen auf die Finger oder aber auch die so genannte heilvolle Ohrfeige.
Ich rede hier mal eindeutig NICHT vom „Ausrutschen“ der Hand (auch, wenn mir persönlich selbst das unverstellbar erscheint) sondern vom Einsatz als "Erziehung"smethode.
Wenn ich unten den zugegeben zynischen Kommentar gebarcht habe, dass ich bei einem Erwachsenen zuschlagen würde, aber nur so feste, dass der Kiefer nicht bricht, dann gibt es ziemlich gut wider, dass so etwas völlig unkalkulierbar ist.
Eine Gewaltanwendung genau zu dosieren fällt selbst mir sehr schwer - und ich habe jahrelang gelernt, wie man zuschlägt.
Soll heißen: Schäden für das Kind sind nicht auszuschließen, auch, wenn einige Eltern das immer wieder behaupten.
Geplatzte Trommelfälle bei „leichten Ohrfeigen“, Hämatome beim „leichten Klaps“ auf den windelfreien Hintern", aufgeplatzte Lippen beim Beispiel unten oder auch ein Mittelhandbruch beim „Tatschen“ auf die Finger sind vielleicht nicht an der Tagesordnung aber nun mal nicht auszuschließen.
Da ist auch der Gesetzestext recht einfach zu verstehen, wenn dort von „Körperlichen Bestrafungen“ die Rede ist.
Schwieriger wird es mit den genannten „seelischen Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen“. Klar sind Dinge wie das Einsperren in dunkle Räume oder das „Nackt auf die Straße schicken“ - aber beim Anschreien bspw. wird es dann schon schwammig.
Sanktionen bei Kindern sollten etwas mit dem „Vergehen“ zu tun haben. Ein Kind will einen Zusammenhang. Da ist es wenig sinnvoll, ein spuckendes Kind eher ins Bett zu schicken. Die Sanktion, das Kind mit Lappen auszustatten, ist nur eine Idee - aber eine sehr gute!
Eigentlich ist es nicht soo schwierig, sich mal intensiv mit möglichen Strafen (Leute, die es schärfer sehen als ich - ja die gibt es! - weigern sich sogar das Wort „Strafen“ zu benutzen) auseinanderzusetzen. Eigentlich sollte man von erwachsenen Menschen erwarten können, dass sie das machen. Das muss nicht passieren, BEVOR man ein Kind in die Welt setzt, aber es sollte gemacht werden, wenn das Kind DA ist. Schließlich kennt man erst dann seine Kinder…
Wenn ein Kind mal völlig ausrastet und die Gefahr besteht, dass es sich verletzt, kann man es mit viel Körpernähe festhalten. Einfach nur die Hände und Füße zu fixieren hat da zu sehr etwas von „fesseln“ - bei einer „Umarmung“ gibt man dem Kind Nähe und somit Vertrauen.
Bei „größeren“ Kindern finde ich ein Wutkissen recht effektiv.
Thema Diskussion und Überzeugung:
Wenn Kinder etwas nicht machen sollen, weil es ihnen schaden kann, dann sollte man sich die Zeit nehmen, den Kindern mit einfachen Worten zu erklären, warum man es verbietet.
Wenn ein Kind sich ein Feuerzeug „besorgt“, dann kann man recht einfach demonstrieren, was Feuer anstellen kann (Foto vom Plüschtier ausdrucken und verbrennen wäre je nach Emotionalität des Kindes eine Idee).
Da sollte man phantasievoll sein! Kinder werden Endlosdiskussionen nicht folgen können - aber sie werden ebensowenig verstehen, warum sie etwas unterlassen sollen, wenn man ihnen den Grund nicht nennt.
Mit meinem mittlerweile 10-jährigen Sohn machte ich richtige kleine Experimente. Zum Einen verstand er das Ergebnis, zum Anderen war es eine völlig ungezwungene fröhliche - sprich: Ergiebige! - Atmosphäre. Kein Geschrei von den Eltern, kein Geschrei vom Kind…
Klar ist, dass man mit solchen Aktionen sein Kind dazu erzieht, Dinge zu hinterfragen. Aber was ist falsch daran, sein Kind zu einem denkenden Wesen zu erziehen?
Zurück zum Thema „Schreien“.
Ich glaube, dass Kinder durchaus wahrnehmen, wenn man aus Sorge schreit. Wenn ich ein lautes NICHT! von mir gebe, weil mein Kind ein Messer, Feuerzeug, etc. in der Hand hat, ist das vermutlich völlig ok.
Wenn ich ein Kind schreiend niedermache, dann realisiert es den Unterschied durchaus.
SEHR WICHTIG finde ich, dass man sich als Eltern bei seinen Kindern entschuldigt, wenn man die Beherrschung verliert.
Wird ein Kind dauernd angeschrien, halte ich die Möglichkeit psychischer Schäden für sehr gut möglich.
Schreit man sein Kind „im Affekt“ an und entschuldigt sich hinterher EHRLICH bei ihm, wird das vermutlich verpuffen.
Sorry, dass ich hier so lang gelabert habe!
LG
Guido