Wo fängt Gewalt gegen Kinder an

Hallo Franke

Gewaltfreie Erziehung gibt es nicht, und dies ist gut so.
Jeder von uns ist sein Leben lang mehr oder weniger physischer
und psychischer Gewalt ausgesetzt, Kindergarten, Schule,
Beruf, Partnerschaft und selbstverständlich auch in der
Familie (dies gilt sowohl für oben nach unten als auch
umgekehrt). Gewalt ausüben und mit den Folgen umgehen lernen
(Spruengelchen hat eine sehr wichtige Begleiterscheinung
genannt: Gewalt gegen Kinder ist fuer mich dann, wenn eine
Handlung Aengste schuert) ist für eine Erziehung erforderlich.
Mittlerweile ist Angst in all ihren Facetten ein Problem in
unserer „krankgewordenen“ Gesellschaft. Weil alle sie haben,
aber nach meinen Eindrücken immer weniger diese verarbeiten
können.

Es geht ja nicht darum, dass man jegliche Angstgefuehle vermeiden soll. Nur ist es ein Unterschied, ob ich Angst vor einem Hund, im Dunkeln order vor den Eltern habe. Jetzt verfalle ich wahrscheinlich ins Stammtischgeplaenkel, aber was koennen Kinder tun, wenn Eltern sie mal in den Wahnsinn treiben? Eltern machen Fehler, ebenso wie Kinder, haben strittige Ansichten etc. Wenn du es ertragen kannst, in bestimmten Situationen Angst vor deinem Kind zu haben OK. Ich empfinde das als sehr belastend.

1 „Gefällt mir“

Ich wurde in meinem Leben ein Einzigesmal georfeigt. Aber an den Ohrenziehen war die Methode meines Vaters wenn ich mal wieder zu fest über die stränge schlug. Georfeigt wurde ich von meiner mutter als sie meine 4 Jahr jüngere schwester auf dem Boden wickelte und ich nach mehrmaliger aufforderung auffzuhören wieder ihr auf den rückensprang und es ihr diesmal mehr schmerzen zugefügt hatte. Habe ich eine im affekt kassiert. Was da für mich schlimm war nicht die tatsache das sie mich geschlagen hat. Nein es war die tatsache das sie mich ins Gesicht geschlagen hat.

Das war immer absolutes Tabu (Auch wenn ich mal wieder machtkämpfe mit meinem Cousin ausgetragen habe usw.)

Ich hasse streit und Gewallt aber wenn man mich zu einer Raufferei animieren will braucht man mich nur ins gesicht zu schlagen. Da fallen alle hemmschwellen zurückzuschlagen und ich seh rot.

Ans ohrenziehen kann ich mich nicht mehr wirklich errinern, das einzige was mir blieb ist einmal wo ich es damals nicht verstand was ich jetzt falsch gemacht habe. Resp, er mir zwar gesagt hat was, ich jedoch nicht der meinung war (und heute noch bin) das ich das wirklich verbrochen habe.

Es ging darum das ich streichhölzer wollte ich hab sie gekriegt mit der bediengung nicht in der scheune und nicht im schuppen (beide aus holz) zu spielen (so jedenfalls meine auffassung) an den schuppen war aber ein alter schornstein angelehnt und ich hab die angezüntet dort reingeworfen und beobachtet wie sie runterfallen. Und schon hatte mein Vater mein Ohr in der hand und ich stand auf den zehenspitzen.

soviel zu meinen erfahrungen mit gewallt.

lg sev

Hi,

… eine ziemlich schwer zu beantwortende Frage.
Vielleicht ist Gewalt all das, was man durch andere an sich selbst nicht dulden würde.
Ich selbst verabscheue Gewalt Kindern gegenüber. Jeder Schlag, jede Ohrfeige etc. ist völlig unangebracht und nicht tollerierbar. Auch Klappse sollten kein geeignetes Erziehungsmittel darstellen und sind zu vermeiden. Erwachsene, die so handeln, sollten sich fragen, ob sie selbst so behandelt werden möchten, wenn sie mal einen Fehler gemacht haben…
Ich habe noch keine eigenen Kinder, jedoch eine Menge Neffen und Nichten, daher weiß ich sehr wohl, dass es Ausnahmesituationen geben kann, in denen einen kleine Kinder zur Weisglut bringen können. Das stellt natürlich keine Entschuldigung für ein evtl. Klappsen dar, aber vielleicht eine Erklärung. Ich denke, dass in Ausnahmesituationen Klappse passieren können und ich denke auch, dass diese Eltern dadurch nicht automatisch zu Rabeneltern werden und die Psyche der Kinder schwerwiegend und unwiederbringlich verletzen. Trotzdem sollten sich alle Erwachsenen bemühen, Kindern gewaltfrei zu erziehen. Vielleicht hilft da auch, an sich selbst zu arbeiten und sich für solche Ausnahmesituationen ein paar Lösungen bereit zu halten (z.B. den Raum verlassen und tief durchatmen, etc.)
Dies zum eigentlichen Thema.

Was mir jedoch auffällt ist, dass es viele Eltern heutzutage gibt, die auch mit Kleinkindern unglaublich viel und lange diskutieren und meiner Meinung nach ihre Kinder damit völlig überfordern. Erklärungen sind wichtig, aber es bringt auch nichts, sein 3 jähriges Kind 10 Minuten lang zuzutexten! Unter konsequentem Verhalten verstehe ich 1, 2 max. 3 klare Aussagen und dann gegebenenfalls eine angemessene Konsequenz (Raum verlassen, abwenden, etc. - eben angepaßt an die Situation). Erklärungen nur insofern, als das Kind das überhaupt verstehen und aufnehmen/verarbeiten kann. Und man sollte seine Erklärungen auch nicht 10x wiederholen, da das Kind einen irgendwann nicht mehr ernst nimmt.
Meiner Meinung nach versuchen viele Eltern heutzutage, ihren Kindern alles und jedes bis zum Äußersten und immer wieder zu erklären und haben dann als Folge Kinder, die gar nicht mehr auf ihre Eltern hören, weil sie mit deren Erklärungen einfach überfordert sind. Und das sind dann die schreienden, kreischenden Kinder, welche sich über alles und jedes hinwegsetzen - und daneben völlig überforderten Eltern, welche bei RTL anrufen…

VG

Hi,

wenn man zu seinem Kind zum Beispiel sagt: „Putz dir jetzt die
Zähne, sonst gibt es morgen nichts zu naschen“ dann ist es ja
schon mal eine Drohung die bei einem Kind „Angst“ auslöst.

Ah,da hätte ich mal ne Frage zu,ist es nicht so ,wenn ein Kind vom ersten Zahn an oder vorher regelmäßig die Zähne geputzt kriegt,sich das Kind dann mindestens 2 mal täglich die Zähne freiwillig putzt,da es das normalste der Welt ist?

Warum muss man da mit Naschverbot drohen?

Reicht es nicht einfach,den Kind zu sagen ,das es sonst Löcher kriegt?
Und so ein Loch weh tut?

Genauso iss es mit den anspuken…ist es nicht einfacher zu sagen, man möchte nicht angespuckt werden,da man es ekelig findet ?

Und dieses spuken weniger negativ zu sehen und eine Spukwettbewerb draussen starten?

Oder wenn ein Kind schreiend rum liegt einfach sich mit dazu zu schmeißen und auch schreien…anschließend aufzustehen und als Erwachsener zu sagen…jetzt gehts mir besser?

Und wie gehts Dir? Schreien tut manchmal echt gut,nicht.

Natürlich braucht ein Kind feste Regeln und sollte nicht das tun dürfen was ein Erwachsener macht z.B. Rauchen ,Alkohol trinken ,länger aufbleiben,so viel Süßes essen wie man will,Fernseh gucken,PC sitz…mal ehrlich ,wenn wir da mit leuchtend Beispiel voran gehen könnten/würden,bräuchte Kind noch nicht mal solche Regeln…da müßten dann aber alle Erwachsenen mitziehen heißt,nicht rauchen,nur noch Selter trinken,früh ins Bett,kein Süßes,kein Fernsehen,kein PC…*gg

Also liegt es an uns,da Zeiten und Regeln aufzustellen.

Aber ansonsten iss ein Kind für mich wie ein kleiner Erwachsener nur halt kleiner,sprich ich spreche mit ihn in der Wortwahl wie ich möchte ,das auch mit mir gesprochen wird.

Wenn mir das Verhalten nicht gefällt, sag ich das auch.

Giftige Sachen kommen außer Reichweite.

Mit Feuer darf unter Aufsicht handtiert werden…iss langweiliger.

Wer nicht hören will…nun ja der verbrennt sich mal die Fingerchen oder man erklärt seinen Kleinkind gleich ,dass das heiß iss und AUA macht,ja das verstehen die…laufen dann bustenderweise vorm Herd rum…*g

Einfach nicht alles Verbieten…sondern sagen wieso und weshalb…bei kleinen Kindern mit wenigen worten…z.B.heiß,heiß machst du aua…nein,nein

Bei etwas größeren einfach sagen,was ein stört…

Bei den Größeren tolle Nachtgespräche führen.;o)

Solche und ähnliche „Drohungen“ stoßen viele Eltern den lieben
langen Tag aus, dabei ist der Übergang zu Erpressung fließend.

Ja,solche Eltern kenn ich auch…alles leere Drohungen…

Wäre das dann auch schon Gewalt ?

Das iss Schwachsinn…die ganzen Drohung braucht man gar nicht…na jedenfalls bin ich der Meinung.;o)

LG Biene

3 „Gefällt mir“

Hallo Franke

Wesentlich problematischer ist es mit den Formen psychischer
Gewalt. Diese sind für Außenstehende oft nicht erkennbar (ist
bei Besuch/en des öfteren nett zu beobachten, mit welchen
Worten und psychologisch fundierten Kenntnissen Kinder in die
richtige Bahnen gelenkt werden), die Auswirkungen (im
Gegensatz zu einer Schrecksekunde bei einem Klaps) nicht
prüfbar

Da hast du auf etwas sehr Wesentliches hingewiesen, Franke. Es gibt ja vergleichende Untersuchungen aus Unterschicht und Mittel/Oberschicht, aus denen hervr geht, dass die größten Neurosen bei Leuten gefunden wurden, die in ihrer Kindheit mit moralischen und „erklärenden“ Sermonen erzogen wurden, im Gegensatz zu den verhältnismäßig gesünderen Unterschichtlern, die als Kind ab und an geschlagen wurden.
Natürlich rede ich damit nicht dem Schlagen das Wort (unnötig das hier zum x-ten Male zu betonen), sondern sehe wie du auch kritisch die ewig die Kinder moralisch zutextenden Erwachsenen. Das Über-Ich so eines armen Mittelschicht-Kindes ist das groß we ein Medizinball und wiegt so schwer, dass man Kopfschmerzen davon bekommt. :wink:
Es grüßt dich
Branden

6 „Gefällt mir“

Dicken Stern! (owt)
=^…^=

Guten Abend Branden!

Natürlich rede ich damit nicht dem Schlagen das Wort (unnötig
das hier zum x-ten Male zu betonen), sondern sehe wie du auch
kritisch die ewig die Kinder moralisch zutextenden
Erwachsenen.

Bis hier kann ich noch folgen.

Das Über-Ich so eines armen Mittelschicht-Kindes
ist das groß we ein Medizinball und wiegt so schwer, dass man
Kopfschmerzen davon bekommt. :wink:

Kannst du das mal für einen Normalsterblichen übersetzen?
Ich habe so eine Vermutung was du sagen möchtest aber so wirklich
sicher bin ich mir nicht.

Gruß
Stefan

Hallo,

das ist ganz klar im Gesetz verankert:

BGB § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge

Fassung vom 02.01.2002

Die Personensorge umfasst insbesondere die Pflicht und das Recht, das Kind zu pflegen, zu erziehen, zu beaufsichtigen und seinen Aufenthalt zu bestimmen.

Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.

Das Familiengericht hat die Eltern auf Antrag bei der Ausübung der Personensorge in geeigneten Fällen zu unterstützen.

Und im Zweifelsfall hilft Dein Gewissen - wenn Du Dich schlecht fühlst, weil Du Dein Kind angeschrien hast, dann bist Du bereits einen Schritt zu weit gegangen. Die seelischen Grausamkeiten sind schwer zu beurteilen, bei körperlichen Erziehungsmethoden ist es eindeutig: auch einen Klaps auf dem Po ist verboten, demütigend und stellt den Täter als ein überfordertes und zeitweise dummes Individuum dar.

Kinder brauchen Grenzen und sie wollen ihre Grenzen auch verstehen. Diese Grenzen müssen ihnen optisch gezeigt werden, verbal erklärt werden, konsequent und klar sein. Wer das nicht schafft, der haut halt, oder erniedrigt das Kind durch Worte. Einzelfälle im Gefecht mit Kleinkindern, wo die Erwachsenen sich nicht unter Kontrolle haben und die Nerven verlieren passieren nun mal - gut wenn das schlechte Gewissen nagt und man es fertig bringt sich bei dem Kind zu entschuldigen, es in den Arm nimmt. Sagt dass das was man gemacht hat falsch war, dass es nicht wieder vorkommt und sich auch daran hält.
Wenn das drohen, beschimpfen, demütigen und/oder Misshandeln sich wiederholt (egal wie stark), der Erwachsene nicht in der Lage ist, sein Handeln in Frage zu stellen und sein Fehlverhalten zu korrigieren versucht, ja sogar rechtfertigt, dann läuft gewaltig etwas schief.

Ich habe vor zwei Wochen im Supermarkt die Polizei gerufen als eine Mutter ihr Kind weinendes Kind beschimpft hat „Halt endlich die Klappe, Du dämliches Kind!“ und es schließlich geohrfeigt hat - zwei Schläge mit der Flachen Hand ins Gesicht des Mädchens (ca. 3 Jahre alt). Das Kommentar der Mutter: „Ich schlage mein Kind wie oft ich will! Das Kind gehört mir und nicht Ihnen, kümmern Sie sich um Ihren Kram!“ Und jetzt der Hammer - als die Streife eintraf und wir vor dem Supermarkt standen fragte der Beamte was passiert ist. Ich sagte da drin ist eine Frau, die ihr Kind geschlagen hat. Der Beamte daraufhin: Na und, wat soll ick jetzt tun? Ick hab drei Kinder und die bekommen von mir regelmäßig eins hinter die Rübe wenn sie nicht spuren!"
(Der Polizist hat jetzt wegen seiner Aussage die Staatsanwaltschaft am Hals).

Viele Grüße

Hallo Me,

wenn man zu seinem Kind zum Beispiel sagt: „Putz dir jetzt die
Zähne, sonst gibt es morgen nichts zu naschen“ dann ist es ja
schon mal eine Drohung die bei einem Kind „Angst“ auslöst.
Solche und ähnliche „Drohungen“ stoßen viele Eltern den lieben
langen Tag aus, dabei ist der Übergang zu Erpressung fließend.
Wäre das dann auch schon Gewalt ?

Dass die Drohung, dass das Kind morgen nichts zu naschen bekommt, wenn es sich nicht die Zähne putzt bei einem Kind Angst auslöst, was als negative Kindheitserinnerung haften bleibt kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Dass Eltern in die Trickkiste greifen um ihr Kind in die gewünschte Richtung zu bewegen ist doch klar. Anders wäre es, wenn man mit fauligen Zähnen oder schmerzenden Zahnarztbohrer kommen würde - oder völlig abwegig wird, wie „wenn Du Dir nicht die Zähne putzt gibt es keine Gute-Nacht-Geschichte“. Denn das eine hat mit dem anderen nichts zu tun und es wirkt regelrecht Boshaft.

Viele Grüße

2 „Gefällt mir“

Hallo

Ich finde es nicht sehr gut, wenn psychische Gewalt gegen körperliche Gewalt ausgepsielt wird. Mich erinnert das daran, was regelmäßig passiert, wenn man öffentlich auf die Gesundheitsgefährdungen des Kiffens hinweist: Dann wird sofort der Alkohol zum Thema gemacht, der ja mindestens genauso schädlich sei. - Und wenn, dadurch wird das Kiffen ja nun auch nicht gesünder. -

Ebenso wird die körperliche Gewalt nicht dadurch besser, dass die psychische Gewalt auch sehr schlimm oder auch schlimmer sein kann.

Ich kenne es eigentlich so, dass Leute, die gewaltbereit sind, sowohl physische als auch psychische Gewalt anwenden, je nachdem, welche Mittel ihnen zur Verfügung stehen. Und es gibt durchaus Unterschichtler, die psychische Gewalt anwenden. Dieses ganze „Unterschichten-Fernsehen“ mit diesen Mobbing-Talkshows ist doch eine einzige Zur-Schau-Stellung von psychischen Gewaltakten.

Die Vorstellung vom psychisch gesunden Unterschichtler, der nur ab und an klar einzugrenzende Schläge bekommt, stammt doch aus der gehobenen Mittelschicht von Leuten, die sich noch nie wirklich in der Unterschicht bewegt haben.

Es
gibt ja vergleichende Untersuchungen aus Unterschicht und
Mittel/Oberschicht, aus denen hervorgeht, dass die größten
Neurosen bei Leuten gefunden wurden, die in ihrer Kindheit mit
moralischen und „erklärenden“ Sermonen erzogen wurden,

Das kann ich mir leicht vorstellen. Mir kommt es aber ein bisschen so vor, als müsste diese Untersuchung noch aus Freuds Zeiten kommen.

Viele Grüße
Simsy

Guten Abend Branden!

Das Über-Ich so eines armen Mittelschicht-Kindes
ist das groß we ein Medizinball und wiegt so schwer, dass man
Kopfschmerzen davon bekommt. :wink:

Kannst du das mal für einen Normalsterblichen übersetzen?
Ich habe so eine Vermutung was du sagen möchtest aber so
wirklich
sicher bin ich mir nicht.

Gruß
Stefan

Eventuell, dass ein Mittelschichtkind (so wie ich) von Gewissen und Erwartungen (und einer extrem dominanten Mutter) zerfressen wird, so dass irgendwann gar nichts mehr geht? (in wiefern, steht im Einzelfall, aber bei mir sind es z.B.

  • sei ordentlich
  • sei kein Pingel
  • halt dich immer an die Regeln
  • halte dich nicht dran, wenn mir danach ist
  • halte dich an MEINE Regeln
  • Ich will jetzt NICHT mit dir darüber diskutieren!
  • Ich hab dir gesagt warum, keine Widerworte!
  • zeig ja nicht nach außen, dass wir mal wenig Geld haben, das könnte unser Geschäft ruinieren
  • rede nicht draußen, sonst reden die Leute über uns und für sowas sind wir zu gut, wir sind ja nicht Unterschicht
  • sei fléißig in der Schule, du gehst für DICH zur schule
  • sei ja fleißig damit du später genug Geld verdienst
  • Guck, daste schnell fertig wirst, wir wollen in Rente
  • mach schneller, Mama ist krank
  • Du bist zu Ehrgeizig, mach mal locker, du gehst mir mit deiner Nervösität auf den Zwirn
  • Nein wir hören den Film jetzt so, wir wollen doch auch verstehen was die da sagen, lern halt wannanders.
  • Wir haben dich doch nie unter Druck gesetzt! etc. pp)

Genau lässt sich das gar nicht in Worte fassen. Irgendwie gibt es ständig konträre Aussagen, neben dem Druck von zuhause, auf jeden Fall erfolgreich zu sein, auf jeden Fall NICHT Unterschicht zu sein, muss man nach außen auch noch immer eine schöne feine Fassade zeigen und schön buckeln und treten gleichzeitig.
Nach Gesprächen mit meinen Schulkollegen ging es da einigen ähnlich.
Vor allem seit einige Mittelschichtler nicht mehr Mittelschicht sind.

lg
Kate

1 „Gefällt mir“

es gibt unterschiedliche ansatzpunkte. wo der eine sagt- ein klaps auf den po…da kollabiert der andere schon und schreit- gewalt.
die psyschiche gewalt ist langanhaltender, die person hat für viele jahre etwas davon. die körperliche gewalt- bezüglich des ordnungsgong
trägt keinen längeren schaden mit sich. und die gewalt die kinder erfahren müssen auf grund der ohnmacht, überforderung und erzieherischen insuffizienz ihrer eltern ist natürlich nicht zu entschuldigen. die kombinaton von beiden muster ist unverantwortlich den kindern gegenüber und da muss man hilfe leisten.
ein kind hat nie darum gebeten geboren zu werden und es ist unsere pflicht, alles zu tun um das es ihn gut geht.
kinder spiegeln ihre eltern und ihre umgebung, damit kommen einige eltern nicht zurecht und ticken aus. usw. usw.
gruss kfm

Hallo,

Sehr schoen! Mich freut dein Rundumschlag. „negative
Grundeinstellung zu gewissen Dingen“—> ich denke, die
meisten Menschen haben irgendwo ihr gewisses Ding. Welches du
jetzt in meinem Fall meinst, kannst du gerne erklaeren.
„negative grundeinstellung zu menschen“–> na von mir aus!

Jetzt sei nicht gleich eingeschnappt.

Versetz dich mal in jemanden rein, der ein schwieriges Leben
im Elternhaus hatte. Manche treiben es im Erwachsenenalter
mit den Vorwuerfen auf die Spitze, andere schweigen und lassen
die Dinge ruhen. Ich gehoere zu letzteren. Auf die
elterliche Aussage „ihr hattet es immer gut!?“ nicke ich daher
zustimmend, denke mir meinen Teil und kehre dann zu meinem
jetzigen Leben zurueck.

Erklärt ja deine Einstellung (und Mailaddy?:wink: und meine ursprüngliche Auffassung .
Gewisse Dinge ruhen lassen und abnicken ist trotzdem nicht gut, vor allem wenn sie einen anhaltend intensiv (und negativ) beschäftigen.

Im uebrigen hatte ich karl heinz laengst zugestimmt, evtl.
also vorher den ganzen Faden lesen.

OK, too late Otto. Ganze drei Minuten, die unser Leben sicherlich nicht gravierend ändern werden :smile:
So schnell wird die Seite hier offensichtlich nicht geladen, sonst hätte ich auch nicht geschrieben.

MesL
Der Franke

Hallo auch,

wenn ich mir deinen Beitrag so durchlese frage ich mich ob du
nicht Gewalt mit Autorität verwechselst. Autorität kann auch
völlig ohne Gewalt, sei es körperliche oder psychische gezeigt
werden.

(Anti-)autoritäre Erziehung bezeichnet eher den Stil der Erziehung, Gewaltausübung dagegen die Mittel, um u.a. Autorität zu erwerben, zu erhalten und durchzusetzen. Autorität sollte für die Erziehung eine Voraussetzung sein, dennoch bin ich der Auffassung, daß diese alleine nicht ausreichend ist.
Im übrigen stört mich der negative Begriff Gewalt im Zusammenhang mit Erziehung schon ein wenig. Er ist häufig unangebracht und löst unnötig(e) Emotionen aus. Aber ein Ersatzbegriff fällt mir hier auch nicht ein.

Gruß
Der Franke

Hi,

wenn wir jetzt mal nur den ersten Teil deiner Antwort nehmen, machen sich dann nicht nahezu alle Eltern jeden Tag strafbar und sei es nur dadurch das sie ihr Kind verbal zusammenfalten?

Viele Grüße
Me

Hi Simsy

Ich finde es nicht sehr gut, wenn psychische Gewalt gegen
körperliche Gewalt ausgepsielt wird.

Ausspielen würde ich das auch nicht gegeneinander. Wichtig hingegen erscheint mir, die Gefahr psychischer Gewalt durch Gardinenpredigten hier mal mit ins Spiel zu bringen.

Mir kommt es aber ein
bisschen so vor, als müsste diese Untersuchung noch aus Freuds
Zeiten kommen.

Keine Angst, der alte Freud war schon Jahrzehnte tot, als diese Untersuchungen stattfanden.
Gruß,
Branden

Gute Beispiele, Kate
Dem ist kaum noch etwas hinzuzufügen.
Höchstens nochmal heoretisch:
Viele dieser Mittelschicht-Leute sind im aggressiven Bereich tiotal gehemmt, sozusagen blockiert, was das normae ad gredi / aggredere angeht. „Agression“ war ja ursprünglich kein negativer Begriff, sondern bedeutete: sich auf etwas zubewegen können.
Die meisten Neurotiker sind aber total blockiert in ihrem aggredere durch diese moralinsaure Erziehung.
Gruß,
Branden

Hi,

geschickt um die Antwort herumgeredet :wink: Mir ist schon klar das Eltern in die Trickkiste greifen müssen und eigentlich sollte man die Besten Tipps und Tricks mal in einem Buch zusammentragen aber wenn das Kind bei solchen alltäglichen Diskussionen anfängt zu weinen (ich meine jetzt mal nicht das gespielte Weinen) dann ist es doch schon grausam – zumindest für einen von den beiden oder?

Warum ist eine Drohung mit Süßigkeiten - Entzug akzeptabel, ein Gutenachtgeschichten – Entzug nicht? (mal bitte davon abgesehen, dass der Entzug von Süßigkeiten einen höheren Sinn hätte).

Viele Grüße
Me

Hallo

wenn wir jetzt mal nur den ersten Teil deiner Antwort nehmen,
machen sich dann nicht nahezu alle Eltern jeden Tag strafbar
und sei es nur dadurch das sie ihr Kind verbal zusammenfalten?

Wenn das so ist, wie Du sagst, würde das
gut mit der Statistik korrelieren:

  • jederzeit ca. >25% d. Bevölkerung psychisch auffällig (Depression, Manie etc)
  • c.a. 50% der Bevölkerung mindestens 1x im Leben eine zeitlang …
  • aktuell >50% Scheidungsrate
    (http://www.tu-dresden.de/presse/psyche.pdf)

Was würdest Du denn erwarten?

Grüße

CMБ

Geht physisch eigentlich ohne psychisch
Hi!

Je länger ich diesen Thread lese, desto mehr stellt sich mir die Frage, ob man ein Kind überhaupt „nur“ physisch erniedrigen kann.

Bei ständigen Schlägen als Wahl der "Erziehung"smethode erfährt ein Kind doch zwangsweise AUCH psychische Unterdrückung, oder?

LG
Guido