Hallo Corinna,
du gehst von der falschen und unrechten Seite aus und bringst
Beispiele, was alles passieren könnte wenn nicht
geklapst/geschlagen wird - ohne auf einen deiner Beispielfälle
genau einzugehen. Wenn ein erwachsenes Kind die Wohnung der
Eltern verwüstet, dann sind da große Probleme am Tisch und ein
langer Weg bis zur Klärung und Hilfe der Beteiligten.
Ohne genaue Hintergrundinformationen wie es zu einem solchen
Vorfall kommen konnte, hat es wenig Sinn in einem Artikel das
als Argument zu verwenden.
Recht viel über gewaltfreie Erziehung weißt du nicht, aber das
kannst du ja nachholen, besonders wenn du vorhast einmal Mutter
zu werden.
Was Recht und Unrecht ist, wirst du in deiner Erziehung
mitbekommen haben und auch, dass jeder davon
ausgehen muss - nichts unrechtes zu machen.
Nehmen wir als Beispiel Alkohol am Steuer, da hast du vom Gesetz
her auch keinen 1x im Jahr Bonus, sondern wenn du alkoholisiert
erwischt wirst, dann wirst du bestraft. Die Promillegrenzen
waren vor einigen Jahren noch höher, aber ab dem Zeitpunkt der
Einführung einer niedrigeren Promillegrenze kommst du mit dem
Wissen wie es früher war nicht durch und wirst bestraft. Alle
wissen eigentlich, dass das beste für die vielen Verkehrsopfer
eine Null-Promillegrenze wäre, aber um nicht jeden Schluck
Alkohol strafbar zu machen, sucht man einen Mittelweg und hofft
auf die Vernunft der Autofahrer.
Jetzt wieder zu den Klapsen/Schlägen in der Kindererziehung.
Seit November 2000 ist in Deutschland physische und psychische
Gewalt
auch gegen Kinder per Gesetz verboten, gegen Erwachsene ist das
schon länger strafbar und wird als Unrecht auch nicht
angezweifelt. Es werden zwar immer noch Frauen/Männer
geschlagen, bedroht und gedemütigt, aber sobald die das zur
Anzeige bringen, hat es ein gerichtliches Nachspiel.
Was ich noch wichtiger finde ist, dass im überwiegenden Teil der
Bevölkerung ein Unrechtsempfinden gegen jede Gewalt im Umgang
mit Konflikten verankert ist und daher Gewalt abgelehnt wird,
das war nicht immer so.
Nach § 1631 Abs.2 BGB sind körperliche Bestrafungen und
seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen in der
Kindererziehung unzulässig. Alle Erwachsenen sind verpflichtet,
ihre erzieherische Verantwortung ohne den Einsatz von Gewalt zu
erfüllen. Allen Kindern wird ein Recht auf die Erfahrung
eingeräumt, dass ein Zusammenleben in der Familie auch in
Konfliktsituationen ohne Gewaltanwendung möglich ist.
Das heißt auf gut Deutsch, dass die kleinen Klapse bei
Kleinkindern und die größeren Klapse bei Kindergarten- und
Schulkindern nicht rechtens sind.
In keinen Fall sind sie als gute
erzieherische Maßnahme zu verstehen, bestenfalls als hilflosen
Ausrutscher.
Jede Diskussion, die im Ansatz das Einsetzen von noch so kleiner
Gewalt hat, - ob physisch oder psychisch - ist ungesetzlich und
daher abzulehnen. Diskussionen über die Probleme der Einhaltung
des Gesetzes und Lösungsansätze für kleine und größere Konflikte
sind gut und richtig.
Das war jetzt grundsätzlich und der Sinn das so deutlich zu
schreiben ist der, dass sich alle Eltern bewusst machen und wie
ich in einem anderen Artikel zu diesem Thema geschrieben habe,
es so zu verinnerlichen, dass der Reflex oder die angelernten
Klaps/Schlag/Droh-Reaktionen ausbleiben.
Wenn es ungewollt passiert ist, wird kein
vernünftige Mensch sich zum Richter aufspielen, sondern gerne
mit Rat helfen wollen.
Dazu gibt’s es
Selbsthilfegruppen und
professionelle Beratungsstellen und die werden auch in
Anspruch genommen.
Dazu muß ich sagen, daß ich Eltern behinderter Kinder wirklich
bewundere, die haben normalerweise mehr Nerven als alle
anderen, bemühen sich meist so sehr, das ist echt
bewundernswert.
Eltern von behinderten Kindern haben auch nicht mehr Nerven als
alle anderen, nur ihnen wird früher klar, (gezwungener Maßen)
dass sie ohne ständiger Horizonterweiterung ihre schwere Aufgabe
nicht schaffen.
Sie sind bereit, sich mit neuen Erkenntnissen
auseinanderzusetzen und neue Wege zu gehen. Die meisten haben
verstanden, dass jeder Zwang und jede Gewalt nur Rückschritte
bringt. Aber geduldige liebevolle Förderung, in Begleitung mit
klaren behindertengerechten Strukturen, ihrem Kind die
Möglichkeit schafft, das Beste aus seinem Leben zu machen.
Das neue Gesetz und die damit verbundenen Veränderungen mit der
gewaltfreien Erziehung setzen voraus, dass sich alle Eltern mit
der Umsetzung auseinandersetzten und ihre Erziehungsmethoden
anpassen und das ist bei jedem neuen/geänderten Gesetz so.
Unwissenheit schützt vor Strafe nicht und ignorieren erst recht
nicht!
Aber ich möchte sehen, wie ihr euer erwachsenes Kind mitten in
der Nacht einen Ausraster kriegt und die gesamte Wohnung
verwüstet (ich meine damit, daß ALLES kaputt ist) - und dann
soll man liebevoll und ruhig ein Gespräch führen, vielleicht
noch belohnen, wenn mal einen Monat keine Scheibe
eingeschlagen wurde
Und bist du dir sicher, dass dieses Kind gewaltfrei erzogen
wurde?
Klingt eher nicht danach.
- NEIN, DANN wird zu Medikamenten
gegriffen, weil man so ein Verhalten ja nicht aushält! Dann
werden diese Menschen ruhiggestellt, weil Gespräche nichts
bringen, weil die jeweilige Person nichts versteht und man
Erwachsene bei einem Tobsuchtsanfall nicht mehr einfach nur
festhalten kann.
Und kommt jetzt bloß nicht damit an, ich würde Schläge
empfehlen, ich stelle das nur so in den Raum.
Ja du stellst das mal so in den Raum, wie in deinen anderen
Beispielen auch, nur stellst du dich mit deinen Kommentaren
dazu, eindeutig auf die Schlagbefürworterseite.
Übrigens in Österreich ist die gewaltfreie Erziehung auch
gesetzlich verankert.
Ich diskriminiere niemals Eltern von behinderten Kindern.
Du hast geschrieben:
Schläge sollten niemals das erste Mittel
sein , das versucht wird. Aber genauso
verantwortungslos finde ich es, mit der Erziehung, die ja
möglichst frei und v.a. gewaltfrei sein soll, so lange zu
warten, bis es keinen anderen Weg mehr gibt als Ruhigstellung
durch Medikamente.
Das heißt, aber als zweites oder drittes Mittel ist es für dich
ok.
Weiters hast du geschrieben, dass es verantwortungslos ist mit
der Erziehung (Schläge als zweites-drittes Mittel?) so lange zu
warten, bis es für die Behinderten keinen anderen Weg gibt, als
Ruhigstellung durch Medikamente. Du hast mehrere Beispiele
bisher aufgezählt, also stellst du es so dar, dass bei vielen
Behinderte die Medikamente bekommen müssen um Mitmenschen nicht
zu gefährden, verantwortungslos erzogen wurde…mit der
Erziehung gewartet wurde.
Das sind Vorwürfe in Richtung grobe Verletzung des
Erziehungsauftrages der Eltern.
Das einzige, was ich sage, und das aus Erfahrung, ist, daß
behinderte Kinder höchstselten auf etwas wie „bitte hör auf,
mich zu zwicken, das tut mir weh und macht mich traurig“
reagieren, daß man mit ihnen kein Gespräch auf höherer Ebene
führen kann, und daß das vielgerühmte Reden hier einfach meist
nicht den gewünschten Effekt hat, weshalb dann sehr oft zu
Medikamenten gegriffen wird.
Das so viel gerühmte Reden hier, betraf ganz eindeutig Kinder
die altersgemäße Erklärungen verstehen können. Es ist doch
keiner der hier mitschreibenden User, oder sogar der Gesetzgeber
so dummunklug und fordert Gespräche auf
höherer Ebene für geistig schwer Behinderte.
Außerdem gehören nicht nur reden und erklären zur Gewaltfreien
Erziehung, sondern klare Regeln und deren Einhalten als
anerkannte Grenzen. Bei Uneinsicht des Kindes, gibt es ein
klares NEIN oder ein anderes Stoppzeichen.
Laut Gesetz, nach dem Unrechtsempfinden der Allgemeinheit, als
Ergebnis aus vielen Untersuchungen und Studien und nicht zuletzt
mit ein bisschen logischen Hausverstand, dürfen gesunde -
behinderte - schwierige - Kinder - Erwachsene - und
Mitdiskutanten
nicht mit gewaltsamen Mitteln zur Einsicht
gezwungen werden.
Und wer sich von seinen Kindern schlagen und beißen läßt, ohne
zu reagieren (sieht man überall),
Meinst du jetzt schlagkräftig zu reagieren? Das sieht man
hoffentlich immer seltener, weil es verboten ist.
Wenn du Kleinkinder gesehen hast, dann würde ein Schlag auf das
Kind erzieherisch kontraproduktiv sein und ein Armutszeugnis
sowieso.
Bei größeren Kindern würde es zeigen, dass das Kind eine
ohnmächtige Wut oder Verzweiflung in sich hat, dass es solche
Gefühle aufbauen muss und mit diesen Gefühlen so umgehen gelernt
hat, also nicht verständnisvoll und behutsam erzogen wird.
der braucht sich nicht zu
wundern, wenn diese Kinder nicht wissen, was Grenzen sind,
Man braucht sich nicht zu wundern, wenn Kinder die körperliche
und seelische Gewalt im Erziehungsprogramm haben, oder als
abreagieren bei Überforderung erleben, sich diese
Grenzüberschreitungen abschauen, woher sollen sie es denn besser
wissen bei ihren Vorbildern.
wenn sie sich nicht spüren, dann deshalb plötzlich angeblich
ADHS haben und wieder Tabletten kriegen.
Aber das verschreiben ja dann die Ärzte und dann ist alles
gut, das ist dann kein Mißbrauch.
Na super, jetzt beschuldigst du auch noch die Ärzte,
missbräuchlich Medikamente zu verschreiben, wird ja immer
schlimmer mit dir.
Gruß
ReMa