Entweder Schläge oder Medikamente
n’Abend!
mir stellt sich die Frage, ob man z.B. einen Klaps im Jahr mit
Mißhandlung gleichsetzen kann…
Selbstverständlich. Einmal Diebstahl ist ja auch genauso unrechtens wie mehrfacher Diebstahl.
Wobei ich ja schon mehrfach geschrieben habe: Passieren kann das immer mal, nicht jeder hat Nerven aus Stahl und die lieben Kleinen wissen genau, wie sie am heftigsten an diesen sägen müssen. Aber deshalb ist es trotzdem nicht richtig, sondern jedes einzelne Mal ein Fehler, der eben ab und zu passiert. (Und den man sich bemüht, abzustellen)
Und außerdem würde ich gerne wissen, wie ihr das dann bei
behinderten Kindern macht?
Genauso wie bei behinderten Erwachsenen?
Du fändest Schlagen da die richtige Lösung? Wer sagt Dir, dass das funktioniert?
Nur
werden auch aus Autisten autistische Erwachsene, die viel
Kraft haben und dann ist das einzige Mittel, wie man sich
wehren kann, die Person wieder mit Medikamenten
ruhigzustellen. Ist das dann keine Gewalt?
Doch, Medikamentenmissbrauch ist Gewalt und als solche abzulehnen. Bei der Gefährdung der Umwelt ist das Allgemeinwohl gegen das Wohl des Einzelnen abzuwägen. Und ich beneide denjenigen nicht, der sie vornehmen muss. Auch bei Eigengefährdung sind andere Gedankengänge nötig.
Man nimmt der
Person die ganze Wahrnehmung und beeinträchtigt dadurch die
Lebensqualität und das unter dem Deckmantel, daß man sein Kind
gewaltfrei erzieht.
Das ist wirklich haarsträubend, was Du da schreibst. Du meinst, die einzig richtige Methode, behinderte Kinder gesellschaftsfähig zu machen, wären Schläge? Und Schläge beeinträchtigen nicht die Lebensqualität? Und wenn die dann erwachsen werden und das als probates Mittel kennen und zurückschlagen? Oder sollen die dann so eingeschüchtert sein, dass sie sich das nicht mehr trauen? Es tut mir leid, ich verstehe den Gedankengang nicht.
Schlimmes mit noch Schlimmeren zu vergleichen geht an der Sache vorbei, finde ich.
Und noch ein weiteres Beispiel: Ein Borderline-Kind, das
zufällig auch noch behindert ist,
Soviele Zufälle ts ts ts
, der Vater ist zufällig noch Alkoholiker, die Mutter arbeitslos und das Geschwisterkind ist psychotisch, der kleine Bruder drogensüchtig
- Tschulldigung, ist nicht persönlich gemeint, aber das konnte ich mir jetzt nicht verkneifen.
Sind das eigentlich realistische, gesicherte Fälle, die man irgendwo nachlesen kann (nein, bitte nicht in der BILD), oder hast Du eine blühende Fantasie? (Ernstgemeinte Nachfrage)
den behinderten Jungen,
der immer auf den Turm klettern will bzw. klettert. Er sieht
nicht ein, daß man nicht raufklettern darf, daß er sich
verletzen könnte und so. Um sowas zu verhindern, gibt es dann
wieder nur noch Medikamente (bzw. Geschlossene).
Oder eine sichere Absperrung rund um den Turm, oder Ablenkung oder eine Belohnung für eine Woche nicht versuchen oder eine Absicherung, um den Aufstieg sicher zu ermöglichen.
Schläge sollten niemals das erste Mittel sein, das versucht
wird.
Das wievielte denn?
Aber genauso verantwortungslos finde ich es, mit der
Erziehung, die ja möglichst frei und v.a. gewaltfrei sein
soll, so lange zu warten, bis es keinen anderen Weg mehr gibt
als Ruhigstellung durch Medikamente.
Das eine ist nicht zwangsläufig die Folge des anderen.
aber wenn es
schon um Gewalt gegenüber Kindern geht, dann muß dazu gesagt
werden, daß es sich ebenfalls um Gewalt handelt, wenn man dann
zu Pillen und Pulverchen greift.
Das ist der Kern, in dem ich dir Recht gebe.
Schöne Grüße
kernig