Servus!
Oh Mann, und Du willst studieren, Dich also dem humanistischen
deutschen System der höheren Bildung hingeben?
Vielleicht fehlt Dir dazu doch noch etwas die Reife, mein
Freund…
keine Bange, als ich mit meinem Studium begonnen habe, warst
Du (wenn die Daten Deiner ViKa stimmen) noch gar nicht in der
Schule.
Sorry, ich hatte Dich mit dem eigentlichen Initiator des Postings verwechselt.
Ein forgeschrittenes Altrer passt allerdings noch weniger zu dieser Einstellung…
Es ist natürlich für Leute, die sich für ihre Heimat nicht
interessieren oftmals schwer zu verstehen, weshalb viele
Münchner ihre Stadt so sehr mögen und das auch bei vielen
Gelegenehiten aussprechen.
Noch mal keine Bange, ich bin nach Studium und
Berufwanderjahre zwar nur durch Zufall aber gerne wieder in
meine Heimatregion zurückgekommen. Rheinländer bin ich mit
Leib und Seele (wenn auch kein Karnevalsjeck). hier leben wir
nach dem Motto „man mus auch gönnen können“ und das macht die
Menschen hier (für mich!) so sympatisch. Meine Gegend mag ich
sehr und laß nichts drauf kommen, aber das ist auch einer der
Gründe, warum ich so meine Probleme mit ettlichen (nicht
allen!!!) Bazis habe. Sie tragen allen Nichtbayern eine recht
unangenehme Überheblichkeit vor, die aber schnell als
verkapptes Minderwerigkeitsgefühl zu entlarfen ist.
Zunächst zum Rheinländer an sich: obwohl ich mit Leuten aus Deiner Ecke bislang zu 90% schlechte Erfahrungen gemacht habe, schätze ich doch die Gegenden die ich dort kenne. V.a. Köln und Düsseldorf, aber auch das „bodenständige“ Bochum sind ein hochinteressanter Kontrast zu Bayern und insbesondere München.
Richtig wohl gefühlt habe ich mich allerdings wirklich nur in D-dorf, die anderen Städte verfügen über einen zu großen Teil an, entschuldige den Ausdruck, primitiver Bevölkerung.
Frage doch mal im benachbarten Ausland nach, welche Gäste man mehr und welche man weniger schätzt…
Zu dem genannten „Minderwertigkeitsgefühl“: diesen Eindruck hatten auch andere Leute aus dem Norden oder Westen. Lasse mch Dir soviel sagen: es ist ein falscher!
Ich verstehe nicht, wie man so überheblich sein kann, Leuten ein Minderwertigkeitsgefühl anzudichten, die sich einfach aufgrund dessen, daß sie mit der aufbrausenden Art der Rheinländer oder der kühl-arroganten Art der Norddeutschen nichts anfangen können, zurückziehen und sich ihren Teil denken. Das ist eben die Bayerische Art, mit bestimmten Leuten umzugehen und das hat nichts mit einem „Minderwertigkleitsgefühl“ zu tun. Im gegenteil.
Bayern und seine Bevölkerung sind sehr stolz darauf, was man hier in den letzten 30 Jahren in der Industrie und im Tourismussektor erreicht hat. Wir haben Signalwirkung für die meisten Nicht-Linken im ganzen Land und haben sicherlich in keinster Weise einen Komplex gegenüber anderen Deutschen. Ab Herbst werden wir höchstwahrscheinlich den Bundeskanzeler stellen, wir verfügen über die geringste Arbeitslosenrate und haben mit die meisten Millionäre.
Von irgendeinem „Minderwertigkeitsgefühl“ kann hier also in keinster Weise die Rede sein. Weshalb auch?
Ich empfehle Euch allen wirklich,
mal ein paar Tage hier zu verbiringen, Ihr werdet es dann
schon verstehen und Euch, genauso wie tausende andere Leute
aus dem Rest des Landes jedes Jahr, ernsthaft überlegen,
hierher zu ziehen.
Also ich war einige male dort und zwar sowohl in M als auch in
einigen anderen Gegenden (Algäu, (Ober)Franken, Augsburg) und
hab mich nie so recht wohl gefühlt.
Ich fühle mich in Oberfranken auch nicht sonderlich wohl. Das sind nun die schlichtesten Bayern.
Trotzdem hat man dort noch so etwas wie Lebensstil, was ich von bestimmten Ecken im Ruhrgebiet kaum behaupten könnte…
Außerdem zieht es viele
wohl weniger aus Sympathie als auch Notwendigkeit dorthin,
weil sie dort arbeiten. Aber ich hab auch Kollegen, die in
Köln arbeiten (müssen) ohne sich dort wohl zu fühlen.
Nein, nein. Ich meinte die Leute aus Köln, Düsseldorf, Hamburg, Lüneburg, Hildesheim u.ä, die sich hier absolut freiwillig, oft zum Ruhestand, niederlassen. Ich habe einige dieser Lete im Freundeskreis (Du siehst, nette Preiss´n integrieren wir ab und an auch…).
Die Bayern haben diese Leute sicherlich nicht eingeladen (sh. Kuhglocken-Klage)…
Ich persönlich allerdings empfinde es als Bereicherung, in dieser für mich schönsten Ecke des Landes mit Leuten aus ganz Europa zu tun zu haben. Da halte ich auch noch ein paar „Preiss´n“ mehr oder weniger aus, manche sind ja ganz umgänglich…
Grüße,
Mathias