Wo unterscheiden sich folgende Züge?

Moin!
Hab mal ne Frage zu den Zügen, wodrin Unterscheiden die sich eigentlich?

ICE = IntercityExpress
IC = InterCity
EC = ???
RB = RegionalBahn
RE = RegionalExpress

Wer ist der schnellste, welcher der Komfortabelste (2.Klasse)?
Würde mich auch über Internetadressen freuen…

Danke
Gruß
sidebrody

Hi,

ICE = IntercityExpress

Fernzug, ganz schnell, ganz teuer, hoher Komfort, oft kein Sitzplatz mehr frei

IC = InterCity

Fernzug, schnell, etwas teuer, höherer Komfort

EC = ???

Wie IC nur international

RB = RegionalBahn
RE = RegionalExpress

Wer ist der schnellste, welcher der Komfortabelste (2.Klasse)?

ICE, ICE

siehe http://www.bahn.de
http://www.bahn.de/pv/view/service/fahrzeuge/besonde…
http://www.bahn.de/pv/view/service/fahrzeuge/besonde…
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/RE.html
Der Regionalexpress geht aus dem früheren Eilzug hervor. Es ist ein zuschlagsfreier Zug, der auch mit Verkehrsverbundtickets oder dem beliebten „Schönes-Wochenende-Ticket“ genutzt werden kann. Üblicherweise verkehrt er innerhalb eines Bundeslandes oder verbindet zwei Bundesländer. Im Gegensatz zur Regionalbahn hält er nur an ausgewählten Bahnhöfen, in Ballungsgebieten sind dies meist Hauptbahnhöfe.

Grüße,
J~

Hallo Sidebrody!

Nur ganz grob, das füllt sonst Seiten und es ist schon spät :wink:
Unserem Bahnspezialisten Martin May wird sicherlich auch noch einiges zum Thema einfallen …

In der angegebenen Reihenfolge von schnell nach langsam und von komfortabel nach versifft:

ICE: InterCityExpress
Sehr komfortabler Hochgeschwindigkeitszug (bis zu 280 km/h) auf Fernstrecken.
http://www.ice-fanpage.de/
http://www.bahn.de/pv/view/int_guest/trains/trains_i…
http://de.wikipedia.org/wiki/ICE

IC: InterCity
EC: EuroCity
Komfortable Schnellzüge (bis 200 km/h), die deutsche (IC) bzw. europäische (EC) Groß-Städte im festen Takt miteinander verbinden.
http://www.bahn.de/pv/view/int_guest/trains/trains_i…
http://de.wikipedia.org/wiki/InterCity
http://de.wikipedia.org/wiki/EuroCity

[D: D-Zug
Aus der Mode gekommener Schnellzug (aber einige fahren noch).
http://de.wikipedia.org/wiki/D-Zug ]

[IR: InterRegio
Inzwischen fast vollständig weggemehdornter Schnellzug, der die Mittelstädte mit dem IC/EC/ICE-Netz verband.
http://de.wikipedia.org/wiki/Interregio ]

RE: RegionalExpress
Bummelzug, der aber nicht an jedem Bahnhof hält.
http://de.wikipedia.org/wiki/RegionalExpress

RB: RegionalBahn
Bummelzug, der an (fast) jedem Bahnhof hält.
http://de.wikipedia.org/wiki/Regionalbahn

Übersicht:
http://www.lexikon-definition.de/Liste-der-Zuege-und…
http://www.adlexikon.de/Liste_der_Zuege_und_Zugarten…
http://www.enzyklopaedie.org/Eisenbahn#Zugarten

Gruß und Gute Nacht,

Hartmann.

Hallo,

aaigentlich ist ja alles schon gesagt, aber daraufhin:

Unserem Bahnspezialisten Martin May wird sicherlich auch noch
einiges zum Thema einfallen …

darf ichs noch glossieren:

ICE: InterCityExpress
Sehr komfortabler Hochgeschwindigkeitszug (bis zu 280 km/h)
auf Fernstrecken.

Vermieden werden sollte betreffend Komfort die Neubaustrecke Frankfurt Flughafen - Wiesbaden - Köln. Die dort eingesetzten ICE III haben nicht mehr die Breite der ersten beiden Baureihen, außerdem wurden einige Sitzreihen mehr hineingedrückt. Nicht schön.

Ferner gibt es einen ICE (?) - IC (?) von Nürnberg nach Dresden, der purer Etikettenschwindel ist: Nachdem die ohne Erprobung auf die Strecke geschickten Diesel-ICEs (T) kläglich versagt haben, wird der inzwischen mit ICE-weiß lackierten Nahverkehrs-Desiros gefahren. Immerhin gibts zum Trost glaube ich die Bildzeitung und in der ersten Klasse das Handelsblatt gratis - ohne Gewähr. Die armen Desiros, die eigentlich dafür gebaut sind, Schüler und Pendler mit 80km/h durch die Gegend zu schaufeln, kennen in diesem Dienst bloß zwei Fahrstufen: Leerlauf und Vollast. Der jaulende, kochende, zitternde Motor wirkt auf den Fahrgast als passende Ergänzung zu den Sitzen, die eigentlich auch nicht für den Fernverkehr gebaut sind.

Den „Metropolitan“ lass ich mal weg, nicht gedacht soll seiner werden.

EC: EuroCity
Komfortable Schnellzüge (bis 200 km/h), die deutsche (IC) bzw.
europäische (EC) Groß-Städte im festen Takt miteinander
verbinden.

Der feste Takt ist seit dem letzten großen Fahrplanwechsel abgeschafft worden, er hat insbesondere an Samstagen und in den Tagesrandlagen heftige Lücken bekommen. Positiv: Die ECs, die aus der Schweiz den Rhein entlang Richtung Köln/Dortmund unterwegs sind. Einige führen SBB-Wagen - ohne Plüsch und Plastik, aber laufen wie die Nähmaschinen. Sind angefüllt mit gelungenen kleinen Ideen (z.B. Platz zwischen den Sitzlehnen für auch größere Koffer). In der ersten Klasse bei den SBB-Parks jeweils ein Panoramawagen.

Eher plüschig, aber dem gequälten deutschen Fahrgast eine rechte Erholung sind die EC-Parks, die von der ÖBB von Passau her und von der SNCF von Saarbrücken her ins deutsche Netz kommen. Bei den österreichischen Wagen schau ich mich immer unauffällig um, ob nicht doch irgendwo „1. Klasse“ steht.

Ein grenzüberschreitendes Schmankerl auch der tschechische Speisewagen zwischen Nürnberg und Cheb - fast so gediegen wie der Ungarische von Frankfurt Richtung Budapest, der in den neunziger Jahren der Süddeutschen mal eine „Kostprobe“ wert war. Vorbei, allerdings.

Seit viele der noch brauchbaren IC-Großraumwagen in den Balkan verkauft worden sind, werden ICs in großem Umfang mit den nicht mehr benötigten, aber wegen Schrott auch nicht nach Ägypten verkäuflichen Interregio-Wagen gefahren, hinter denen sich nichts anderes verbirgt als die erste Bauserie „Büm“ von Schnellzugwagen, die nach dem Krieg entwickelt wurde und seither eine (im wesentlichen innen, mit viel pastellfarbenem Plastik) Runderneuerung bekommen hat. Man merkts aber schon, dass die guten alten Kerle für Geschwindigkeiten bei 120 bis maximal 160 km/h konstruiert sind.

Für Freunde gepflegten IC-Fahrens: Die erste Schnellzuglokomotive, die von der Bundesbahn für 200 km/h in den frühen sechziger Jahren entwickelt wurde, das mittlerweile betagte Rennpferd der Baureihe 103, ist nachdem sie schon seit Jahren endgültig aus dem Verkehr gezogen werden sollte, in einem Exemplar (die Münchener 103 245, noch in alter rot/creme Lackierung) seit einiger Zeit immer am Freitag mit IC 2365/2966 zwischen München und Nürnberg unterwegs. Ohne Museumszuschlag, und laufen tut sie wie ne Junge.

[D: D-Zug
Aus der Mode gekommener Schnellzug (aber einige fahren noch).
http://de.wikipedia.org/wiki/D-Zug ]

Vor allem Nachtzüge, soweit diese nicht CityNightLine und dergleichen wurden (schade wegen der hässlichen Namen, das Material Talgo und Neubau-Einzelwagen ist schon gut).

[IR: InterRegio
Inzwischen fast vollständig weggemehdornter Schnellzug, der
die Mittelstädte mit dem IC/EC/ICE-Netz verband.

Und ein Fassbier hats da gegeben…

Viele Interregios laufen noch, umbenannt in IC und teurer geworden. Zu erkennen an der Fahrradmitnahme, die sie von den IR geerbt haben. Wer richtige Diesel-Zugkraft erleben will, fährt mit einem der eher sporadisch verkehrenden ICs von Stuttgart über Ulm nach Lindau. Ab Ulm hört der Fahrdraht auf, da zeigt die Reichsbahn-Ludmilla BR 232, dass man vielleicht ein paar weniger hätte ausmustern sollen: Die Bundesbahn-218 war mit der Leistung überfordert.

Dies waren die weißen Züge mit dem schmalen roten Streifen, jetzt kommen die roten. Allen roten ist gemeinsam, dass sie nicht von der Kundschaft, sondern von den zuständigen Ministerien der Bundesländer bezahlt werden, weswegen die Kundschaft dieser Züge Herrn M. meilenweit am A*** vorbeigeht. Man darf u.a. nicht damit rechnen, dass bei RE und RB etwa ein Anschluss abgewartet wird, und wenns bloß zwei Minuten sind. Schließlich sollen wir ja pünktlicher werden, mit oder ohne Fahrgäste.

RE: RegionalExpress
Bummelzug, der aber nicht an jedem Bahnhof hält.

RB: RegionalBahn
Bummelzug, der an (fast) jedem Bahnhof hält.

Bummeln in dem Sinn tun beide nicht mehr überall: Sie können je nach Bauart 120 bis 160 km/h. Wenn man mit etwas Glück die inzwischen auch in die Jahre gekommenen „Silberlinge“ Bnb erwischt, hat man in diesen Zügen den relativ besten Komfort: Beinfreiheit, gepolsterte Sitze, Fenster, die sich öffnen lassen, Armlehnen etc. Die äußerlich modernsten (BR 425) sind im Inneren eine Wiedergeburt der preußischen Holzklasse. Besser Stehen, das geht nicht so aufs Kreuz.

Dort, wo mit Geschwindigkeiten zwischen 10 und 40 km/h gebummelt wird, liegt das daran, dass an der Strecke in den letzten zwanzig Jahren als einzige Investition einige Ausweichgleise heraus- und Bahnhofsgebäude abgerissen wurden, was die Leistungsfähigkeit des Oberbaus nur bedingt erhöht.

Grundsätzlich ist im Nahverkehr fast jeder Mitbewerber in irgendeiner Hinsicht besser als die Börsenfähige. Etwa wurden bei der Hohenzollerischen Landesbahn einfache leichte Triebwagen, die auch die Börsenfähige einsetzt, mit normalen Reisebus-Sitzen ausgestattet, und schon schaukelt man mit Vergnügen über die Alb und durchs Donau- und Killertal.

Die nicht von der Dehback betriebenen Linien sind bei der Reiseauskunft in der Regel an den Zugnummern („DNR“ und so) zu erkennen.

Fehlen noch ein paar empfehlenswerte Mitbewerber:

Der Flex HH-Flensburg-Tondern; die Connex-Verbindung Leipzig-Berlin-Rostock; die Karlsruher S-Bahn nach Heilbronn, Freudenstadt und Baden-Baden; die Rapsölflotte der Prignitzer Eisenbahn usw. usw.

Zurück zur eigentlichen Frage: Probieren geht über studieren, und teurer ist bei weitem nicht immer besser. Einfach mal einsteigen, solange es noch geht…

Schöne Grüße

MM

4 „Gefällt mir“

… daß ich noch zu einer ebenso informativen wie vergnüglich zu lesenden Abendlektüre kommen würde :wink:

Herzlichen Dank dafür!

Gruß, Hartmann.

Hallo MArtin,

ICE: InterCityExpress
Sehr komfortabler Hochgeschwindigkeitszug (bis zu 280 km/h)
auf Fernstrecken.

Vermieden werden sollte betreffend Komfort die Neubaustrecke
Frankfurt Flughafen - Wiesbaden - Köln. Die dort eingesetzten
ICE III haben nicht mehr die Breite der ersten beiden
Baureihen, außerdem wurden einige Sitzreihen mehr
hineingedrückt. Nicht schön.

Ferner gibt es einen ICE (?) - IC (?) von Nürnberg nach
Dresden, der purer Etikettenschwindel ist: Nachdem die ohne
Erprobung auf die Strecke geschickten Diesel-ICEs (T) kläglich
versagt haben, wird der inzwischen mit ICE-weiß lackierten
Nahverkehrs-Desiros gefahren.

Es scheinen zwei verschiedene Typen auf der Strecke unterwegs zu sein. Am letzten Sonntag wäre ich beinah mit einem ICE auf der Strecke gefahren (geplante Abfahrt: 10.54, tatsächlich: 11.11 (sic). Da ich drin war, behaupte ich, das war ein echter ICE. Die anderen hab seh ich wenn ich im RE/RB unterwegs bin häufiger.

EC: EuroCity

Ein grenzüberschreitendes Schmankerl auch der tschechische
Speisewagen zwischen Nürnberg und Cheb - fast so gediegen wie
der Ungarische von Frankfurt Richtung Budapest, der in den
neunziger Jahren der Süddeutschen mal eine „Kostprobe“ wert
war. Vorbei, allerdings.

Dafür wecken die Tschechischen Reisewagen schlechte Erinnerungen an die DR- Waggons.

Seit viele der noch brauchbaren IC-Großraumwagen in den Balkan
verkauft worden sind,

was findest Du an den Grossraumwaggons toll ? Ich mag die IR- Waggons mit ihren mittleren Räumen und den kleinen 5er Kabinen lieber.

aber wegen Schrott auch nicht nach
Ägypten verkäuflichen Interregio-Wagen gefahren,
Man merkts aber schon, dass die guten alten Kerle für
Geschwindigkeiten bei 120 bis maximal 160 km/h konstruiert sind.

falls Du die typiuschen IR-Waggons meinst, s.o.

Vor allem Nachtzüge, soweit diese nicht CityNightLine und
dergleichen wurden (schade wegen der hässlichen Namen, das
Material Talgo und Neubau-Einzelwagen ist schon gut).

Talgo = span. Fabrikat ?

Wer richtige Diesel-Zugkraft erleben will, …
Ab Ulm hört der Fahrdraht auf,
da zeigt die Reichsbahn-Ludmilla BR 232,

= Taiga- Trommel ?

Zum Nahverkehr:

Also in Dresden laufen einige schöne Züge, z.B. der Airbus-Express (dieselelektrisch).

Ciao maxet.

Hallo maxet,

bevor wir ins Plauderbrett geschasst werden:

Es scheinen zwei verschiedene Typen auf der Strecke unterwegs
zu sein. Am letzten Sonntag wäre ich beinah mit einem ICE auf
der Strecke gefahren (geplante Abfahrt: 10.54, tatsächlich:
11.11 (sic). Da ich drin war, behaupte ich, das war ein echter
ICE.

Möglicherweise wird in aller Stille der ICE(T) wieder erprobt: Die zunächst aus dem Verkehr gezogenen Fahrzeuge erwiesen sich wegen ihres Versagens als unverkäuflich und wurden (zeitweise in München, dann irgendwo) auf Halde gestellt.

Vielleicht auch der endlich auch mit Neigetechnik funktionierende 612er, nach den Flops 610 und 611 endlich eine gelungene Neuerung - der übrigens zum Regionaltarif etwa zwischen Sigmaringen und Stuttgart mit Schwung durch die kurvenreiche und romantische Albüberquerung tanzt, ungemütlich wirds erst ab Tübingen, wenn die zu kleinen Parks mit 130% Auslastung als Sardinenbüchsen verkehren.

Dafür wecken die Tschechischen Reisewagen schlechte
Erinnerungen an die DR- Waggons.

Ja, das ist eine Frage der Perspektive. Lysol als alltäglicher Geruch mag viel unangenehmer gewesen sein als mit dem „Abenteuer“-Aspekt für einen vierzehnjährigen Wessi, der es genossen hat, wenn die jungen Grenzer sich einen Spaß daraus machten, schwungvoll die Abteiltür aufzureißen und den zusammenzuckenden Rentnern mit ihren Koffern voll Westillustrierten lauthals eine „Angenehme Weiterfahrt“ zu wünschen.

Seit viele der noch brauchbaren IC-Großraumwagen in den Balkan
verkauft worden sind,

was findest Du an den Grossraumwaggons toll ? Ich mag die IR-
Waggons mit ihren mittleren Räumen und den kleinen 5er Kabinen
lieber.

Persönlich eigentlich nichts. Außer der Erinnerung daran, dass diese als Nachfolger der Sechser-Abteilwagen die letzten für den Fernverkehr neu konstruierten Wagen waren. Immerhin mit dem Vorteil, dass sich Tempo 200 nur durch ein zurückhaltendes, charakteristisches Kullern äußert und man eben keine Resonanzen hört und auch keine ausgeschlagenen Drehzapfen und ausgelutschten Kupplungsspindeln in jeder Kurve spürt.

Talgo = span. Fabrikat ?

Ja, eine fast geniale Entwicklung aus den dreißiger Jahren, seither ständig weiterentwickelt. Das technische Prinzip sind kurze Wagen mit je einer Achse, die an einer Art Deichsel läuft und sich mit dem Drehpunkt auf der jeweils nächsten stützt. Niedriger Schwerpunkt, sehr gute Laufruhe. Einer von wenigen Nachtzügen, in denen ich richtig gut geschlafen habe, war der Talgo Madrid-Paris.

= Taiga- Trommel ?

Jein. Die Ludmilla wird insbesondere im Westen oft Taiga-Trommel genannt, aber die „eigentliche“ Taigatrommel ist die Reichsbahn-V200, inzwischen komplett ausgemustert (was sich als Fehler erwiesen hat, mit der länger im Dienst gehaltenen rumänischen V190 „U-Boot“ bzw. wegen der hohen Ausfälle auch „Ceaucescus Rache“ müssen mit großer Mühe Ersatzleistungen gefahren werden, die für die Taigatrommel V200 kein Problem wären). Sie war zu erkennen an dem extremen Langsamläufer (dieselelektrischer Antrieb), der in der ersten Serie nicht über nennenswerte akustische Isolierung verfügte. Daher der Name: Man kann sich vom Geräusch sowas wie eine Einheits-Dampflokomotive etwa BR 50 vorstellen, aber statt jedem Auspuffschlag eine richtige Explosion.

Ludmilla (Reichsbahn-V320) ist auch eine Russin, aber für sie ist typisch das Turbo-Pfeifen. Sie ist äußerlich etwas ausführlicher dekoriert als die Taigatrommel, mit großen Lüftungsgittern und gesickten Blechen. War von der Reichsbahn für alles eingesetzt, was hohe Qualität haben sollte - nach Ende der Dampfzeit die einzige V-Lok, die nach Hof, Braunschweig, Bebra etc. durfte - weil man sicher sein konnte, dass sie die Überlegenheit des Sozialismus verlässlich repräsentierte.

Schöne Grüße

MM

Hi Martin…

Super Darstellung…

ein paar kleine Anmerkungen:

Hallo maxet,

bevor wir ins Plauderbrett geschasst werden:

Es scheinen zwei verschiedene Typen auf der Strecke unterwegs
zu sein. Am letzten Sonntag wäre ich beinah mit einem ICE auf
der Strecke gefahren (geplante Abfahrt: 10.54, tatsächlich:
11.11 (sic). Da ich drin war, behaupte ich, das war ein echter
ICE.

Möglicherweise wird in aller Stille der ICE(T) wieder erprobt:
Die zunächst aus dem Verkehr gezogenen Fahrzeuge erwiesen sich
wegen ihres Versagens als unverkäuflich und wurden (zeitweise
in München, dann irgendwo) auf Halde gestellt.

Naja, der ICE(T) mit elektrischem Antrieb fährt doch noch (Dresden-Leipzig-Erfurt-Frankfurt)
(ich saß am Freitag drin, Neugetechnik war am Do Nachmittag ausgefallen, trotzdem wurde gefahren, aber mit Verspätung)
Der ICE TD mit Diesel-Antrieb dagegen wurde abgestellt, dafür sollten ja die (derzeit pausierenden) 612 die Sachsen-Magistrale bedienen.

Vielleicht auch der endlich auch mit Neigetechnik
funktionierende 612er, nach den Flops 610 und 611 endlich eine
gelungene Neuerung - der übrigens zum Regionaltarif etwa
zwischen Sigmaringen und Stuttgart mit Schwung durch die
kurvenreiche und romantische Albüberquerung tanzt, ungemütlich
wirds erst ab Tübingen, wenn die zu kleinen Parks mit 130%
Auslastung als Sardinenbüchsen verkehren.

Naja, derzeit sind alle 612 wegen Rissen an der Achse zur Überprüfung in den Werkstätten. Diese dürfen aber 160km/h fahren.
(bin an jenem Mittwoch mit dem Harz-Expreß-Ersatz 628 gefahren, der hatte von Hannover bis Halberstadt keine nennenswerte Verspätung eingefahren)

Dafür wecken die Tschechischen Reisewagen schlechte
Erinnerungen an die DR- Waggons.

Ja, das ist eine Frage der Perspektive. Lysol als alltäglicher
Geruch mag viel unangenehmer gewesen sein als mit dem
„Abenteuer“-Aspekt für einen vierzehnjährigen Wessi, der es
genossen hat, wenn die jungen Grenzer sich einen Spaß daraus
machten, schwungvoll die Abteiltür aufzureißen und den
zusammenzuckenden Rentnern mit ihren Koffern voll
Westillustrierten lauthals eine „Angenehme Weiterfahrt“ zu
wünschen.

Seit viele der noch brauchbaren IC-Großraumwagen in den Balkan
verkauft worden sind,

was findest Du an den Grossraumwaggons toll ? Ich mag die IR-
Waggons mit ihren mittleren Räumen und den kleinen 5er Kabinen
lieber.

Persönlich eigentlich nichts. Außer der Erinnerung daran, dass
diese als Nachfolger der Sechser-Abteilwagen die letzten für
den Fernverkehr neu konstruierten Wagen waren. Immerhin mit
dem Vorteil, dass sich Tempo 200 nur durch ein
zurückhaltendes, charakteristisches Kullern äußert und man
eben keine Resonanzen hört und auch keine ausgeschlagenen
Drehzapfen und ausgelutschten Kupplungsspindeln in jeder Kurve
spürt.

Naja, die IR-Wagen haben aber keine Klima-Anlage, oder?
war mal ein Bericht in MEB (ModellEisenBahner) letztes Jahr…

Talgo = span. Fabrikat ?

Ja, eine fast geniale Entwicklung aus den dreißiger Jahren,
seither ständig weiterentwickelt. Das technische Prinzip sind
kurze Wagen mit je einer Achse, die an einer Art Deichsel
läuft und sich mit dem Drehpunkt auf der jeweils nächsten
stützt. Niedriger Schwerpunkt, sehr gute Laufruhe. Einer von
wenigen Nachtzügen, in denen ich richtig gut geschlafen habe,
war der Talgo Madrid-Paris.

= Taiga- Trommel ?

Jein. Die Ludmilla wird insbesondere im Westen oft
Taiga-Trommel genannt, aber die „eigentliche“ Taigatrommel ist
die Reichsbahn-V200, inzwischen komplett ausgemustert (was
sich als Fehler erwiesen hat, mit der länger im Dienst
gehaltenen rumänischen V190 „U-Boot“ bzw. wegen der hohen
Ausfälle auch „Ceaucescus Rache“ müssen mit großer Mühe
Ersatzleistungen gefahren werden, die für die Taigatrommel
V200 kein Problem wären). Sie war zu erkennen an dem extremen
Langsamläufer (dieselelektrischer Antrieb), der in der ersten
Serie nicht über nennenswerte akustische Isolierung verfügte.
Daher der Name: Man kann sich vom Geräusch sowas wie eine
Einheits-Dampflokomotive etwa BR 50 vorstellen, aber statt
jedem Auspuffschlag eine richtige Explosion.

Habe letztens hier in MA eine Taiga-Trommel fahren hören und sehen. ist aber nicht DB gewesen (dunkelrot mit schmaler gelber „Bauchbinde“)

Zur 119 DR „U Boot“:
Laut Bericht im MEB haben die nach einem Motorwechsel (in der DDR) endlich ihren Frühling gehabt und waren verläßlicher. in Halberstadt fahren aber auch keine 219 mehr, da sind nun 218 DB unterwegs…

Ludmilla (Reichsbahn-V320) ist auch eine Russin, aber für sie
ist typisch das Turbo-Pfeifen. Sie ist äußerlich etwas
ausführlicher dekoriert als die Taigatrommel, mit großen
Lüftungsgittern und gesickten Blechen. War von der Reichsbahn
für alles eingesetzt, was hohe Qualität haben sollte - nach
Ende der Dampfzeit die einzige V-Lok, die nach Hof,
Braunschweig, Bebra etc. durfte - weil man sicher sein konnte,
dass sie die Überlegenheit des Sozialismus verlässlich
repräsentierte.

Das Markante an der Optik der Ludmilla ist der mittig angebrachte Fernscheinwerfer…

Schöne Grüße

MM

Grüßle

Winni
*auch Pufferküsser*