Wörter mit zu

Hallo!

Gibt es eine Regel, wann man „zu“ an ein Verb schreibt und wann nicht?
Oder wird es immer grundsätzlich vor das Verb gehängt?

z.B. Ich wage nicht, ihn zu fragen (zufragen).
oder
Ich ging zu ihm, um ihm zu sagen (zufragen).

Dank und Gruß,
Christian

Verzeih den Eingriff. Aber so hätte die Frage gestellt werden müssen.
Fritz MOD

Hallo,

die Freunde mit den copy&paste-Artikeln kommen bestimmt gleich. Bis dahin meine Laienhafte ErklärungTM:

Ich traue mich nicht, Dir zu sagen, dass Deine Rechtschreibung furchtbar ist.

-> hier steht das „zu“ separat, weil es Teil der Infinitivkonstruktion ist. Das Verb heißt „sagen“.

Ich würde mich freuen, wenn Dir mein Geschenk zusagt.
-> hier steht das „zu“ direkt am Verb, da es ein Teil dieses Verbes ist. Das Verb heißt „zusagen“.

Ähnlich verhält es sich mit (zu)liefern, (zu)werfen, usw.

Gruß,

Myriam

Hallo Myriam!

Danke für die schnelle Antwort!

die Freunde mit den copy&paste-Artikeln kommen bestimmt
gleich.

Ist glaube ich auch das erste Mal, dass ich hier in diesem Brett bin.

Gruß Christian

Lieber Christian!

Bitte Vorsicht mit Myriams Antwort.
Sie hat das Problem nicht ganz richtig und umfassend dargestellt und erklärt.

Ihr „zusagen“ ist ein zusammengesetztes Verb, d.h. das „zu“ ist einen Vorsilbe und nicht der Partikel, der vor dem Infinitiv steht.

Der Partikel „zu“ hat im Deutschen stets zu stehen, wenn an ein Verb, genauer: an ein Prädikat, ein Infinitiv angehängt wird.

Beispiele:

Ich hoffe, dir zu gefallen.
Ich bin stolz, ein Preuße zu sein.
Ich habe keine Lust, in die Schule zu gehen.
Ich verbiete dir zu rauchen.

Von dieser Regel sind ausgenommen:

Die Modalverben können, sollen, müssen, dürfen, mögen, auch lassen, wenn es als Modalverb gebraucht wird.
Ebenso die Verben: sehen, hören, lernen, lehren, helfen, gehen;
bei diesen ist das „zu“ fakultativ.

Beispiele:

_Ich kann dir das erklären.
Das musst du mir glauben.
Du darfst nicht zweifeln.
Du solltest ihr nicht vertrauen.

Das haben ich kommen sehen.
Ich höre die Kinder im Garten spielen.
Er hilft mir einräumen.
Wir gehen heute Abend tanzen.
Sie lernt Schlittschuh laufen._

Hier ist es auch möglich zu sagen:

Ich helfe ihr, die schweren Koffer zum Bahnhof zu tragen. etc.

Du kannst ruhig öfter auf dieses Brett kommen.
Wir werden dir schon weiter helfen. :wink: (ohne „zu“)

Gruß Fritz

1 „Gefällt mir“

Widerspruch!!!
Hi,

die Konstruktion „um zu“ hat nichts mit dem Verb davor zu tun, sondern damit, dass eine zielsetzung, ein Zweck verfolgt wird.

Ich esse, um satt zu werden. = …, weil ich satt werden möchte.

Ich versuche, etwas zu sagen. Hier benötigt das Verb keine „um zu“-Konstruktion, ähnlich wie „brauchen“. (Ich brauche nichts zu sagen.)

Es ist Verb-abhängig, ob ausschließlich ein „zu“ hinzutritt. Geneell sind aber die unterschiedlichsten Satzkonstruktionen mit „um zu“ möglich, wenn denn ein Zweck mit ihnen ausgedrückt werden soll.

Grüßchen,

Susanne

2 „Gefällt mir“

Danke, Susanne,

für diese Ergänzung, darauf bin ich meiner Antwort nicht eingegangen.

Gruß Fritz

Ihr „zusagen“ ist ein zusammengesetztes Verb, d.h. das „zu“
ist einen Vorsilbe und nicht der Partikel, der vor dem
Infinitiv steht.

Das schrieb ich doch, bei „zusagen“ ist das zu ein Teil des Verbs/Wortes. Netterweise hast Du nun hier die korrekten Begriffe „Vorsilbe“ bzw. „Partikel“ ergänzt.

So wie ich die Frage verstanden hatte, versteht der Fragesteller den Unterschied zwischen „zu sagen“ und „zusagen“ nicht.

Da Du nun auch noch den Ursprungsartikel bearbeitet hast, kann ich nicht mal mehr nachlesen, ob ich das richtig oder falsch verstanden hatte, grmpf, na danke.

Helau,

Myriam

Vielen Dank!
Vielen Dank für die schnellen Antworten, jetzt bin ich wenigstens etwas schlauer. Ansonsten kann ich nur hoffen, dass die Rechtschreibekorrektur von MS Word noch besser wird. ;o)

Ich wage es euch zu sagen, es verstanden zu haben. Richtig?

Gruß Christian

Da Du nun auch noch den Ursprungsartikel bearbeitet hast, kann
ich nicht mal mehr nachlesen, ob ich das richtig oder falsch
verstanden hatte, grmpf, na danke.

TaTomm, TaTomm, TaTaaa liebe Myriam,
Es hätte vielleicht schon gereicht , den Infinitiv mit „zu“ zu erklären.
Dann hätte als Dreingabe noch die Erklärung der Konjunktion „um zu“ zu folgen brauchen.
Und schließlich, als Abrundung und Sahnehäubchen, hätte man nur noch Deine Erklärung mit Verben, die „zu“ als Vorsilbe nutzen hinzu zu fügen brauchen :smile:

Aber vielleicht hat ja schon Fritzens Erklärung ausgereicht :smile:

Karnevalistisch und ohne sich zwischen Helaaf und Allau entscheiden zu wollen grüßt
Eckard

Vielen Dank für die schnellen Antworten, jetzt bin ich
wenigstens etwas schlauer. Ansonsten kann ich nur hoffen, dass
die Rechtschreibekorrektur von MS Word noch besser wird. ;o)
Ich wage es euch zu sagen, es verstanden zu haben. Richtig?
Gruß Christian

Etwas besser: „Ich wage zu sagen, es verstanden zu haben.“
Wagende Grüße
Franz

Zusatz zu ‚um zu‘
Da es angesprochen wurde:

Von dem Partikel „zu“ vor dem Infinitiv ist zu unterscheiden die „finale Konjunktion: um zu“.
Auch sie wird mit dem Infinitiv konstruiert, hat aber eine andere Bedeutung.

Sie drückt aus, mit welchem Ziel, mit welcher Absicht etwas getan wird.

Beispiel:

_Meine Schüler lernen Deutsch, um in Deutschland studieren zu können.
Sie wollen in Deutschland studieren, um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben.

Das „um zu“ ersetzt hierbei die Konjunktion „damit“. Man könnte auch sagen:

Meine Schüler lernen Deutsch, damit sie (meine Schüler) in Deutschland studieren können.
Sie wollen in Deutschland studieren, damit sie (meine Schüler) bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben._

„Um zu“ kann „damit“ nur ersetzen, wenn das Subjekt des Nebensatzes ein Korrelat, einen Platzhalter im Hauptsatz hat.
Fehlt dieser Platzhalter im Hauptsatz, so kann man keine Infinitivkonstruktion mit „um zu“ bilden.

Beispiel:

Ich muss viele Bratkertoffeln essen, damit meine Kinder von den Schalen satt werden.
Er arbeitet Tag und Nacht, damit seine Frau sich diese teuren Kleider kaufen kann.
Wir tun alles, damit die Welt friedlicher wird.

Gruß Fritz

Zusatz zur Vorsilbe ‚zu‘
Da auch dies angesprochen wurde:

Von dem Partikel „zu“ vor dem Infinitiv und der finalen Konjunktion „um zu“ ist zu unterscheiden die „Vorsilbe zu“.

Diese Vorsilbe, die zunächst eine Präposition ist, wird an das zugehörige Verb angehängt und in einer Satzkonstruktion ans Ende gestellt, nicht aber im Nebensatz bei Endstellung des Verbs,.

„zu“ kann da verschiedene Bedeumgen haben, z. B.
„schließen“ bei „zumachen“,
„verstopfen“ bei „zumüllen“,
eine Fokusierung bei „zuhören“,
Bestätigung oder Wohlgefallen bei „zusagen“ usw. usf.

Beispiele:

zumachen: Mach doch endlich das Fenster zu!
Ich habe keine Lust, das Fenster zu*zu**machen.

* Vorsilbe
**Partikel in Zwischenstellung bei trennbaren Verben.

zuhören: Ihr hört nie richtig zu, wenn ich etwas erkläre.
Es ist auch furchtbar langweilig, dir zu*zu**hören.

* Vorsilbe
**Partikel in Zwischenstellung bei trennbaren Verben.

zusagen: Das sagt mir gar nicht zu.
Das kann ich dir aber nicht zu*sagen.

* Vorsilbe und kein Partikel.

Ich hoffe, damit ein Höchstmaß an Verwirrung angerichtet zu haben. :wink:
Nachfragen sind möglich.

Gruß Fritz

Aus diesen drei
Artikeln könnte man eine FAQ machen, aber das will ich erst ins Auge fassen, wenn ich sicher bin, dass diese mehr Klarheit schüfe, als Verwirrung stiftete.
Fritz FAQir

Artikeln könnte man eine FAQ machen, aber das will ich erst
ins Auge fassen, wenn ich sicher bin, dass diese mehr Klarheit
schüfe, als Verwirrung stiftete.

Hallo Fritz!

Als Laie muss ich sagen, dass das Ganze schon etwas verwirrend ist. Man sucht halt immer nach einer schnellen Regel, die einem hilft und die scheint es zu diesem „Problem“ nicht zu geben.

Gruß Christian

Hallo, Christian,

die „schnelle Regel“ für dich heißt:

Außer bei den Modalverben und bei einigen anderen Verben, die man sich merken muss, steht vor jedem Infinitiv, der an ein Verb angehängt wird ein „zu“.

Fritz

Hallo Fritz!

die „schnelle Regel“ für dich heißt:
Außer bei den Modalverben und bei einigen anderen Verben, die
man sich merken muss, steht vor jedem Infinitiv, der an ein
Verb angehängt wird ein „zu“.

Also folgende Sätze sind dann korrekt?

Ich hatte zuessen (Infinitiv nach einem Verb --> zu am Verb)
Er muss das Paket zustellen (Verb mit zu: zustellen)
Er hatte nichts zusagen (Infinitiv nach einem Verb --> zu am Verb)
Es fällt mir schwer zu sagen, dass du Recht hast. (Regel trifft nicht zu)

Dank und Gruß Christian

Versuche zu verstehen!

Also folgende Sätze sind dann korrekt?

Ich hatte zuessen (Infinitiv nach einem Verb --> zu am Verb)
Er muss das Paket zustellen (Verb mit zu: zustellen)
Er hatte nichts zusagen (Infinitiv nach einem Verb --> zu am Verb)
Es fällt mir schwer zu sagen, dass du Recht hast. (Regel trifft nicht zu)

Keineswegs alle!

Du verwechselst den Partikel „zu“, der vor einem an ein anderes Verb angehängten Infinitiv steht und die Vorsilbe zu, die vorne an das Verb selbst angehängt wird.

Ich hatte zuessen (Infinitiv nach einem Verb --> zu am Verb)

Falsch!

Ich hatte genug zu essen.
Ich habe viel zu tun.
Du hast noch viel zu lernen.

Er muss das Paket zustellen (Verb mit zu: zustellen)

Das ist richtig! Das Verb heißt „zustellen“.

Er hatte nichts zusagen (Infinitiv nach einem Verb --> zu
am Verb)

Er hatte nichts zu sagen. (Infinitiv an ein anderes Verb angehängt, daher das zu VOR dem Infinitiv, aber nicht angehängt.

Es fällt mir schwer zu sagen, dass du Recht hast. (Regel
trifft nicht zu)

Das ist richtig. Und die Regel trifft zu! InEs fällt mir schwer ist das übergeordnete Verb „schwerfallen“. An dies wird der Infinitiv „sagen“ angehängt und zwar mit dem Partikel „zu“.

Ist das so schwer zu begreifen?
Fällt es dir wirklich so schwer, das zu verstehen??

Dank

Erst wenn dus hast!

und Gruß Fritz

Hallo Fritz!

Du verwechselst den Partikel „zu“, der vor einem an ein
anderes Verb angehängten Infinitiv steht und die Vorsilbe zu,
die vorne an das Verb selbst angehängt wird.

Genau. Das war von Anfang an mein Problem ! Aber irgendwie bin ich zwischen Partikel, Modalverben und Infinitiv durcheinander geworden.

Ich hatte zuessen (Infinitiv nach einem Verb --> zu am Verb)

Falsch!

Dachte ich mir! Sah auch schon so gresslich aus.

Ist das so schwer zu begreifen?
Fällt es dir wirklich so schwer, das zu verstehen??

Mir ist es jetzt klar! Es ist nicht so schwer zu begreifen und in Zukunft werde ich versuchen mehr Sätze mit „zu“ zu nutzen. ;o)

Dank

Erst wenn dus hast!

In 99% aller Fälle dürfte ich es jetzt richtig machen. Darf ich jetzt danken? ;o)

Dank und Gruß Christian

Verstanden!
Hallo, Christian!

gresslich

Bitte, wenigsten grässlich, wenn du schon nicht gräßlich schreiben magst.

Mir ist es jetzt klar! Es ist nicht so schwer zu begreifen und in Zukunft werde ich versuchen mehr Sätze mit „zu“ zu nutzen. ;o)

Sehr schön und ganz richtig!

In 99% aller Fälle dürfte ich es jetzt richtig machen. Darf ich jetzt danken? ;o)

Aber ja doch!

Dank und Gruß

Bitte und gern geschehen!
Fritz

Hallo, Fritz!

gresslich

Bitte, wenigsten grässlich, wenn du schon nicht gräßlich
schreiben magst.

Natürlich grässlich. *kopfschüttel*. Irgendwie habe ich das bedrückende Gefühl, dass man in diesem Forum seine Kommentare zuvor mindestens zweimal durchlesen sollte, bevor man sie postet. Das ist ja gräulich (nicht greulich). ;o) *grinz*
Komm Du mir mal in ein Wirtschaftsforum! :smile: *breites grinz*

Beste Grüße Christian