Woher bloß so viele Russen?

Hallo Camilla,

ich kann also in den meisten Kommentaren keinen Rassismus sehen.

… dass sich (fast) alle hier so rassistisch äussern.

Grundsätzlich müssen wir einmal anerkennen, dass wir es waren, die früher stets die Freiheit der Russen verlangt haben und auch immer die Rückkehr der deutschstämmigen Menschen verlangt haben. Dass diese in der Zwischenzeit verheiratet sind, Kinder haben oder hatten, die auch schon wieder Kinder haben. Dasselbe Thema hatten und haben wir teilweise über die früherer DDR. Ja, viele haben nicht erwartet, dass es soweit kommt, konnten also durchaus fordern, was sie nie wollten, was sich aber schick darstellte. Nun sind sie da und wir haben die verdammte Pflicht der Eingliederung. Wenigstens wir Bürger sollten mehr Verständnis haben als das politische Pack in Berlin, das noch beim Mauerfall gegen den Osten war und Kohl angriff, weil er die Chance nutzte.

Ich unterrichte russische Jugendliche, habe den ganzen Tag mit
ihnen zu tun.
Daher möchte ich auch etwas dazu sagen:

  1. Diese Jugendlichen sprechen tatsächlich kaum Deutsch -
    woher auch? Ihre ausgesiedelten Grosseltern durften in der
    ehemaligen UdSSR kein Deutsch sprechen - ich glaube, dass
    weiss doch jeder, oder? Auch in zu Hause nicht, aus lauter
    Angst, jemand würde sie hören und sie würden deswegen ihre
    Arbeitsstelle verlieren oder ins Gefängnis kommen. Also, woher
    solten die Enkelkinder Deutsch können?

Dies ist so nicht korrekt. Die Großeltern durften daheim schon seit den Anfangssiebzigern Deutsch sprechen. In Moskau wurde sogar ein Lehrstuhl für Germanistik Anfang der Sechziger geschaffen. Díe russischen Studenten hatten neben Englisch die deutsche Sprache zu lernen. Richtig ist aber, dass die heutige generation selten oder nicht deutsch kann, weil schon frühere Generationen ausser der deutschen Abstammung mit der Sprache und der Kultur nichts mehr zu tun hatten. Nach Stalin hat sich hier die Situation geändert.

  1. Es stimmt, dass viele russische/kasachische Jugendliche
    Drogenprobleme haben. Wundert’s Euch? Es sind ihre Eltern, die
    entscheiden, nach Deutschland zu kommen, die 16-17jährige
    Kinder werden mitgenommen udn natürlich nicht gefragt, ob sie
    Lust dazu haben. Und sie verlieren auf einem Schlag ihr
    Zuhause, ihre Freunde, ihre restliche Verwandtschaft…

Dies kann zwar in einem oder anderen Fall zu Drogen führen, aber es ist keine Begründung.

Und

befinden sich in einem Land, in dem sie sich fremd fühlen und
die Sprache nicht können.

In diesem Land wird seit Jahren deutsch unterrichtet als Eingliederungskurse.

In so einer Situation ist es meiner

meinung nach verständlich, dass besonders schwache/labile
junge Menschen drogenabhängig werden.

Sorry, Camilla, aber Deine soziale Ader verklärt Dir den Blick. Es gibt sehr viele Menschen auf der Welt, die labil sind, die nehmen keine Drogen und handeln nicht mit Drogen. Wer schon einmal in Russland gewesen ist, dort Freunde hat, weiss, dass „Saufen“ (Alkohol) weit verbreitet ein Volkssport ist und jeder versucht, Dich unter den Tisch zu trinken.

  1. Viele russische/kasachische Jugendliche sind fleissige und
    zuverlässige Menschen, die versuchen, hier Fuss zu fassen, die
    Sprache zu lernen, eine Ausbildung zu finden (ihre wird hier
    fast ausnahmslos nicht anerkannt).

Korrekt, aber was früher anerkannt wurde, war noch weniger korrekt. Ein Facharbeiter war in der UdSSR Ingenieur, wenn er mehr als der Lehrling verstanden hat. Er kam nach DE und erhielt Arbeitslosengeld wie eine Ingenieur. Ausbildungen, die in Russland heute noch keine Ausbildungen mit vernünftigen Abschluss sind, können nicht anerkannt werden.

Ich bin mit einigen russischen Familien nicht nur befreundet. Sie ärgern sich, was heute nach DE kommt. Und sie beklagen sich auch, dass jene, die schon in Russland andere schikaniert und drangsaliert haben, nun bei uns sind und die Landleute erneut terrorisieren.

Sie stossen aber so oft auf

Vorurteile und Ablehnung, dass es mich oft wundert, dass sie
durchhalten.

Viele Eurer Kommentare über die Russen machen mich traurig und
wütend. Wenn in einem Land irgendwelche Probleme auftreten,
wird die Schuld immer den Ausländern in die Schuhe geschoben.

Die Probleme in DE sind selbstverständlich nicht durch die Ausländer verursacht worden. Dass hier aber viele und auch hier habe ich ein gewisse Verständnis, sich gegenüber den Ausländern benachteiligt sehen, ist nun leider auch Realität. Diese Probleme haben unsere Regierungen geschaffen. Sie haben in der Zeit der Wohnungsnot wenn jemand einen Russen, Rumänen usw. als Mieetr genommen hat zusehen müssen, dass der Staat diese neuen Mitbürger in neu erbaute Wohnungen steckte, hohe Mietzuschüsse gezahlt hat, während viele DE keine Wohnung gefunden haben. Am Arbeitsmarkt erhielten Arbeitgeber bis fünf Jahre Lohnzuschüsse, während immer mehr ältere Deutsche keine Arbeit gefunden haben.
Und selbstverständlich erhielt jeder am Anfang ohne Zuzahlung Gebiss (während andere anteilig zahlen mussten), gab es Rente ohne (am Anfang größere Nachweise) und es gab bei den Banken billige Gelder zum Wohnungskauf, während jeder DE solche Kredite nicht erhalten hat. Wer in soziale Schieflage geriet, hatte sofort einen Sozialarbeiter an der Seite, während die Deutschen in den Amtsstuben bei Antragstellung angepöbelt wurden. Dies haben die Ausländer, die Aussiedler, Übersiedler nicht zu verantworten. Wenn man also einigermassen verstehen will, wie der Zündstoff entstanden ist, muss man die Fakten nennen und auch anerkennen, dass man in den letzten zwei Jahren durchaus Zweifel haben darf, ob und wie lange man noch die bisherigen regeln erhalten will.

Aus der Praxis. Es gibt in der heutigen jungen Generation sehr viele, die verzweifelt einen Anspruch begründen wollen, das russsische Fernsehen in DE empfangen zu dürfen udn dann enttäuscht sind, wenn dies abgelehnt wird, weil ein Deutscher zum Erhalt seiner kulturellen und persönlichen Beziehungen eben nicht russische Fernsehen benötigt.

Ich beobachte mit Sorge, wie dieses Jahr (wie - stelle ich
fest -in jedem Wahljahr) die Ausländerfeindlichkeit wächst.
Fast jeden Tag höre ich (auf der Strasse, in den Geschäften,
…) ausländerfeindliche Kommentare.

Die gab es schon immer, wie es auch auf deutschen Strassen deutschfeindliche Reaktionen gibt.

Traurige und gleichzeitig wütende Grüße
Camilla

Gruss Günter

Tag Günter,

Sorry, Camilla, aber Deine soziale Ader verklärt Dir den
Blick. Es gibt sehr viele Menschen auf der Welt, die labil
sind, die nehmen keine Drogen und handeln nicht mit Drogen.
Wer schon einmal in Russland gewesen ist, dort Freunde hat,
weiss, dass „Saufen“ (Alkohol) weit verbreitet ein Volkssport
ist und jeder versucht, Dich unter den Tisch zu trinken.

das geht sogar soweit, daß Menschen, die nicht bereit sind, mitzusaufen, jede Chance auf Geschäfte in Rußland verwehrt bleibt.

Mag eine einseitige Sichweise sein, aber entspricht dem, was ich schon mehrfach von deutschen Geschäftsleuten gehört habe.

Gruß
Christian

Moin, Camilla!

… dass sich (fast) alle hier so rassistisch äussern.

Irgendwie ist mir wohl die Stelle entgangen, an der sich hier jemand rassistisch geäußert hat. Mir scheint, Du reagierst diesbezüglich etwas überempfindlich (das ist nicht böse gemeint!).

Ich unterrichte russische Jugendliche, habe den ganzen Tag mit
ihnen zu tun.
Daher möchte ich auch etwas dazu sagen:

Ich räume gern ein, das ich keine russischen (also doch keine „deutschen“?) Jugendlichen unterrichte. Aber ich lebe in Berlin-Marzahn, vielfach auch bekannt als Little-Moskau. Von daher habe ich auch täglich mit selbigen zu tun und maße mir an, dazu auch etwas zu sagen.

  1. Diese Jugendlichen sprechen tatsächlich kaum Deutsch -
    woher auch?

Liebe Camilla, die Frage muß lauten: Wozu auch? Meine Erfahrung zeigt, das die Russen hier lieber unter sich bleiben wollen. Vielfach weigern sie sich geradezu, sich die Deutsche Sprache anzueignen. Wir haben hier die paradoxe Situation, das die Russischen Mitbürger (tolle Formulierung) inzwischen bereits öffentlich fordern, ihnen doch bitte „eigene“ Kulturhäuser und Jugendclubs zur Verfügung zu stellen, selbstverständlich aus öffentlicher Finanzierung. Nennt sich das dann Integration? Hier bei uns gibt es inzwischen öffentliche Jugendclubs, in denen das Personal händerringend um Versetzung bettelt, weil sich dort keine Deutschen Jugendlichen mehr aufhalten. In diesen Jugendclubs haben die Russen inzwischen sogut wie Hausrecht. Deutsche Jugendliche, die sich dorthin verirren, werden systematisch rausgeekelt. Das sorgt sicher dafür, das die Russen ihren Beliebtheitsgrad unermesslich steigern, oder?

Ihre ausgesiedelten Grosseltern durften in der
ehemaligen UdSSR kein Deutsch sprechen - ich glaube, dass
weiss doch jeder, oder? Auch in zu Hause nicht, aus lauter
Angst, jemand würde sie hören und sie würden deswegen ihre
Arbeitsstelle verlieren oder ins Gefängnis kommen. Also, woher
solten die Enkelkinder Deutsch können?

Sorry, aber dieser Absatz ist irgendwie nicht ganz das Gelbe vom Ei. Das die wirklich Deutschstämmigen Russen kein Deutsch reden durften, war vielleicht bis in die späten 60er/frühen 70er so schlimm. Spätestens danach (wie Günther schon schrieb) hat sich die Situation deutlich verändert.

  1. Es stimmt, dass viele russische/kasachische Jugendliche
    Drogenprobleme haben. Wundert’s Euch? Es sind ihre Eltern, die
    entscheiden, nach Deutschland zu kommen, die 16-17jährige
    Kinder werden mitgenommen udn natürlich nicht gefragt, ob sie
    Lust dazu haben. Und sie verlieren auf einem Schlag ihr
    Zuhause, ihre Freunde, ihre restliche Verwandtschaft… Und
    befinden sich in einem Land, in dem sie sich fremd fühlen und
    die Sprache nicht können. In so einer Situation ist es meiner
    meinung nach verständlich, dass besonders schwache/labile
    junge Menschen drogenabhängig werden.

Sorry, Camilla, aber wenn ich mir diesen letzten Absatz auf der Zunge zergehen lasse, dann wird mir schlicht übel. Diese Begründung von Dir trieft geradezu vor sozialem Mitgefühl. Das ist sicher ehrenvoll für Dich, ich kann es leider nicht persönlich nachvollziehen.
Die Entscheidung, sich in ein kriminelles Umfeld zu begeben, trifft immer noch jeder für sich allein! Es ist aus meiner Sicht einfach abartig, wenn Kriminelle mit dem Verweis auf ihr labiles Wesen, schlechtes Elternhaus, mieses Umfeld oder sonstwelche Ausflüchte in Schutz genommen werden. Diese Unsitte ist leider in D weit verbreitet. Nur weil jemand nicht mit dem goldenen Löffel im Hals aufgewachsen ist und ihm hier niemand pausenlos den Allerwertesten pudert, ist es zu entschuldigen, wenn er Drogen nimmt oder sonstwie kriminell wird? Das kann es doch nicht sein.
Einem Freund von mir haben sie letzte Woche zum dritten Mal in sechs Wochen den Laden aufgebrochen. Gullideckel ins Fenster, rein, diverse Playstationgames und andere Nettigkeiten eingepackt und weg. Inzwischen wissen wir, wer es war. Es sind jedesmal dieselben, Jugendliche Russen. Meinst Du, meinen Bekannten interessiert in irgendeiner Form, ob die ein sozial-schwaches Umfeld haben? Inzwischen hat ihn der Spaß eine vierstellige Summe gekostet, beim nächsten Mal wird es noch teurer, weil seine Versicherung das nicht mehr mitmacht.
Leider ist auch die Polizei hier machtlos. Sie haben zwar ein paar der Täter gefasst, diese behaupten jedoch, „Nix verstehen. Ich dreizehn“ und das wars. Die wissen ganz genau, wie sie es anstellen müssen. Seitens Polizei und Staatsanwaltschaft wird alles eingestellt, weil die Aussicht auf einen greifbaren Erfolg vor Gericht gleich Null ist. Und warum sind die Aussichten auf Erfolg gleich Null? Weil immer die Begründung kommt, die Betreffenden hätten doch eine schwere Kindheit und dafür muß man Verständnis haben. Bei mir nicht mehr. Null Toleranz sollte die Devise da lauten.

  1. Viele russische/kasachische Jugendliche sind fleissige und
    zuverlässige Menschen, die versuchen, hier Fuss zu fassen, die
    Sprache zu lernen, eine Ausbildung zu finden (ihre wird hier
    fast ausnahmslos nicht anerkannt).

Hoppala, wo lebst Du denn? Ist das bei Euch so? Die Jugendlichen, die hier leben, sind irgendwie anders. Deren Lebensunterhalt wird ganz gut gedeckt durch kriminelle Aktivitäten jeder Art. Ein echtes Interesse an einer Ausbildung kann man bei denen nicht erkennen.
Als ich noch in einem Jugendclub als Betreuer gearbeitet habe, hatte ich mehrere Gespräche mit einigen von denen. Einhelliger Tenor: Warum Arbeiten? In D gibt es doch gute Sozialhilfe. Und im Supermarkt kriegt man was zu essen auch umsonst.
Es kann natürlich durchaus möglich sein, das das nur hier so ist. Überall anders sind die Russen natürlich anders. Obwohl, bei meiner Tante in Niedersachsen sieht es irgendwie nicht so wirklich anders aus. Woran mag das liegen? Sind die Ausnahmen jetzt eher bei mir oder bei Dir zu finden?

Sie stossen aber so oft auf
Vorurteile und Ablehnung, dass es mich oft wundert, dass sie
durchhalten.

Mich wundert eigentlich diesbezüglich nix. Außer vielleicht die Dreiste Art der hier angesiedelten Russen. Insgesamt gibt es mittlerweile hier bei uns einen richtig schönen explosiven sozialen Sprengsatz. Früher oder später wird die Situation hier eskalieren. Und hinterher weiß wieder keiner, warum.

Warum gibt es denn eine derart offenkundige Ablehnung gegen die Russen? Gerade hier in Ostberlin ist die Situation relativ einfach zu erklären.

Die hier lebenden Ossis wurden vierzig Jahre lang gezwungen, die Russen toll und nett zu finden. Und laß Dir gesagt sein, so richtig toll und nett fand sie eigentlich niemand. Dazu ist seitens der Russen gerade hier im Besatzungsgebiet zuviel Scheiße gebaut worden. Angefangen mit der Vertreibung nach 45 über die Militärlager bis hin zum Siegergehabe bis in die späten 80er hinein. Die Russen haben im Osten vierzig Jahre lang deutlich gezeigt, wer den Krieg gewonnen hat. Das hat ihren Beliebtheitsgrad unheimlich gesteigert.
Dann kam die Wende und die Menschen im Osten waren froh, das sie weg waren. Und jetzt? Nun sind sie wieder hier, jetzt wollen sie Deutsche sein und angeblich hier mit uns leben. Schön und gut.
Um aber normal zusammenzuleben, ist es zwingend erforderlich, sich zu integrieren. Um sich zu integrieren, ist es zunächst zwingende Voraussetzung, das ich die Sprache des Landes spreche. Mindestens muß ich jedoch versuchen, die Sprache ernsthaft zu lernen! Die meisten Russen, die wir hier haben, bleiben lieber unter sich, Deutsch ist da überflüssig.

Die Russen kommen hierher, weil sie irgendwann um 1700 mal einen Deutschen Schäferhund in der Familie hatten und deswegen Deutschstämmig sind. Meist kommen irgendwelche älteren Leute im Rentenalter. Die weisen dann hier nach, das sie in Rußland vierzig Jahre gearbeitet haben. Solch Nachweis ist in Russland genauso leicht zu beschaffen, wie der Nachweis über die Deutsche Großmutter. Und schon zahlt der Deutsche Staat ihnen die Durchschnittsrente. Hast Du eine Vorstellung, welcher Ossi die Durchschnittsrente bezieht? So gut wie gar keiner, fast alle sind weit darunter! Kannst Du Dir vorstellen, wie sich das auf das Sozialgefüge auswirkt? Ein wenig brenzlig…
Das fatale ist, das diejenigen, die als Deutschstämmig hierher kommen, auch noch ihre ganze Sippe mitbringen. Bei uns leben die teilweise zu neunt in einer Vierzimmerwohnung. Und da ja keiner von denen mangels Sprachkenntnissen arbeiten geht, leben sie dann alle von Sozialhilfe. Herzlichen Glückwunsch.

Dazu kommt, das es hier inzwischen unmöglich ist, sich auf der Straße oder in Grünanlagen ruhig und frei zu bewegen. Sämtliche Bänke, Parkanlagen und (viel schlimmer) die Kinderspielplätze sind inzwischen von den Russen annektiert worden. Am schlimmsten sind die zwischen 10 und 25 Jahren. Angeblich versteht keiner von denen Deutsch. Wenn man allerdings höflich darum bittet, eventuell mit seinem Kind einmal den Spielplatz nutzen zu dürfen (soweit isses schon), dann kommen Nettigkeiten wie „Faschist“ oder „Nazischwein“ angeflattert.
Selbst die Alten Russen führen sich hier immer noch auf wie die Sieger nach 45. Das merkst Du schon an solchen banalen Dingen, das ich mit meinem Kinderwagen von einer Gruppe Russischer Rentner gezwungen werde, über die Wiese auszuweichen, weil die Herrschaften in Fünferkette über den Gehweg marschieren und garnicht daran denken, vielleicht mal einen Meter Platz zu machen. Und wenn Du die dann höflich darauf hinweist, dann wirst Du von denen genauso angepöbelt wie von den Jugendlichen. Wie der Herr, so das Gescher…

Und jetzt Frage ich Dich, Camilla, muß ich mich da über Ablehnung wundern?

Viele Eurer Kommentare über die Russen machen mich traurig und
wütend. Wenn in einem Land irgendwelche Probleme auftreten,
wird die Schuld immer den Ausländern in die Schuhe geschoben.

Weißt Du, Camilla, ich bin bestimmt kein Ausländerfeind. Und schon gar kein Rassist. Von mir aus kann jeder hier leben, der Lust dazu hat. Das einzige, was ich erwarte, ist, das derjenige, der hier leben will, sich dem Leben hier anpasst. Wer in Deutschland leben will, der hat sich zu integrieren. Es kann nicht sein, das ich als Deutscher Russisch, Rumänisch, Albanisch oder auch Türkisch lernen muß, damit die Herrschaften sich hier alle zu Hause fühlen. MultiKulti ist ja ganz nett, aber in Deutschland gab es auch mal eine eigene Kultur. Jedes andere Land der Welt bewahrt sich seine Kultur und verlangt von Immigranten, das diese sich integrieren. Nur in Deutschland wird auf jeden der das verlangt mit dem Rassistenvorwurf eingehämmert. Das kann es doch nicht sein.
Die Grundvoraussetzung, um hier Leben zu dürfen, sollten ganz klar definiert sein: Bereitschaft zur Integration auf der einen Seite, die Fähigkeit und der Wille, sich seinen Lebensunterhalt selbst zu sichern auf der anderen Seite.
Ein großes Deutsches Problem ist nämlich weiterhin, das wir das einzige Land weltweit sind, das eine Anwesenheitsprämie zahlt. Wie oft habe ich schon hören dürfen, das Deutschland so super sei. Auf die Frage nach dem „warum“ kam meist „Sozialhilfe“. Tolle Voraussetzungen. Irgendwie spricht es sich in der Welt rum: Kommst Du nach Deutschland, kriegst Du Geld für lau. Allerdings sind daran mit Sicherheit nicht die Ausländer schuld. Schuld daran ist ein korruptes, krankes, politisches System, in dem niemand den Mut hat, die Vergangenheitsbewältigung für beendet zu erklären. Wir werden wohl noch in Hundert Jahren für die Sünden einer Generation bezahlen, die ich nicht mal kenne.

Ich beobachte mit Sorge, wie dieses Jahr (wie - stelle ich
fest -in jedem Wahljahr) die Ausländerfeindlichkeit wächst.
Fast jeden Tag höre ich (auf der Strasse, in den Geschäften,
…) ausländerfeindliche Kommentare.

Mich wundert das ehrlich gesagt nicht mehr. Ich persönlich glaube, das sich den Großteil der Ausländerfeindlichkeit die Ausländer selbst zuzuschreiben haben. Ich glaube nicht, das jemand etwas gegen den Ausländer (gleich welcher Nationalität) hat, der hierher kommt, gemeinsam mit den Deutschen hier friedlich leben möchte und seiner Arbeit nachgeht. Wogegen viele Menschen in diesem Land -ich persönlich schließe mich da ausdrücklich mit ein- etwas haben, sind jede Art von Sozialschmarotzern, die in Deutschland das Schlaraffenland des 21. Jahrhunderts sehen.
Solange sich das Anspruchsdenken der Ausländer (Ich bin Ausländer - Seid Nett zu mir) auf der einen Seite und das Sozialsystem in Deutschland auf der anderen Seite nicht ganz gravierend ändern, solange wird sich an der tendenziell steigenden Ausländerfeindlichkeit auch nichts ändern. Doch leider fehlt dazu vielen Ausländern offensichtlich die Fähigkeit und der Deutschen Politik der Mut.

Ich hoffe, Du nimmst mir meine Worte nicht übel. Aber es war mir ein Bedürfnis, das loszuwerden.

Gruß & Bye…

Der Dicke MD.

Hallo Camilla,

Ich gebe dir recht, was ich hier lese bezeichne ich auch als Rassismus und sind ziemliche Verallgemeinerungen.

Da ich mich mal mit Auswertung von Fragebogen über die gesundheitliche Situation von Asylsuchenden und Flüchtlingen beschäftigt habe, weiss ich auch, das psychische Probleme und Depressionen im Vergleich zur einheimischen Bevölkerung sehr gross sind und eine Auswirkung davon ist Drogensucht. Mit Sozialromantik hat das nichts zu tun, kompetente Betreuung wäre präventiv nötig. Das sich, wo potentielle Kunden sind, auch Anbieter finden und ein Gewerbe aufbauen ist ja wohl normal, warum da nicht von Anfang an hart durchgegriffen wurde verstehe ich nicht so recht. Vielleicht war man der Meinung, solange die Russen sich untereinander…

Wo ist das Problem mit russischen Jugendclubs? Es gibt türkische und muslimische und katholische Jugendclubs, vielleicht haben die Leute in den Regierungsebenen bzw. die Lokalpolitiker da etwas verschlafen und jetzt haben sich die russischen Jugendlichen ihren eigenen Raum geschaffen.

Ghettobildung haben Minderheiten, wenn sie in grösserer Zahl zusammenleben. Es ist anstrengend sich in eine eventuell ablehnende einheimische Gemeinschaft einzugliedern, wenn der Umgang mit Leuten der eigenen Kultur und Sprache so einfach ist. Das gilt auch für Türken, Jugoslawen und deutsche Mitarbeiter in der Entwicklungshilfe im Ausland, alle klüngeln sie zusammen, das ist normal und eigentlich auch nicht weiter schlimm, sofern die Leute die Gesetze beachten. Wer keine Landsleute in der Umgebung hat, integriert sich zwangsläufig schneller, wenn er nicht vereinsamen will.

Man hätte halt nicht alle Zuwanderer in die alten Kasernen und Mietblöcke stecken sollen, sondern schön gleichmässig über das ganze Land verteilen können (nach dem Motto: Jedem Dorf seine russische Familie…, ob das allerdings den Immigranten gegenüber fair gewesen wäre, weiss ich nicht), aber das hätte am Anfang deutlich mehr gekostet, jetzt hat man den Salat.

Sprachausausbildung und Staatskundeunterricht nach der Einwanderung, gratis für alle und zu vernünftigen Zeiten und Bedingungen wäre ein unbedingtes muss.

Wir alle würden unseren Kindern, wenn wir im fremdsprachigen Ausland leben würden, natürlich deutsche Sprache und Kultur beibringen und Zuhause deutsch reden, Weihnachten feiern und eventuell unserer Kinder in eine deutsche Schule schicken oder etwa nicht? Deutsche Clubs gibts weltweit, wo sich Deutsche treffen und dort dann eben nicht „die Deutschen“ sind.

Warum tun sich die Kultusminister so schwer damit, die Zweisprachigkeit der Kinder von Immigranten zu fördern? Alle reden doch von Mehrsprachigkeit und deren Vorteile, auch in der Hirnentwicklung, warum wird die Chance kaum genutzt?

Ob die Leute jetzt kommen, weil ihr Urgrossvater deutsch konnte oder er nur einen Schäferhund hatte ist eigentlich egal, wer die Herkunftsorte der Leute kennt, weiss und versteht, warum sie kommen. Das Wort Wirtschaftsflüchtling bedeutet nicht anderes als Elends- und Armutsflüchtling und dieses Motiv ist mehr als verständlich, halb Europa ist aus diesem Grund in die neue Welt gezogen. Angesichts der Demographie in Mitteleuropa ist Zuwanderung sowieso nötig, das wissen wir theoretisch doch alle.

Das sich manche Alteingessenen benachteiligt fühlen, hat mit verfehlter Politik und auch mit verfehlter Information zu tun.

Kultur ist nichts starres. Die Kultur Deutschlands ändert sich seit jeher, manchmal in wenigen Jahren. Sie ist sowieso regional verschieden und letztlich nur über die Staatsgrenzen und den Pass definiert. Katholisch oder evangelisch war mal sehr wichtig, inzwischen ist es weitgehend egal. Hamburger und Bayern sind doch recht verschieden, ein bayrischer Bauer hat mit einem italienischen Bauern eventuell mehr Gemeinsamkeiten, als mit einem münchener Anwalt. Es gibt sorbische, dänische, friesische Sprach-Minderheiten, eine kleine jüdische Gemeinde und inzwischen auch eine grosse muslimische, die hier sesshaft und somit deutsch geworden ist. Ich rede nicht von Multikulti sondern von der Vielfalt deutscher Kultur.

Viele Grüsse, Nicola

Dann musst Du es eben lernen
Hallo Camilla

Ich beobachte mit Sorge, wie dieses Jahr (wie - stelle ich
fest -in jedem Wahljahr) die Ausländerfeindlichkeit wächst.
Fast jeden Tag höre ich (auf der Strasse, in den Geschäften,
…) ausländerfeindliche Kommentare.

In Stiefelland haben diese Meinungen sogar eine eigene Partei. Du kennst doch bestimmt die Lega Nord?
Also tu bitte nicht so, als ob Ausländerunfreundlichkeit ein deutsches Problem ist.

Gruss verbunden mit einem Kopfschütteln
CrNiMo

Juedisch ist
wer eine juedische Mutter hat. So und nicht anders. Man kann nicht zum Judentum uebertreten oder so.

Gruss,
Antje

Moin Nicola

Ich gebe dir recht, was ich hier lese bezeichne ich auch als
Rassismus und sind ziemliche Verallgemeinerungen.

Rassismus gegen die eigene Volksgruppe ? Das ist eine interessante, neue Variante. Die kannte ich noch gar nicht.

Da ich mich mal mit Auswertung von Fragebogen über die
gesundheitliche Situation von Asylsuchenden und Flüchtlingen
beschäftigt habe,

Fein, nur handel es sich bei den hierherkommenden deutschstämmigen Russen weder um Asylsuchende, noch um Flüchtlinge.

weiss ich auch, das psychische Probleme und

Depressionen im Vergleich zur einheimischen Bevölkerung sehr
gross sind und eine Auswirkung davon ist Drogensucht.

Nun ja, Drogensucht hat selten gar keine Ursachen, gell ? Nur hat das nichts mit dem Thema zu tun. Es gibt schließlich auch Asylsuchende und Flüchtlinge, die nicht drogensüchtig werden.

Mit

Sozialromantik hat das nichts zu tun, kompetente Betreuung
wäre präventiv nötig. Das sich, wo potentielle Kunden sind,
auch Anbieter finden und ein Gewerbe aufbauen ist ja wohl
normal, warum da nicht von Anfang an hart durchgegriffen wurde
verstehe ich nicht so recht. Vielleicht war man der Meinung,
solange die Russen sich untereinander…

Vielleicht solltest du dich mal mit den Möglichkeiten des deutschen Rechtssystems gegenüber Drogensüchtigen beschäftigen. Wie willst du da bitte „hart durchgreifen“, ohne die Gesetze zu ändern ? Schlimmstenfalls hast du dann einen Knast voll Drogensüchtigen…na klasse…

Wo ist das Problem mit russischen Jugendclubs? Es gibt
türkische und muslimische und katholische Jugendclubs,
vielleicht haben die Leute in den Regierungsebenen bzw. die
Lokalpolitiker da etwas verschlafen und jetzt haben sich die
russischen Jugendlichen ihren eigenen Raum geschaffen.

Das Problem ist, dass so keine Integration stattfindet.

Ghettobildung haben Minderheiten, wenn sie in grösserer Zahl
zusammenleben. Es ist anstrengend sich in eine eventuell
ablehnende einheimische Gemeinschaft einzugliedern, wenn der
Umgang mit Leuten der eigenen Kultur und Sprache so einfach
ist.

So anstrengend nun auch wieder nicht. Es gibt genügend, die das schaffen. Nur muss dazu auch ein Wille vorhanden sein.

Das gilt auch für Türken, Jugoslawen und deutsche

Mitarbeiter in der Entwicklungshilfe im Ausland, alle klüngeln
sie zusammen, das ist normal und eigentlich auch nicht weiter
schlimm, sofern die Leute die Gesetze beachten. Wer keine
Landsleute in der Umgebung hat, integriert sich zwangsläufig
schneller, wenn er nicht vereinsamen will.

Hier solltest du unterscheiden zwischen Leuten, die sich temporär in einem Land aufhalten, und nach einer bestimmten Zeit wieder in ihre Heimat zurückkehren (wollen) und Menschen, die sich in einem anderen Land dauerhaft ein neues zuhause schaffen wollen. Was du oben beschreibst, trifft im Wesentlichen auf die erste Gruppe zu, nicht jedoch auf die zweite. Und soweit ich weiss kommt kaum einer der deutschstämmigen Russen mit einer temporären Absicht nach Deutschland, also mit dem Vorsatz, in ein paar Jahren wieder nach Russland zurückzukehren.

Man hätte halt nicht alle Zuwanderer in die alten Kasernen und
Mietblöcke stecken sollen, sondern schön gleichmässig über das
ganze Land verteilen können (nach dem Motto: Jedem Dorf seine
russische Familie…, ob das allerdings den Immigranten
gegenüber fair gewesen wäre, weiss ich nicht), aber das hätte
am Anfang deutlich mehr gekostet, jetzt hat man den Salat.

Sehr witzig. Natürlich hat man das gemacht. Es gab und gibt Verteilungsschlüssel für russische Aussiedler, sogar mit der Maßgabe, eine bestimmte Zeit an dem Ort wohnen bleiben zu müssen.
Du wirst heute wohl kaum noch einen kleineren Ort in D finden, in dem es keine „russische“ Familie gibt. Allerdings irgendwann sind sie dann „frei“ umzuziehen, und machen davon wohl auch regen Gebrauch. Alles andere wäre auch auf Dauer wohl eine mit dem Grundgesetz nicht vereinbare Beschränkung der Bewegungsfreiheit, die ich persönlich ablehne.

Sprachausausbildung und Staatskundeunterricht nach der
Einwanderung, gratis für alle und zu vernünftigen Zeiten und
Bedingungen wäre ein unbedingtes muss.

Ich denke, wenn jemand vor hat, dauerhaft und für immer in ein anderes Land umzuziehen, dann kann man von demjenigen schon erwarten, dass er Eigeninitiative zeigt und sich selbst darum kümmert, die Sprache seiner neuen Heimat zu lernen, und zwar noch bevor er dorthinzieht. Schließlich fallen (bezogen auf russische Aussiedler) solche Entscheidungen ja selten von heute auf morgen.

Wir alle würden unseren Kindern, wenn wir im fremdsprachigen
Ausland leben würden, natürlich deutsche Sprache und Kultur
beibringen und Zuhause deutsch reden, Weihnachten feiern und
eventuell unserer Kinder in eine deutsche Schule schicken oder
etwa nicht? Deutsche Clubs gibts weltweit, wo sich Deutsche
treffen und dort dann eben nicht „die Deutschen“ sind.

Falls du vor hast, dauerhaft in dem Land zu leben, würdest du deinen Kindern damit echt einen Bärendienst erweisen und ihnen die Chance auf Integration verwehren.
Im Übrigen geht es hier wohl kaum um private Dinge, wie z.B. Weihnachten feiern. Ich denke, kein Mensch hier stößt sich daran, ob oder wie russische Aussiedler Weihnachten feiern. Hier geht es um (öffentliches) Verhalten in der Gesellschaft.

Warum tun sich die Kultusminister so schwer damit, die
Zweisprachigkeit der Kinder von Immigranten zu fördern? Alle
reden doch von Mehrsprachigkeit und deren Vorteile, auch in
der Hirnentwicklung, warum wird die Chance kaum genutzt?

Soll das ein Witz sein ? Kein Kind wird in D daran gehindert, zweisprachig aufzuwachsen. Das Problem ist, dass bei vielen Immigranten die Kinder einsprachig aufwachsen, wobei die eine Sprache aber eben nicht Deutsch ist.

Ob die Leute jetzt kommen, weil ihr Urgrossvater deutsch
konnte oder er nur einen Schäferhund hatte ist eigentlich
egal, wer die Herkunftsorte der Leute kennt, weiss und
versteht, warum sie kommen. Das Wort Wirtschaftsflüchtling
bedeutet nicht anderes als Elends- und Armutsflüchtling und
dieses Motiv ist mehr als verständlich, halb Europa ist aus
diesem Grund in die neue Welt gezogen. Angesichts der
Demographie in Mitteleuropa ist Zuwanderung sowieso nötig, das
wissen wir theoretisch doch alle.

Das ist richtig. Allerdings gibt es in D keine Perspektive für Menschen ohne deutsche Sprachkenntnisse, Berufsausbildung und Schulabschlüsse. Solche Menschen vermehren lediglich die Anzahl der Sozialhilfeempfänger in D, mehr nicht.

Kultur ist nichts starres. Die Kultur Deutschlands ändert sich
seit jeher, manchmal in wenigen Jahren. Sie ist sowieso
regional verschieden und letztlich nur über die Staatsgrenzen
und den Pass definiert. Katholisch oder evangelisch war mal
sehr wichtig, inzwischen ist es weitgehend egal. Hamburger und
Bayern sind doch recht verschieden, ein bayrischer Bauer hat
mit einem italienischen Bauern eventuell mehr Gemeinsamkeiten,
als mit einem münchener Anwalt. Es gibt sorbische, dänische,
friesische Sprach-Minderheiten, eine kleine jüdische Gemeinde
und inzwischen auch eine grosse muslimische, die hier sesshaft
und somit deutsch geworden ist. Ich rede nicht von Multikulti
sondern von der Vielfalt deutscher Kultur.

Das ist keine Vielfalt, sonder ein nebeneinader her, bei dem kaum noch Berührungspunkte vorhanden sind.

Spätestens da, wo ein etisch/moralischer Minimalkonsens der Deutschen Gesellschaft berührt wird, nämlich die Gesetzgebung, hört der Spass mit der „Vielfalt“ dann auch auf.

Das es auch anders geht, zeigen z.B. die Gruppen der Vietnamesen, die vor einigen Jahrzehnten als „Boat-people“ nach D kamen. Hörst du Schimpferein und Klagen von Seiten der Deutschen Bevölkerung über Vietnamesen oder andere Asiaten ? Ich nicht. Und dabei weiss jeder, der Asiaten hier kennt, dass viele durchaus die Bräuche und Gepflogenheiten ihrer Heimat in einem gewissen Rahmen hier weiterleben. Hier findet auch (das ist jetzt beispielhaft gemeint, es gibt sicher noch viele andere Beispiele) das statt, was ich als „Bereicherung“ der deutschen Kultur (was auch immer das sein soll) empfinde. Ich denke, der Unterschied zu dem geschilderten Verhalten der russischen Aussiedler in Berlin sollte offensichtlich sein.

Im übrigen gibt es auch genug russische Aussiedler, die es „geschafft“ haben. Das macht aber das Verhaltenen derjenigen, wie oben beschrieben, nicht besser.

Gruss
Marion

hallo antje,

wer eine juedische Mutter hat. So und nicht anders. Man kann
nicht zum Judentum uebertreten oder so.

genau das ist falsch. man kann zum judentum uebertreten und als jude vom judentum anerkannt werden.

ich wuerde iris juedische autoritaet nicht widersprechen. es sei denn, du wolltest dich auf eine abstruse einzelmeinung aus dem judentum beziehen, die so abstrus und selten vorkommt, dass sie eben falsch ist.

beste gruesse, lego

Hallo Antje,

wie kommst Du da drauf? Natürlich kann man oder so. Den Weg dahin kann man z. B. hier nachlesen:

http://www.liberale-juden.de/de/leben014.htm

Gruss
Feanor

wer eine juedische Mutter hat. So und nicht anders. Man kann
nicht zum Judentum uebertreten oder so.

Gruss,
Antje

Hallo CrNiMo,

In Stiefelland haben diese Meinungen sogar eine eigene Partei.
Du kennst doch bestimmt die Lega Nord?
Also tu bitte nicht so, als ob Ausländerunfreundlichkeit ein
deutsches Problem ist.

Wo habe ich das bitte behauptet???
Ich leben nun mal als Ausländerin in Deutschland und rede von der Situation hier. Mir ist Rassismus in anderen Ländern (inkl. Italien) durchaus bekannt. Ist aber nicht Thema dieses Threads.

Da Dich offensichtlich meine Einstellung zu meinem Land interessiert (oder wolltest Du einfach polemisch sein?), kann ich dazu sagen, dass gerade die aktuelle Regierung einer der Hauptgründe ist, warum ich noch nicht nach Italien zurückkehre.

Gruss
Camilla

Hallo Chris,

es kann auch sein, dass ich übertreibe, aber das Thema beschäftigt mich einfach.

Tja, ich nicht, und ich denke, daß ich als Einwohner einer
Großstadt mit durchaus ansehlichem Ausländeranteil dazu
eigentlich mehr Gelegenheit haben sollte, als Du als
Einwohnerin des beschaulichen Augsburgs.

Hierzu muss ich sagen, dass Du Dich täuschst: Zum einen habe ich über 9 Jahre lang in München (=Grossstadt) gelebt, zum anderen bin ich auch Ausländerin.

Gruss
Camilla

Dann kann es ja nicht mehr lange dauern
Hallo Camilla

In Stiefelland haben diese Meinungen sogar eine eigene Partei.
Du kennst doch bestimmt die Lega Nord?
Also tu bitte nicht so, als ob Ausländerunfreundlichkeit ein
deutsches Problem ist.

Wo habe ich das bitte behauptet???
Ich leben nun mal als Ausländerin in Deutschland und rede von
der Situation hier.

und da kriegst Du alle Nase lang den Schädel eingeschlagen?

Mir ist Rassismus in anderen
Ländern (inkl. Italien) durchaus bekannt. Ist aber nicht Thema
dieses Threads.

Doch! Ich habe es thematisiert! Weil D nicht ausländerunfreundlicher ist als andere ziviliesierte Staaten.

Da Dich offensichtlich meine Einstellung zu meinem Land
interessiert (oder wolltest Du einfach polemisch sein?), kann
ich dazu sagen, dass gerade die aktuelle Regierung einer der
Hauptgründe ist, warum ich noch nicht nach Italien
zurückkehre.

Soll ich jetzt etwa in die nächste Kirche rennen und eine Kerze für einen Regierungswechsel in Rom anzünden?

Gruss
CrNiMo

… und damit haben lego und Iris recht. Jude kann auch sein wer zum Judentum übertritt. Er ist dann auch nicht nur Anhänger der jüdischen Religion sondern vollwertiger Teil des jüdischen Volkes.

Schalom,
Eli

Hi,

Hierzu muss ich sagen, dass Du Dich täuschst: Zum einen habe
ich über 9 Jahre lang in München (=Grossstadt) gelebt,

naja, vielleicht ist München da fieser als Düsseldorf.

zum
anderen bin ich auch Ausländerin.

Ich weiß, Du läßt, mit Verlaub, auch kaum eine Gelegenheit aus, dies anzumerken. Ist nicht schlimm, ich weiß nur nicht, ob Dir das selber so bewußt ist. Egal. Meine Freundin ist zur Hälfte eine Landsmännin (oder wie man das auch nennt) von Dir (was man ihr auch ansieht), und ihr ist, zumindest in meiner Gegenwart noch nie in der Hinsicht unangenehm aufgestoßen, sozusagen, und auch sonst berichtet sie nicht von irgendwelchen „Vorfällen“.

Gruß
Christian

Hallo CrNiMo,

gehörst du zu den Leuten, die der Meinung sind, wem es hier nicht passt, sollte gehen (vor allem und gerade, wenn es sich um vermeintlich „Fremde“ handelt)?

Es geht um Rassismus in Deutschland und nicht darum, dass es auch andere Länder gibt, in denen Rassismus vorkommt (mir fällt keines ein, in dem das nicht so ist).
Klar, könnte man auch mal Rassismus in Italien thematisieren, im Auslandsbrett würde dadurch etwas Abwechslung entstehen…

Rassismus kann wohl der am besten definieren, der davon betroffen ist und nicht derjenige, der ihn anwendet. Also darf ein Betroffener doch wohl sagen, das etwas rassistisch ist und es ihn verletzt ohne das gleich eine Retourkutsche ä la „vor eigener Türe kehren“ kommt.

Wer in Deutschland lebt, den interessiert nun mal Deutschland und gleich den Schädel einschlagen ist da gar nicht nötig, um sich unwohl zu fühlen, da reichen auch schon Nadelstiche.

Gruss, Nicola

Hallo freak,

Beispiel gefällig: Hab letztens in ner Diskussion bei meinem
(voellig bekloppten) Sozialkundelehrer erwähnt, dass ich es
bedenklich finde, dass es Tuerken gibt, die in ihrem eigenen
Viertel leben, ihr eigenes Fernsehen gucken und auch nur bei
ihrem eigenen (tuerkischen) Supermarkt einkaufen, darauf hielt
er es für noetig mich als Ausländerfeind darzustellen.

Was nervt Dich an einem solchen Sozialkundelehrer ? Der hat doch noch nicht begriffen, dass genau zur Isolation der Ausländer ein solches Vorgehen führt das Du angesprochen hast. Hat dieser Lehrer noch nichts von Integration gehört ?

Das finde ich genauso nervend. Denn wenn man nicht das
Verhalten von allen kritisieren darf, dann kann sich nie etwas
ändern und das es Probleme mit Ausländern in Deutschland gibt,
das kann ja wohl keiner bestreiten. Natuerlich gibt es auch
genug Probleme mit Deutschen. Keine Frage, aber die darf man
dann kritisieren.

Gruss Günter

das geht sogar soweit, daß Menschen, die nicht bereit sind,
mitzusaufen, jede Chance auf Geschäfte in Rußland verwehrt
bleibt.

Mag eine einseitige Sichweise sein, aber entspricht dem, was
ich schon mehrfach von deutschen Geschäftsleuten gehört habe.

Gruß
Christian

kann ich aus eigener Erfahrung (6 Jahre Weissrussland) bestätigen. Hatte mir als Notlüge extra ein Magengeschwür zugelegt, um nicht mitsaufen zu müssen *grins*, dann geht es (wenn auch unter Protest) auch ohne „sto gram“.

Von einem der Schuliki in Brest (Oops, wie erklär ich das Wort einem Nicht-Russen? Gauner?) mußte ich mir mal anhören, er fahre nach Deutschland - Autos klauen. Und wenn sie ihn erwischen - auch egal. 6 Monate Knast in good old Germany wären besser als 2 Jahr Arbeit in einem Staatsbetrieb. Es gäbe sogar Geld, wenn er im Knast arbeitet.
Noch eine Aussage: meine Hauswirtin in Brest (Matka Antonina) erklärte mir, daß man seit den erleichterten Reiseregelungen in den Westen abends endlich wieder auf die Strasse könne. Alle Banditen wären nach Deutschland gegangen, da gäbe es mehr zu holen. Per Visa nach Polen, und dann durch die Oder oder Neiße schwimmen. So einfach wäre das. Sagt uns das was? (Siehe Kriminalstatistik BKA, Anteil der Ausländer, davon Anteil der Bewohner der Ex-Sowjetunion - sie stellen den größten Anteil)

Nichtsdetotrotz: 90% der hier lebenden Russen arbeiten, und nicht weniger als hier.
Die 10% Kriminellen machen mir allerdings große Sorgen…
Zu denen kann ich nur sahen: Poshol k’ibini materi *grrrr*
(iswenitje dlja etot slow, no ja ni navishu takie pareni)

Nachtrag (mit Link) und Frage an ‚Sozialexperten‘
http://www.bmi.bund.de/Annex/de_20088/Polizeiliche_K…

Zitat: Im Berichtsjahr 2001 besassen 24,9% der… Tatverdächtigen nicht die deutsche Staatsbürgerschaft.

Hmmm. Gegenfrage: wie hoch ist der Ausländeranteil bei uns?

Interessant auch die Entwichlung vor und nach dem Zusammenbruch des Sozialismus:

1970 - 3,924% Straftäter
1980 - 6,198% (!!!)
2001 - 7,736%

Das heißt von 1970 (Eiserner Vorhang) auf 1980 ( alle Türen offen) gab es einen „Quantitätssprung“ in der Kriminalität. Sind wir Deutsche krimineller geworden?

Hat mal einer die Ausländerzahlen von 1970, 1980 und jetzt?

Hi!

das können doch nicht alles Deutschstämmige sein. Mit welcher
Berechtigigung sind die hier und warum werden sie nicht zur
Rückkehr aufgefordert?
H. Joseph

Ich weiß gar nicht, was du hast:

Deutschland braucht nach Erhebungen der UNO wenigstens eine halbe Million Einwanderer im Jahr, um auch in 50 Jahren noch über dieselbe Zahl der Arbeitskräfte zu verfügen wie heute. Um auch die wachsende Zahl der Rentner und Pensionäre angemessen zu unterhalten, wären laut UNO sogar 3,4 Millionen Immigranten pro Jahr notwendig. Nur mit diesem Einwandererstrom könnte Deutschland das Verhältnis zwischen Arbeitskräften und Ruheständlern im Jahre 2050 auf dem Stand von 1995 halten.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine/dpa, 8.1.2000

1995 lebten in der Bundesrepublik 81,8 Mio Menschen. Im statistischen Mittel bekommt heute eine Frau 1,25 Kinder. Um den Bevölkerungsstand zu halten, wäre eine Geburtenrate von 2,1 Kinder notwendig. Für das Jahr 2050 würde dies einen Bevölkerungsrückgang auf 50 Mio bedeuten, im Jahr 2100 würden in Deutschland noch 24 Mio Menschen leben.

Die Gründe für die geringe Geburtenquote sind auf die moderne Empfängnisverhütung, auf den Trend zur Ein-Kind-Familie, auf das gewandelte Rollenbewußtsein der Frau in der Gesellschaft, auf den Wegfall der Familie als „Sozialversicherung“ zurückzuführen.

Gleichzeitig steigt die Quote von arbeitender Bevölkerung und zu versorgender Bevölkerung (Rentner und Jugendliche bzw. Kinder) auf 1 zu 1 an. Die Folgen hieraus: ein gesellschaftlicher Kollaps.

Die Abhilfe: massive Einwanderung.

(Zahlen und Bewertungen vom Fachkongreß für Bevölkerungsentwicklung in Bonn der Konrad-Adenauer-Stiftung, 9.10.1986)

Warum sich also über die paar „Russen“ aufregen?

Grüße
Heinrich

*rofl* (owt)
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