the world according to…
1957 wurde die Zentralbank oder Notenbank über die
Geschäftsbanken gestellt.
Du sprichst von der Gründung der Bundesbank, die die gleichen Aufgaben hatte wie die vorherige Bank deutscher Länder.
Sie wurde vom direkten Publikum
entkoppelt.
Was ist denn ein „direktes Publikum“?
Jegliche Geldschöpfung ist damit in die Hoheit der
Geschäftsbanken übergegangen mit nur einer ganz kleinen
Ausnahme.
Mit der ganz kleinen Ausnahmen, daß die Bundesbank über ihre Offenmarktgeschäfte die Primärgeldmenge steuerte und die Leitzinsen genauso festsetzte und wie die Mindestreservesätze. Zu behaupten, die Vorgängerinstitute der Bundesbank hätten mehr Einfluß auf die Geldschöpfung gehabt als die Bank deutscher Länder mit ihren Landeszentralbanken, ist schlicht falsch.
Vor 1957 mussten die Geschäftsbanken immer erst auf eine
Einzahlung warten. Die Notenbank stand auf der gleichen Ebenen
wie die GB.
Stimmt nicht.
Die Notenbank hatte nur „ausgewählte“ Kunden, es
war allerdings die einzige Geldquelle.
„Es“?
Die GB konnten nach dem
Verfahren der multiplen Geldschöpfung Kredite vergeben.
Konnten sie anschließend auch noch.
Nach 1957 produzieren GB und Notenbank das Zentralbankgeld.
Zentralbankgeld wird von der Notenbank geschaffen. Das ist heute so und war nach 1948 nie anders.
Es
kann aber nicht mehr in die Realwirtschaft einfließen.
Auch die Bank deutscher Länder betrieb kein direktes Kreditgeschäft.
Die
Realwirtschaft muss über die GB laufen, die nun die
Zahlungsmittel in die Welt setzt.
Das war vorher auch nicht anders.
1994 ist die kleine Lücke der direkten Geldvergabe an die
Regierung dichtgemacht worden. Seit diesem Jahr gibt es ein
Verbot. Ab 1994 ist die Schaffung von Zahlungsmitteln
vollständig in den Händen der GB, natürlich nur gegen Kredit.
War auch nie anders.
Es wird auch ein Grund angegeben. Der steht in dem Buch Geld
und Geldpolitik der Bundesbank auf Seite 90: Darüber hinaus
wurden alle Kapitalverkehsrkontrollen abgeschafft zur
wirksamen Disziplinierung der nationalen Volkswirtschaften
durch die internationalen Finanzmärkte.
Wofür soll das ein Grund sein und wieso? Außerdem steht das da ein bißchen anders und in einem anderen Kontext. Es geht um die Einführung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion Anfang der 90er und dort steht: „Darüber hinaus wurden alle Kapitalverkehrskontrollen abgeschafft, um den Weg für eine wirksamere Disziplinierung der nationalen Wirtschaftspolitiken durch die Kapitalmärkte freizumachen.“
Da gehts darum, daß einzelne Länder Markteilnehmer nicht mehr durch Kapitalverkehrskontrollen oder –hemmnisse davon abhalten konnten, ihre Gelder abzuziehen, wenn sie fiskal- oder geldpolitischen Unsinn treiben. Wenn ich mich recht entsinne, waren da insbesondere die Franzosen ganz weit vorne.
Sowohl Zentralbanken als auch Regierungen stehen heute
machtlos den Großbanken gegenüber.
Das ist schlicht und ergreifend Unsinn. Die Möglichkeiten sind da; ob sie in hinreichendem Maße genutzt werden, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Die Kreditvergabe einer Bank beruht heute nur noch auf 2
Regeln:
Es muss mindestens 2% Zentralbankgutahben das sein, bezogen
auf die Menge M2
M2 hat in dem Zusammenhang überhaupt nichts verloren, 2% ist falsch und der Rest steht hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mindestreserve#Ermittlu…
und das Eigenkapital nuss eine in Basel II
festgelegte Quote aufweisen.
Eigenkapital, Liquidität und Konsorten werden in der Solvabilitätsverordnung auf 213 Seiten und in 340 Paragraphen geregelt. Hinzu kommen noch ungefähr 30 Gesetze und Verordnungen, die die Geschäftstätigkeit, Bilanzierung, Berichtspflichten usw. regeln und als ob das alles nicht reichen sollte, gibt es zig Rundschreiben und nicht zuletzt die MaRisk, die alle zusammen die Geschäftstätigkeit der Kreditinstitute bis ins kleinste Detail regeln.
Das ZBG schaffen die GB selbst.
Falsch.
Wenn die ZB nicht mitspielt,
dann gibt es halt mal wieder eine Lektion wie sie im August
2007 durchgeführt worden ist.
Jetzt wird es absurd. Was ist denn da passiert, von wem wurde es initiiert und mit welcher Absicht?
Den Rest kommentiere ich lieber gar nicht mehr. Ich fasse Deinen Artikel wie folgt zusammen: mutwillig oder fahrlässig hast Du ein paar Tatsachen mit vielen Fehlinformationen und der ein oder anderen Falschdarstellung verrührt und in ein eigenwilliges Traktat umgesetzt, das vermutlich Deine Vorstellung von der früheren und heutigen (Finanz)Welt wiedergibt aber damit kaum etwas zu tun hat.
Gruß
C.