Wohnung mit 18?

Hallo,

ich werde nächstes Jahr im Januar 18 jahre und mache zurzeit eine schulische Ausbildung zur Sozialpflegerin. Ich bekomm montatlich 192€ Bafög. Nach der Ausbildung möchte ich auf die BOS um meine Hochschulreife zu machen und danach evt. zu studieren. Die Schule die ich derzeit besuche befindet sich ca. 30 km von meinem jetzigen wohnsitz entfernt.
Nun hab ich vor mit 18 auszuziehen und nun kommt das problem, gibt es eine chance das mir die behörden oder ämter eine wohnung zahlen? da ich ja nur kindergeld und bafög bekomm? wenn ja wo muss ich mich dahin wenden? oder muss ich mit 18 weiter bei meinen eltern wohnen bleiben? Mein Vater ist Harz entfänger und meine mum hat nur ein geringes einkommen. ich hoffe mir kann jemand helfen

hi,

wo ist das problem? habe bis 23 zu hause gewohnt, weil meine ausbildungsvergütung nicht mehr hergab.

im abitur hatte ich taschengeld und fuhr täglich mit dem rad.

während der ausbildung hatte ich zum sterben zuviel zum eigenen leben zu wenig. also habe ich 3 jahre meine ausbildung von zu hause per bahn angesteuert (2 tage zur schule 2x100km und 3 tage zur arbeit 2x20km).

wo ist das problem? ich will mit 26 nicht über die jugend von heute reden, aber warum musst du mit 18 ausziehen? schmeissen dich die eltern raus?

wenn du dir es nicht leisten kannst, dann gehts eben nicht! deine eltern sind bis zum ausbildungsende unterhaltspflichtig (per gesetz), warum sollte die steuergemeinschaft in die bresche springen?

*grrrmmmpf*

der showbee

Nur mal als Beispiel:

unsere tochter ist 18 geht in die 13. Gymn. sie hat eine eigene wohnung. sie bekommt von uns Ihr Kindergeld und ihr Taschengeld. den Rest verdient sie sich dazu mit Kelnerjobs und anderen Nebentätigkeiten.

Kurz sie hat weniger als du mit Bafög und Kindergeld zusammen.

Also: sparsam leben, billige Wohnung, keine hohen Ansprüche, nicht saufen, nicht rauchen, nicht kiffen, koksen oder andere Drogen, keine Luxusklamotten, Genügsamkeit, und Ehrgeiz, Selbständigkeit und kein Alimentationsdenken, dnn klappt es auch so.

Wenn du „begründet“ selbständig wohnst, kann das Bafög geringfügig über einen Mietzuschuss angepaßt werden.

gruss
local

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Hallo black-soul,

erkundige dich am besten erst mal an deinem zukünftigen Wohnort, wie hoch dort die Mieten sind, vielleicht wäre Untermiete oder Wohngemeinschaft - oder Wohnheim eine preisgünstige Alternative. Bafög und Wohngeld schießen einander aus - soweit ich weiß, da Bafög Miete berücksichtigt. Lass dich vom Bafög-Amt beraten!
Also am Besten erst mal schaun, was finanziell auf dich zukommt. Fahrtkosten bei 30 km sind auch nicht zu unterschätzen.
Ein Nebenjob wird vermutlich unumgänglich sein um über die Runden zu kommen.
Denk auch dran, dass eine Wohnunseinrichtung teuer ist und wenn man gleich mit Schulden anfängt…
Vielleicht hast du die Möglichkeit, dir noch eine Weile in Polster anzusparen.
Alles Gute und viel Erfolg
wünscht Utemaus

.

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Preiswerter Drogenkonsum
Kann ich mir nicht verkneifen…

da es hier so explizit als teurer Luxus aufgezählt wird

Grasanbau auf dem Balkon ist preiswert und sehr einfach.
Damit ist das Problem schon mal aus der Welt

Also: sparsam leben, billige Wohnung, keine hohen Ansprüche,
nicht saufen, nicht rauchen, nicht kiffen, koksen oder andere
Drogen, keine Luxusklamotten, Genügsamkeit, und Ehrgeiz,
Selbständigkeit und kein Alimentationsdenken, dnn klappt es
auch so.

hi,

teilweise! das mit der jugend = drogen sollte man sich allerdings verkneifen. natürlich soll jeder machen was er will (wenn er volljährig ist), aber dann mit eigenem geld, insoweit hast du recht. aber irgendwie kommts bei dir so rüber, das alle unsparsam lebenden kiffen …

wer sparsam lebt, der kommt heutzutag (geiz ist geil gesellschaft) recht preiswert über die runden. gerade wenn man sein lebensmittelpunkt hier in berlin hat. hey und berlin ist echt gut, kein drecksloch mehr und mindestens genauso hip wie köln und viel weniger spießig als münchen, hamburg oder frankfurt.

in berlin kann man als jugendlicher ein gutes WG zimmer für 180 EUR all inclusive bekommen, 1-zimmer-whg für 250 EUR. für studenten gibts das semesterticket (mtl. ca. 25 EUR), mittag in der mensa für 2-3 EUR tgl.; wenn man dann in die supermarkthöllen von aldi, lidl & co. geht reichen auch 50 EUR für den rest an lebensmitteln, bischen duschgel und waschmittel…

alles in allem: 180 + 25 + 50 + 50 = 305 EUR. dazu noch lehrmittel für die uni und ein fuffie taschengeld für kneipe, kino etc. und wir sind bei 400 EUR lebenshaltungskosten.

die paar jeans, t-shirt und schuhe lässt man sich dann gefälligst von mama, oma & co. zu geburtstag & weihnachten schenken.

400 EUR aufwand wie finanzieren? 154 EUR kindergeld, bleiben 246 EUR zu verdienen. wenn mama & papa nicht ganz knauserig sind und was abgeben können sind 20-30h arbeit monatlich ausreichend. und ein kneipen-callcenter-ichmachdendiener-job findet sich in berlin allemal.

und wer dann eben handy, kippen, markenware, party dazu braucht, muss seine schnorrerkünste in der familie oder sein arbeitspensum erweitern. 40-50h im monat gehen neben einem studium immer.

gruss vom

showbee

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Warum nur …
… sind eigentlich so viele Leute der Meinung, dass die Allgemeinheit alles bezahlen sollte ?

Warum soll der Staat, also u.a. auch ich als Steuer- und Sozialversicherungsbeitragszahler dafür aufkommen, dass Du Dir den Luxus einer eigenen Wohnung leisten kannst.

Ich zahle meine Wohnung doch auch selbst !

Arbeiten gehen, Verantwortung übernehmen, Wohnung selbst finanzieren. Mit dieser Einstellung kommst nicht nur Du, sondern auch das Sozialsystem weiter. Wenn immer nur gefragt wird, „wer zahlt mir dies und das“ wird der Sozialstaat, der Bedürftigen helfen soll zu überleben, bald zusammenbrechen (wenn er es denn nicht schon ist).

Ehrlich: Wo kämen wir denn hin, wenn jeder Bürger, der das 18te Lebensjahr vollendet, von „Vater Staat“ neben Bafög auch noch eine eigene Wohnung finanziert bekommen würde.

Diese Erwartungshaltung geht mir extrem auf die Nüsse, um es ganz diplomatisch auszudrücken.

Kopfschüttel …

Matthias

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Darum…
Hallo Matthias,
Erstmal ein Sternchen, weil du mir aus der Seele sprichst.

Warum, war deine Frage.

IMHO kommt es dadurch, daß wir nicht mehr in einem Sozialstaat, sondern in einem Schmarotzerland wohnen.
Wenn man sieht, wie der arbeitslose Alkoholiker von nebenan mit einem dicken fetten krachneuen Benz(durch das Kindergeld seiner 9 oder 10 Kinder finanziert) durch die Gegend kurvt, während ein hartarbeitender Normalo meist nur mit Bus und Bahn fahren kann, kriegt man doch das Kotzen.
Wer will da nicht ein Stück vom Kuchen abhaben?
Wenn man z.B. sieht, daß andere wie die Made im Speck leben, ohne je einen Cent in die Sozialkassen eingezahlt zu haben, wundert’s mich nicht, daß immer mehr Leute denken: „Vater Staat macht das schon.“
Aber weder Du noch ich können daran etwas ändern. Es kommt wohl durch die „Null Bock“ bzw „No Future“ Generation.
Erst wenn der Staat PLEITE ist, werden die Leute kapieren was Sache ist. Dann ist das Kind aber schon in den Brunnen gefallen…

Gruß
Sticky

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… sind eigentlich so viele Leute der Meinung, dass die
Allgemeinheit alles bezahlen sollte ?

hi,

tja, diese erwartungshaltung wird allerdings durch den staat gefördert. bisher war ich der meinung, staatliche unterstützung für den staat soll hilfe zur selbsthilfe sein. also quasie mich vor armut und not retten.

ich dachte bisher, sowas sollte nur in anspruch nehmen, wer es wirklich bitter nötig hat.

aber selbst die bundesregierung sagt: "Wohngeld ist kein Almosen des Staates. Wer zum Kreis der Berechtigten gehört, hat darauf einen Rechtsanspruch. […]"

http://www.bmvbw.de/Staedtebau-und-Wohnungswesen/Woh…

hier wird deutlich suggeriert: fühl dich nicht schlecht, wenn du es beantragst, es steht dir zu, nimm dir vom kuchen, wir verteilen jetzt!

auch wenn es rechtstechnisch so ist (rechtsanspruch), ist doch diese darstellung das problem. sozialleistungen werden als normale einkommensquelle und finanzierungsmittel für die lebenshaltung vermittelt, eben nicht mehr als „hilfe“ des staates für schlechte zeiten…

das dürfte zumindest ein teil erklären. ihr übriges tut dann die proleten-presse (rtl, pro7, sat1, bild & co.) welche ständig darüber berichten, wie man mehr „hartz4“ etc. beziehen kann. kein wunder dass das auf die kinder abfärbt.

meine eltern sind seit mehr als 15 jahren gewerblich, manche monate hatten sie weniger als die pfändungsfreigrenze. den gang zum sozialamt haben sie aus gründen des anstandes immer verweigert!

gruss vom

showbee

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Stammtischparolen

Erstmal ein Sternchen, weil du mir aus der Seele sprichst.

Von mir übrigens auch.

IMHO kommt es dadurch, daß wir nicht mehr in einem
Sozialstaat, sondern in einem Schmarotzerland wohnen.

Da gebe ich dir noch recht.

Wenn man sieht, wie der arbeitslose Alkoholiker von nebenan
mit einem dicken fetten krachneuen Benz(durch das Kindergeld
seiner 9 oder 10 Kinder finanziert) durch die Gegend kurvt,

Kennst du den persönlich? Von dem Kindergeld muss er ja auch
die Kinder ernähren, denn es wird auf Arbeitslosengeld2 als
Einkommen angerechnet. Und normales ALG wird er ja wohl nicht
bekommen, oder doch? Aber das wird wohl auch nicht so hoch sein.

Wenn man z.B. sieht, daß andere wie die Made im Speck leben,
ohne je einen Cent in die Sozialkassen eingezahlt zu haben,

Noch so eine Stammtischparole.
Sorry, aber kennst du solche Leute wirklich?
Okay, es mag die eine oder andere Ausnahme geben.
Aber warum denken eigentlich so viele,
dass es Sozialhilfeempfängern (oder jetzt ALG2-Empfängern)
sooo gut geht? Ich würde niemals freiwillig mit denen tauschen!
Gut, ich hab auch manchmal keine Lust zum Arbeiten,
aber mein Gehalt möchte ich nicht gegen Sozialhilfe oder ALG2 tauschen.

Gruß
Nelly

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Und wenn der Nachbar…
Hallo Pat,

Wenn der Nachbar, dem du ein Dorn im Auge bist, das dann sieht, ruft er mal eben zufällig anonym bei den „Gangstern in Grün“ an und du hast die Kacke am dampfen.
Also, wenn du schon züchten willst, solltest du an Sichtschutz denken :wink:

Gruß
Sticky

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Hallo!

tja, diese erwartungshaltung wird allerdings durch den staat
gefördert. bisher war ich der meinung, staatliche
unterstützung für den staat soll hilfe zur selbsthilfe sein.
also quasie mich vor armut und not retten.

…das ist eine rechtspolitische Meinung, wie Gesetze deiner Meinung nach sein sollen.

aber selbst die bundesregierung sagt: "Wohngeld ist kein
Almosen des Staates. Wer zum Kreis der Berechtigten gehört,
hat darauf einen Rechtsanspruch. […]"

…das ist eine rechtliche Aussage über die bereits bestehenden Gesetze.

Daher besteht da überhaupt kein Widerspruch. Wenn ein Gesetz einen Anspruch vorsieht, dann ist es kein Almosen, sondern man hat eben einen Rechtsanspruch.

hier wird deutlich suggeriert: fühl dich nicht schlecht, wenn
du es beantragst, es steht dir zu, nimm dir vom kuchen, wir
verteilen jetzt!

Wenn das Parlament ein Gesetz beschließt, das mir bestimmte Rechte einräumt, so kann es doch nicht falsch sein, diese mir vom Gesetz eingeräumten Rechte auch in Anspruch zu nehmen. Ob man das rechtspolitisch für richtig oder falsch hält ist ja nicht eine Sache der Rechtsanwendung.

auch wenn es rechtstechnisch so ist (rechtsanspruch), ist doch
diese darstellung das problem. sozialleistungen werden als
normale einkommensquelle und finanzierungsmittel für die
lebenshaltung vermittelt, eben nicht mehr als „hilfe“ des
staates für schlechte zeiten…

das dürfte zumindest ein teil erklären. ihr übriges tut dann
die proleten-presse (rtl, pro7, sat1, bild & co.) welche
ständig darüber berichten, wie man mehr „hartz4“ etc. beziehen
kann. kein wunder dass das auf die kinder abfärbt.

Was ist daran falsch (abgesehen davon, dass Rechtstipps in diesen Medien wohl oft nicht richtig sein dürften)? Jeder hat das Recht, seine gesetzlich eingeräumten Rechte in Anspruch zu nehmen. Wäre das nicht so, dann würden nur diejenigen, die sich damit auskennen, also Juristen, ihre Rechte in Anspruch nehmen können, die anderen nicht, weil es ihnen niemand erklärt - das wäre aber gegen die Gleichheit vor dem Gesetz. Es hat daher jeder den Anspruch auf die gleiche Rechtsberatung (natürlich muss diese nicht von den schlechten Medien sein), da nur diese die Gleichstellung vor dem Gesetz sichert.

meine eltern sind seit mehr als 15 jahren gewerblich, manche
monate hatten sie weniger als die pfändungsfreigrenze. den
gang zum sozialamt haben sie aus gründen des anstandes immer
verweigert!

Ja, aber sie können weder aus Gründen des Anstandes und aus rechtlichen Gründen schon gar nicht verlangen, dass das andere auch tun.

Gruß
Tom

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…das ist eine rechtspolitische Meinung, wie Gesetze deiner
Meinung nach sein sollen.

hi,

jep. du hast recht. aber in zeiten klammer kassen sollte sich der staat m.E. nicht so darstellen: „Kommt nur, wir verteilen dickes Geld…“. sicher ist das eine politische einstellung, aber für mich sind sozialleistungen im staat eigentlich eine ausnahme vom grundsatz.

nebenbei: das deutsche Wohngeldgesetz ist m.E. auch sozial unausgewogen. die höhe des wohngeldes (sozialleistung) bestimmt sich nach einkommen (richtig) und nach gezahlter miete (falsch).

stelle dir eine gleichartige familie vor, beide haben gleiches einkommen in der familie, gleich zahl von kindern (sagen wir 2)

die eine lebt genügsam in einer kleinen wohnung, 3 zimmer und 70qm sollen reichen.

die andere scherts einen dreck, wer für die wohnung zahlt, sie leben in 5 zimmern und 120qm.

wer bekommt in deutschland mehr vom staat? richtig, die familie die in der großen wohnung wohnt und mehr belastung hat…

rechtspolitisch richtig?

der showbee

Sorry, aber kennst du solche Leute wirklich?

hi,

ja studenten, frisch diplom gemacht, auf der suche nach DEM tollen job, solange harzt 4! einzahlungen in sozialkassen bisher: null! sag mir nicht, ein mitte 20er single, der zu hause bei mama wohnt und nur bewerbungen schreibt braucht ca. 200 EUR „taschengeld“…? ich denke auch einem frisch diplomierten ist ein nebenjob als bar-kneiper zumutbar…

gruss vom

showbee

sag mir nicht, ein mitte 20er single, der zu
hause bei mama wohnt und nur bewerbungen schreibt braucht ca.
200 EUR „taschengeld“…?

Hi,
denk bitte nicht, dass ich Sozialschmarotzer in Schutz nehmen will.
Aber was du schreibst, ist unlogisch.
Entweder bekommt Mama auch Hartz4 oder hat sonst ein geringes
Einkommen, dann wird sie wohl kaum dem Sohn den Regelsatz
als Taschengeld belassen und ihn von ihrem Geld durchfüttern
(wenn doch, selbst schuld).
Aber wenn Mama es finanziell nicht nötig hat, dem Sohnemann
Kostgeld abzunehmen, dann wird er wohl auch kein ALG2
bekommen:

§ 9 SGB 2:

(5) Leben Hilfebedürftige in Haushaltsgemeinschaft mit Verwandten oder Verschwägerten, so wird vermutet, dass sie von ihnen Leistungen erhalten, soweit dies nach deren Einkommen und Vermögen erwartet werden kann.

Gruß Nelly

stelle dir eine gleichartige familie vor, beide haben gleiches
einkommen in der familie, gleich zahl von kindern (sagen wir
2)
wer bekommt in deutschland mehr vom staat? richtig, die
familie die in der großen wohnung wohnt und mehr belastung
hat…

Hi,
es gibt bei der Berechnung des Wohngeldes aber Miethöchstgrenzen.
Wenn die große Wohnung diese Obergrenze nach dem Wohngeldgesetz
überschreitet, wird nur die maximal mögliche Miete
zugrunde gelegt. Somit haben im Prinzip beide Familien den gleichen
Anspruch. Wenn die mit der kleineren Wohnung weniger bekommen,
dann liegt das nur daran, dass ihre Wohnung die Höchstgrenze
unterschreitet, aber das ist ja nicht die Schuld des Gesetzes.

Gruß
Nelly

Hallo!

rechtspolitisch richtig?

Also die Details der deutschen Gesetze sind mir dafür zu wenig bekannt, um meine Meinung dazu detailliert schreiben zu können. Generell habe ich schon den Eindruck, dass vieles zu Lasten der sozial Schwächeren unausgewogen ist, was nicht heißt, dass das in Einzelfällen umgekehrt sein kann.

Aber vielleicht einmal ein Beispieleindruck von Österreich aus gesehen:

Ich finde es zum Beispiel unausgewogen, dass man sich in Deutschland ab einer bestimmten Einkommenshöhe aus der gesetzlichen Krankenversicherung ausklinken kann oder dass z.B. selbstständig Erwerbstätige überhaupt nicht drinnen sind (wobei ich nicht sagen will, dass Selbstständige immer mehr verdienen als Unselbstständige). Dass das nicht finanzierbar ist, ist mir auch klar. Und wenn dann einer sagt, es müssen alle in die gesetzliche Krankenversicherung dann muss der froh sein, wenn er nicht gleich zum Kommunisten, jedenfalls aber zum „Wirtschaftsfeind“ und damit gleichzeitig zum Feind aller Arbeitsplätze, gestempelt wird.

In Österreich z.B. sind praktisch alle Erwerbstätigen (es gibt nur ganz wenige Ausnahmen), egal ob selbstständig oder unselbstständig in der gesetzlichen Sozialversicherung pflichtversichert und da gibt es nichteinmal eine freie Wahl der Sozialversicherungen. Wenn du z.B. normal unselbstständig erwerbstätig bist, dann bist du bei der Gebietskrankenkasse krankenversichert und bei der Pensionsversicherungsanstalt pensionsversichert. Wer ein Gewerbe betreibt ist bei der SV der gewerblichen Wirtschaft kranken- und pensionsversichert, ein Beamter bei der BVA usw. Zwischen den Sozialversicherungen gibt es dann einen finanziellen Ausgleich, damit alle ihre Leistungen finanzieren können.

Dieses System wurde einvernehmlich großkoalitionär, also Rot und Schwarz gemeinsam, mit den Sozialpartnern, also mit Wirtschaftskammern und Gewerkschaftsbund, eingeführt und es gibt eigentlich bis jetzt keine politische Kraft, die dieses System ernsthaft in Frage stellt. Es funktioniert und ist wesentlich besser finanzierbar, als das deutsche System - also das heißt nicht, dass es keine Finanzierungsprobleme gibt, aber es gibt wesentlich weniger Probleme als in Deutschland. Wirtschaftsfeindlich ist es auch nicht, warum auch? Als Österreicher wirkt daher z.B. die deutsche Diskussion um die Bürgerversicherung und die Phobie mancher dagegen etwas merkwürdig.

Gruß
Tom

nicht immer Stammtischparolen

Erstmal ein Sternchen, weil du mir aus der Seele sprichst.

Von mir übrigens auch.

IMHO kommt es dadurch, daß wir nicht mehr in einem
Sozialstaat, sondern in einem Schmarotzerland wohnen.

Da gebe ich dir noch recht.

Wenn man sieht, wie der arbeitslose Alkoholiker von nebenan
mit einem dicken fetten krachneuen Benz(durch das Kindergeld
seiner 9 oder 10 Kinder finanziert) durch die Gegend kurvt,

Kennst du den persönlich? Von dem Kindergeld muss er ja auch
die Kinder ernähren, denn es wird auf Arbeitslosengeld2 als
Einkommen angerechnet. Und normales ALG wird er ja wohl nicht
bekommen, oder doch? Aber das wird wohl auch nicht so hoch
sein.

Ja, sonst hätte ich nicht vom „arbeitslosen Alkoholiker von nebenan“
geschrieben. Der Typ wohnt wirklich im Nebenhaus, mit 9 oder 10 Kindern, ist Arbeitslos, Alki UND fährt Benz.

Wenn man z.B. sieht, daß andere wie die Made im Speck leben,
ohne je einen Cent in die Sozialkassen eingezahlt zu haben,

Noch so eine Stammtischparole.
Sorry, aber kennst du solche Leute wirklich?

Siehe obendrüber. Außerdem wohnt hier im Haus eine ALG2 Empfängerin, die vorher Sozialhilfe erhielt. Die hat sich noch in ihrem letzten Schuljahr schwängern lassen und seitdem nie gearbeitet.

Okay, es mag die eine oder andere Ausnahme geben.
Aber warum denken eigentlich so viele,
dass es Sozialhilfeempfängern (oder jetzt ALG2-Empfängern)
sooo gut geht? Ich würde niemals freiwillig mit denen
tauschen!
Gut, ich hab auch manchmal keine Lust zum Arbeiten,
aber mein Gehalt möchte ich nicht gegen Sozialhilfe oder ALG2
tauschen.

Freut mich für dich, wenn du so gut verdienst. Ich hab zwar einen Job, wenn ich aber die „Unkosten“ dafür zusammenrechne (Benzin, Kilometer->kürzere Inspektionsintervallen->öfter ein „neues“ Auto), bleibt mir nicht viel mehr, als wenn ich keine Arbeit hätte und mir meine Miete von der ARGE zahlen lassen würde. (Zumindest laut ALG2 Rechner, dem Link den ich vor einigen Tagen hier gepostet habe.)

Gruß
Nelly

Gruß
Sticky

hallo sticky,

eigentlich sollte man auf äußerungen dieses niveaus gar nicht reagieren. kennst du eigentlich die struktur der sozialhilfeempängerInnen und den armutsbericht in deutschland? wahrscheinlich nicht. das sind dann nicht die spektakulären fälle, mit denen man dann rumproleten kann, sondern in der hauptsache triffts nämlich alleinerziehende -junge- mütter oder frauen, die deren mann sich plötzlich von ihnen trennt oder viele ältere, die sich schämen, augs sozialamt zu gehen. aber die größte gruppe an sozialhilfeempängerInnen überhaupt ist die der kinder. ich habe schon beim sozialen dienst gearbeitet und in saus und braus hat da niemand gelebt, das ist total dummes geschwätz. klar gibts leute, die irgendwelche komischen geschäfte laufen haben, aber meiner meinung nach leben wir nicht in einem schmarotzer- sondern in einem neid- und mißguntsstaat. solange jeder nur schaut, was der andere hat und der meinung ist, dass ihm das zusteht, solange kann das soziale klima nicht solidarisch sein.

und dann wollte ich dir noch sagen, dass wirklich jede/r unverschuldet in die lage kommen kann, von armut oder arbeitslosigkeit betroffen zu sein, auch du. und sicher wärst du einer derjenigen, die sich ganz genau darüber informieren, was ihnen denn alles von rechts wegen zusteht.

kerstin

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hallo sticky,

hallo Kerstin,

eigentlich sollte man auf äußerungen dieses niveaus gar nicht
reagieren. kennst du eigentlich die struktur der
sozialhilfeempängerInnen und den armutsbericht in deutschland?
wahrscheinlich nicht. das sind dann nicht die spektakulären
fälle, mit denen man dann rumproleten kann, sondern in der
hauptsache triffts nämlich alleinerziehende -junge- mütter
oder frauen, die deren mann sich plötzlich von ihnen trennt
oder viele ältere, die sich schämen, augs sozialamt zu gehen.
aber die größte gruppe an sozialhilfeempängerInnen überhaupt
ist die der kinder. ich habe schon beim sozialen dienst
gearbeitet und in saus und braus hat da niemand gelebt, das
ist total dummes geschwätz. klar gibts leute, die irgendwelche
komischen geschäfte laufen haben, aber meiner meinung nach
leben wir nicht in einem schmarotzer- sondern in einem neid-
und mißguntsstaat. solange jeder nur schaut, was der andere
hat und der meinung ist, dass ihm das zusteht, solange kann
das soziale klima nicht solidarisch sein.
und dann wollte ich dir noch sagen, dass wirklich jede/r
unverschuldet in die lage kommen kann, von armut oder
arbeitslosigkeit betroffen zu sein, auch du. und sicher wärst
du einer derjenigen, die sich ganz genau darüber informieren,
was ihnen denn alles von rechts wegen zusteht.

Auch ich war mal unverschuldet in diese Lage gekommen. (Kopfschmerzen, die kein Arzt behandeln konnte->Arbeitsunfähigkeit->KEIN Krankengeld
Ich bin damals auch zum Sozialamt gegangen und habe, obwohl ich KEINERLEI finanzielle Reserven hatte, von denen NUR ein zinsloses Darlehen gekriegt, welches ich, als ich dann irgendwann wieder gesund war und AlG1 erhielt, in monatlichen Raten zurückgezahlt habe. Obwohl ich anspruch auf Wohngeld gehabt hätte, habe ich dieses NICHT beantragt, sondern mich von 600€ durchgeschleppt, wobei 530 alleine schon für Miete und Strom draufgingen. Das würdest du bestimmt nicht schaffen, oder?

Gruß
Sticky

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