Hallo zusammen,
ich brauche kurz einen Rat von jemandem der sich mit Wohnungsverkabelungen auskennt.
Da mein Fernsehanschluss nicht funktioniert habe ich mir gedacht ich schaue mal in eine der Dosen die an der Wand vorhanden sind (Kurz vor der Decke, weiß nicht wie man diese Dosen nennt).
Das innere dieser Dose sieht zumindest für mich etwas unbeholfen/improvisiert/gefrickelt/gefährlich/wasauchimmer aus was die Verkabelung angeht.
Nun die Frage an die Experten, könnt ihr mal kurz auf das folgende Bild schauen und mir sagen ob sowas durchaus ok ist oder ob ich meine Vermieterin informieren soll?
Das innere dieser Dose sieht zumindest für mich etwas unbeholfen/improvisiert/gefrickelt/gefährlich/wasauchimmer aus was die Verkabelung angeht.
Beim ersten Blick fällt mir auf, dass unter der braunen Dosenklemme oben neben den blauen Adern auch eine grün/gelbe Ader untergeklemmt ist. Das deutet einerseits darauf hin, dass es sich um eine Installation mit der Schutzart Nullung handelt, also von vor 1972, die heute nicht mehr so ausgeführt werden darf und nur bei Altanlagen, bei denen nie eine Änderung/Erweiterung durchgeführt wurde.
Andererseits war meines Wissens das Zusammenklemmen einer grün/gelben Ader mit einer Ader einer anderen Farbe nie zulässig.
Auch würde mich die freischwebende abisolierte blaue Ader links daneben sehr beunruhigen.
Ansonsten ist das eine durchaus - zumindest damals - üblicheArt der Verklemmung.
Die Wohnung wurde erst vor 9 Monaten komplett renoviert.
Ob im Zuge dessen auch neue Leitungen gelegt wurde weiß ich leider nicht.
Allerdings haben die Handwerker einige Fehler gemacht:
Eine Steckdose funktioniert nicht
Telefonanschluss hat nicht funktioniert
Warm- und Kaltwasseranschluss verdreht (Zum Glück habe ich keine Spülmaschine…)
Fernsehanschluss funktioniert nicht
Da würde es mich nicht wundern wenn innerhalb der Dosen provisiert wurde.
Die Wohnung wurde erst vor 9 Monaten komplett renoviert.
„komplett“ kann alles bedeuten. Spanne reicht von Entkernung
bis Wände neu pinseln, neur Teppichoden, alles putzen und fertig.
Was genau wurde getan?
Ob im Zuge dessen auch neue Leitungen gelegt wurde weiß ich
leider nicht.
So wie du es beschreibst wurden da keine neue leitungen gelegt *glaub*
Allerdings haben die Handwerker einige Fehler gemacht:
Eine Steckdose funktioniert nicht
Da mir unklar ist was die Handwerker taten kann die ggfs. schon
vorher tot gewesen sein.
Telefonanschluss hat nicht funktioniert
Wie oben.
Warm- und Kaltwasseranschluss verdreht (Zum Glück habe ich
keine Spülmaschine…)
Wie oben.
Fernsehanschluss funktioniert nicht
Was ist das? Meinst du damit die Steckdose in der du den Fernseher anschließt? Oder Antennenmäßig?
Da würde es mich nicht wundern wenn innerhalb der Dosen
provisiert wurde.
Kann ich nix zu sagen, da ich annehme daß innerhalb der
Verteilerdosen nix geändert wurde so wurde da auch nix improvisiert.
Hier vom Mitlesen her weiß ich daß Elektrofirmen einen E-Check
anbieten. K.A. was der kostet.
Danach werden wohl alle Steckdosen wieder funktionieren.
Telefon ist was anderes.
Es zeigt eine sehr häufig anzutreffende überfüllte und handwerklich schlecht ausgeführte Verteilerdose.
Es hat nur einen Federdeckel,das ist allenfalls außerhalb des Handbereichs zulässig,sonst nur mit Schraubbefestigung,damit man ohne Werkzeg nicht so schnell dran kann (Laien,Kinderhände).
Dosenklemmen, auch nicht schön,eigentlich ebenfalls unzulässig,wenn so wie hier verarbeitet,es gibt keinen Berührungsschutz gegen unbeabsichtigtes Berühren beim Prüfen und Herausholen von Klemmenbündeln.
So wie hier verdrillt und untereinander verwoben wird nur der Zugang und die Übersichtlichkeit erschwert,aber der Isolationswert verschlechtert.
Es hat unbenutze Adern(braun,gb-gn) und auch welche,die wohl unbenutzt,aber bereits abisoliert sind (schwarz),das ist unsicher.
Das kann sich verlagern und an die Klemmen kommen und so Spannung bekommen.
Unbelegte Adern müssen isoliert sein und separat liegen.
Hier sollte sich der Elektriker noch mal erbarmen,alles aufdröseln,entwirren,mit WAGO-Klemmen verbinden und sauber und geordnet am Dosenrand entlang einlegen.
Falls die Steckdose ohne Strom von dort versorgt wird,sollte sich der womöglich unterbrochene Kontakt dann auch schnell wieder einstellen.
(Fehler kann ja aber auch in der Steckdose selbst liegen).
Sowas ist immer brandgefährlich. Es sollte die gesamte Verkabelung im Haus geprüft werden und zwar sofort. Bei euch kann jederzeit ein Brand ausbrechen. So etwas passiert viele Male im Jahr in Deutschland.
Im übrigen muss sowas immer ein Meister einer Elektrofirma abnehmen. Elektrogesellen oder gar Hausmeister dürfen die Endabnahme nicht durchführen.
ganz ehrlich, das Gewurstel und die Verklemmung lässt Unheil ahnen
Die alten Schraubklemmen sind noch sehr häufig in Altbauten anzutreffen und sind heute gar nicht erlaubt in Abzweigdosen. Denn der Klemmkontakt lässt nach einigen Jahren nach und die Klemmstelle wird unsicher und brandgefährlich
Dazu kommt, dass die Art der Ausführung unsachgemäss aussieht. Das hat wohl ein Bastler gemacht. Ich wette, die Drähte sind gar nicht mehr richtig fest verbunden
Die gelbgrünen und blauen Drähte zusammen in einer Klemme lassen entweder gefährlichen Pfusch erkennen, oder die Kabel wurden zwischenzeitlich nachverlegt und an der Stelle trennt sich N und PE
Ich tippe aber auf ersteres
Die Elektrik sollte auf jeden Fall von einem Elektriker geprüft werden. Die Messungen bestätigen zumindest halbwegs den sicheren ZUstand. Ideal sollten aber wirklich die alten Dosenklemmen durch neue Federsteckklemmen ersetzt werden. Das wäre sehr wichtig
So wie das aussieht, wird der Elektriker aber wohl entweder die Finger davon weg lassen oder die GANZE Wohnung besichtigen und prüfen wollen
Vielen Dank für eure Antworten!
Ich werde meine Vermieterin informieren und dafür sorgen das dies von einem anderen Elektriker geprüft und korrigiert wird.
in der Norm kann ich nichts darüber finden, wir lernten aber vor 20 Jahren in der Meisterschule, dass in Abzweigdosen keine geschraubten Klemmen mehr verwendet werden dürfen. Und im Hüthig-Lehrbuch steht auch drin, „für Installationsdosen gibt es geprüfte Steckverbindungsklemmen“ was immer das heisst
Die VDE-Ordner (auf Papier) kann ich jetzt beim besten Willen nicht durchackern…
interessiert mich auch nicht wirklich, denn WENN es noch nicht offiziell verboten ist, wird es allerhöchste Eisenbahn dafür
die Dinger sind Brandgefahr allererster Güte. Ich hab in meiner gesamten Karriere auch noch KEINE EINZIGE neu eingebaute DoLü gesehen
Wenn ich solch eine Verteilerdose vor dreißig Jahren meinem Ausbilder gezeigt hätte, hätte dieser mir selbige um die Ohren gehauen, bis die „bunten Regenwürmer“, wie er zu sagen pflegte, ordentlich und sauber einsortiert waren.
Spass beiseite. Üblich waren solche Klemmen bis vor etwa 20 Jahren noch. Wago´s oder Abarten waren vielen zu teuer. So wie diese Installation (wenn man das so bezeichnen kann) aussieht, befinden sich in dieser Verteilerdose wohl mehrere Stromkreise. Das war vor dreißig Jahren auch nicht üblich. Für meinen Begriff ist das Pfusch vom allerfeinsten, der entsorgt gehört.
Dein Vermieter wird da wohl eine Fachfirma holen müssen.
die eigentliche Frage ist aber nicht die Frage nach der Schönheit
sondern ob die Arbeit
sicher und
normgerecht ist
Das hat ja für den Frager eine rechtliche Bewandtnis
wenn er seinen Vermieter auffordert, die Dose oder die ganze Anlage überprüfen/ändern zu lassen
oder gar selbst einen Fachbetrieb dazu beauftragt
Von daher interessiert ihn wohl weniger ob die Verdrahtung ‚schön‘ ist sondern ob dort eindeutige Mängel oder Gefahren erkennbar sind
und das ist im historisch gewucherten Paragraphendschungel der Normen gar nicht so leicht zu beantworten, jedenfalls nach dem Foto allein zu urteilen