hallo julia,
du fragst da ja was… für mich gehts schon damit los - was versteht der einzelne unter dem begriff selbstwert und womit verknüpft er es:
grundlegend denke ich, dass sich das wandelt - wie so ziemlich alles -
ich glaube auch, das es wichtig ist, das sich die „tröge“ aus denen man sich selbst bestätigt verändern, denn ich denke, es sind selten ideale tröge - merkbar daran, wenn man sie verliert, ists dahin mit dem selbstwert - von daher könnte man sich nat. auch überlegen ob überhaupt dinge wie job, kinder, partner, sex und alles was von aussen kommmt eigentlich überhaupt wirklich geeignet sind um sich selbst zu bestätigen - denn streng genommen meine ich ists eher fremdbestätigung.
wenn du deinen job klasse machst, es aber keiner merkt ists nämlich auch nix woraus man selbstbestätigung erfährt - gleiches mit unachtbaren kindern, gatten etc. und auch die eigene optik fällt hier mit hinein finde ich.
als ich noch viel um die häuser gegangen bin (also nachtleben) habe ich viel selbstbestätigung erhalten über diese schiene - witziger weise fand ich es selten schön, eher nervig bis belastend.
ich fühlte also im gegensatz zu vielen anderen frauen keine bestätigung darin wenn mich andere gutaussehend, sexy, toll oder weissdergeierwas fanden. - mein selbstwert war nicht gering, doch fand ich das einfach affig (evtl - weiss es nicht - habe ich ja damals unbewusst gemerkt, es hat nichts mit selbstwert zu tun wenn jemand von aussen etwas toll findet an mir egal welcher art)
meine arbeit - das ging eine weile gut, aber irgendwann mit wachsender unzufriedenheit mit mir selbst - weil egal was ich beruflich gemacht habe, auch wenns ein toller job war - wirklich erfüllend war es nie -
nicht qualitativ zumindest - eine führungsposition zu haben und einen abwechselungsreichen job, dabei sich aber selbst zu verlieren - das war nicht was ich darunter verstand…
dann kam die lange zeit der metamorphose*lach
ich habe so ziemlich alles auf den kopf gestellt in meinem leben,
ALLES, aber auch alles in frage gestellt, mich selbst bis zum geht nicht mehr durchleuchtet und vieles was einst einen wert hatte,
hatte ihn nicht mehr, dafür bekamen andere dinge einen wert oder einen grösseren als vorher.
diese dinge sind recht unabhängig von aussen - wobei man das natürlich nie ganz unabhängig davon sehen kann, denn der mensch ist ein herdentier und die prägung trägt auch ihren teil dazu bei.
beispiel: ich habe nach 20 jahren ne fast 25 jahren pause angefangen zu malen. monate lang stand das zeug nur herum, da ich der ansicht war, ich brauche optimale wohnbedingungen hierfür (von wegen anspruch*g)
und ich meinte - wenn ich es richtig machen will, muss ich erstmal einige kurse belegen etc - sprich - in 100 jahren fange ich dann mal an…
eines tages aber dachte ich mir - wie blöd bin ich denn, ich will doch malen weil es mir spass macht, weil es für mich eine art kreativer erdung ist, ist doch sch…egal wie die dinge dann aussehen ob sie wem gefallen, fang doch erstmal an…
und so hab ichs dann gemacht und es war richtig so.
ich male immer wieder anfallweise tagelang nur am stück.
dennoch ist klar, es gab bilder die ich vernichtet habe oder übermalt, zu peinlich wäre es mir gewesen wenn sie wer sieht - hier ist dann also immer doch mal eine grenze - da verschwimmt das innen mit dem aussen.
habe dann aber doch mal zum spass einen misslungenen versuch einer freundin gezeigt - die übrigens total begeistert war*g (was mir aber nur gesagt hat - sie spinnt ja, die hat noch weniger ahnung als ich:wink:
jedenfalls um nur dieses beispiel zu nennen - ich male weiter und ich werde sicher auch kurse machen wenn mein anspruch an meine bilder sich wandelt - aber nicht weil ich wie einst meinte - nur dann darf ich malen, nur dann ist es „für die umwelt zumutbar“.
ich male weil ich es liebe zu malen, weil es mich erfüllt, weil ich es geniese und als eine art reichtum empfinde - die lust am malen zu haben, die freude - und das sehe ich pers. als eine art „echte“ selbstbestätigung im gegensatz zu vielen fremdbestimmten arten.
wobei ich die fremdbestimmten nicht mies machen will, doch meine, nur daraus sollte das gesamtpaket der vielen kleinen anteile nicht bestehen. zu gross die abhängigkeit von aussen.
nehmen wir das beispiel sex - wenn der sex mal nicht so toll ist, würde es im falle der defininition über die eigenen sexuellen fähikeiten bedeuten - man wäre nicht gut gewesen oder wie ich mal von einer frau hörte - ihre lust begrenzte sich auf die lust des gegenübers - die reine bestätigung, die macht über seine lust war alles was sie brauchte - für mich klingt das nach einer in sich selbst emotional zu einseitigen sache. lust an der lust des anderen ist wichtig und geil -
aber zum einen nur darauf begrenzt für mich befremdlich und andererseits fern von eigener lust an der eigenen lust aus sich heraus.
und weils nicht reicht - es hat für mich null mit selbstwert zu tun.
für sie hatte es das aber sehrwohl.
ob der gefahr der länge des postings nenne ich keine weiteren beispiele in meinem leben aus denen ich meinen eigenen wert für mich selbst erkenne/fühle/sehe. aber das mit dem malen ist meine ich ein treffendes beispiel - wobei - ich bin mensch - ich ziehe ihn also auch von aussen ein, aber weniger und hm… umabhängiger als noch vor wenigen jahren.
selbst wenn sich mir also ein teil dessen entziehen würde, würde ich in kein loch fallen, maximal stolpern:wink:
LG
nina