Wozu Mutter, Wozu Vater?

irgendwie scheinst du das glas immer halb leer zu sehen.

Ja, wahrscheinlich bin ich pessimistisch. Aber ich denke trotztem, daß Waisenkinder keine gesellschaftlichen Versuchskaninchen sein dürfen.

ein
gemischt nationales paar ist doch das beste, was einem kind
2007 passieren kann. ich beneide jedes kind darum. aber
wahrscheinlich bin ich da viel zu egoistisch.

Ich bin selbst nicht so aufgewachsen aber meine Mutter. Es gibt natürlich immense Vorteile durch so eine Konstellation, wie überhaupt jeder Blick in andere Kulturen einer ist. Dennoch bleibe ich dabei: Es bringt nämlich Identitätskonflikte mit sich, wenn man zwei Kulturen im Leben unter einen Hut bringen muß. Diese sollte man einem adoptierten Kind nicht noch zusätzlich aufbürden.

Gruß
d.

Aber trotzdem, damit du eine ordentliche Antwort bekommst: Ja,
ich kenne eine adoptierte Person und auch eine homosexuelle
Person. Es ist in diesem Fall dieselbe Person.

und was hat sie dir erzählt?

Es genügt, daß du hiermit weißt, daß ich nicht aus dem Blauen daherfantasiere. Entschuldige schon, aber Details über anderer Personen Leben schreibe ich nicht in ein Webforum.

Gruß
d.

du vergleichst krebskranke mit schwarzen? ehm…irgendwie bist
du anders…

Damit hast du Einblicke in deine eigene Denkwelt gegeben, mehr als du wahrscheinlich wolltest! Keinesfalls habe ich geschrieben noch angedeuetet, Schwarze wären die zweite Wahl als Eltern. Sie wären sehr wohl zweite Wahl für ein weißes Kind , wie auch umgekehrt weiße Eltern zweite Wahl wären für ein schwarzes sind. So wird das in den USA auch gehandhabt. Der Grund ist wieder: Vermeiden von vermeidbaren Konflikten!

einige hier machen es nicht anders. sie schützen das kind vor
etwas, was sie selbst als schrecklich empfinden.

Homosexuelle als Eltern sind nunmal nicht akzeptiert. Das ist die Realität, und man sollte nicht anhand von Kindern die Gesellschaft erziehen wollen.

politik hin oder her,eigentlich soll ein heimkind einfach nur
ein zuhause haben, wo der weihnachtsmann kommt

Es gibt auch nichtchristliche Kinder. Für diese gilt exakt dasselbe! Aber auch da wirst du jetzt aufschreien…

Gruß
d.

Weil die gesellschaftliche Akzeptanz bei weitem nicht überall
da ist. Und gerade Kinder können bei sowas grausam sein.

naja,es sind ja leider mehr die erwachsenen als die kinder.

Moin,

Ich sage
sehr bewußt „inzwischen“, denn dies sind Diskussionen, die
seit Jahren geführt werden und schon lange nicht mehr mit
simplem Rassismus zu erklären sind (die stärksten Gegner der
„adoption across the colour bar“ ist die Vereinigung schwarzer
Sozialarbeiter in den USA).

Ich hab diese Diskussion am Rande in England mitbekommen und fand ziemlich gruselig, dass ein Kind, bei dem von 4 Großeltern nur ein Großelternteil „afro-carrabean“, und alle anderen 3 die üblichen Engländer käsig/europäischen Typs waren, als „coloured“ galt und zur Adoption entsprechend vermittelt werden sollte. Sorry, aber ich finde das schon reichlich rassistisch. Gerade in den USA dürften die meisten „Schwarzen“ auch „weiße“ Vorfahren haben.

Gruß
Marion

Weil die gesellschaftliche Akzeptanz bei weitem nicht überall
da ist. Und gerade Kinder können bei sowas grausam sein.

naja,es sind ja leider mehr die erwachsenen als die kinder.

Hallo,

wann warst du das letzte Mal auf einem Grundschul-Schulhof?

Gruß
Elke

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Weil die gesellschaftliche Akzeptanz bei weitem nicht überall
da ist. Und gerade Kinder können bei sowas grausam sein.

naja,es sind ja leider mehr die erwachsenen als die kinder.

Hilft das dem adoptierten Kind, das deswegen gehänselt wird? Übrigens von Mitschülern, wie Elke schon schrieb.

Weil die gesellschaftliche Akzeptanz bei weitem nicht überall
da ist. Und gerade Kinder können bei sowas grausam sein.

naja,es sind ja leider mehr die erwachsenen als die kinder.

Hallo,

wann warst du das letzte Mal auf einem Grundschul-Schulhof?

kinder hänseln nicht, wenn eltern und lehrer dagegen stehn. erwachsene sind das problem, denn sie verschließen die augen oder machen es den kindern vor.

Hilft das dem adoptierten Kind, das deswegen gehänselt wird?
Übrigens von Mitschülern, wie Elke schon schrieb.

das ist wohl ein problem unserer erwachsenengesellschaft. bitte erzähl nicht, dass es in den gegen liegt, andere zu hänseln:wink:
je nach dem, wie ernst über diese sache im elternhaus und in der schule diskutiert wird, verhalten sich die kinder.

ich hatte einen freund, der adoptiert wurde. ich hatte auch mehrere mitschüler, die aus sehr armen verhältnissen kamen. es wurde nie gehänselt, weil allen klar war, dass das nicht lustig war…schon in der grundschule. kinder sind recht intelligent.

aber wir hatten eine mitschülerin, die hässlich war und stank. die wurde gehänselt, weil ihre eltern auch hässlich waren und stanken und doch ein wenig zurückgezogen lebten und sich nicht wehrten.

auch ich wurde und habe gehänselt - bis zu dem punkt, wo die eltern oder die schule oder beide eingriffen.

kinder sind keine willenlosen objekte. sie machen das, was sie dürfen und das, was sie nicht dürfen, wenn keiner aufpasst.

mfg:smile:
rené

Hallo,

Ich verstehe noch immer nicht, warum du die Augen davor
verschließt, dass Homosexuelle es in unserer Gesellschaft
zwangsläufig schwerer haben als Heterosexuelle. Und genau das
ist mit Konfliktpotential gemeint: Ihre (Adoptions)Kinder
werden diese Last ebenso zwangsläufig mit übernehmen müssen,
zusätzlich zu den normalen Konflikten, die es in jeder
Familie geben kann und wird.

Und diese Gesellschaft verändert sich - irgendwann wird es so sein,
dass Homosexuelle auch adoptieren dürfen - es gibt bereits Länder wo
das der Fall ist. Die Akzeptanz muss auch irgendwo beginnen und es
gibt einfach keinen Beweis, dass sie nicht ein Kind großziehen
können. Konflikte gibt es überall und wie du schon schreibst - die
Bilderbuchfamilie existiert nicht. Das Wichtigste für ein Adoptivkind
ist Liebe und das Gefühl „angekommen“ zu sein - wer das in der Lage
ist zu geben, der sollte sich auch um diesen Menschen kümmern dürfen.
Ich habe viele Adoptivkinder in meinem Bekanntenkreis und weiss
welche Konflikte auftauchen.

Weil die gesellschaftliche Akzeptanz bei weitem nicht überall
da ist. Und gerade Kinder können bei sowas grausam sein.

Nein sie ist nicht überall da, aber man muss auch wagen weiter zu
gehen und nicht auf der Stelle der geistigen Entwicklung der
katholischen Landgebiete stehen bleiben und sagen „Ist halt so!“

Klar können Kinder grausam sein - aber das gehört zum Erwachsenwerden
dazu. Grausam sind vor allem die Erwachsenen, die den Kindern
irgendwelche Vorurteile mit auf dem Weg geben. Schwule Eltern, die
gebildet, weltoffen und sensibel sind können auch auf andere Kinder
spannend wirken, ja sogar „cool“ - auch diese Beobachtung habe ich
gemacht (die Kinder waren da nicht adoptiert, sondern aus der
vergangenen Beziehung).

  • Speziell bei homosexuellen Paaren? Das fehlende
    Geschlechter-Vorbild, aber die Diskussion hatten wir schon
    durch.

Dazu gibt es keine Untersuchen, das kann man nur behaupten und somit
die eigene Meinung zum ausdruck bringen, die aber nicht in ihrer
Richtigkeit bewiesen werden kann.

Mal abgesehen von jeglicher Ansicht zu „Adoptionen für Homosexuelle, ja oder nein“.

Ich verstehe noch immer nicht, warum du die Augen davor
verschließt, dass Homosexuelle es in unserer Gesellschaft
zwangsläufig schwerer haben als Heterosexuelle.

Vielleicht weil es nicht so ist? Die größten Probleme, denen sich Homosexuelle in unseren liberalen Breiten ausgesetzt sehen, finden im eigenen Elternhaus statt. Schwule Teenager bringen sich i.d.R. nicht um, weil die Mitschüler sie hänseln, sondern weil die Eltern sie zuhause rausschmeißen.

Und genau das
ist mit Konfliktpotential gemeint: Ihre (Adoptions)Kinder
werden diese Last ebenso zwangsläufig mit übernehmen müssen,
zusätzlich zu den normalen Konflikten, die es in jeder
Familie geben kann und wird.

Man kann nicht jeden Konflikt vermeiden. Und bevor jetzt kommt „ja, aber man könnte diesen speziellen Konflikt ja von vorneherein ausschließen!“: man kann nicht verhindern, dass Menschen sich wie Menschen verhalten. Es ist natürliches, menschliches Verhalten, dass sich immer Gruppen formieren, die andere ausgrenzen. Irgendwas ist immer: Brillenschlange, Dicki, Sommersprossensuse, häßlich, Bohnenstange, Doofi, Ausländer, Hautfarbe, Eltern schwul, treibts mit jedem (Schlampe), treibt es mit jedem außer mir (Zicke), treibt es mir gar keinem (häßlich), usw. Man findet schon etwas, dazu braucht es keine Homo-Eltern.

Nach meinem Verständnis dürfen, abgesehen von irgendwelchen dämlichen Moralvorstellungen, Homosexuelle vor allem deshalb nicht adoptieren, weil sie nicht heiraten können. Und nur Verheiratete können in D adoptieren. Oder liege ich da falsch? Sollte also die homosexuelle Lebenspartnerschaft der Ehe einmal gleichgestellt werden (so wie es in weniger katholisch geprägten, liberaleren Ländern, zum Beispiel Spanien -> GRÖHL!!!, der Fall ist), dann dürften Homosexuelle Paare vermutlich auch adoptieren, außer man ändert das Adoptionsgesetz.

Und die Nummer mit „wir brauchen keine Homos als Adoptiveltern, es sind ja schon nicht genug Heten da“ zieht nicht, denn das impliziert, dass Heteropaare vorgezogen würden.

Gruß,

Myriam

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Hallo,

schön, deine Beispiele.
Aber das ist es doch genau. Wir hier wissen alle (oder wenigstens hoffe ich es), dass Homosexualität kein Grund für Hänseleien oder schlimmeres ist.
Dennoch sollte die Reihenfolge anders herum sein: erst gelebte Homosexualität gesellschaftlich akzeptieren - DANN homosexuelle Paare bei Adoption gleich behandeln.

Im Übrigen halte ich bei Adoptionen durch homosexuelle Paare, die Frage nach Rollenidentifikation und Entwicklung der Adoptierten im Teenageralter wesentlich wichtiger als die von Diskriminierung (die in einzelnen Fällen aber sehr heftig sein kann).
Aus Südafrika kenne ich nebenbei bemerkt einen Mittelweg: homosexuelle Paare werden nicht von vorneherein abgelehnt, aber ihre Familiensituation wird (wie übrigens bei alleinstehenden Adoptionswilligen auch) genau darauf abgeklopft, wie sich der Freundeskreis zusammensetzt, wie das Paar in die Großfamilie integriert ist, wie man in der Nachbarschaft integriert ist, ob es ein gutes Support-Umfeld gibt usw. Die Entscheidung wird dann im Einzelfall gefällt.

Gruß
Elke

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Hallo,

kinder hänseln nicht, wenn eltern und lehrer dagegen stehn.
erwachsene sind das problem, denn sie verschließen die augen
oder machen es den kindern vor.

Siehe meine Antwort oben. Niemand hier behauptet, dass dieses Verhalten richtig ist, aber die Kinder müssen trotzdem in dieser Realität leben.

Gruß
Elke

Hallo,

Nach meinem Verständnis dürfen, abgesehen von irgendwelchen
dämlichen Moralvorstellungen, Homosexuelle vor allem deshalb
nicht adoptieren, weil sie nicht heiraten können. Und nur
Verheiratete können in D adoptieren. Oder liege ich da falsch?

Ehepaare dürfen gemeinsam adoptieren, nicht verheiratete Menschen (und das trifft dann natürlich auch auf Menschen in homosexuellen Lebensgemeinschaften zu) dürfen nur ALLEIN adoptieren.
Von daher ist es möglich, dass adoptierte Kinder in homosexuellen Partnerschaften großwerden. Sie sind dann aber nur von einem der beiden offiziell adoptiert. Das geschieht auch in Deutschland und ist in vielen anderen Ländern (z.B. Südafrika) ebenso geregelt.

Sollte also die homosexuelle Lebenspartnerschaft der Ehe
einmal gleichgestellt werden (so wie es in weniger katholisch
geprägten, liberaleren Ländern, zum Beispiel Spanien ->
GRÖHL!!!, der Fall ist), dann dürften Homosexuelle Paare
vermutlich auch adoptieren, außer man ändert das
Adoptionsgesetz.

Ja.

Und die Nummer mit „wir brauchen keine Homos als
Adoptiveltern, es sind ja schon nicht genug Heten da“ zieht
nicht, denn das impliziert, dass Heteropaare vorgezogen
würden.

Werden sie.
Es werden auch jüngere Paare vorgezogen (allerdings nicht ganz junge).
Es werden Paare vorgezogen, denen es gesundheitlich besser geht.
Es werden Paare vorgezogen, die finanziell besser abgesichert sind.
Es werden Paare vorgezogen, die glaubhaft versichern können, dass sie die besseren Menschen sind.
Es werden Paare vorgezogen, die den zuständigen Sozialarbeitern sympathischer sind.
Es werden Paare vorgezogen, die von ihrem Herkommen besser zu den möglichen Adoptivkindern passen.

Gruß
Elke

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Hi,

Ich wollte eigentlich gar nicht so im Detail auf diese Dinge eingehen, weil ich darüber nach unseren Erfahrungen Bücher schreiben könnte und nie weiß, wann ich aufhören soll.

Ich hab diese Diskussion am Rande in England mitbekommen und
fand ziemlich gruselig, dass ein Kind, bei dem von 4
Großeltern nur ein Großelternteil „afro-carrabean“, und alle
anderen 3 die üblichen Engländer käsig/europäischen Typs
waren, als „coloured“ galt und zur Adoption entsprechend
vermittelt werden sollte.

Das stimmt. Entspricht aber auch der Realität. Schau dir mal die Bandbreite der äußeren Erscheinungen von Afroamerikanern in den USA an - sobald ein afroamerikanischer Urgroßvater im Spiel war, gilt die Person als „black“.

Sorry, aber ich finde das schon
reichlich rassistisch.

Ist es sicher. Ich habe mich unglücklich ausgedrückt. Es handelt sich nur nicht um den biederen „altmodischen“ Rassismus von vor (?) 30, 40 Jahren.

Gerade in den USA dürften die meisten
„Schwarzen“ auch „weiße“ Vorfahren haben.

Von dort gerade kommt die Ablehnung der Adoption von „schwarzen“ Kindern von weißen Familien. Sie ging ursprünglich vor allem von einer sehr lauten Organisation aus ,der „Black American Social Workers“, die sogar das große Wort „cultural genocide“ in den Mund genommen haben (die Papiere dazu habe ich irgendwann weggeschmissen, weil ich es nicht mehr sehen konnte, aber dazu müsste man, wenn man sucht, etwas finden können - ich möchte das nicht mehr).

Das Grundargument (neben politischen Argumenten, dass reiche, weiße Familien den armen, schwarzen Familien nun auch noch die Kinder wegnehmen und sie dadurch ausbeiten) war, dass weiße Familien ihren Kindern nicht in angemessener Form auf den Rassismus vorbereiten können, der ihnen im täglichen Leben begegnen wird.
Innerhalb gewisser Grenzen kann ich diesem Argument auch folgen - es gibt Dinge, die ich mit meinen Söhnen auf intellektueller Ebene besprechen kann, aber mir fehlt die nötige Empathie, egal, wie sehr ich mich bemühe. Dennoch sind diese Argumente nicht ausreichend, um mir einzureden, ich sei eine unfähige Mutter. Dass ich nicht die Mutter erster Wahl bin, ist mir hingegen klar. Die biologischen Eltern wären, so sie in der Lage dazu wären, die beste Wahl. Eltern, die meinen Kindern von ihrem Hintergrund und auch von ihrer Optik her ähneln, wären zweite Wahl. Aber kein Mensch kann mir einreden, dass ich schlechter als ein Heim für meine Kinder bin. Wie ich in einer Antwort an chatairliner geschrieben habe, muss das aber nicht für alle Kinder gleich sein.

Ich bin bei Adoptionen für eine individuelle Regelungen, die den jeweiligen Fall in Betracht nehmen. Durch diese Ablehnung der Normierung entsteht natürlich ganz automatisch die Gefahr, dass Entscheidungen nicht mehr generell nachprüfbar sind. Dennoch ziehe ich diesen Umgang mit Menschen vor. Aber gerade deshalb wehre ich mich gegen jegliche Pauschalierungen, angefangen vom automatischen Ablehnen von homosexuellen Adoptiveltern wie auch Aussagen, in denen Adoptionen als Lösungen für alle möglichen gesellschaftlichen Probleme gehandelt werden.

Adoption ist im besten Falle eine Geschichte mit gutem Ausgang, die aus der Verbindung von lauter schlechten Ausgangslagen entstanden ist.
In der beste aller Welten gäbe es keine Adoptionen.

Gruß
Elke

Ehepaare dürfen gemeinsam adoptieren, nicht verheiratete
Menschen (und das trifft dann natürlich auch auf Menschen in
homosexuellen Lebensgemeinschaften zu) dürfen nur ALLEIN
adoptieren.

Verstehe, danke für die Info.

Und die Nummer mit „wir brauchen keine Homos als
Adoptiveltern, es sind ja schon nicht genug Heten da“ zieht
nicht, denn das impliziert, dass Heteropaare vorgezogen
würden.

Werden sie.
Es werden auch jüngere Paare vorgezogen (allerdings nicht ganz
junge).
Es werden Paare vorgezogen, denen es gesundheitlich besser
geht.
Es werden Paare vorgezogen, die finanziell besser abgesichert
sind.
Es werden Paare vorgezogen, die glaubhaft versichern können,
dass sie die besseren Menschen sind.
Es werden Paare vorgezogen, die den zuständigen
Sozialarbeitern sympathischer sind.
Es werden Paare vorgezogen, die von ihrem Herkommen besser zu
den möglichen Adoptivkindern passen.

Selbstverständlich. Mein Argument bezog sich auf das Gesetz, nicht auf die Praxis. Ich selbst habe keine allgemeine Ansicht zum Thema „sollen Alleinstehende/Homosexuelle adoptieren“, da ich zu wenig über das Thema weiß. Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung eben nur beitragen, dass Hänseln bei Kindern immer auftritt, egal welcher Grund, und dass i.d.R. das Hänseln vor dem Grund da ist, d.h. es wird dann einfach ein Grund gesucht.

Ich wurde als Kind wegen allem möglichen gehänselt, davon hat nur das wenigste überhaupt zugetroffen, und Homosexualität war damals nie das Thema, Kinder vor der Pubertät haben da glaube ich keine Probleme in der Richtung. Meine Eltern kannte kaum jemand meiner Schulkameraden, und ich kannte auch kaum andere Eltern, nur jeweils von den engsten Freunden, und die hänselten mich ja eben nicht.

Es gibt reichlich Argumente gegen die Adoption durch Alleinstehende/Homosexuelle, die mögliche Hänselei ist da ganz unten auf der Liste, finde ich.

Gruß,

Myriam

1 „Gefällt mir“

Hallo,

gerade hab ich nochmal in dem Thread gelesen und mir ist dein Posting nochmal aufgefallen:

es geht mir persönlich
bei der diskussion gar nicht um fälle, bei denen misshandelte
oder schwer erziehbare kinder.

Mir auch nicht. Kinder, die ihre Eltern „verloren“ haben, sind aber nahezu immer verhaltensbeeinträchtigt, auch wenn sie erst zwei Jahre alt sind. Ich kenne etliche Paare, die „ältere“ Kinder adoptiert haben (das sind eigentlich alle, je nach Definition, die älter als 6 Monate oder 1 Jahr sind). Man sollte Adoptiveltern da nichts vormachen - diese Kinder sind nicht unbeeinflusst durch ihre Situation. Ein Dreijähriger, der nach den biologischen Eltern (wo die Situation ja mindestens schwierig war, sonst wäre das Kind nicht dort weggekommen) zwei oder drei verschiedene Familien durchlaufen hat (nicht ungewöhnlich im System, denn zuerst kommt das Kind in eine Kurzzeitpflege, dann kommt es darauf an, ob sich geeignete Pflegeeltern finden) ist bereits durch die Situation geschädigt.

solche fälle sind
komplizierter.

Alle diese Fälle sind kompliziert, und es nützt nichts mit einer rosaroten Brille an die Dinge heranzugehen.

ebenso kann ich nicht ein 10-jähriges kind vom
heim zu einem homosexuellen paar oder an den koran glaubenden
geben, ohne dass das kind zustimmt und ohne eine art
probezeit, denn das weltbild eines 10-jährigen ist ja schon
gebildet.

Wie stellst du dir das praktisch vor? Ein Kind vor die Wahl stellen - diese Eltern oder weiter ein Heim? Weißt du überhaupt wie Plazierungen von älteren Kindern vonstatten gehn (ja, da gibt es immer eine Probezeit)? Dennoch ist diese Konstellation einfach blauäugig.

bei einem 2-jährigen sieht das aber ganz anders aus. bei einem
säugling, der in die klappe gegeben wurde, weil seine mutter
überfordert war…wieso sollte der in einem heim ohne eltern
aufwachsen und seine kindheit lang einer unter vielen sein.

Wenn er in der Klappe abgegeben wurde, kennt man die biologischen Eltern nicht -> Adoption; wenn die Mutter „nur“ überfordert war, dann gibt es erstmal eine Beratung. Wenn sich die Mutter danach für eine Adoption entscheidet -> Adoption; wenn sie sich dagegen entscheidet -> Pflegefamilie oder Heim und die Mutter bekommt die Chance ihre Lebenssituation so zu verändern, dass das Kind wieder zu ihr kann. Zur Adoption kann sie nicht gezwungen werden.

weiterhin würde ich persönlich ein homosexuelles paar, welches
in der stadt arbeitet, einem paar vorziehen, bei dem der vater
z.b. die ganze woche auf montage ist und die mutter die
einzige ansprechpartnerin, die vielleicht nicht mal arbeitet.

Das ist eine Pauschalaussage. Es kommen soviele andere Faktoren in die Überlegungen mithinein, dass die Aussage wertlos bleibt.

das thema ist natürlich viel zu groß und es gibt natürlich
kein patentrezept, aber es meiner meinung nach auch keine
patentadoption und zu sagen, dass homosexualität ein
konfliktherd ist, der das kind belastet, kann man nicht so
pauschalisieren.

Das sehen viele Menschen, die sich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt haben, anders.

Gruß
Elke