Wurzeln der verachtung von SEX?

hallo,

bitte nennt mir geschichtliche hinter-
gründe, warum das verachtet wird:

"Christliches Abendland
Das Christentum ächtete die Homosexualität, die schon sehr früh mit dem Tode bestraft wurde. Diese Einstellung entstand aus dem Glauben, dass Lust und Sexualität als Sünde anzusehen seien und nur in der Ehe zur Zeugung von Kindern geduldet werden dürften. Homosexualität galt daher als schweres Verbrechen gegen Gott und die Natur des Menschen. Auch heute noch gilt im Christentum offiziell die Homosexualität als schwere Sünde, obwohl viele Geistliche, vor allem an der Basis, längst zu einem toleranten Umgang mit diesen Menschen gefunden haben

"

danke.

wie begründet das eine religion?

Hallo Dirk,

eine der „geschichtlichen Begründungen“ steht da:

DAS DRITTE BUCH MOSE, Kapitel 18
Verbot geschlechtlicher Verirrungen
http://www.bibel-online.net/buch/03.3-mose/18.html

Gruß Finus

Hallo Dirk

bitte nennt mir geschichtliche hinter-
gründe, warum das verachtet wird:

"Christliches Abendland
Das Christentum ächtete die Homosexualität, die schon sehr
früh mit dem Tode bestraft wurde. Diese Einstellung entstand
aus dem Glauben, dass Lust und Sexualität als Sünde anzusehen
seien und nur in der Ehe zur Zeugung von Kindern geduldet
werden dürften. Homosexualität galt daher als schweres
Verbrechen gegen Gott und die Natur des Menschen. Auch heute
noch gilt im Christentum offiziell die Homosexualität als
schwere Sünde, obwohl viele Geistliche, vor allem an der
Basis, längst zu einem toleranten Umgang mit diesen Menschen
gefunden haben

"

danke.

wie begründet das eine religion?

Gemäß der jüdischen Wurzel wurde nicht die Sexualität selber verachtet, sondern ihre Ausübung außerhalb der Ehe und „abweichende“ Praktiken. Neben der Homosexualität waren das auch Sodomie und Inzest.

Diese Haltung wird bei den Christen weitergeführt und die Homosexualität wird mehrfach erwähnt.

Deine Frage wurde mittlerweile schon recht häufig gestellt. Dies möchte ich mit der Gegenfrage beantworten. Ist es sinnvoll die Lehren einer Religion dem Zeitgeist anzupassen?

Gruß
Carlos

Hallo, Dirk, Carlos und Finus.
So ganz treffen die bisherigen Antworten ja nicht die Frage von Dirk.
Wenn ich ihn richtig verstanden habe, hinterfragt er die Sexualitätsfeindlichkeit, die ja nicht nur die in Findus’ Bibelzitat angesprochenen Inzestverbote, Verbot der Homosexualität und Verkehr mit Tieren betreffen, sondern z.T. weit darüber hinausgehen.
Wie erklärt sich das Verbot von Sex vor oder außerhalb der bzw. ohne Ehe?
Ich möchte fast meinen, dass das bereits mit dem frauenfeindlichen Paulus anfing, mit einigen Kirchenvätern vertieft wurde.
Zudem kam es dem offenbar auch dem Machtanspruch der Kirche entgegen, diesen intimsten Bereich des Menschen zu reglementieren und mit Sanktionen zu belegen.
Grüße
Eckard

Hallo Carlos!

Ist es
sinnvoll die Lehren einer Religion dem Zeitgeist anzupassen?

Anpassungen sollen immer wieder vorgekommen sein. Wie sonst erklärst du dir deine, oder noch besser, meine Existenz zum jetzigen Zeitpunkt?

Grüße Dusan

Hallo Dusan,

Wie sonst
erklärst du dir deine, oder noch besser, meine Existenz zum
jetzigen Zeitpunkt?

Ich erkläre mir deine Existenz damit, dass deine Eltern im Zeitraum von 5-10 Monate vor deiner Geburt Sex hatten. :wink:

Gruß
Carlos

Hallo Eckard,

So ganz treffen die bisherigen Antworten ja nicht die Frage
von Dirk.

In seiner Überschrift spricht Dirk von der Verachtung von Sex, aber in dem Inhalt beschränkt er sich auf das beliebte Thema Kirche und Homosexualität.
Die Grundlage der monotheistischen Religionen ist das alte Testament, bzw. Thora (1.Mose 19:9). Dort werden Gebote und Regeln definiert. Ein Teil der Regeln betrifft das Zusammenleben der Menschen untereinander. Diese Regeln werden auch akzeptiert und für gut befunden.
Der andere Teil betrifft aber das Verhältnis der Menschen zu Gott. Diese Regeln werden heute überhaupt nicht mehr wahrgenommen oder verstanden.
Beispielsweise kann jemand deutlich erklären, dass er die 10 Gebote hält. Aber einen Zusammenhang mit der hübschen Buddha-Statue in seinem Schlafzimmer wird er nicht verstehn.

Ähnlich ist es mit der Sexualität. Das Ganze läuft auf die Fragen hinaus:

  • Wenn es einen Schöpfergott gibt, hat er dann das Recht mir Vorschriften zu machen?
  • Sind die Aufzeichnungen der Bibel von Gott inspiriert und geben seinen Willen wieder.

Wenn man beide Fragen bejaht, läuft dies auf eine unzeitgemäße Einstellung zur Sexualität hin.

Die sexualitätfeindliche Einstellung der Kirche später ist ein anderes Thema. Paulus wurde hier reichlich überinterpretiert. Er sprach sich dafür aus die Ehe und Sexualität für geistige Belange hinten anzustellen. Mit einer Familie ist es nunmal deutlich schwieriger ein reisender Missionar zu sein.
In späteren Jahrhunderten entwickelte sich in der Kirche eine ablehnende Haltung gegen alles Fleischliche. Es wurde zu einem Ideal die eigenen Bedürfnisse zu leugnen und zu bekämpfen.

Gruß
Carlos

Wenn ich ihn richtig verstanden habe, hinterfragt er die
Sexualitätsfeindlichkeit, die ja nicht nur die in Findus’
Bibelzitat angesprochenen Inzestverbote, Verbot der
Homosexualität und Verkehr mit Tieren betreffen, sondern z.T.
weit darüber hinausgehen.
Wie erklärt sich das Verbot von Sex vor oder außerhalb der
bzw. ohne Ehe?
Ich möchte fast meinen, dass das bereits mit dem
frauenfeindlichen Paulus anfing, mit einigen Kirchenvätern
vertieft wurde.
Zudem kam es dem offenbar auch dem Machtanspruch der Kirche
entgegen, diesen intimsten Bereich des Menschen zu
reglementieren und mit Sanktionen zu belegen.
Grüße
Eckard

Ich erkläre mir deine Existenz damit, dass deine Eltern im
Zeitraum von 5-10 Monate vor deiner Geburt Sex hatten. :wink:

Zu einem Zeitpunkt als es meine Eltern gar nicht mehr geben hätte dürfen?

Moin Carlos,

Beispielsweise kann jemand deutlich erklären, dass er die 10
Gebote hält. Aber einen Zusammenhang mit der hübschen
Buddha-Statue in seinem Schlafzimmer wird er nicht verstehn.

Diesen Zusammenhang versteh ich jetzt auch nicht :smile:

Gruss
Marion

Hallo Marion,

Diesen Zusammenhang versteh ich jetzt auch nicht :smile:

Das Beispiel ist gut, nicht wahr? :wink:
Die 10 Gebote fangen damit an.
1.) Man soll keine anderen Götter neben dem wahren Gott haben.
2.) Man soll keine Götzen besitzen.
3.) Man soll den Namen Gottes nicht mißbrauchen.

Für jemand, der sich eng an die Bibel hält, ist so eine Buddha-Statue eben nicht nur ein Kunstgegenstand sondern ein Götze einer anderen Religion. In diese Kategorien fallen meiner Meinung auch Heiligenstatuen, Kreuze mit und ohne Christus, teure Sportwagen :wink: und weitere Gegenstände der Anbetung.
Aber da es sich um Gebote handelt, die nicht das Verhältnis zum Mitmenschen, sondern nur zu Gott, sind sie irrelevant.

Gruß
Carlos

hallo carlos,

ich bin überrascht und erfreut zugleich, das meine frage von anderen schon mal gefragt worden ist.

zu deiner gegenfrage lass mich antworten:

es ist m.M. durchaus mehr als sinnvoll eine religion generell dem zeitgeist anzupassen.(wie man auch generell im umgekehrten Fall jedem das seine lassen tun sollte, solange andere keinen schaden nehmen)

aus folgenden gründen:

    1. um salonfähig zu bleiben und auch von nicht-religionsinteressenten anerkannt zu werden (die dann wiederum die gläubigen achten)
    1. um nicht gefahr zu laufen, aktionen zu veranstalten, die dem allgemeinen Zeitgeist (ich verstehe „Zeitgeist“ als der momentane Entwicklungsstand in allen Bereichen) zuwider laufen, bzw. andere die den Zeitgeist voranbringen und stützen, erheblichen schaden zuzufügen.

ich nenne da lediglich die „ganz unbedeutenen ausrutscher“, wie hexen/ketzerverbrennung und duldung von regimen zur erhaltung der eigenen existenz.

damit macht man sich generell keine anerkennung und freunde und schon garnicht läßt sich ein „Glaubens“-Bekenntnis für echt und wahr anderen gegenüber vertreten.

Da die Bibel innerhalb von jahrunderten zusammengeschrieben worden ist, wer weiß wer, wann, wo, welchen teil hinzugefügt, unter welchen inneren zwängen dabei gefeilscht, gefälscht und diverse querinterpretationen ggf. durch nahrungsentzug (Wahrnehmungsschwäche) gesehen, gefühlt und gedacht haben mag…?

und letztendlich eine übersetzung von luther ergab wiederum eine interpretation von text und buchstaben aus einer anderen sichtweise und absicht…

ich vermute, die worte in der dicken Bibel wurde und werden nahezu täglich anders interpretiert, verstanden und unterschiedlich gelesen.Je nach Ort und Absicht der Redner(in).

Warum dabei die genannten / Gefragten Einschränkungen beibehalten werden erscheinen mir mehr als nur unbeabsichtigt zu sein.
An irgendein Angelpunkt MUSS sich scheinbar eine Religion klammern, wenn diese keine anderen Angebote hat, ihre Berechtigung zu wahren.

Frei nach dem Motto:
„Das ist uralt, das muss wahr sein, daran muss man glauben, das machen andere auch so…“

Welche Motivation bietet eine Religion, ausser das „Buch“ an sich, auf dem stets sich berufen wird, heute noch?

„HELFEN“ ist ein Wirtschaftszweig und kein helfen des helfens mehr. Das kann es also nicht sein. Heute jedenfalls.
Früher war das gewiss ganz anders. (Johanniter usf…)

danke

gruss dirk

Deine Frage wurde mittlerweile schon recht häufig gestellt.
Dies möchte ich mit der Gegenfrage beantworten. Ist es
sinnvoll die Lehren einer Religion dem Zeitgeist anzupassen?

Gruß
Carlos

Wenn man die sexfeindlichen Einstellungen aus der Entstehungszeit betrachtet, macht folgende Interpretation m.E. Sinn:
Primär dient der Sex der Arterhaltung.
Homosexuelle Neigungen dienen weniger der Arterhaltung.:smile:
Um den Kindern eine Zukunftschance zu geben, wurden die familiären Zusammenhalte benötigt, die damals weit über die heute üblichen zwei Generationen hinausgingen. Sex und damit auch Kinder zwischen Eheleuten waren notwendig, ein Wechsel der Partner hätte an der Stelle ziemliches Durcheinander erzeugt.
Ausserdem wurden diese Regeln weit vor der Einführung der 35 Stunden Woche formuliert. Freizeit ist eine Erfindung der neueren Zeit.
Mit der Regel: „Sex gehört ausschliesslich in die Ehe“
wurde das Miteinander geregelt…
LG Ulli, ähem… unverheiratete Muter…

sehr gut finus!

aber warum geht das hier nicht?:

„Du sollst mit fder Frau deines Bruders nicht Umgang haben; denn damit schändest du deinen Bruder“

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

super

danke fuer deine antwort.

dann ist die „Ehe“ ein reine Notdurft des Christentums ansich. um den Glauben zu erhalten mussten 2 aneinander zwangsverbunden werden… die dann „fein die Glaubensinhalte inhalieren konnten“, weil sie nicht so leicht „vom wege abkommen konnten“ als die sogenannten „ungebundenen“ (die das wort sagt)

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sorry Dirk,

dann ist die „Ehe“ ein reine Notdurft des Christentums ansich.

aber das ist definitiv falsch.

Gruss Harald

Hallo Ayla,

Wenn man die sexfeindlichen Einstellungen aus der
Entstehungszeit betrachtet,

von welcher Zeit redest Du?

Um den Kindern eine Zukunftschance zu geben, wurden die
familiären Zusammenhalte benötigt, die damals weit über die
heute üblichen zwei Generationen hinausgingen. Sex und damit
auch Kinder zwischen Eheleuten waren notwendig, ein Wechsel
der Partner hätte an der Stelle ziemliches Durcheinander
erzeugt.

Also ein Wechsel der Partner bereitet immer noch ein ziemliches Durcheinander in einem Kinderleben.

Ausserdem wurden diese Regeln weit vor der Einführung der 35
Stunden Woche formuliert. Freizeit ist eine Erfindung der
neueren Zeit.

Soll das jetzt bedeuten, dass man seine Freizeit mit Sex ausfüllt?
Es gibt doch noch mehr Freizeitaktivitäten :wink:

Gruss Harald

danke fuer den tip harald. ich dachte es währe so an dem.

Götzen
Hi Carlos

1.) Man soll keine anderen Götter neben dem wahren Gott haben.

Buddha ist kein Gott und wird auch nicht als Gott verehrt.

2.) Man soll keine Götzen besitzen.

Deshalb ist eine Buddhastatue kein „Götze“, wenn man „Götze“ (eidolon) als materielle Bildfigur eines Gottes versteht, die ihn hier und jetzt repräsentiert, somit direktes Objekt des jeweiligen Kultes ist.

3.) Man soll den Namen Gottes nicht mißbrauchen.

ist also irrelevant für jemanden, dem diese Gebote verbindlich sind, und der dennoch eine Buddhastatue im Schlafzimmer hat.

Für jemand, der sich eng an die Bibel hält, ist so eine
Buddha-Statue eben nicht nur ein Kunstgegenstand sondern ein
Götze einer anderen Religion.

Der Ausdruck „Götze“ ist grundsätzlich polemisch zu verstehen und er ist Ausdruck von Unverständnis und Verachtung gegenüber Anhängern anderer Religionen. Aber das ist ebenso abwegig in diesem Kontext hier, denn eine Buddhastatue ist kein „Götze“, weil Buddha kein Gott ist.

In diese Kategorien fallen meiner Meinung auch Heiligenstatuen, Kreuze mit und ohne Christus, teure Sportwagen :wink: und weitere Gegenstände der

Anbetung.

Auch Heiligenkulte sind keine „Götzen“-Kulte, Heiligenstatuen werden nicht angebetet. Anbetung und kultische Verehrung sind keineswegs dasselbe. Auch Kruzifixe sind keine Aktualrepräsentanzen des Christus, auch nicht, sofern Christus als Gott verehrt wird, werden allerdings manchmal als solche mißbraucht (z.B. bei Exorzismus-Ritualen). Teure Sportwagen sind keine Gegenstände der Anbetung, auch nicht Gegenstände kultischer Verehrung im Sinne eines Heiligenkultest, und sie in einem Atemzug mit Kruzifixen als solche zu bezeichnen ist meiner Ansicht nach eine kämpferische Provokation gegen andere Kulte, in denen ein Kruzifix ein sakraler Gegenstand ist.

Eine Buddhastatue jedenfalls ist weder mit einem Kruzifix, noch mit einem Sportwagen vergleichbar.

Gruß

Metapher

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dann ist die „Ehe“ ein reine Notdurft des Christentums

Nein!
nicht nur der Christen!
Das „alte Testament“ ist die Grundlage vieler Religionen!
Genauso, wie die ausserehelichen Beziehungen nicht nur bei den Christen rein glaubensmässig verpönt sind.!

ergänzung/korrektur
hallo carlos,

Gemäß der jüdischen Wurzel wurde nicht die Sexualität selber
verachtet, sondern ihre Ausübung außerhalb der Ehe und
„abweichende“ Praktiken. Neben der Homosexualität waren das
auch Sodomie und Inzest.

homosexualität und sodomie waren gleichbedeutend. oder besser ausgedrückt: sodomie war das synonym für „widernatürliche unzucht“, worunter auch onanie, päderastie und alle sexuellen praktiken zählten, die nicht unmittelbar der zeugung dienten.
die bedeutung „sex mit tieren“ bekam sodomie noch sozusagen als i-tüpfelchen, als schlimmste vorzustellende fleischliche sünde (wozu mit sicherheit auch die geschlechtliche vereinigung mit dem teufel - wer immer das sei - gezählt wurde.)

die ursprünglich bedeutung war: wie die einwohner von sodom , denen man ein ganz besonders lasterhaftes und ausschweifendes leben attestierte.

gruß
ann

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