Wurzeln der verachtung von SEX?

Dies möchte ich mit der Gegenfrage beantworten. Ist es
sinnvoll die Lehren einer Religion dem Zeitgeist anzupassen?

Hallo, Carlos,
aber das wurde doch schon immer getan. Natürlich hat sich der christliche Glaube dem Zeitgeist angepasst. Es wurden Elemente des Mithras-Kultes ebenso eingebaut wie Teile des Griechisch-Römischen und des Keltisch-Germanischen Glaubens.
Weihnachten (um nur einige Beispiele zu nennen) ersetzt die römischen Saturnalien, der Teufel ist eine „Verteufelung“ des griechischen Pan, Das Osterfest enthält viele Elemente germanischer Frühjahrskulte.
Reformation und Aufklärung sind ebenfalls nicht spurlos an den Inhalten des christlichen Glaubens vorübergezogen. Wobei man natürlich trefflich darüber streiten könnte welche Denomination denn jetzt das „ursprünglichere“ Christentum bewahrt hat.
Grüße
Eckard.

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Hallo Eckhard,

ich kann dir völlig zustimmen. In das Christentum sind in den letzten beiden Jahrtausende eine Menge externe Elemente eingebaut worden. Noch zu lebzeiten der Apostel gab es einen heftige Abwehrkampf, wie in den apostolischen Briefen und der Offenbarung beschrieben wird.

Die Verbrechen, die man den Kirchen vorwirft, waren nicht die Folge der Anwendung christlicher Ursachen. Die Kirchen haben christliche Grundsätze über Bord geworfen und oportunistische Machtpolitik beschrieben. Die Kreuzzüge, die Hexenverbrennungen, die Unterstützung von Kriegsführenden Parteien passten in den Zeitgeist.

Übrigens, ich feiere kein Weihnachten und kein Ostern.

Gruß
Carlos

Hallo Dirk,

    1. um salonfähig zu bleiben und auch von
      nicht-religionsinteressenten anerkannt zu werden (die dann
      wiederum die gläubigen achten)

In der Bibel wird Menschenfurcht verurteilt. Der Gläubige soll die Anerkennung Gottes erwerben und nicht die Anerkennung von Menschen.

    1. um nicht gefahr zu laufen, aktionen zu veranstalten, die
      dem allgemeinen Zeitgeist (ich verstehe „Zeitgeist“ als der
      momentane Entwicklungsstand in allen Bereichen) zuwider
      laufen, bzw. andere die den Zeitgeist voranbringen und
      stützen, erheblichen schaden zuzufügen.

Was für Aktionen?

ich nenne da lediglich die „ganz unbedeutenen ausrutscher“,
wie hexen/ketzerverbrennung und duldung von regimen zur
erhaltung der eigenen existenz.

Diese Dinge waren Zeitgeist! Die Verbrennung von Hexen und Ketzern war ein Volkssport. Die meisten verbrannten „Hexen“ hatten nicht mal die Chance einen Inquisitor zu sehen.
Sobald die Kirche Staatsreligion war, war sie auch staatstragend. Sie unterstützte die Könige und Fürste bei ihren Kriegen und trieb dabei Machtpolitik. Sie verhielt sich damit zeitgemäß.
Die Kirche hat genau das gemacht, was du von ihr forderst. Sie hat ihr Fähnchen in den Wind gehängt.

damit macht man sich generell keine anerkennung und freunde
und schon garnicht läßt sich ein „Glaubens“-Bekenntnis für
echt und wahr anderen gegenüber vertreten.

Ich sehe dass genau umgekehrt. Was soll das denn für ein Glaubensbekenntnis sein, das Moden unterworfen ist. Noch in den 70er Jahren galt Homosexualität allgemein als pervers. Jetzt gilt Homosexualität allgemein als völlig normal und die Verachtung der Homosexualität ist pervers. Vor 40 Jahren hättest du eine ganz andere Meinung zu diesem Thema gehabt. Und vor 100 Jahre wärst du dazu noch ein überzeugter Kaisertreuer gewesen.

Kann es sein, dass das, was ethisch richtig von falsch ist, von der Zeit abhängt. Wenn dem so ist, dann hat also jemand, der 40 Jahren einen Homosexuellen „geklatscht“ hat, richtig gehandelt, denn es war nach damaligen Maßstäben korrekt. Du kannst die Kirche auch nicht für vermeintliche Verbrechen verurteilen, denn nach damaligen Maßstäben war das Verhalten korrekt.

Wenn aber ethische Maßstäbe nicht dem Zeitgeist unterworfen sind, ist es notwendig die eigenen Maßstäbe zu prüfen. Man muss in Frage stellen, was man von seinen Eltern geerbt hat oder was die Menschen in der Umgebung denken.

Welche Motivation bietet eine Religion, ausser das „Buch“ an
sich, auf dem stets sich berufen wird, heute noch?

Vielleicht gibt es ja wirklich einen Gott. Wäre es dann nicht wichtig mehr über ihn zu erfahren?

Gruß
Carlos

Hallo Eckard,

aber das wurde doch schon immer getan. Natürlich hat sich der
christliche Glaube dem Zeitgeist angepasst.

nicht der Glaube sondern die Religion wurde angepasst.
Und deshalb gibt es auch so viele verschiedene Denominationen.

Es wurden Elemente
des Mithras-Kultes ebenso eingebaut wie Teile des
Griechisch-Römischen und des Keltisch-Germanischen Glaubens.
Weihnachten (um nur einige Beispiele zu nennen) ersetzt die
römischen Saturnalien, der Teufel ist eine „Verteufelung“ des
griechischen Pan, Das Osterfest enthält viele Elemente
germanischer Frühjahrskulte.

Ganz recht, aber deshalb sind diese Kulte nicht „christlich“ geworden, sondern die Christen „heidnisch“.

Reformation und Aufklärung sind ebenfalls nicht spurlos an den
Inhalten des christlichen Glaubens vorübergezogen. Wobei man
natürlich trefflich darüber streiten könnte welche
Denomination denn jetzt das „ursprünglichere“ Christentum
bewahrt hat.

Läßt sich doch einfach überprüfen. Je näher sich eine Gemeinschaft an der Bibel orientiert, desto „ursprünglicher“ ist sie.

Gruss Harald

Hallo Metapher,

das mit mit der kämpferischen Provokationn hast du richtig benannt. Eigentlich hatte ich ja eine Antwort von Marion erwartet. Worauf bezieht sich das zweite Gebot. Sind damit nur „materielle Bildfiguren eines Gottes und direkte Objekte des jeweiligen Kults gemeint“.

Klar Buddha ist kein Gott und Heilige werden nicht angebetet, sondern sind nur Mittler.
Wenn ich aber Szenen sehe, wie die Gläubigen sich vor solchen Figuren niederknien und Räucherstäbchen oder Kerzen darbringen, klingt das sehr spitzfindig. Gemäß dem theoretischen Unterbau sind diese Figuren keine Götzen, aber im alltäglichen religiösen Leben findet praktisch eine Anbetung statt.

Gruß
Carlos

Läßt sich doch einfach überprüfen. Je näher sich eine
Gemeinschaft an der Bibel orientiert, desto „ursprünglicher“
ist sie.

Hallo Harald,
na, da wäre ich mir auch nicht so ganz sicher. In erster Linie sind bei allen Denominationen exegetische Übersetzungen die Grundlage, die dann noch in weiterer Exegese vertieft werden und sich damit vom Urtext (bei dem sich die Frage erhebt: welcher wurde herangezogen) noch weiter entfernen. Bibel ist leider längst nicht gleich Bibel.
(so wie wir uns hier auch bereits von der Ursprungsfrage weit entfernt haben :smile:

Und noch @Carlos

Übrigens, ich feiere kein Weihnachten und kein Ostern.

ich weiß. Protestanten feiern kein Fronleichnam … das sind graduelle Unterschiede. Zugegebenermaßen Versuche, auf die Grundlagen zurückzukehren, aber immer mit dem Grundrauschen der Überzeugung der Väter, der Begründer der jeweiligen Richtung.

Übrigens, ich bin in keiner Richtung gläubig, aber Weihnachten feiere ich dennoch: als Familienfest. Meinetwegen auch als Feier, weil die Tage wieder länger werden :smile:

In diesem Sinne Euch ein fröhliches Fest, aus welchem Grunde auch immer ihr es feiert (oder auch nicht).

Grüße
Eckard.

Hallo Carlos,

Für jemand, der sich eng an die Bibel hält, ist so eine
Buddha-Statue eben nicht nur ein Kunstgegenstand sondern ein
Götze einer anderen Religion.

Wie Metapher ja schon ausführte, ist Buddha keineswegs ein Gott oder „Götze“.

In diese Kategorien fallen
meiner Meinung auch Heiligenstatuen, Kreuze mit und ohne
Christus, teure Sportwagen :wink: und weitere Gegenstände der
Anbetung.

Theoretisch kann man ja nun alles und jeden anbeten. Demnach dürfte ein Mensch in deinem Sinne nichts zu Hause haben. Aber das wirst du doch nicht gemeint haben, oder?
Kommt es nicht vielmehr darauf an, in welchem Verhältnis ein Mensch zu einem Gegenstand steht?

Gruss
Marion

ist so eine
Buddha-Statue eben nicht nur ein Kunstgegenstand sondern ein
Götze einer anderen Religion.

hallo,

na so ganz stimmt das nicht wirklich. das verbot besagt, daß man sich „nicht vor ihnen niederwerfen“ darf. ansonsten ist ein es stück metall. und ob man dran „glaubt“ ist völlig irrelevant.

gruß
datafox

hi,

sodomie war das synonym für „widernatürliche
unzucht“

im englischen bedeutet sodomy genau dies und eben nicht „geschlechtliche handlung an tieren“.

datafox

hallo,

bitte nennt mir geschichtliche hinter-
gründe, warum das verachtet wird:

Es ist wohl weniger Verachtung als Angst. Die gewaltigen psychischen Energien, die wir bei der Ausübung von Sex entwickeln, lassen sich durch Moral kaum mehr in den Griff bekommen. Das kann eine moralbetonte Religion (das Christentum gehörte in den vergangenen Jahrhunderten unbedingt dazu, löst sich erst nach und nach wieder davon) und die Kirche schon ein wenig in Panik versetzen.

Grüße
Bernd

Moin,

na so ganz stimmt das nicht wirklich. das verbot besagt, daß
man sich „nicht vor ihnen niederwerfen“ darf.

Ah, ich verstehe, deshalb war es wichtig, dass die Statue im Schlafzimmer steht :smile:

SCNR
Gruss
Marion

Hallo,

dann ist die „Ehe“ ein reine Notdurft des Christentums ansich.
um den Glauben zu erhalten mussten 2 aneinander
zwangsverbunden werden… die dann „fein die Glaubensinhalte
inhalieren konnten“, weil sie nicht so leicht „vom wege
abkommen konnten“ als die sogenannten „ungebundenen“ (die das
wort sagt)

Nein. Ich habe letztens eine Doku auf Discovery dazu gesehen. Ehe entstand durch Landbesitz:

Ganz früher lebten die Menschen als Nomaden, da wurden auch Hinweise gefunden, dass Frauen und Männer gleichberechtigt waren, teilweise sogar Frauen höher gestellt waren. Als die Menschen dann sesshaft wurden und Landbesitz üblich war, wollte man sicher stellen, dass nur eigene Kinder diesen erben. Dadurch wurde Monogamie erschaffen und eben die Frauen dahingehend unterdrückt, als dass sie ihren Sexualpartner nicht mehr frei wählen konnten - und das auf Dauer ihres Lebens, damit sich keine Kinder fremder Männer in eine Familie einschlichen.

So in etwa wurde das erklärt.

Viele Grüße
Manor

Hallo,

dann ist die „Ehe“ ein reine Notdurft des Christentums ansich.
um den Glauben zu erhalten mussten 2 aneinander
zwangsverbunden werden… die dann „fein die Glaubensinhalte
inhalieren konnten“, weil sie nicht so leicht „vom wege
abkommen konnten“ als die sogenannten „ungebundenen“ (die das
wort sagt)

Nein. Ich habe letztens eine Doku auf Discovery dazu gesehen.
Ehe entstand durch Landbesitz:

Ganz früher lebten die Menschen als Nomaden, da wurden auch
Hinweise gefunden, dass Frauen und Männer gleichberechtigt
waren, teilweise sogar Frauen höher gestellt waren. Als die
Menschen dann sesshaft wurden und Landbesitz üblich war,
wollte man sicher stellen, dass nur eigene Kinder diesen
erben. Dadurch wurde Monogamie erschaffen und eben die Frauen
dahingehend unterdrückt, als dass sie ihren Sexualpartner
nicht mehr frei wählen konnten - und das auf Dauer ihres
Lebens, damit sich keine Kinder fremder Männer in eine Familie
einschlichen.

So in etwa wurde das erklärt.

Viele Grüße

Stimmt Manor,

habe ich so auch in Soziologie gelernt. Ich glaube Freddie Engels hat da auch was geschrieben.

Einspruch!
Hallo Dirk!

Mich interessiert zuerst, woher Du den von Dir zitierten Text?!? Sicher nicht aus dem Kathechismus der katholischen Kirche.

Diese Einstellung entstand
aus dem Glauben, dass Lust und Sexualität als Sünde anzusehen
seien und nur in der Ehe zur Zeugung von Kindern geduldet
werden dürften.

Uiuiui - da stimmen 2 Sachen ganz und gar nicht:

  1. Geschlechtsverkehr wird in der Ehe nicht „geduldet“, sondern ist Pflicht! Eine nicht vollzogenen Ehe ist ungültig und kann jederzeit problemlos anulliert werden. Und der Geschlechtsakt dient nicht nur der Zeugung von Kindern - sogar wenn das Paar unfruchtbar ist, ist die Ehe ohne Sex ungültig.

  2. Wie man aus (1) erkennen kann, ist Sexualität alles andere als eine Sünde. Im Gegenteil: laut der (kath.) Lehre ist der Geschlechtsverkehr als procreativer Akt jene Handlung, wo der Mensch Gott am ähnlichsten ist. Gott gilt ja als Schöpfer des Menschen - und beim Sex kann der Mensch ebenfalls einen Menschen „erschaffen“. Daher auch die Widerstände gegen die Verhütung.
    Andererseits soll man sich beim Sex ganz dem anderen hingeben, sich aus Liebe zu ihm ganz schenken. D.h. der Grund für den Geschlechtsverkehr soll die Liebe zum anderen sein - und nicht die Eigenliebe. Daher soll Sex nicht zur „Selbstbefriedigung zu zweit“ verkommen. Und wenn sich zwei Personen so sehr lieben, dass sie sich ganz und gar dem anderen schenken wollen, spricht ja nichts dagegen, dass sie sich gegenseitig heiraten.

Wenn man also der kath. Kirche etwas vorwerfen will, dann nicht, dass sie Sex „verteufelt“, sondern dass sie es „vergöttlicht“.

In diesem Sinne gesegnete Weihnachten,
Pürsti

hallo josef

ich danke dir für deinen interessanten beitrag. den wunsch zur angabe der quelle werde ich allzu gerne nachreichen, wenn ich es wiederfinden würde, zu VIEL hab ich derzeit abgesucht, ich fand es einfach im internet und wurde stutzig. und als ich nach gründen von heiraten und sex suchte, ergab sich die frage.

  • was soll heiraten
  • warum sex erst nach der heirat…

usf…

was bedingt das andere, eine eine geht ohne das andere und wer dachte sich das mit heiraten aus. es ist eingentlich ohne bedeutung für 2 personen, denn der Lebensumstand ist der selbe; davor und danach.

tja so kam meine frage ans fachpersonal auf:smile:

grusse vom dirk

das macht mich jetzt aber ziemlich stutzig freunde :wink:

werde das mal nachrecherchieren… wann begann das „heiraten zum zwecke des besitzerhaltens“?

gruss dirk

das macht mich jetzt aber ziemlich stutzig freunde :wink:

… wann begann das „heiraten zum zwecke des besitzerhaltens“?

Na das ist doch klar Dirk, als es grösseres Privateigentum (Landbesitz) gab. Wann das allerdings verstärkt begann? Keine Ahnung. Wäre aber nicht unspannend das genauer zu wissen. Ich glaube in England fing da irgendwie etwas (mit Zäunen) an. :wink:)

Gruss

bitte nennt mir geschichtliche hinter-
gründe, warum das verachtet wird:

also ich sehe das so.
das christentum schöpft viele seiner grundeinstellungen aus dem judentum. das judentum, oder in diesem falle exakter gesagt, die altisraelitische form der gottesverehrung, hat ihr hauptaugenmerk in der ablehnung von götzenkulten. damalige kulte waren oft sexuell ausgerichtet, zb. tempelhuren, sex mit tieren u.a. dieses wurde abgelehnt, genauso wie abgelehnt wurde, ein tierjunges in der milch seiner mutter zu kochen. die ablehngun von zb. homosexualität hat keinen höheren stellenwert als zb. speiseregeln.

deise dinge sind dann ins christentum eingeflossen und mit anderen dingen vermischt worden. die lehre daß sex kein vergnügen sein darf und nur der fortpfpanzung dienen darf ist zb. nicht jüdisch. das judentzmn lehrt das genaue gegenteil.

gruß
datafox

hi,

Das kann eine moralbetonte Religion … schon ein
wenig in Panik versetzen.

du implizierst einen absoluten gegensatz von moral und sex und verwechselt moralität mit keuschheit. damit stehst du fest auf dem boden christlicher, oder besser gesagt, katholischer tradition *fg*

gruß
datafox

Ah, ich verstehe, deshalb war es wichtig, dass die Statue im
Schlafzimmer steht :smile:

hi,

ich verstehe den witz jetzt nicht. echt nicht. :frowning:

gruß
datafox