Hallo Dirk,
-
- um salonfähig zu bleiben und auch von
nicht-religionsinteressenten anerkannt zu werden (die dann
wiederum die gläubigen achten)
In der Bibel wird Menschenfurcht verurteilt. Der Gläubige soll die Anerkennung Gottes erwerben und nicht die Anerkennung von Menschen.
-
- um nicht gefahr zu laufen, aktionen zu veranstalten, die
dem allgemeinen Zeitgeist (ich verstehe „Zeitgeist“ als der
momentane Entwicklungsstand in allen Bereichen) zuwider
laufen, bzw. andere die den Zeitgeist voranbringen und
stützen, erheblichen schaden zuzufügen.
Was für Aktionen?
ich nenne da lediglich die „ganz unbedeutenen ausrutscher“,
wie hexen/ketzerverbrennung und duldung von regimen zur
erhaltung der eigenen existenz.
Diese Dinge waren Zeitgeist! Die Verbrennung von Hexen und Ketzern war ein Volkssport. Die meisten verbrannten „Hexen“ hatten nicht mal die Chance einen Inquisitor zu sehen.
Sobald die Kirche Staatsreligion war, war sie auch staatstragend. Sie unterstützte die Könige und Fürste bei ihren Kriegen und trieb dabei Machtpolitik. Sie verhielt sich damit zeitgemäß.
Die Kirche hat genau das gemacht, was du von ihr forderst. Sie hat ihr Fähnchen in den Wind gehängt.
damit macht man sich generell keine anerkennung und freunde
und schon garnicht läßt sich ein „Glaubens“-Bekenntnis für
echt und wahr anderen gegenüber vertreten.
Ich sehe dass genau umgekehrt. Was soll das denn für ein Glaubensbekenntnis sein, das Moden unterworfen ist. Noch in den 70er Jahren galt Homosexualität allgemein als pervers. Jetzt gilt Homosexualität allgemein als völlig normal und die Verachtung der Homosexualität ist pervers. Vor 40 Jahren hättest du eine ganz andere Meinung zu diesem Thema gehabt. Und vor 100 Jahre wärst du dazu noch ein überzeugter Kaisertreuer gewesen.
Kann es sein, dass das, was ethisch richtig von falsch ist, von der Zeit abhängt. Wenn dem so ist, dann hat also jemand, der 40 Jahren einen Homosexuellen „geklatscht“ hat, richtig gehandelt, denn es war nach damaligen Maßstäben korrekt. Du kannst die Kirche auch nicht für vermeintliche Verbrechen verurteilen, denn nach damaligen Maßstäben war das Verhalten korrekt.
Wenn aber ethische Maßstäbe nicht dem Zeitgeist unterworfen sind, ist es notwendig die eigenen Maßstäbe zu prüfen. Man muss in Frage stellen, was man von seinen Eltern geerbt hat oder was die Menschen in der Umgebung denken.
Welche Motivation bietet eine Religion, ausser das „Buch“ an
sich, auf dem stets sich berufen wird, heute noch?
Vielleicht gibt es ja wirklich einen Gott. Wäre es dann nicht wichtig mehr über ihn zu erfahren?
Gruß
Carlos