Wurzeln der verachtung von SEX?

Hallo,

du implizierst einen absoluten gegensatz von moral und sex und
verwechselt moralität mit keuschheit.

So sehe ich das nicht. Erst recht keinen „absoluten Gegensatz“.

Aber Moral setzt nun einmal Beherrschbarkeit der Emotion durch irgendwelche rationalen Methoden voraus, und genau diese Beherrschbarkeit wird durch die geschilderte Entwicklung starker Energie in Frage gestellt.

Grüße
Bernd

hi,

und genau diese
Beherrschbarkeit wird durch die geschilderte Entwicklung
starker Energie in Frage gestellt.

stimmt. nur steht sexualität da nicht an exponierter stelle. andere moralhemmende emotionen sind zb. haß, eifersucht, angst, rache. und sogar noch mehr könnte man dazu sagen: inwiefern ausgerechnet sexualität (oder besser: körperliches hinzugogenfühlen zu einem menschen) besonders moralhemmend sein soll, will mir nicht in den kopf, da dieses gefühl meistens von totalem wohlwollen (vulgo „liebe“) begleitet ist, also etwas, das eher zu moralischem handeln anspornt. wer liebt, ist glücklich, wer sich sehnt, fühlt sich lebendig. sex oder liebe sind selten quellen für unmoralisches handeln. es sind eher die obengenannten (haß, eifersucht, rache).

gruß
datafox

ich denke jedoch das ist etwas zu sehr zu spät…

wer kann helfen?

glaube in England fing da irgendwie etwas (mit Zäunen) an.

:wink:)

Gruss

Hallo Marion,

Kommt es nicht vielmehr darauf an, in welchem Verhältnis ein
Mensch zu einem Gegenstand steht?

Eine gute Frage. Wenn ich keine Ahnung habe, dass es sich um einen Kultgegenstand einer „heidnischen“ Religion handelt, werde ich keine Schuld auf mich werfen. Aber wenn ich nun weiss, dass es sich um so einen solchen Gegenstand handelt und wie der Umgang damit in der ganzen Bibel beschrieben wird, sieht es anders aus.

Gruß
Carlos

Hallo Manor

Ganz früher lebten die Menschen als Nomaden, da wurden auch
Hinweise gefunden, dass Frauen und Männer gleichberechtigt
waren, teilweise sogar Frauen höher gestellt waren. Als die
Menschen dann sesshaft wurden und Landbesitz üblich war,
wollte man sicher stellen, dass nur eigene Kinder diesen
erben. Dadurch wurde Monogamie erschaffen und eben die Frauen
dahingehend unterdrückt, als dass sie ihren Sexualpartner
nicht mehr frei wählen konnten - und das auf Dauer ihres
Lebens, damit sich keine Kinder fremder Männer in eine Familie
einschlichen.

Interessant, aber wie lässt sich diese Theorie begründen. Es gibt auf unseren Planeten viele Kulturen, die keinen Landbesitz kannten, seien es asialtische Nomaden oder Südamerikanische Indianer. Dennoch ist die monogame Beziehung der Normalfall. Selbst in Kulturen, die prinzipiell polygam sind, sind monogame Partnerschaften häufiger.

Diese Theorie klingt für mich in dieser Form nicht sehr überzeugend. Insbesondere wenn man bedenkt, dass viele menschliche Verhaltensweisen tief in der genetischen Grundausstattung des Menschen verankert sind.

Gruß
Carlos

Moin,

Ah, ich verstehe, deshalb war es wichtig, dass die Statue im
Schlafzimmer steht :smile:

ich erklär ja so ungern meine Witze…aber nun denn

Carlos schrieb: Beispielsweise kann jemand deutlich erklären, dass er die 10 Gebote hält. Aber einen Zusammenhang mit der hübschen Buddha-Statue in seinem Schlafzimmer wird er nicht verstehn.

Du schriebst: das verbot besagt, daß man sich „nicht vor ihnen niederwerfen“ darf.

ich verstehe den witz jetzt nicht. echt nicht. :frowning:

Nun ja, das mit dem Niederwerfen könnte ja im Schlafzimmer durchaus mal vorkommen :smile:

Gruss
Marion, die sich bald ins Bett werfen wird

to the roots

Nun ja, das mit dem Niederwerfen könnte ja im Schlafzimmer durchaus mal vorkommen :smile:

das würde man dann aber nicht eine „Buddhastatue“ nennen, oder? *feix*

Interessant auch die Frage, ob das in dem Fall dann doch wieder unter Götzendienst fällt …

ergötzliche Tage!

Metapher

Verschiedene Übersetzungen
Hallo Eckard,

na, da wäre ich mir auch nicht so ganz sicher. In erster Linie
sind bei allen Denominationen exegetische Übersetzungen die
Grundlage, die dann noch in weiterer Exegese vertieft werden
und sich damit vom Urtext (bei dem sich die Frage erhebt:
welcher wurde herangezogen) noch weiter entfernen. Bibel ist
leider längst nicht gleich Bibel.

gerade die Vielfalt der Übersetzungen macht die Sache interessant.
Die Grundlagen des Christentums sind in allen Übersetzungen (auch in den fremdsprachigen) gleich.
Abweichende Übersetzungen regen zum Nachdenken an. In Fällen, die nicht eindeutig geklärt werden können, läßt man jede Möglichkeit gelten, die keiner anderen biblischen Aussage widerspricht.

Übrigens, ich bin in keiner Richtung gläubig, aber Weihnachten
feiere ich dennoch: als Familienfest. Meinetwegen auch als
Feier, weil die Tage wieder länger werden :smile:

In diesem Sinne Euch ein fröhliches Fest, aus welchem Grunde
auch immer ihr es feiert (oder auch nicht).

Weihnachten ist für mich das Geburtsfest Jesu.
Und es wird bei uns genau so gefeiert, wie wenn eines unserer Familienmitglieder Geburtstag hat :wink:

Gruss Harald

Hallo!

Interessant, aber wie lässt sich diese Theorie begründen. Es
gibt auf unseren Planeten viele Kulturen, die keinen
Landbesitz kannten, seien es asialtische Nomaden oder
Südamerikanische Indianer. Dennoch ist die monogame Beziehung
der Normalfall. Selbst in Kulturen, die prinzipiell polygam
sind, sind monogame Partnerschaften häufiger.

Kennen die überhaupt keinen Besitz? Nutztiere? Besondere Gegenstände?

Diese Theorie klingt für mich in dieser Form nicht sehr
überzeugend. Insbesondere wenn man bedenkt, dass viele
menschliche Verhaltensweisen tief in der genetischen
Grundausstattung des Menschen verankert sind.

Dann biete eine bessere :smile:. Konstruktive nicht destruktive Kritik ist gefragt!

Gruß
Manor

Hi Harald,

gerade die Vielfalt der Übersetzungen macht die Sache
interessant.

Es gibt aber nicht nur eine Vielzahl an Übersetzungen, sondern auch eine Vielfalt an Überlieferungen (von verschiedenen Papyri). Schau mal in den Kaegi, da sind die stets in den Fußnoten zu finden!

grüße + frohes Fest,
Barbara

Hallo Pürsti,

da du offenbar fundierte Kenntnisse hast und ich mich für solche Themen interessiere, würde ich gern ein paar Fragen anhängen. Bisher konnte mir das noch keiner so richtig erklären, was ich wissen will…

Also, dein Text war verständlich, aber es ergibt sich daraus nicht, warum z.B. Selbstbefriedigung (oder „Selbstbefriedigung zu zweit“) etwas Negatives sein soll. Die Kirche meint, man solle seine Liebe dem anderen schenken, gut und schön!, aber wenn jetzt jemand z.B. Selbstbefriedigung betreibt, was ist daran wirklich sündhaft? Ich glaube nicht, dass die Kirche das nicht irgendwie begründet, also warum man sexuelle Lust NUR empfinden darf, wenn man dabei Liebe an jemanden schenkt, nur hat mir diese Begründung der Kiche bisher niemand nennen können. Du vielleicht?

Außerdem habe ich etwas bei dir nicht verstanden: Sex ist etwas Gutes, weil man Gott hierbei am ähnlichsten ist. Und warum ist man ihm am ähnlichsten? Weil man einen Mensch erschaffen könnte, wie Gott es getan hat. Aber: Wenn nun ein Partner unfruchtbar ist, worauf du ja eingehst, dann ist doch diese Gottähnlichkeit gar nicht mehr gegegeben, und trotzdem - so schreibst du -, sei der Sex dann erlaubt bzw. sogar Pflicht…!? Warum?

Levay

auch hier eine ergänzung/korrektur
huhu datafox,

(…) keuschheit

… bedeutete früher mitwissend, eingeweiht, (der christlichen lehre) bewußt, also keinesfalls verzicht auf jegliche sexuelle aktivitäten! bisweilen paßt auch die übersetzung „verantwortungsvoll sexualität ausüben“ (na ja… etwas weniger gestelzt vielleicht… aber der sinn ist klar, ja?)

keusche grüße
ann

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Wurzeln

Aber Moral setzt nun einmal Beherrschbarkeit der Emotion durch
irgendwelche rationalen Methoden voraus,

Vielfach - und die christlichen Traditionen sind darin Weltmeister - wird „Beherrschen“ sexueller Energie (Emotionen haben damit weniger zu tun) mit Unterdrücken, Verdrängen, Abwürgen verwechselt. Ganz im Stile orientalischer Despotie, wo dieser Habitus ja auch seine Vorbilder hat.

und genau diese Beherrschbarkeit wird durch die geschilderte Entwicklung starker Energie in Frage gestellt.

Die meisten Sexualprobleme, unter denen Menschen leiden, haben ihre Quelle nicht in mangelnder „Beherrschung“, sondern in mangelnder Fähigkeit, die Zügel fallen zu lassen. Die Ursachen dafür führen fast immer in den Horizont christlicher Sexual"moral" zurück.

Gruß

Metapher

Hallo Manor

Dann biete eine bessere :smile:. Konstruktive nicht destruktive
Kritik ist gefragt!

Ich sehe zwei Ansätze.

1.) Der Biologische
Im Tierreich gibt die unterschiedlichsten Formen. Es gibt Herden, mit einem männlichen Pascha und vielen weiblichen Tieren, es gibt monogame Partnerschaften, es Aufzucht ohne Partnerschaften, uvm…
Welche Präferenz liegt denn deiner Meinung nach beim Menschen vor? Wie lebte er vor der Existenz von Besitz

2.) Der Religiöse
Gott hat den Menschen paarweise erschaffen und die Ehe gestiftet. Die Polygamie wird als eine unschöne Ausnahmeregelung beschrieben.

Die Fortpflanzung und soziale Strukturen sind fundamentale Eigenschaften einer Spezies. Wie muss eine Umgebung aussehen, dass Antilopen aufhören Rudeltiere zu sein und Einzelgänger werden? Wie muß eine Umgebung aussehen, daß Rinder monogame lebenslange Partnerschaften bilden.

Ich finde die Idee, dass die Einführung von Besitz die Ursache der Monogamie beim Menschen ist, an den Haaren herbeigezogen. Bevor ich so etwas glauben, bräuchte ich einfach ein paar überzeugende Argumente.

Gruß
Carlos