Wut bei einer Beschwerde

Hallo Experten,

ich suche Hilfestellungen, wie man seine Wut kontrollieren bzw. „sinnvoll“ kanalisieren kann, wenn man z.B. ungerecht behandelt wurde und sich nun bei dem Verantwortlichen beschweren will.

Bei mir ist es so, dass ich häufig vor Wut kaum noch einen klaren Gedanken fassen kann bzw. nicht die richtigen Worte finde.

Natürlich kann man sich häufig vorher etwas zurecht legen, jedoch kommt es im Gespräch ja doch erstens anders und zweitens als man denkt. Außerdem verblüfft mich häufig die Unverfrorenheit mit der manche Menschen, obwohl sie klar im Unrecht sind, agieren.

Warte ich jedoch ab bis meine Wut verflogen ist, dann ist entweder der „richtige Moment“ zum Beschweren vorbei und es würde lächerlich/nachtragend klingen, jetzt nochmal diesbezüglich nachzuhaken. Außerdem besteht dann bei mir die Gefahr, dass ich nicht ernst genug bleiben kann, wenn ich die Sache anspreche, somit also auch nicht wirklich ernst genommen werde.

Dies alles ist übrigens primär nur bei Dingen der Fall, die mich persönlich emotional betreffen, eine Beschwerde im Namen von Anderen macht mir keine Probleme, da trage ich sachlich und bestimmt meinen Standpunkt vor.

Also, um es kurz zu machen, gibt es irgendwelche Übungen (z.B. eine bestimmte Form der Entspannung, Meditation, Strategien etc.) um einerseits den Pulsschlag wieder auf ein normales Niveau zu bringen andererseits aber nicht die „Energie“ bzw. den „Drive“ zu verlieren sich rechtzeitig so zu beschweren, dass man vom Anderen ernst genommen wird.

Bin gespannt auf eure Strategien…

Gruß,
Sax

Eine Nacht darüber schlafen …
… verlangen die Dienstvorschriften z.B. des bunten Heeres.

Je nach Schweregrad hilft 3 Mal tief durchatmen. In schwereren Fällen körperliche Betätigung (Spülen, Putzen und Bügeln helfen bei mir nicht, da zu wenig Konzentration/Intelligenz erfo.).

Oder: Erst mal schriftlich abfassen, in die Schublade legen und eben noch mit den Details frisch aus dem Gedächtnis am Tag danach erstbeschweren.

Gruß

Stefan

Hallo Sax,

Also, um es kurz zu machen, gibt es irgendwelche Übungen (z.B.
eine bestimmte Form der Entspannung, Meditation, Strategien
etc.) um einerseits den Pulsschlag wieder auf ein normales
Niveau zu bringen andererseits aber nicht die „Energie“ bzw.
den „Drive“ zu verlieren sich rechtzeitig so zu beschweren,
dass man vom Anderen ernst genommen wird.

Wut ist eine „Energie“, die irgendwie entladen werden will: Im schlimmsten Fall haut man dem Verursacher was auf die Glocke . . .

Mir hilft es sehr, in solchen Situationen mich beim/mit Sport auszupowern.

Hi Sax,

ich denke, dass diese Wut viel damit zu tun hat, wie man zu sich selbst steht. Jemand, der mit sich selbst im Einklang ist, dem kann auch ein „ungerechter“ Angriff nichts anhaben. Selbstwert, Selbstbewusstsein, alles dieses ist meiner Erfahrung nach nicht ausgeprägt vorhanden, wenn man auf solche Dinge mit „maßloser“ Wut reagiert.

Warum das mMn so ist? Hinter der Wut steht Angst. Angst, (mal wieder) tatsächlich etwas falsch gemacht zu haben, Angst, von jemandem(mal wieder) herabgewertet oder herabgewürdigt zu werden. Angst, nicht mehr Teil der Gruppe zu bleiben. Und auch die Angst, sich durch den drohenden Wutanfall selbst herab zu werten.

Der mMn beste Weg, aus diesem Dilemma rauszukommen, ist, an seinem Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu arbeiten. Selbstbewusste Menschen kommen mEn deutlich weniger mit unhaltbaren Anschuldigungen in Kontakt, da sich andere das nur bei Menschen erlauben,„mit denen sie sowas auch machen können“.

Ich hoffe, du kannst mit meiner Antwort was anfangen, ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg :smile: .

LG Michael

Hallo Sax,

auch ganz ohne Bundeswehr: Eine Nacht darüber schlafen ist auch nach meiner Erfahrung der beste Weg, mit der Wut zurechtzukommen. Diese hat stark körperliche Ursachen, die (stark vereinfacht ausgedrückt) mit bestimmten Gehirnaktivitäten, Hormonen und Botenstoffen zusammenhängen und damit überlegtes Handeln zugunsten von Instinktreaktionen zurückdrängt.

Diese sind sinnvoll, um dem Angriff eines Säbelzahntigers zu begegnen - der zwischenmenschlichen Kommunikation dienen sie nicht. Nach einer gewissen Zeit unterliegen diese Reiz-Reaktions-Mechanismen der Ermüdung und flauen ab und schaffen damit wieder Platz zum Denken.

Warte ich jedoch ab bis meine Wut verflogen ist, dann ist entweder der „richtige Moment“ zum Beschweren vorbei und es würde lächerlich/nachtragend klingen, jetzt nochmal diesbezüglich nachzuhaken.

Wenn du das selbst so bewertest, dann war es vermutlich auch gut so. Nicht alles, was einen situativ aufregt, muss man gleich und sofort klären. Im Gegenteil: Man erkennt die tatsächliche Bedeutung von Dingen erst wirklich klar, wenn man sie mit etwas Abstand betrachtet. Das Ganze nennt man auch „Impulskontrolle“ und die unterscheidet z.B. Kinder und pubertierende Teenager von Erwachsenen.

Die Tatsache, dass man nach abgeklungener Wut gute Argumente braucht, anstatt starke Gesten, würde ich eher als sinnvoll betrachten. Wenn es ums reine Kräftemessen geht, verliert man in hierarchischen Beziehungen als Untergebener unterm Strich ohnehin immer. In einem sachlichen Gespräch hat man zumindest die Chance, seine Interessen so zu vertreten, dass sie auch auf dem richtigen Ohr gehört werden.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo Sax,

einen Expertentip habe ich leider nicht, aber ich schildere Dir gerne mal was mir in ähnlichen Situationen hilft, vielleicht ist etwas brauchbares für Dich dabei.

Nicht dem ersten Impuls nachzugeben, sondern - wie hier bereits genannt wurde - eine Nacht drüber zu schlafen oder ein bisschen Zeit verstreichen zu lassen, halte ich erstmal für eine gute Idee. Auch ein kurzer Spaziergang um den Block kann helfen, um sich kurz aus der Situation herauszunehmen und wieder zu sammeln.

Wenn man sich gerade in einem Meeting oder in einer direkten Konfrontation befindet, und man merkt, dass einem der Kragen kurz vorm Platzen steht, kann man durchaus auch um Vertagung des Themas bitten, z.B. „Ich bin mit XYZ nicht einverstanden, aber ich merke gerade, dass das Thema mich aufbringt und es mir schwerfällt dabei sachlich und konstruktiv zu bleiben, daher würde ich die Diskussion gerne zu einem späteren Zeitpunkt weiterführen.“ Eine solche Reaktion finde ich kein Eingeständnis von Schwäche sondern im Gegenteil ziemlich souverän.

So, also der erste Impuls ist verraucht und ich bin kein wütender Racheengel mehr sondern wieder ein einigermaßen rationales Wesen, dann überlege ich mir: Warum will ich das Thema denn überhaupt (nochmal) ansprechen? Mit welchem Ziel gehe ich in die Unterhaltung? Was konkret will ich von meinem Gegenüber?

Ein Ziel ist z.B.: Entscheidung XYZ soll wieder rückgängig gemacht werden. Ein defekter Gegenstand soll durch einen funktionsfähigen ausgetauscht werden. Meine geleisteten Überstunden sollen ausbezahlt werden. Der Kollege soll zukünftig anderer Leute Erfolge nicht mehr als seine eigenen ausgeben. Der Nachbar soll seinen Hund nicht mehr in meinen Vorgarten kacken lassen. Die Freundin soll es in Zukunft unterlassen, weiterzutratschen was ich ihr anvertraue. Der Partner möge bitte zukünftig den Deckel der Zahnpastatube nach Benutzung draufschrauben. Oder, oder, oder.
„Ich wollte es nur nochmal gesagt haben“ ist übrigens KEIN Ziel! :wink:

Jetzt hast Du Dir überlegt, was Du bei Deinem Gegenüber anbringen möchtest, also kannst Du diese Forderung auch ganz sachlich vortragen. Argumente dafür hast Du ja. Entweder ganz handfeste wie „weil der Arbeitsvertrag / die Garantiebedingungen / etc. das vorsehen“ oder auch emotionale wie „weil mich das verletzt“ oder „weil ich ein solches Verhalten als unfair empfinde“.
Bei mir verlaufen solchen Unterhaltungen oft recht erfolgreich (=Ziel erreicht), wenn ich mich stark auf die sachliche Forderung hinter meiner Beschwerde fokussiere anstatt ausufernd über Ungerechtigkeiten oder Verletzungen zu lamentieren.

Hoffe, das hilft Dir ein bisschen weiter.

Viele Grüße
Kerstin

…danke, aber…
Hallo,

erst einmal vielen Dank für die Antworten, jedoch wollte ich unter vor allem auf die Fälle hinaus, bei denen man nicht „mal drüber schlafen“ kann, weil die Situation dann schon „vorbei“ ist.

z.B. folgende Beispiele (nicht die besten Beispiele, es fallen mir aber jetzt auf die Schnelle keine anderen ein):

  • Vermieter steht Samstag morgens um 7:00 Uhr unangekündigt vor dem Haus und beginnt im Garten mit irgendwelchen lautstarken Baumfäll-Arbeiten
  • Bedienung bedient erst gar nicht, dann langsam, dann falsch und wird am Ende evtl. noch frech
  • Nachbar mäht mit seinem Motor-Rasenmäher lautstark Sonntags um 20:00 Uhr seinen Rasen, so dass die kleine Tochter senkrecht im Bett steht
  • Auf dem Supermarkt-Parkplatz steigt der Nebenmann so komisch ein oder aus, dass seine Tür deftig gegen das eigene Auto ballert, darauf angesprochen meint er nur, die Delle war schon vorher drin
  • etc.

Gruß,
Sax

Hallo,
Wut ist gut, wenn‘s keine Identifikation mit dem eigen Gefühl ist.
Ein Problem entsteht dabei nur wenn sich Wut und Jähzorn verbinden, dann ist nix mit ein Nacht schlafen oder warten bis die Wut-Attake vorbei ist.
Da hilft nur erstmal die Schilddrüsenfunktion ärztlich untersuchen zu lassen, weil Schilddrüse für die Hormonsteuerung des Hypothalamus eine wichtig Funktion hat in so in der Lage ist, über spezialisierte Rezeptoren Körperfunktionen zu kontrollieren unter anderem eben auch die Entwicklung von Emotionen, wie Wut und Aggression.
Liegen keine körperlichen d.h. hormonellen Bedingungen für Wut vor, dann gibt’s wirksame Atemtherapien um die Wutenergie nutzbringend zu verwenden.
Mit Gruß
Tragant

Hallo,

die von dir genannten Beispiele sind meiner Meinung nach erst mal ganz normale „Konflikte“, keine Situationen, in denen man dem Gegenüber mit der Axt nachlaufen muss.

Wie reagierst du denn bisher auf sowas? Bist du grundsätzlich eher aufbrausend oder nur in solchen Sachen?

Grüße
wildpferd

Servus,

die von dir genannten Beispiele sind meiner Meinung nach erst
mal ganz normale „Konflikte“, keine Situationen, in denen man
dem Gegenüber mit der Axt nachlaufen muss.

Ähm, wo habe ich was von „Axt nachlaufen“ geschrieben?
Dies wäre doch dann wohl eher eine Form von Jähzorn, oder?
(Ich weiß schon, war übertragen gemeint.)

Wie reagierst du denn bisher auf sowas?

Nun, ich werde erstmal wütend, dann versuche ich in dieser Situation nach einer Lösung zu suchen, die mir aber - je nach Adrenalinspiegel - nicht wirklich einfallen will (am Tag danach fällt mir meist ein, was man hätte sagen können).

Daraufhin handele ich entweder und sage eben gerade das Erstbeste was mir in den Sinn kommt (und was evtl. nicht die beste Reaktion ist) oder lasse es auf sich beruhen, was allerdings nur zum Ärger über mich selbst führt.

Wenn ich was sage, dann geht es meistens in eine Richtung, die nicht unbedingt noch Spielraum für eine Kompromisslösung lassen.

So würde ich im Falle von Beispiel 1:
- Vermieter steht Samstag morgens um 7:00 Uhr unangekündigt vor dem Haus und beginnt im Garten mit irgendwelchen lautstarken Baumfäll-Arbeiten

möglicherweise irgendwie wie folgt reagieren (wobei das jetzt hier im Sessel nicht so einfach ist):
„Heh…was soll das bitte? Super, Sie haben uns jetzt alle aus dem Bett geworfen? Jetzt ist aber erst einmal Ruhe hier, ansonsten rufe ich die Polizei! Ist ja nicht zu glauben!“

…obwohl diese Antwort trifft es nicht so ganz, man müsste mal in einer akuten Situation die Sache aufnehmen…

Jedenfalls habe ich die Vorstellung, dass ich so etwas wie folgt sagen sollte:

„Entschuldigung, könnten Sie bitte Ihre Maßnahmen einstellen, danke. Ich wollte Ihnen sagen, dass ich es völlig unangemessen finde, dass Sie hier ohne Vorwarnung früh am Morgen und unangekündigt ihre Baumfällarbeiten durchführen, obwohl Sie ganz genau wissen, dass wir ein kleines Kind im Hause haben, welches nun durch Sie geweckt wurde. Ich gehe davon aus, dass Sie nun erst einmal bis neun Uhr warten, bevor Sie weitermachen und uns in Zukunft rechtzeitig informieren, danke!“

Bist du grundsätzlich
eher aufbrausend oder nur in solchen Sachen?

Es ist jetzt nicht so, dass ich mit geschwollener Halsschlagader dem Gegenüber Obszönitäten an den Kopf werfe oder mich Prügeln will, eher eine Form von „mangelnder Schlagfertigkeit aufgrund innerer Wut“.

Gruß,
Sax

Hallo,

in der Fotografie nennt man sowas „die Welt mit anderen Augen sehen…“!

So würde ich im Falle von Beispiel 1:
- Vermieter steht Samstag morgens um 7:00 Uhr unangekündigt
vor dem Haus und beginnt im Garten mit irgendwelchen
lautstarken Baumfäll-Arbeiten

möglicherweise irgendwie wie folgt reagieren (wobei das jetzt
hier im Sessel nicht so einfach ist):
„Heh…was soll das bitte? Super, Sie haben uns jetzt alle
aus dem Bett geworfen? Jetzt ist aber erst einmal Ruhe hier,
ansonsten rufe ich die Polizei! Ist ja nicht zu glauben!“

Darauf hin sagt der Vermieter zu Dir „…meine Frau ist letzte Woche gestorben und heute um 9 Uhr ist die Beerdigung.
Dieser Baum muss heute aber weg, denn er ist morsch und droht umzufallen!“

Was nun mit Deiner Wut?

Verflogen, weg, nicht mehr da…hast Du plötzlich Verständnis für sein Verhalten?!?

Warum sag ich dass alles?
Weil es (fast) genauso passiert ist. Leider erfuhr der Täter erst bei der Gerichtsverhandlung (Körperverletzung) von diesem Umstand.

Wut ist etwas, was einen Zeit und Geld kostet. Schütze Dich davor!

VG René

*ist dir sicher - hi sax !

bist du wütend,zähl Bis 4.
hilft das nicht,
dann explodier.

das rät der max&moritz-vater w.busch

jaja, die wut hat unmittelbar mit der angst zu tun, die die gedanken in einer solchen situation heraufbeschwören, ohne dass uns das bewusst ist.
und mit dem adrenalin, dass diese angst ausschüttet, obwohl ja gar kein säbelzahntiger uns gefährdet, sondern nur die gedanken die uns angst machen.

also:

  1. bis 4 zählen
  2. shauen ob ein sz-tiger neben dir steht- tief ein-und ausatmen, denn das entspannt.
  3. dann genau so wie du es beschrieben hast… das wäre vorbildlich! wenn du dann noch die größe hättest, deinen widersacher zum frühstück einzuladen, mmit den worten „wiir sind eh schon alle wach, der bäcker schläft noch, aber es ist noch die torte für heute nachmittag da……“

fg von iq13, die niiiemalsnienicht wütend wird…*lüüüüüüg

tipp der woche *grins
http://www.oliver-schnock.de/index.php?option=com_co…

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Eskali, eskala
Als Adressat von Beschwerdeschreiben erlebe ich oft das, was das Gegenüber besser vermieden hätte:

Schreiben, in den Umschlag, Briefmarke drauf, gelber Kasten.

Da sind oft grenzwertige Sachen dabei. Neulich hieß mich eine, in einem Schreiben an offizielle Stelle, „dieser Wichser hat …“.
Andere, weitaus harmlosere Ausbrüche sind der Normalfall.

Also: Schreib dir alles von der Seele, aber schick es eben nicht ab.

Dann leg den Brief zur Seite und mache etwas völlig anders. Bitte deine Frau, dir die Bügelwäsche anzuvertrauen, schneid dir Fußnägel oder trinke eine Flasche Bier und dann geh schlafen.

Am nächsten Tag schreibst du noch einen Brief und überlegst dabei, was der Addressat von dir halten soll und ob der Brief für dich so den beabsichtigten Erfolg hat.

To.i

Hi,

ich gehe mit Michael, der sagt, es ist eine Sache des Selbstbewusstseins, ob und in welchem Maße man wütend wird. Dir fehlt ein gerüttelt Maß an Gelassenheit und das dürfte sich nicht nur in Konfliktsituationen zeigen.

Vielleicht denkst Du einfach einmal darüber nach, dass Du Dir mit diesen Ausbrüchen ein schlechtes Gefühl verschaffst, das vielleicht noch länger in den Tag hineinweht und Dir die Laune vermasselt.

Für Deinen „Fall“ lege ich Dir das hervorragende Büchlein von Paul Watzlawick „Anleitung zum Unglücklichsein“ ans Herz.

Gruß,
Anja

Hallo,

Vermieter arbeitet samstags ab 7.00 Uhr,
aehm,

ist ein schlechtes Beispiel.

Wenn keine Lärmverordnung der Gemeinde /Stadt vorliegt oder eine Hauseigene Regelung, darf er werktags (das ist auch der Samstag) von 7.00 bis durchgängig! 20.00 Uhr Lärm machen. (TA Lärm Nr. 6.5)

grüße
miamei

Servus,

„rechtlich dürfen“ und „angemessenes Verhalten“ bzw. „Rücksichtnahme“ sind aber durchaus unterschiedliche Paar Schuhe…

Gruß,
Sax

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Servus,

ich gehe mit Michael, der sagt, es ist eine Sache des
Selbstbewusstseins, ob und in welchem Maße man wütend wird.
Dir fehlt ein gerüttelt Maß an Gelassenheit und das dürfte
sich nicht nur in Konfliktsituationen zeigen.

Schön, was ihr anhand eines einzigen Posts so alles zu bewerten vermögt :wink:. Komisch nur, dass mich meine Mitmenschen in der Regel als äußerst gelassen beschreiben.

Vielleicht denkst Du einfach einmal darüber nach, dass Du Dir
mit diesen Ausbrüchen ein schlechtes Gefühl verschaffst, das
vielleicht noch länger in den Tag hineinweht und Dir die Laune
vermasselt.

Das ist doch gar nicht der Fall. Wenn es mir (leider zu selten) gelingt mit angemessenen Worten meiner Wut Luft zu machen, dann fühle ich mich prima danach. Schlecht fühle ich mich vor allem, wenn ich aus Mangel an Worten mit unterdrückter Wut schweige.

Gruß,
Sax

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Hallo,

wenn ich die meisten Antworten so lese frage ich mich nun doch, ob ihr euch überhaupt in Konfliktsituationen beschwert bzw. ob ihr wirklich in solchen Situationen so wenig empfindet.

Ist dies evtl. lediglich der Effekt dieses Forums, dass man, zurückgelehnt im Computerstuhl, jenseits jeglicher echter Konfliktsituation, geschützt in einer gewissen Anonymität, dazu neigt eher theoretische Lösungen vorzuschlagen?

Ich kann kaum glauben, dass es den meisten aufgrund ihres überragenden Selbstwertgefühls egal sein soll, wenn sie mal wieder im Straßenverkehr gefährlich geschnitten werden und nur mit einer Vollbremsung noch den Unfall vermeiden konnten.

Oder dass andere, wenn der Nachbar mal wieder seinen Hund das Häufchen in den eigenen Vorgarten machen lässt und in welches man gerade feuchtwarm hineingetreten ist, erst einmal einen Brief schreiben, um ihn danach zu verbrennen oder beruhigt schlafen gehen, um dann am nächsten Morgen bei einem Tee eine entspannte Unterhaltung zu suchen.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass einige, wenn ihre kleine Tochter beinahe von einem Fahrradfahrer überfahren wird, sich die Zeit nehmen, sich in die Rolle des Fahrradfahrers hineinzuversetzen, um dann voller Verständnis anzunehmen, dass dieser bestimmt ganz eilig seine sterbende Großmutter im Krankenhaus besuchen musste…

Also, bitte ein wenig mehr Mut zu ehrlichen Antworten:wink:.

Gruß,
Sax

Servus,

danke Dir, endlich mal eine ehrliche Antwort.

Gruß,
Sax

Servus,

entschuldige, aber mir kommt das nun doch ein wenig konstruiert vor.

In Einzelfällen mag es wirklich mal so laufen, jedoch wette ich einfach mal mit Dir, dass in 99 von 100 Fällen Konflikte eher aus Rücksichtslosigkeit, Unbedachtheit oder einfach nur Dummheit entstehen.

Nur ganz selten hat jemand mal eine wirklich entschuldigende Erklärung für rücksichtsloses Verhalten.

Weiterhin finde ich überzogen davon auszugehen, dass jede Auseinandersetzung unweigerlich in Körperverletzung und Gerichtsverhandlung münden muss (jedenfalls scheinst Du das zu unterstellen).

Last but not least, glaube ich das unterdrückte Wut auch nicht die Lösung sein kann (schon mal den Film „die Wutprobe“ gesehen), vielmehr suche ich nach guten Wegen der Kanalisation, d.h. Wegen, die mir erstens zu meinem Recht verhelfen, zweitens mir ein Ventil für meinen Ärger lassen und drittens eine Form haben, die nichts irreparabel in Brüche legt.

Gruß,
Sax

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