Yoga ist Sünde?! :)

Jeder soll tun und lassen was er will, sofern er die Freiheit
anderer nicht einschränkt. Ein Mufti, Rabi oder Priester kann
Regeln erstellen wie er lustig ist, das ist seine Freiheit,
solange er nicht anfängt diese Regeln bzw. deren Einhaltung
anderen aufzuzwingen.

grüße, rené
lächelnd zurück :smile:

Darf denn auch eine Frau ein Kopftuch in der Schule tragen?

Gruss, Omar Abo-Namous

Hallo,

Ja, aber wir in Deutschland *zwinker* wissen ja, dass diese
Freiheit sehr relativ ist. Um wie im Beispiel Kopftuchverbot
zu argumentieren: Die haben sich an ägyptische Gepflogenheiten
anzupassen!

Das ist halt der Haken. Gelten meine für selbstverständlich
erachteten Menschenrechte wirklich für jeden? Wenn ja, muß
ich überall auf ihre Einhaltung achten. Wenn nein, hab ich
eine
ganze Menge Ärger und Konflikte gespart … oder aber nur nach
hinten (zeitlich) verlegt.

Was genau ist der Haken? Auch in Deutschland darf man nicht alles tun und lassen. Warum wird nur in islamischen Ländern darauf bestanden, dass die Menschenrechte in ihrer liberalsten Form den Menschen aufgedrückt werden??

Also hier mit den Menschenrechten zu argumentieren ist
unpassend aus den verschiedensten Gründen.

Gleiches Problem wie oben. Gelten die Menschenrechte wie ich
sie aus Deutschland kenne universell?

Müssen sie? Wenn ja, dann müssen wir tatsächlich an Bush’s Kriegen teilnehmen, da wir dann genau wie er unsere Mission klar vor Augen sehen…

Gib den Menschen Bildung und individuelle Freiheiten, wenn sie
dann immer noch den Mutis folgen kann ich auch nix mehr
machen.

Kommt darauf an, welche Bildung du meinst: Wenn es um Naturwissenschaften, Philosophie, Sprachen usw. geht, so glaube ich nicht, dass diese die Menschen von ihrem Glauben fernhalten werden. Zur goldenen Zeit der Wissenschaft und Philosophie im islamischen Reich waren die Menschen trotzdem sehr religiös. Und bitte sag nicht, dass sie unterdrückt wurden, bevor du nicht wirklich extensive Recherchen betreibst.

Schön, dass du das einsiehst. Aber genau das soll doch so ein
Spiegelartikel bezwecken.

Hmmm, ich verstehe zwar nicht deine Abneigung gegenüber dem
Spiegel, aber andererseits gibt es auch viele „positive“
Artikel darin zum Thema Islam, also ist das nicht die
Intention
des Spiegels, sondern wenn überhaupt die des jeweiligen
Autors.

Im Allgemeinen ist das Niveau des Spiegels sehr niedrig geworden. Was den Islam angeht, so hat der Spiegel eine sehr feindselige Haltung gegenüber Muslimen. Ich kann mich nicht an einen Artikel erinnern, der beispielsweise positiv über Muslime in Deutschland/Europa berichtet hat.

Gruss, Omar Abo-Namous

Hi :smile:

Darf denn auch eine Frau ein Kopftuch in der Schule tragen?

Natürlich nicht. Genausowenig wie ein Kreuz, eine Kutte,
eine Kippa, oder oder. In Schulen bzw. öffentliche Institutionen
(Gericht, Polizei, Ämter) haben religiöse Symbole nichts verloren.
Und für mich ist ein Kopftuch eher als religöses Symbol einzustufen
denn als reines Kleidungsstück.

grüße, rené

Hi :smile:

Was genau ist der Haken? Auch in Deutschland darf man nicht
alles tun und lassen. Warum wird nur in islamischen Ländern
darauf bestanden, dass die Menschenrechte in ihrer liberalsten
Form den Menschen aufgedrückt werden??

Wie kommst du darauf, daß ich mich mit meinen Äußerungen auf
islamische bzw. islamisch geprägte Länder beschränke? Ich besteh
auch auf Einhaltung der Grundrechte hier in Deutschland. Aber
ich kann ja schlecht bei jedem kritischen Kommentar gleich
2000 Fußnoten dranhängen, was ich sonst noch alles schlecht
bzw. für verbesserungswürdig halte.

@Haken: Der besteht in der Frage, ob Menschenrechte absolut
betrachtet werden können und somit für jeden Menschen auf
der Erde gelten. Oder sind sie nur eine Vorstellung der westlichen
Gesellschaft und bleiben auch darauf beschränkt?

Müssen sie? Wenn ja, dann müssen wir tatsächlich an Bush’s
Kriegen teilnehmen, da wir dann genau wie er unsere Mission
klar vor Augen sehen…

Die Mittel um diese Grundrechte „durchzusetzen“ können aber
durchaus anderer Natur als brutale Gewalt und Krieg sein, oder?
Zumal ihm nicht daran liegt, Menschenrechte zu transportieren.
Wahrscheinlich weiß er nicht mal, wie das buchstabiert wird.

Kommt darauf an, welche Bildung du meinst: Wenn es um
Naturwissenschaften, Philosophie, Sprachen usw. geht, so
glaube ich nicht, dass diese die Menschen von ihrem Glauben
fernhalten werden. Zur goldenen Zeit der Wissenschaft und
Philosophie im islamischen Reich waren die Menschen trotzdem
sehr religiös. Und bitte sag nicht, dass sie unterdrückt
wurden, bevor du nicht wirklich extensive Recherchen
betreibst.

Gemessen an unserem heutigen Wissenstand, dem Wissen über
andere Kulturen und das Wissen darüber, wohin religiöse
Verblendung bzw. Überzeugungen führen können. Auch dürfte
das Wissen um Menschenrechte den ein oder anderen zum
Überlegen bringen, was humane Strafarten sind.

Im Allgemeinen ist das Niveau des Spiegels sehr niedrig
geworden. Was den Islam angeht, so hat der Spiegel eine sehr
feindselige Haltung gegenüber Muslimen. Ich kann mich nicht an
einen Artikel erinnern, der beispielsweise positiv über
Muslime in Deutschland/Europa berichtet hat.

Also bzgl. der feinseligen Haltung kann ich das nicht direkt
bestätigen. Was das Niveau betrifft kann ich aber teilweise zustimmen,
doch sollte wohl klar sein, daß der Spiegel nicht die einzige,
wahrheitsverkündende Zeitung bzw. Online-Newspaper ist.

grüße, rené

Hi :smile:

Darf denn auch eine Frau ein Kopftuch in der Schule tragen?

Natürlich nicht. Genausowenig wie ein Kreuz, eine Kutte,
eine Kippa, oder oder. In Schulen bzw. öffentliche
Institutionen
(Gericht, Polizei, Ämter) haben religiöse Symbole nichts
verloren.

Danke sehr! Also soviel zu persönlicher und individueller Entfaltunsfreiheit. Nicht zu sprechen von der Religionsfreiheit. Du wirst mit allem möglichen antworten. Aber fakt ist: Für dich ist die Entfaltungsfreiheit der muslimischen Lehrerin relativ, aber nicht die eines Yogabetreibers?

Und für mich ist ein Kopftuch eher als religöses Symbol
einzustufen
denn als reines Kleidungsstück.

Und diesen Fundamentalismus willst du in Deutschland durchsetzen, in dem du keine Beweise liefern musst (für mich ist es…)? Na dann, gute Nacht Deutschland UND gute Nacht Grundrechte.

Gruss, Omar Abo-Namous

Und diesen Fundamentalismus willst du in Deutschland
durchsetzen, in dem du keine Beweise liefern musst (für mich
ist es…)? Na dann, gute Nacht Deutschland UND gute Nacht
Grundrechte.

In allen Diskussionen mit Muslimen kam im Laufe der Zeit zum
Vorschein, daß das Kopftuch kein reines Kleidungsstück ist,
sondern daß die Trägerinnen und auch die männlichen Befürworter
dies sehr wohl als religiöses Symbol und als wichtig für ihre
Außendarstellung erachten.

Und darüberhinaus verbiete ich nicht explizit das Kopftuch,
sondern für mich haben generell religiöse Symbole nichts in
der Schule verloren. Und hier besteht halt ein Konflikt der
sich nicht so simpel wie du es darstellst lösen läßt.

grüße, rené

Hallo,

das mit den anderen Religionen ist noch nachvollziehbar - aber
„andere Kulturen nachmachen“ soll ebenso verboten sein?

Zumal der Islam selbst ja keine Kultur ist, sondern nur parallel zur arabischen Kultur gewachsen ist. Außerdem sind nach islamischer Vorstellung ja alle Menschen dazu aufgerufen zu konvertieren. Die müssen dann alle komplett Ihre Kultur aufgeben?

Grüße,

Anwar

Du widersprichst Dir selbst und dem Grundgesetz
Hallo René,

Darf denn auch eine Frau ein Kopftuch in der Schule tragen?

Natürlich nicht. Genausowenig wie ein Kreuz, eine Kutte,
eine Kippa, oder oder. In Schulen bzw. öffentliche
Institutionen
(Gericht, Polizei, Ämter) haben religiöse Symbole nichts
verloren.

Das stimmt so jawohl nicht. Vielmehr bejaht unser Grundgesetz ja gerade die Existenz von (allen) Religionen. Das Du dann ein Mädchen per Gesetz dazu zwingen willst in die Schule zu gehen (Schulpflicht) und sie dann mit dem Argument, dass sie ja nun eine öffentliche Einrichtung besuche, ihres Kopftuchs berauben willst, finde ich ungefähr auf der selben Stufe, wie die Yoga-Sache… Nein, eigentlich finde ich Deinen Antireligionismus sogar noch schlimmer, der Mufti hat ja wenigstens nur anderen Muslimen Vorschriften gemacht.
Wenn es gegen Krichen geht, dann bin ich gerne vorne mit dem Knüppel dabei, aber wenn es gegen die persönliche Religiösität geht, hört bei mir der Spaß auf.
Selbst wenn Du Dich nur auf Lehrer(innen) beziehst, finde ich das Argument scheinheilig: Mein Bio-Lehrer durfte offen seine kommunistische Gesinnung zur Schau stellen (inkl. aller Paraphernalia, die dazu gehören), aber einem Christen oder einer Muslima soll dies verboten sein? Absurd.
Was kommt alls nächstes? Verbot einen Vollbart zu tragen (im Islam auch höchst symolträchtig!)?

Grüße,

Anwar

Hiho :smile:

Das stimmt so jawohl nicht. Vielmehr bejaht unser Grundgesetz
ja gerade die Existenz von (allen) Religionen. Das Du dann ein

Ja, und wir streben nach der Trennung von Staat und Kirche bzw.
religiösen Institutionen. Von daher ist es nur logisch, daß
Schulen diese Trennung beherzigen und die Religion aussen
vorlassen.

Mädchen per Gesetz dazu zwingen willst in die Schule zu gehen
(Schulpflicht) und sie dann mit dem Argument, dass sie ja nun
eine öffentliche Einrichtung besuche, ihres Kopftuchs berauben
willst, finde ich ungefähr auf der selben Stufe, wie die
Yoga-Sache… Nein, eigentlich finde ich Deinen
Antireligionismus sogar noch schlimmer, der Mufti hat ja
wenigstens nur anderen Muslimen Vorschriften gemacht.

Der Mufti macht aber für alle Lebenslagen Vorschriften, das
tue ich nicht. Denn die Einschränkung gilt nur in
öffentlichen Einrichtungen. Was außerhalb gemacht wird, ist
von keiner Regelung betroffen. Wenn der Mufti verbietet, beim
Freitagsmosche kein Yoga-Training zu machen, werd ich das wohl
kaum reklamieren, aber wenn er dies für den Privatbereich
macht ist es etwas anderes.

Wenn es gegen Krichen geht, dann bin ich gerne vorne mit dem
Knüppel dabei, aber wenn es gegen die persönliche Religiösität
geht, hört bei mir der Spaß auf.

Und die persönliche Religiösität hört dort auf, wo z.B. Kinder
erzogen werden. Und in erster Linie sollten sie in der Schule
keine religiösen Symbole vorgesetzt bekommen.

Selbst wenn Du Dich nur auf Lehrer(innen) beziehst, finde ich
das Argument scheinheilig: Mein Bio-Lehrer durfte offen seine
kommunistische Gesinnung zur Schau stellen (inkl. aller
Paraphernalia, die dazu gehören), aber einem Christen oder
einer Muslima soll dies verboten sein? Absurd.

Das hätte der Biolehrer aber auch nicht machen dürfen, bzw.
man hätte sich durchaus dagegen wehren können. Lehrer sind
zu einer gewissen Neutralität verpflichtet, daß das nicht
machbar ist weil es sich im Menschen handelt und Theorie und
Praxis nunmal zwei paar Schuhe sind ist mir auch klar.

Was kommt alls nächstes? Verbot einen Vollbart zu tragen (im
Islam auch höchst symolträchtig!)?

Sicherlich eine Diskussionsgrundlage :smile:
Andererseits: Was ist, wenn ein auf die Stirn tätowierter Penis
für ein Naturvolk ein unglaublich wichtiges Symbol wäre und
er wäre Lehrer eines muslimischen Kindes in Berlin-Mitte?
Wie weit geht dann die Toleranz bei dir bzgl. religiöser
Symbole?

grüße, rené

Muslime sollen auf keinen Fall andere Religionen/Kulturen
nachmachen.

gilt ebenfalls im judentum. auch dort sind yoga und andere fernöstliche praktiken verpönt. bei den religiösen natürlich. immer wieder erstaunlich wie nahe der islam dem judentum doch steht.

datafox

Und ja, ich sehe das, was der Mufti gemacht hat als Straftat.

LOL. das ist aber jetzt wirklich lustig! ich finde das genaue gegenteil. der mufti hat wie alle anderen ein recht zur freien meinungsäußerung (zumindest hätte er das hier - wie es in seinem land aussieht weiß ich nicht.) jeder soll soviel reden wie er möchte. dazu gehört auch, den anhängern seiner eigenen rel. gemeinschaft vorzuschlagen wie sie besser zu leben haben. ist völlig legitim. und wens nicht betrifft -> reissack. ich hoffe du regst dich nicht über den papst ebenso auf :smile:

gruß
datafox

Hallo René-

Die Argumentation von dir könnte ich aber auch auf beliebige
andere Straftaten ausweiten.

Andere Straftaten? Irgendwie habe ich wohl einen anderen Eingangsartikel gelesen als du, weil zu Straftaten kann ich dort nichts finden.

Was interessiert mich der Totschlag oder Diebstahl oder Betrug
oder oder oder. Tangiert mich doch nicht.

Der Vergleich scheint weit hergeholt oder? Womit wir wieder bei meiner Anmerkung sind, warum solche religiöse Aussagen gleich zu solchen Gewaltfantasien führen. Füllst Du dich angegriffen oder ungerecht behandelt, dadurch das Anhänger des Muftis kein Yoga mehr ausüben werden?

Und ja, ich sehe das, was der Mufti gemacht hat als Straftat.
Denn er beschneidet meiner Meinung nach elementare Grundrechte
eines Menschen.

Äh, wie?

Und ja, es interessiert mich auch, wenn Menschen am Popo der
Welt unterdrückt werden.

Machmal denke ich, dass es einigen Teilnehmern hier einfach zu gut geht, um noch zu wissen, was Unterdrückung und Leid wirklich ist. Eine religiöse Aussage über Yoga ist nun wirklich etwas anderes.

Und in meinem Bekanntenkreis durchaus mit Erfolg :smile:)

Wie willst Du hier aufklären, wo du doch selber keine Ahnung von der Materie hast? Entschuldige, aber Aufklärung ist nun wirklich etwas anderes und wenn du dafür eintritts, dann versuche erst einmal die Entscheidung des Muftis nachzuvollziehen. Aufklärung kann wenn nur hier ansetzen. Alles andere ist Ignoranz und Gewalt.

Scholem,
Eli

Artikel 2 GG Absatz 1
„…freie Entfaltung der Persönlichkeit…“

Nu, jeder kann doch nach wie vor noch Yoga machen oder? Ausserdem gilt dieser Artikel wohl kaum in Ägypten.

Eigentlich nicht. Mir reicht schon, wenn sich die Mehrheit
an gewisse Grundrechte hält. Ich erachte diese Grundrechte als
Maßstab für alle, auch wenn ich weiß daß das nicht sehr
realistisch ist. Muftis bzw. religiöse Führer gleich welcher
Art sind für mich genau das Gegenteil der Idee die hinter
den Grundrechten steht.

Die Idee ist also das nur die Mehrheit die Minderheiten unterdrücken darf?

Nagut, vllt. hab ich mich nicht schnell genug abreagiert um
das Posting zu unterlassen.

Nach wie vor halte ich das für den interessantesten Punkt hier, warum dieses hier überhaupt jemand erregt. Hast Du darauf eine genauere Antwort?

Es gibt auch andere Fatwas, nach deren Auslegung Leute zu Tode
gekommen sind. Also so harmlos ist das dann auch wieder nicht.
Ich habe generell ein Verständnisproblem für diese Form
der Rechtssprechung bzw. Gesetzerstellung.

Nu, du fährst vielleicht Auto? Weißt Du wieviele Leute durch deren Anwendung zu Tode gekommen sind. Also so harmlos ist das dann auch wieder nicht. Ich habe…

Allgemein kann ich dazu nur sagen, dass durch jede Handlungsart von uns irgenwann, irgendwo jemand zu Tode gekommen ist. Dieses allein reicht wohl kaum aus, um diese Handlung verbieten zu wollen oder sich darüber aufregen zu wollen.

Scholem,
Eli

Ja, und wir streben nach der Trennung von Staat und Kirche
bzw. religiösen Institutionen. Von daher ist es nur logisch, daß
Schulen diese Trennung beherzigen und die Religion aussen
vorlassen.

Eben, wir trenn Staat und Kirche und eben nicht Staat und Religion. Letzteres ist nämlich durch das Grundgesetzt geschützt, ersteres verlangt.

Somit ist es unsinnig, dass hier die Mehrheit einfach eine Minderheit unterdrückt, mit dem Argument der Trennung. Letzteres kann dazu führen, dass es in der Schule keine Kruzifixe an den Wänden gibt, keinen Religionsunterricht (wäre der nicht auch im Grundgesetz verankert) usw. aber eben nicht, wie sich Religiöse zu verhalten haben. Wie war das noch mir der vollen Entfaltung der Persönlichkeit?

Der Mufti macht aber für alle Lebenslagen Vorschriften, das
tue ich nicht. Denn die Einschränkung gilt nur in
öffentlichen Einrichtungen. Was außerhalb gemacht wird, ist
von keiner Regelung betroffen.

Ist das bei dem Mufti so anders? Ausserdem ist es absurd hier zu trennen, da jeder auch in öffentlichen Einrichtungen, wenn diese verpflichtend sind, seine Privatheit hat, welche zu schützen ist. Und Kopftücher sind nun wirklich alles andere als öffentlich.

Wenn der Mufti verbietet, beim Freitagsmosche kein Yoga-Training
zu machen, werd ich das wohl kaum reklamieren, aber wenn er dies
für en Privatbereich macht ist es etwas anderes.

Ab diesem Punkt müssten wir die Fatwa kennen, um dieses hier noch bewerten zu können. Bis dahin erübrigt sich jede weitere Diskussion hierüber.

Und die persönliche Religiösität hört dort auf, wo z.B. Kinder
erzogen werden. Und in erster Linie sollten sie in der Schule
keine religiösen Symbole vorgesetzt bekommen.

Bekommen sie ja auch nicht, da die Kinder selbst eben nicht Eigentum der Schule sind, sondern dort mit ihrer Privatheit leben. Hierfür gelten Grenzen in der Schule und beim Eingriff in die Kleidung ohne zwingenden Grund sehe ich diese verletzt. Der Mufti hat immerhin gewichtige Gründe.

Andererseits: Was ist, wenn ein auf die Stirn tätowierter
Penis für ein Naturvolk ein unglaublich wichtiges Symbol wäre und
er wäre Lehrer eines muslimischen Kindes in Berlin-Mitte?

Ja, wo wäre das Problem?

Wie weit geht dann die Toleranz bei dir bzgl. religiöser
Symbole?

Sehr weit, weil diese miteinschließt, dass ich akzeptiere, dass wir Menschen verschieden sind, dieses ein Wert ist und zu schützen ist, solange andere dadurch nicht unverhältnis mässig eingeschränkt werden. Weder ein Kopftuch, noch eine kommunistische Gesinnung noch ein Penis würde für mich dazu gehören.

Ja, ich bin der Aufklärung verpflichtet :wink:

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In allen Diskussionen mit Muslimen kam im Laufe der Zeit zum
Vorschein, daß das Kopftuch kein reines Kleidungsstück ist,
sondern daß die Trägerinnen und auch die männlichen
Befürworter dies sehr wohl als religiöses Symbol und als
wichtig für ihre Außendarstellung erachten.

Genauso wie lange Bluse und Hose bzw. Rock. Sicherlich ist die Art der Kleidung religiös motiviert, aber ebenso ist diese selbst kein religiöses Symbol. Dieses kann man schon alleine daran sehen, dass es durch beliebige andere ersetzt werden kann, welche die gleiche Funktion erfüllen (Perücken, Mützen). Analog verhält es sich bei der Kippa, welche auch kein religiöse Kleidungsstück ist, ebenso wie eine Lederhose oder Motorradstiefel. Alle diese erfüllen eine bestimmte Funktion und haben sich in der Tradition so herausgebildet. So kann ich auch jede andere Kopfbedeckung tragen. Nur ohne ist ausgeschlossen, da nach meiner Definition ich dann nicht g’ttgefällig bzw. nakt bin.

Scholem,
Eli

Mädchen per Gesetz dazu zwingen willst in die Schule zu gehen
Wenn es gegen Krichen geht, dann bin ich gerne vorne mit dem
Knüppel dabei, aber wenn es gegen die persönliche Religiösität
geht, hört bei mir der Spaß auf.

Und die persönliche Religiösität hört dort auf, wo z.B. Kinder
erzogen werden. Und in erster Linie sollten sie in der Schule
keine religiösen Symbole vorgesetzt bekommen.

Warum denn das? Damit die Kinder Areligiös erzogen werden? Ist es nicht gerade richtig, ihnen so viele Religionen zu zeigen, wie nur möglich, damit sie sich später bei ihrer Entscheidung auf ihre eigenen Erfahrungen stützen können? Was ich meine ist: Wenn religiöse Symbole indoktrinieren, dann tut das das Fehlen dieser religiösen Zeichen erst recht.

Was kommt alls nächstes? Verbot einen Vollbart zu tragen (im
Islam auch höchst symolträchtig!)?

Sicherlich eine Diskussionsgrundlage :smile:

Na klar, wenn wir schon dabei sind: Muslimische Männer müssen Hosen tragen bis zu den Knien! Verbieten wir die auch gleich. Vor allem im Sportunterricht.

Andererseits: Was ist, wenn ein auf die Stirn tätowierter
Penis
für ein Naturvolk ein unglaublich wichtiges Symbol wäre und
er wäre Lehrer eines muslimischen Kindes in Berlin-Mitte?
Wie weit geht dann die Toleranz bei dir bzgl. religiöser
Symbole?

Solange dieser Lehrer ansonsten nicht exibitionistisch veranlagt ist, sollte das kein Problem sein. Natürlich werden Muslime kein Verständnis für sowas haben, solange ihnen das Recht auf religiöse Entfaltung nicht gewährt wird!

Gruss, Omar Abo-Namous

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Und diesen Fundamentalismus willst du in Deutschland
durchsetzen, in dem du keine Beweise liefern musst (für mich
ist es…)? Na dann, gute Nacht Deutschland UND gute Nacht
Grundrechte.

In allen Diskussionen mit Muslimen kam im Laufe der Zeit zum
Vorschein, daß das Kopftuch kein reines Kleidungsstück ist,
sondern daß die Trägerinnen und auch die männlichen
Befürworter
dies sehr wohl als religiöses Symbol und als wichtig für ihre
Außendarstellung erachten.

Welche Diskussionen meinst du denn? Eli ist schon darauf eingegangen, aber ich wiederhole es gerne: Das Kopftuch erfüllt eine Funktion. Wenn das design nicht gut ist, dann wird ein neues angefertigt. Früher waren es mehr Schleier, die in die andere Kleidung überging. Heute sind es zumeist Kopftücher, obwohl sie sich in Form und Farbe sehr stark unterscheiden.

Ein Direktor wollte vor kurzem zwei Mädchen verbieten, mit Kopftuch in die Schule zu kommen. Zuvor hatte er schon mehreren Mädchen das Kopftuchtragen in der Schule verboten. Am Anfang sagte er, er wolle, dass die Schule harmonischer funktioniert. Diese Mädchen haben sich bei ihren Eltern beschwert, der Vater ist hingegangen und da hat er von diesem Direktor erfahren, dass seine Töchter so nicht am Sportunterricht teilnehmen könnten. Das ist also schon wieder was anderes! Er sprach von einer Gefahr der „Strangulation“. Naja, abgesehen davon, ob diese Gefahr tatsächlich besteht, hat nun der Vater einen Kompromiss vorgeschlagen: Es gibt Kopfbedeckungen, die wie die Wintermasken für kleine Kinder einfach übergestülpt werden. Bei denen kann keine Gefahr sein, da sie enganliegen.

Was ich sagen will ist, dass die Kopfbedeckung durchaus verschiedenste Formen annehmen kann. Hier in Hannover gibt es eine bekannte Muslima, die eine vollkommen andere Art hat, ihre Haare zu bedecken. Sie benutzt eine Mütze und einen Schal.

Gruss, Omar Abo-Namous

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Hallo Eli,

sehr schön, da habe ich (außer einem Stern) fast nichts hinzuzufügen. :smile:

Grüße,

Anwar

Halo René,

Ja, und wir streben nach der Trennung von Staat und Kirche
bzw.
religiösen Institutionen. Von daher ist es nur logisch, daß
Schulen diese Trennung beherzigen und die Religion aussen
vorlassen.

Wie von Eli schon gesagt: Das GG trennt Staat und Kirche. Religionen/Religösität ist hingegen explizit geschützt.

Der Mufti macht aber für alle Lebenslagen Vorschriften, das
tue ich nicht. Denn die Einschränkung gilt nur in
öffentlichen Einrichtungen. Was außerhalb gemacht wird, ist
von keiner Regelung betroffen.

Du zwingst aber Leute in diese öffentlichen Einrichtungen (Schulpflicht), somit ist es eben auch eine Vorschrift, die alle trifft, vor der es kein entrinnen gibt!

Wenn der Mufti verbietet, beim
Freitagsmosche kein Yoga-Training zu machen, werd ich das wohl
kaum reklamieren, aber wenn er dies für den Privatbereich
macht ist es etwas anderes.

Er wendet sich mit diesem „Verbot“ ja nicht mal an alle Menschen (sondern nur „seine“ Muslime). insofern kann ich das Argument überhaupt nicht verstehen.

Und die persönliche Religiösität hört dort auf, wo z.B. Kinder
erzogen werden. Und in erster Linie sollten sie in der Schule
keine religiösen Symbole vorgesetzt bekommen.

Du begibst Dich da in eine Position, die kaum zu überschauen ist. Wenn Leher zur „Neutralität“ verpflichtet sind, dann sag mal bitte was zu folgenden Fällen aus meiner Schulzeit, wo ziehst Du die Grenze?

  • Meine Englischlehrerin war bekennender USA-Fan, überhaupt erst der Grund, warum sie Englisch studiert hat.
  • Mein Geo-Lehrer war bekennender Werder-Bremen Fan. Er hat sogar (OMG!) sich mit Schülern zu den Spielen verabredet!!
  • Selber Geo-Lehrer war außerdem Mitglied in einer Internationalen Hilfsorganisation und hat das auch nicht verheimlicht!
  • Bio-Lehrer hatten wir schon. Eine Politiklehrerin war übrigens die Frau des Bildungssenators (SPD) und auch selbst in der SPD. Auch nicht gerade neutral.
  • Ein anderer Bio-Lehrer war Veganer. Auch so eine Art Religion.

Bis auf die Poli-Lehrerin bin ich übrigens mit allen gut ausgekommen, auch wenn ich weder Kommunist, noch Fußball-Fan, noch Veganer bin/war. Das Geheimnis dahinter ist natürlich, dass man zwar z.B. vom Geo-Lehrer wusste, dass er WB-Fan war, aber dies hatte mit seinem Unterricht gar nichts zu tun. Warum eine muslimische Mathelehrerin nun schlechteren oder religiös gefärbten Matheunterricht erteilen soll (und wie im Matheunterricht überhaupt eine religöse Färbung eingeflochten werden kann), das kannst Du mir bitte erklären.

Was kommt alls nächstes? Verbot einen Vollbart zu tragen (im
Islam auch höchst symolträchtig!)?

Sicherlich eine Diskussionsgrundlage :smile:

Schade das hier keine Einsicht kommt. :smile:
Ich dachte, dass das ein wirklich gutes Argument von mir sei, um den Unsinn einer solchen Regelung aufzuzeigen.

Andererseits: Was ist, wenn ein auf die Stirn tätowierter
Penis
für ein Naturvolk ein unglaublich wichtiges Symbol wäre und
er wäre Lehrer eines muslimischen Kindes in Berlin-Mitte?
Wie weit geht dann die Toleranz bei dir bzgl. religiöser
Symbole?

Damit hätte ich 0,0 Problem. Ich finde den ganzen Affentanz, der in unserer Gesellschaft um Nacktheit gemacht wird sowieso albern. Von der damit verbundenen Bigotterie (ich sage nur Bild-Zeitung-Cover-Girl) mal ganz zu schweigen. Oder darf man die Bild-Zeitung als Lehrer auch nicht mit in die Schule bringen?

Grüße,

Anwar

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Hi,

gilt ebenfalls im judentum. auch dort sind yoga und andere
fernöstliche praktiken verpönt. bei den religiösen natürlich.
immer wieder erstaunlich wie nahe der islam dem judentum doch
steht.

Kein Wunder, die Hälfte ist abgeschrieben. :smile:

Grüße,

Anwar