Ja, und wir streben nach der Trennung von Staat und Kirche
bzw. religiösen Institutionen. Von daher ist es nur logisch, daß
Schulen diese Trennung beherzigen und die Religion aussen
vorlassen.
Eben, wir trenn Staat und Kirche und eben nicht Staat und Religion. Letzteres ist nämlich durch das Grundgesetzt geschützt, ersteres verlangt.
Somit ist es unsinnig, dass hier die Mehrheit einfach eine Minderheit unterdrückt, mit dem Argument der Trennung. Letzteres kann dazu führen, dass es in der Schule keine Kruzifixe an den Wänden gibt, keinen Religionsunterricht (wäre der nicht auch im Grundgesetz verankert) usw. aber eben nicht, wie sich Religiöse zu verhalten haben. Wie war das noch mir der vollen Entfaltung der Persönlichkeit?
Der Mufti macht aber für alle Lebenslagen Vorschriften, das
tue ich nicht. Denn die Einschränkung gilt nur in
öffentlichen Einrichtungen. Was außerhalb gemacht wird, ist
von keiner Regelung betroffen.
Ist das bei dem Mufti so anders? Ausserdem ist es absurd hier zu trennen, da jeder auch in öffentlichen Einrichtungen, wenn diese verpflichtend sind, seine Privatheit hat, welche zu schützen ist. Und Kopftücher sind nun wirklich alles andere als öffentlich.
Wenn der Mufti verbietet, beim Freitagsmosche kein Yoga-Training
zu machen, werd ich das wohl kaum reklamieren, aber wenn er dies
für en Privatbereich macht ist es etwas anderes.
Ab diesem Punkt müssten wir die Fatwa kennen, um dieses hier noch bewerten zu können. Bis dahin erübrigt sich jede weitere Diskussion hierüber.
Und die persönliche Religiösität hört dort auf, wo z.B. Kinder
erzogen werden. Und in erster Linie sollten sie in der Schule
keine religiösen Symbole vorgesetzt bekommen.
Bekommen sie ja auch nicht, da die Kinder selbst eben nicht Eigentum der Schule sind, sondern dort mit ihrer Privatheit leben. Hierfür gelten Grenzen in der Schule und beim Eingriff in die Kleidung ohne zwingenden Grund sehe ich diese verletzt. Der Mufti hat immerhin gewichtige Gründe.
Andererseits: Was ist, wenn ein auf die Stirn tätowierter
Penis für ein Naturvolk ein unglaublich wichtiges Symbol wäre und
er wäre Lehrer eines muslimischen Kindes in Berlin-Mitte?
Ja, wo wäre das Problem?
Wie weit geht dann die Toleranz bei dir bzgl. religiöser
Symbole?
Sehr weit, weil diese miteinschließt, dass ich akzeptiere, dass wir Menschen verschieden sind, dieses ein Wert ist und zu schützen ist, solange andere dadurch nicht unverhältnis mässig eingeschränkt werden. Weder ein Kopftuch, noch eine kommunistische Gesinnung noch ein Penis würde für mich dazu gehören.
Ja, ich bin der Aufklärung verpflichtet 