Yoga oder Jogging?

Hallo,

ich dachte immer für gute Gesundheit ist Ausdauertraining unentbehrlich. Aber wenn ich mir die Yogis anschaue - sie laufen nicht und sind trotzdem genauso gesund. Ist es möglich Jogging durch Yoga zu ersetzen? Oder gilt es nur für die 24 Std.- Yogis in Indien und wenn man halbe Std. täglich übt, hat es keinen Sinn?
Es gibt doch viele Tierarten, die sich kaum bewegen und sind genauso gesund ( Faultier ). Warum muss sich ausgerechnet der Mensch so viel Mühe geben für etwas das selbstverständlich sein sollte. Ich weiss der Körper hat sich in 100 000 Jahren an Jagd angepasst, aber vielleicht get es auch ohne den Neandertaler nachzumachen und herumzulaufen. ( Ich brauche keine Kondition, keine Muskeln, ich will auch nicht abnehmen, ich will nur gesund bleiben.)

Vielen Dank

Hallo,

das ist echt mal eine interessante Argumentation, gefällt mir :wink:

ich dachte immer für gute Gesundheit ist Ausdauertraining
unentbehrlich.

Keineswegs. Vor einigen Jahrzehnten wäre kaum jemand auf die Idee gekommen, in den Wald zu gehen, um dort eine Stunde lang ziellos rumzurennen (Es gibt da eine herrliche Szene in „Zurück in die Zukunft“). Allerdings hat man damals auch i.d.R. härter körperlich gearbeitet. Vor ein paar Jahren noch stand ich jeden Sommer im Feld und habe Kirschen gepflückt - so etwas ist heute für die allermeisten Menschen (für mich zum Glück auch) nicht mehr üblich. Viele Krnkheiten kommen nun einmal durch Bewegungsmangel, je nach persönlichem Stoffwechsel auch durch die daraus resultierende Fettleibigkeit zustande - wenn wir die nötige Bewegung aber aus unserem normalen Alltag herausmodernisiert haben, dann müssen wir, wollen wir die Gefahr dieser Krankheiten nicht übermäßig erhöhen, dies durch Sport wieder kompensieren.

Aber wenn ich mir die Yogis anschaue - sie
laufen nicht und sind trotzdem genauso gesund. Ist es möglich
Jogging durch Yoga zu ersetzen? Oder gilt es nur für die 24
Std.- Yogis in Indien und wenn man halbe Std. täglich übt, hat
es keinen Sinn?

DAS liegt wohl weniger an lustigen Turnübungen mit Beine hinterm Kopf verknoten und so weiter, sondern an deren asketischen Lebensstil. Unsere heutige Ernährung ist ja auch oft alles andere als gesund (Ich selbst esse zum Beispiel fast nie Gemüse).

Es gibt doch viele Tierarten, die sich kaum bewegen und sind
genauso gesund ( Faultier ).

Ja oder Schwämme, die sind sogar festgewachsen.

Warum muss sich ausgerechnet der

Mensch so viel Mühe geben für etwas das selbstverständlich
sein sollte.

Was sollen da die armen Zugvögel erst sagen???

Ich weiss der Körper hat sich in 100 000 Jahren
an Jagd angepasst, aber vielleicht get es auch ohne den
Neandertaler nachzumachen und herumzulaufen.

Weit mehr als 100000 Jahre! Es ist nun einmal so, daß der Mensch erst seit wenigen Jahrhunderten oder gar Jahrzehnten kein Tier mehr in der Nahrungskette über sich hat. Die einzigen Lebensformen, die er zu fürchten hat sind Bakterien, Viren und sich selbst. Wieso sollte die Evolution also das erfolgreiche Konzept des aufrechten Ganges mit den damit verbundenen Vorteilen so schnell ad acta legen (und vor allem wie?)?

( Ich brauche
keine Kondition, keine Muskeln, ich will auch nicht abnehmen,
ich will nur gesund bleiben.)

Klingt ein wenig paradox. Wenn du gesund als Abwesenheit von Krankheit definierst, dürfte das kein Problem sein - du darfst dann nur im Alter Schweratmigkeit oder Rückenprobleme nicht als Krankheit betrachten. Natürlich muß man keinen Marathon bestehen können, aber wenn man es nicht mal bis zum Laden an der Ecke schafft, ohne dreimal verschnaufen zu müssen, so ist das für mich doch schon belastend. Und ohne Muskeln ist unser Skelett dauerhaft nicht in der Lage, seine Aufgaben ohne Schwierigkeiten zu erfüllen. Deshalb muß man freilich nicht in eine „Mucki-Bude“ rennen, ein regelmäßiges Benutzen der Muskelatur hindert schon deren Schwinden.

Vielen Dank

Bitt`schön

Gruß
L.

Danke für die Antwort,

ich glaube Yoga ist mehr als nur gesunde Ernährung. Z.B. wenn man auf dem Kopf steht, kann das theoretisch zu größerer Belastung von Herz - Kreislauf System führen und damit zum Trainingeffekt. Genauso die Atemübungen. Zweitens ist auch die psychische Einstellung wichtig, so locker wie die Yogis sind, haben sie bestimmt keinen hohen Blutdruck, Herzinfarkt, usw… und dann brauchen sie auch nicht so viel trainieren.

Es muss nicht unbedingt Yoga sein. Aber wenn man nach der Arbeit täglich ungefähr 3 Std. Freizeit hat, will man diese Zeit sinvoller verbringen, als irgendwo im Wald herumzulaufen, nur weil ein bescheuerter Neandertaler Fleisch fressen wollte und dadurch zum Jäger wurde. Was habe ich damit zu tun? Er sollte damals doch Vegetarier bleiben und heute wären wir viel besser daran - nur gesundes vegetarisches Essen und keine unnötige Bewegung.

Auf der anderen Seite - der „moderne“ Mensch würde keine Mühe scheuen, nur um seine Bequemlichkeit zu erhalten. Er muss nämlich für jede Stunde Gemütlichkeit 4 Stunden harter Arbeit leisten:

  1. um das Geld zu verdienen, was er zu dieser Bequemlichkeit braucht ( gutes Essen, Fernseher, Auto ) - 2 Std. Arbeit
  2. um die negativen Folgen von dieser ungesunden Arbeit und Bequemlichkeit wieder auszugleichen - 1 Std. Sport treiben
  3. um die Krankenversicherung bezahlen zu können - 1 Std. Arbeit

So weit ist der „moderne“ Mensch gekommen, 4 Std. harter Arbeit, nur um dann 1 Std. blöd herumzusitzen und fernsehen - eigentlich sind die ganzen 5 Stunden verlorene Lebenszeit oder?

Also was ich suche ist - von beiden Extremen wegzugehen - vom Herumlaufen wie Neandertaler und vom Herumsitzen wie der „moderne“ Mensch. Ein natürliches Gleichgewicht zu finden, ist vielleicht Yoga der richtige Weg dazu? Oder gibt es etwas besseres?

Wieviel Bewegung braucht der Mensch wirklich, wenn er keine besondere Kondition und Muskulatur will, er will sich einfach nur den ganzen Tag fit fühlen und keine gesundheitliche Probleme haben.

Danke für die Antwort,

Bitte

ich glaube Yoga ist mehr als nur gesunde Ernährung. Z.B. wenn
man auf dem Kopf steht, kann das theoretisch zu größerer
Belastung von Herz - Kreislauf System führen und damit zum
Trainingeffekt. Genauso die Atemübungen. Zweitens ist auch die
psychische Einstellung wichtig, so locker wie die Yogis sind,
haben sie bestimmt keinen hohen Blutdruck, Herzinfarkt, usw…
und dann brauchen sie auch nicht so viel trainieren.

Bis man es schafft, seine eigenen Körperfunktionen weitgehend kontrollieren zu können (ich meine jetzt nicht Inkontinenz) erfordet es sicherlich mehr Übung als die meisten Freizeitsportler ihrem Sport widmen. Davon abgesehen kenne ich keine Statistik über die Lebenserwartung und den durchschnittlichen Krankheitsstand asiatischer Yogis, so daß diese Diskussion eigentlich ziemlich wahllos ist, oder?

Es muss nicht unbedingt Yoga sein. Aber wenn man nach der
Arbeit täglich ungefähr 3 Std. Freizeit hat, will man diese
Zeit sinvoller verbringen, als irgendwo im Wald
herumzulaufen, nur weil ein bescheuerter Neandertaler Fleisch
fressen wollte und dadurch zum Jäger wurde. Was habe ich damit
zu tun? Er sollte damals doch Vegetarier bleiben und heute
wären wir viel besser daran - nur gesundes vegetarisches Essen
und keine unnötige Bewegung.

Wir stammen NICHT vom Neandertaler ab, der ist AUSGESTORBEN, vermutlich von unseren Vorfahren ausgerottet. Außerdem ist das Konzept des Allesfressers in besonderer Weise dafür mitverantwortlich, daß der Mensch sich so weit verbreiten konnte. Und überhaupt - wie sollte man seine drei Stunden Freizeit denn angenehmer verbringen als bei einem schönen saftigen Schnitzel? Da fallen mir höchstens andere ebenfalls fleischliche Gelüste ein :wink:

Auf der anderen Seite - der „moderne“ Mensch würde keine Mühe
scheuen, nur um seine Bequemlichkeit zu erhalten. Er muss
nämlich für jede Stunde Gemütlichkeit 4 Stunden harter Arbeit
leisten:

  1. um das Geld zu verdienen, was er zu dieser Bequemlichkeit
    braucht ( gutes Essen, Fernseher, Auto ) - 2 Std. Arbeit
  2. um die negativen Folgen von dieser ungesunden Arbeit und
    Bequemlichkeit wieder auszugleichen - 1 Std. Sport treiben
  3. um die Krankenversicherung bezahlen zu können - 1 Std.
    Arbeit

Wieso ist Bequemlichkeit ungesund? Stopfst du bei jeder Fernsehsendung zwei Tüten Chips in dich rein? Und für einige Menschen ist Sport auch eine sehr willkommene Freizeitbeschäftigung (Ich persönlich hab es ja mehr mit Tischfußball…)

So weit ist der „moderne“ Mensch gekommen, 4 Std. harter
Arbeit, nur um dann 1 Std. blöd herumzusitzen und fernsehen -
eigentlich sind die ganzen 5 Stunden verlorene Lebenszeit
oder?

Vielleicht. Damit es so etwas wie verlorene Lebenszeit gibt muß doch auch etwas wie sinnvolle Lebenszeit existieren - nur was soll das sein? Hat das Leben überhaupt einen Sinn? Und wenn ja, was soll`s?

Also was ich suche ist - von beiden Extremen wegzugehen - vom
Herumlaufen wie Neandertaler und vom Herumsitzen wie der
„moderne“ Mensch. Ein natürliches Gleichgewicht zu finden, ist
vielleicht Yoga der richtige Weg dazu? Oder gibt es etwas
besseres?

Also ich treibe vielleicht zwei, dreimal die Woche Sport, im Sommer etwas öfter, im Winter seltener. Man merkt im Alltag schon, daß es angenehmer ist, zumindest einen gewissen Konditionsstand zu haben. Ansonsten esse ich aber eher ungesund und trinke gerne Bier. Das ist natürlich auch eine Frage des Alters, in zehn Jahren werde ich mich vielleicht etwas anders ernähren müssen, um nicht fett zu werden, aber das kümmert mich heute ja noch nicht.
Eine Möglichkeit wäre sicherlich Sex, da kann man sich auch ziemlich bei bewegen - haben aber schon die Vorvorvorgänger der Neandertaler gemacht, fällt wohl aus.

Wieviel Bewegung braucht der Mensch wirklich, wenn er keine
besondere Kondition und Muskulatur will, er will sich einfach
nur den ganzen Tag fit fühlen und keine gesundheitliche
Probleme haben.

Kommt darauf an, was er als fit ansieht. Wenn er beispielsweise in einer hügeligen Stadt wie Marburg wohnt und nicht in die Altstadt kommt, ohne den Aufzug (gibts hier in der Hessischen Provinz tatsächlich) zu benutzen, dann mag das ihn durchaus stören - in Schleswig-Holstein dürfte das für ihn weniger problematisch sein.
Aber ich denke, man kommt ganz gut zu rande, wenn man einfach ganz normal lebt, ohne allzu bequem zu werden. D.h. wenn man zu Fuß zum Bäcker geht, mal mit dem Rad zur Arbeit fährt etc. etc…

Gruß
L.