Danke für die Antwort,
Bitte
ich glaube Yoga ist mehr als nur gesunde Ernährung. Z.B. wenn
man auf dem Kopf steht, kann das theoretisch zu größerer
Belastung von Herz - Kreislauf System führen und damit zum
Trainingeffekt. Genauso die Atemübungen. Zweitens ist auch die
psychische Einstellung wichtig, so locker wie die Yogis sind,
haben sie bestimmt keinen hohen Blutdruck, Herzinfarkt, usw…
und dann brauchen sie auch nicht so viel trainieren.
Bis man es schafft, seine eigenen Körperfunktionen weitgehend kontrollieren zu können (ich meine jetzt nicht Inkontinenz) erfordet es sicherlich mehr Übung als die meisten Freizeitsportler ihrem Sport widmen. Davon abgesehen kenne ich keine Statistik über die Lebenserwartung und den durchschnittlichen Krankheitsstand asiatischer Yogis, so daß diese Diskussion eigentlich ziemlich wahllos ist, oder?
Es muss nicht unbedingt Yoga sein. Aber wenn man nach der
Arbeit täglich ungefähr 3 Std. Freizeit hat, will man diese
Zeit sinvoller verbringen, als irgendwo im Wald
herumzulaufen, nur weil ein bescheuerter Neandertaler Fleisch
fressen wollte und dadurch zum Jäger wurde. Was habe ich damit
zu tun? Er sollte damals doch Vegetarier bleiben und heute
wären wir viel besser daran - nur gesundes vegetarisches Essen
und keine unnötige Bewegung.
Wir stammen NICHT vom Neandertaler ab, der ist AUSGESTORBEN, vermutlich von unseren Vorfahren ausgerottet. Außerdem ist das Konzept des Allesfressers in besonderer Weise dafür mitverantwortlich, daß der Mensch sich so weit verbreiten konnte. Und überhaupt - wie sollte man seine drei Stunden Freizeit denn angenehmer verbringen als bei einem schönen saftigen Schnitzel? Da fallen mir höchstens andere ebenfalls fleischliche Gelüste ein 
Auf der anderen Seite - der „moderne“ Mensch würde keine Mühe
scheuen, nur um seine Bequemlichkeit zu erhalten. Er muss
nämlich für jede Stunde Gemütlichkeit 4 Stunden harter Arbeit
leisten:
- um das Geld zu verdienen, was er zu dieser Bequemlichkeit
braucht ( gutes Essen, Fernseher, Auto ) - 2 Std. Arbeit
- um die negativen Folgen von dieser ungesunden Arbeit und
Bequemlichkeit wieder auszugleichen - 1 Std. Sport treiben
- um die Krankenversicherung bezahlen zu können - 1 Std.
Arbeit
Wieso ist Bequemlichkeit ungesund? Stopfst du bei jeder Fernsehsendung zwei Tüten Chips in dich rein? Und für einige Menschen ist Sport auch eine sehr willkommene Freizeitbeschäftigung (Ich persönlich hab es ja mehr mit Tischfußball…)
So weit ist der „moderne“ Mensch gekommen, 4 Std. harter
Arbeit, nur um dann 1 Std. blöd herumzusitzen und fernsehen -
eigentlich sind die ganzen 5 Stunden verlorene Lebenszeit
oder?
Vielleicht. Damit es so etwas wie verlorene Lebenszeit gibt muß doch auch etwas wie sinnvolle Lebenszeit existieren - nur was soll das sein? Hat das Leben überhaupt einen Sinn? Und wenn ja, was soll`s?
Also was ich suche ist - von beiden Extremen wegzugehen - vom
Herumlaufen wie Neandertaler und vom Herumsitzen wie der
„moderne“ Mensch. Ein natürliches Gleichgewicht zu finden, ist
vielleicht Yoga der richtige Weg dazu? Oder gibt es etwas
besseres?
Also ich treibe vielleicht zwei, dreimal die Woche Sport, im Sommer etwas öfter, im Winter seltener. Man merkt im Alltag schon, daß es angenehmer ist, zumindest einen gewissen Konditionsstand zu haben. Ansonsten esse ich aber eher ungesund und trinke gerne Bier. Das ist natürlich auch eine Frage des Alters, in zehn Jahren werde ich mich vielleicht etwas anders ernähren müssen, um nicht fett zu werden, aber das kümmert mich heute ja noch nicht.
Eine Möglichkeit wäre sicherlich Sex, da kann man sich auch ziemlich bei bewegen - haben aber schon die Vorvorvorgänger der Neandertaler gemacht, fällt wohl aus.
Wieviel Bewegung braucht der Mensch wirklich, wenn er keine
besondere Kondition und Muskulatur will, er will sich einfach
nur den ganzen Tag fit fühlen und keine gesundheitliche
Probleme haben.
Kommt darauf an, was er als fit ansieht. Wenn er beispielsweise in einer hügeligen Stadt wie Marburg wohnt und nicht in die Altstadt kommt, ohne den Aufzug (gibts hier in der Hessischen Provinz tatsächlich) zu benutzen, dann mag das ihn durchaus stören - in Schleswig-Holstein dürfte das für ihn weniger problematisch sein.
Aber ich denke, man kommt ganz gut zu rande, wenn man einfach ganz normal lebt, ohne allzu bequem zu werden. D.h. wenn man zu Fuß zum Bäcker geht, mal mit dem Rad zur Arbeit fährt etc. etc…
Gruß
L.