unsere Tochter ist mittlerweile 1 1 /2 Jahre alt. Seit ein paar Wochen gibt es abends immer Kämpfe, da sie sich nicht die Zähne putzen lassen will.
Folgende Methoden haben wir schon versucht:
selber Putzen lassen und mit einer anderen Bürste nachputzen.
Mittlerweile will sie die Bürste nicht mal mehr in die Hand nehmen.
vor dem Spiegel putzen.
sie soll bei Mama putzen und ich putze bei ihr.
Manchmal schnappe ich sie mir und dann bürste ich in windeseile ein bisschen rum. Natürlich nur mit extremen Protest und Geheule. Aber ich habe langsam echt Angst, daß sie bald nur noch braune Stumpen drin hat.
Hallo Kerstin,
mein Tipp wird Dir zwar nicht akut helfen können, denn meine beiden Kinder sind schon ein wenig älter als Deines. Aber da es diesen speziellen Kampf mehr oder weniger stark auch bei größeren Kindern noch gibt, hier mein Tipp: " wer am Abend die Zähne nicht gründlich putzt, bekommt am nächsten Tag keine einzige Süßigkeit."
Deshalb ist das Thema " Zähneputzen " für mich am Abend kein Stressthema mehr. Wenn einer von beiden nicht putzen will ( Kinder haben ja mind. 1000 Ausreden ), bleibe ich ganz ruhig und sage : "Ist ok, Du musst Deine Zähne nicht putzen, wenn Du wirklich nicht willst. Aber du weißt ja,… ".
Mein Sohn hat es einmal durchgezogen und tatsächlich nicht geputzt. Aber auch ich war am nächsten Tag konsequent. Seither putzt er freiwillig.
Ich weiß, dass Dir das jetzt und heute nicht hilft, aber vielleicht in 2 - 3 Jahren.
-wir fangen mit grossem Hallo Zahnteufel. Huch, da sitzt noch einer: Schrubb, schrubb, schrubb…jetzt ist er nach unten gehüpft…schrubb, schrubb, schrubb…
-Alternativ singen wir ein Zahnputzlied (den ahaha…-Teil von „Lady in Black“, da ist der Mund schön weit auf).
-Mini hat die Wahl zwischen leiser und lauter Zahnbürste (die laute Zahnbürste ist eine elektrische Ernie-Kinderzahnbürste - die liebt er)
-Wenn gar nix geht, putzen wir mit Gewalt und Geschrei, hatten wir allerdings schon ewig nicht mehr.
wir sind eine kinderreiche Familie, und bisher hatte die Zähneputzen-Erziehung ab dem ersten Zahn noch bei jedem geklappt, wir kennen alle Tricks.
Aber bei dem jetzigen Baby kriegen wirs auch nicht hin.
in dem Begriff „Spielkind“ steckt eine gehörige Portion Wahrheit. Gestalte das Zähneputzen als Spiel (wie hier schon gesagt: Singen u.ä.). Und ansonsten würde ich nicht auf Bestrafen setzen, sondern auf belohnen:
Belohne deine Tochter, wenn sie ihre Zähne putzt. Eine Punktesystem hat schon bei vielen Sachen geholfen. Immer wenn eine vorher klar erklärte und mit für beide Seiten verbindlichen Regeln verbundene Sache gut klappt, gibt es einen Punkt. Ab 5 Punkten gibt es dann einen Stern und bei z.B. 3 Sternen kann sich deine Tochter etwas wünschen.
So verbindet deine Tochter mit dem Zähneputzen nichts Schreckliches, wovor man Angst haben muss, sondern etwas schönes. Das wird sich auch später noch auszahlen!
Generell klappt es mit Belohnungen (in Maßen, nicht in Massen!) besser, als mit Bestrafungen.
So verbindet deine Tochter mit dem Zähneputzen nichts
Schreckliches, wovor man Angst haben muss, sondern etwas
schönes. Das wird sich auch später noch auszahlen!
Das finde ich auch sehr wichtig.
Bei uns hat auch viel geholfen, dass ich die eventuellen Konsequenzen des Nicht-Zähneputzens in vereinfachter Form erwähnt habe. Wichtig ist, dass hier nur vereinfacht, und nicht übertrieben wird, weil sonst das Zähneputzen eingestellt wird, sobald das Kind erfährt, wie stark hier übertrieben wurde.
Und auch vereinfachte Erklärungen sollten immer wieder richtiggestellt werden, sobald das Verständnis dafür da ist, da sonst - zumindest verübergehend - ein Vertrauensverlust die Folge wäre.
ich hab das beim Babysitten immer als Spiel gestaltet. Er durfte bzw. sollte sogar so laut schreien wie er konnte (gut, das ist nicht in jeder Wohnung möglich *g*), und zwar „Aaaaaaa“ und „Iiiiiii“ - währenddessen hab ich ihm die Zähne geschrubbt und er hat fast in die Hosen gemacht vor lachen. Hat immer funktioniert!
Kennt Deine Kleine schon das Buch von Karius und Baktus?
Vielleicht ist sie mit 1,5 Jahren noch ein bisschen klein dafür, doch einen Versuch wäre es sicher wert.
In dem Buch wird die Geschichte von zwei Bakterien erzählt, die sich im ungeputzten Kindermund pudelwohl fühlen und dort die Zähne kaputt machen.
Wir haben unseren Sohnemann meistens zu zweit abends im Bad beim Wickel gehabt. Einer hat geputzt, während der andere die Geschichte vorgelesen hat.
Irgendwann sind wir dann auf die Idee gekommen, diese Geschichte weiterzuentwickeln. Sohnemann hat bei uns auch geputzt und dann erzählt, was dort im Mund alles so rausgeputzt wurde.
Da er viel Phantasie hat(te), erfand er einen Großvater von Karius und Baktus, der natürlich einen Großvatersessel in einem Backenzahn eingerichtet hatte…
Und so saßen wir abends in trauter Dreisamkeit im Badezimmer und putzten uns gegenseitig die Zähne, untermalt von wunderbaren Geschichten.
Unser Sohn erinnert sich heute (er ist 18) immer noch daran, und zwar ohne Horror.
da ist der verstand noch nicht soweit, um die methoden anzuwenden. wir wollen es ihr mit gewalt nicht vermiesen und putzen eher nicht. sie macht einfach nicht den mund auf!
wir haben Zahnputzlieder erfunden, dumme kleine Liedchen, die sowohl prima ablenken, als auch bei der Sache bleibem. Wie:
eins, zwei, drei, vier fünfe, wir putzen deine Strümpfe (hier kam dann immer ein großes „Neeeeee“)
sechs, sieben, acht, neun, zehne, wir putzen deine Zähne („jaaaaa“)
eins zwei und drei, du aßt nen süßen Brei
vier fünf und sechs bei der kleinen Hex
… na und ewig so weiter
Reichte dann zum Zähne putzen. Was er sich hat von mir machen lassen bis er 4 war. Das garantierte dann auch eine gewisse Gründlichkeit.
Als er noch kleiner war hat der Neid uns geholfen, „nein, diese Zahnbürste darfst du nicht, die ist nur für große“…
Und: wir haben einander vorgemacht (Theater Theater) wie schlecht und wie gut man aus dem Mund riechen kann, und wie gerne man dementsprechen mit jemandem schmust.
Manchmal ist es hilfreich, ein brandheißes Thema einfach ein paar Tage fallen zu lassen und für „natürliche Zahnbürsten“ zu sorgen. Aber als Abmachung: jetzt geht die Zahnbürst erst mal in Urlaub,
oder als „Panne“: ups, jetzt ist sie in den Schmutz gefallen, wir kaufen morgen eine neue (besser dann erst überübermorgen).
Da kann man dann auch einfließen lassen, wie unangenehm so ein ungeputzter Mund riechen kann (eine schöne kleine Knoblauchzehe/Zwiebel/Zug an der Zigarette/ ) und wie schön er nach dem Putzen duftet (dann sollte er aber auch duften!!!)
Und meiner Erfahrung nach ist das Ritual ganz wichtig, sie muß wissen, wann Zähne putzen anfängt und wann es aufhört, damit sie sich niemals davon überfallen oder belästigt fühlt.
Und dir wünsche ich ganz prima Nerven, weil so ein Ritual, oder eine echte Änderung im Ablauf immer ein paar Tage zur Verinnerlichung braucht, Tage in denen deine Tochter das ganze Repertoire des Ich-Putz-Mir-Niemals-Zähne auffahren wird.
Und wenn es nach dem Zähne putzen noch was schönes gibt, eine Gute-Nacht-Geschichte zum Beispiel, dann will sie sie vielleicht auch bald hören und hält dann still, oder das Sandmännchen (gibt es das noch?) das dann leider auch vorbei ist, wenn sie Theater macht und das Putzen sich dadurch verzögert.
So! mehr fällt mir jetzt auch nicht mehr ein
Toi toi toi
Susanne
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Hallo,
habe gerade durch Zufall deinen Artikel über den Zahnputz-Kampf gelesen.
Meine beiden Söhne sind jetzt fast 2 und 3 1/2 Jahre alt. Vor allem bei dem großen hatten wir damals das gleiche Problem. Nichts hat geholfen und immer mit Gewalt ist ja auch keine Lösung.
Es raten zwar viele davon ab, und manche Kinder haben sicher auch Angst davor, aber meinen hat eine elektrische Zahnpürste geholfen.
Wir haben damals extra eine für Kinder mit einem echt kleinen Kopf gekauft. Sie ist bunt und hat als Schutz für den Bürstenkopf einen kleinen Affen dabei. Dazu gehörte eine Halterung mit Palmen drauf. An der einen Palme ist noch eine Sanduhr angebracht und ein kleiner bunter Zahnbecher gehörte auch noch dazu.
Mein Sohnemann konnte es garnicht abwarten, endlich damit zu putzen. Ich habe ihm von Anfang an klar gemacht, dass erst ich putzen darf und danach erst darf er die Bürste selbst halten.
Ich muss echt sagen, dass er mich jetzt schon manchmal nervt, weil er jetzt mind. 5 mal am Tag Zähne putzen will.
Probier das doch einfach mal aus.
Gruß
Carola