Zeilenendstufentransistor BU 208A

Hallo,

Zu dem im Titel erwähnten Transistor (Könnte genauso ein BU 508A sein) folgende Frage mal kurz:

Ich stieß durch Zufall auf fogenden Thread:

/t/netzgeraet-defekt/1350654

Dort wird dem Fragesteller der Tip gegeben, den 2N3055 mit dem Multimeter mit dem Diodentest zu testen.

Ich reparierte einmal einen Fernseher mit dem BU 208A als Zeilenendstufe, bei dem dann nur der BU 208A defekt war, wie sich glücklicherweise herausstellte. Ich testete nämlich den Zeilenendtransistor mit dem Diodentest des Multimeters; Und er schien völlig in Ordnung zu sein - Nach dem Test jedenfalls!

Nachdem ich dann 21 Tage verzweifelt den Fehler suchte, und ungefähr 30 Elkos auswechselte, entschloß ich mich, den BU 208A zu tauschen (Der laut Diodentest in Ordnung war!).

Und schalte das Gerät ein - Und siehe da: Nun, Ihr könnt Euch schon denken, was jetzt kommt.

Das Gerät ging perfekt! (!!)

Der BU 208A hatte offenbar bei Anlegen von hoher C - E - Spannung Schluß zwischen C und E.

Frage: Passiert das öfter, oder war das ein absoluter Einzelfall (Nach Eurer Erfahrung)?

Bin halt neugierig (?)

Grüße, Michael.

Hallo Michael,

Der BU 208A hatte offenbar bei Anlegen von hoher C - E -
Spannung Schluß zwischen C und E.

Frage: Passiert das öfter, oder war das ein absoluter
Einzelfall (Nach Eurer Erfahrung)?

So ein Transistor hat viele Parameter und je nach Schaltung kann es schon genügen wenn einer durch Quälerei oder Alterung sich genügend verändert hat.

Der Diodentest ist nur ein grober Test.

Jede Diodenstrecke funktioniert auch als Zehnerdiode, daraus ergibt sich die maximale Sperrspannung. Dieser Wert kann sich natürlich verändern, wenn die Diode irgendwie überlastet wird.

Jede Diode weisst eigentlich alle Effekte wie eine Photo-, Kapazitäts-, Zehner- usw. Diode auf. Bei den entsprechenden Dioden wird durch konstruktive Massnahmen einfach der gewünschte Effekt möglichst stark ausgeprägt.

Besonders bei Überspannung gibt es einen lustigen Effekt:
Die B-E und B-C Dioden sind noch intakt aber CE hat in beide Richtungen Durchgang.
Der Auslösemechanismus ist der zweite Durchbruch bzw. Avalanche-Effekt. Der Hotspot schmilzt dabei einen Kanal von C zu E.

MfG Peter(TOO)

hi,

Frage: Passiert das öfter, oder war das ein absoluter
Einzelfall (Nach Eurer Erfahrung)?

nö, ist mir schon einige male begenet der seltsame effekt.
das problem dabei liegt einfach an der grossen differenz deiner messspannung gegenüber der tatsächlichen betriebsspannung.
bei scheinbarer überlast des netzteils wird mittlerweile der transistor „blind“ gewechselt, erst wenns danach noch probleme gibt, wird der kopf eingeschaltet *g*.
lustig sind auch effekte, wo ein transistor, innerhalb einer regelschleife, seinen verstärkungsfaktor verliert.

gruss wgn

Hallo,
Danke für die Antwort.

bei scheinbarer überlast des netzteils wird mittlerweile der
transistor „blind“ gewechselt,

Einleuchtend. Erstens geht er sowieso irgendwann kaputt, zweitens kostet er im Großhandel so gut wie gar nichts.

Michael.

      • D A N K E–ohne Text
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Hallo Michael,

bei scheinbarer überlast des netzteils wird mittlerweile der
transistor „blind“ gewechselt,

Einleuchtend. Erstens geht er sowieso irgendwann kaputt,
zweitens kostet er im Großhandel so gut wie gar nichts.

Das ist der kleine Unterschied zwischen Heim- und Industrieelektronik :smile:)

Heimelektronik muss nur die Garantiezeit überstehen und darf nichts kosten. Dabei liegt der Unterschied gar nicht einmal hauptsächlich an den Bauteilen (Nass-Elkos einmal ausgenommen). z.B. BC546 finden man auch massenweise in Industrie-Geräten.

MfG Peter(TOO)

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