Zeitarbeit

Hallo!

Ich arbeite seit kurzem in einem deutschen, europaweit tätigen Zeitarbeitsunternehmen, und wundere mich darüber, wieviele Leute nur wegen des Wortes Zeitarbeit wirklich gute Chancen sausen lassen und sich für das Arbeitslosengeld entscheiden.

Natürlich haben in der Vergangenheit einige Anbieter ganz extrem den Ruf der Zeitarbeit geschädigt, aber nach wie vor ist ZA ein hervorragendes Mittel, in Unternehmen reinschnuppern zu können und die eigene Flexibilität zu beweisen.

Wir suchen händeringend Mitarbeiter aller Qualifikationen und Branchen und müssen tagtäglich erleben, dass uns selbst Langzeitarbeitslose absagen…

Wie sind eure Erfahrungen als Bewerber bei den unterschiedlichen Anbietern?

Viele Grüße

MJB

Hallo MJB,

ich war vor einiger Zeit auch Arbeitslos. In dieser Zeit habe ich anfangs garnicht an Zeitarbeitsfirmen gedacht, sondern nur Bewerbungen geschrieben. ALs die Not immer größer wurde habe ich von den Zeitarbeitsfirmen erfahren bzw. wurde mir davon erzählt. Ich war sofort begeistert davon und dachte mir das ich jetzt aus dem ganzen schlamassel rauskomme. Erst war ich nur bei einer großen holländischen zeitarbeitsfirma, da ich mir dachte das die sicher was für mich haben/finden. Aber denkste!!!
Nach einiegr Zeit bekam ich von denen sogar eine „Absage“, da sie nix finden.
Etwas depremiert ging ich nach einigen Wochen erneut einen Versuch ein, diesmal allerdings bei 4 Zeitarbeitsfirmen gleichzeitig, noch dazu war ich für alles offen. Also auch für Helfertätigkeiten!!!

Ich habe alle 2 Wochen bei den Firmen angerufen und nach dem Stand der Dinge gefragt. Ohne Erolg!
Ich war über ein halbes Jahr bei den Firmen angemeldet, habe aber nie was von denen gehört. Die hatten rein garnix für Dich, obwaohl ich 2 Ausbildungen habe (Handwerk/IT) und sogar als Helfer gearbeitet hätte.

Aus diesme Grund muss ich sagen, dass ich von Zeitarbeitsfirmen nicht begeistert bin.

Axl

Hallo MJB,

innerhalb eines Jahres Arbeitssuche hatte ich natürlich auch Kontakt mit Zeitarbeitsfirmen.

Diejenigen, die wenigstens ein wenig für mich tun konnten/wollten, waren vergleichsweise kleine Unternehmen außerhalb von nationalen oder internationalen Verbünden. Außerdem dadurch gekennzeichnet, dass ich gleich beim ersten Kontakt im Klartext erfahren habe: „Sie wissen, dass Sie bei uns schlecht verdienen und dass man als gemieteter Arbeitnehmer oft der AvD ist. Aber eine Übernahmeoption machts vielleicht nicht so schlimm…“.

Alle, die das, was sie mir bieten wollten, ganz klasse und innovativ fanden oder dieses zumindest vorgaben, haben nichts für mich tun können.

Das sind jetzt keine repräsentativen Werte, also keine allgemein gültigen Kriterien.

Meinen jetzigen Job habe ich von der viel geschmähten HP der Bundesagentur…

Schöne Grüße

MM

Vielleicht keine Zeitarbeit bei mir,
aber Projektvergabe in der Informationstechnik (EDV).
Und ein paar Gedanken dazu.

Ich hab’s hinter mir. Es war hervorragend.
Ich würde es jederzeit! gern wieder tun.
Es wurde hervorragend bezahlt.
Es wurde moralisch anerkannt.
Es war schwierig. Sehr schwierig.

Und es war ein ‚Himmelfahrtskommando‘.

Das erwartet einen ‚Zeitarbeiter oder Externen‘:
Ein Himmelfahrtskommando weil es mit internen Mitarbeitern
nicht in den Griff zu kriegen war/ist.
Und -menschlich sehr verständlich- man diese Truppe nicht
entlassen möchte oder kann. Da springt ein Externer ein.
Der hat ein Dickes Fell, und wenn der das nicht kann,
na gut - dann konnten die Internen das auch nicht.
Nur etwas ‚blöde‘ wenn der Externe es rafft :smile:

Vorteil dieses Verfahrens:
man lernt ne Menge, ne irre Menge
was man woanders wieder verwenden kann.


Beobachtet habe ich eine ‚Kleine Ziehtochter‘.
Sie kam mal unbedarft zum Mittagessen. Da war sie 16,
Und sie hat zugehört. Und sie hat gelernt.
Die Folge war: sie kann einige Sprachen,
Sie hat BW gelernt (Abendschule -nebenberuflich!- mit Eins abgeschlossen!),
Ja, sie hat geflucht, geflennt und gejammert,
aber sie hat es durchgezogen, ohne staatliche Hilfe selber finanziert.
Sie war einige Jahre im Ausland (zb Südafrika, Indien, …).
Sie hat hier Zeitarbeit gemacht danach, weil sie einfach universell einsetzbar war.
Sie hat ihren Job bei einer sehr bekannten Ölfirma dabei gefunden.
Sie reist durch die Welt. Sie ist glücklich.
Es hat gedauert, ja, jetzt ist sie 30 - aber sie hat noch 30 Jahre vor sich;
und in diesen Jahren wird sie nicht jammern oder hungern.

Also auch hier: Zeitarbeit (oder Projektarbeit) ist hervorragend.
Wenn man damit umgehen kann - und nicht nach dem Haar in der Suppe sucht,
oder sich in endlos langen, nutzlosen Bedenken ergeht.
Vor nicht allzu langer Zeit nannte man es ‚Walzen‘ - auf die Walz gehen.
Das geht heute noch, und diese Leute sind gesucht - warum wohl?

Zu weiter unten stehendem Artikel von mir:
Mit Daddeln wär das nicht passiert.

Und noch etwas: nein, ich suche keine Arbeit, ich habe genug davon.
Aber ich muss jeden Tag mindestens eine halbe -besser zwei- Stunden lernen,
nur um am Ball zu bleiben. Daddeln ist mir zum Kotzen zuwider.

Sehr bedenklich finde ich dabei dann allerdings,
daß ‚die Ziehtochter‘ mit ihrem guten Gehalt/Steuern jetzt ‚Daddler/Jammerer,…‘
unfreiwillig finanzieren muss.
Sollte man deshalb Besserverdienende wirklich mit höheren Steuern belasten
(von einigen Haien mal abgesehen) ? Das gehört aber schon nicht mehr hier hin.

Gruss - digi (aEg)

Facit: Ran an die Projekte
selbst wenn es ‚in die Hose geht‘ - man hat gelernt.
Niemand hat mehr einen Job auf Lebenszeit - da bedaure ich Beamte.
Und was man kann, das frisst kein Brot.

Hallo!

Ich arbeite seit kurzem in einem deutschen, europaweit tätigen
Zeitarbeitsunternehmen, und wundere mich darüber, wieviele
Leute nur wegen des Wortes Zeitarbeit wirklich gute Chancen
sausen lassen und sich für das Arbeitslosengeld entscheiden.

Wir suchen händeringend Mitarbeiter aller Qualifikationen und
Branchen und müssen tagtäglich erleben, dass uns selbst
Langzeitarbeitslose absagen…

Wie sind eure Erfahrungen als Bewerber bei den
unterschiedlichen Anbietern?

Also als Geisteswissenschaftlerin hab ich keine guten Erfahrungen gemacht, bin schon beim Anruf abgewimmelt worden, dabei hab ich mich nur an passende (groß, für Akademiker oder wegen meines speziellen Studiums mit medizinisch-sozialen Schwerpunkt) gewendet. Mehr als meine Telefonnummer durfte ich da nicht loswerden.
Dabei bin ich vielseitig einsetzbar, hab auch schon in die Wirtschaft hineingeschnüffelt (Praktikum QM und Produktmanagement in Medizintechnikfirma).
Also wenn du was im Norden hast, darste dich gern melden.
Schöne Grüße Susanne

Hallo Glücksschmied-Tellerwäscher,

da Du mich unmittelbar ansprichst:

Was meinst Du konkret mit Daddeln und Jammern?

Für Aufklärung dankt

MM

Hallo Martin(sgans) :smile:

da Du mich unmittelbar ansprichst:

nein, hatte ich nicht, ich liege UNTER dem vorhergehenden posting.

Was meinst Du konkret mit Daddeln und Jammern?

damit meine ich:
Daddeln = PC -spielen (Packman, Paciencen, Pinguine kloppen, Schiffe versenken…
also wirklich sinnloses Zeugs) - sich dann aber als ‚Experten‘ darstellen.
Jammern = Hätt’ ich doch einen besseren Job, hätte ich doch…,
Der Fritz dem gehts so gut, warum gehts mir nicht so, der Neid …
Aber selber was richtig Brauchbares lernen ist nicht drin.
Jeden Tag nur zwei Stunden lernen -anstelle Glotze-
macht in einigen Jahren einen Experten.
Aber nur nach dem Staat schreien: wie kann der Staat mir was finanzieren…
Bedenkenträger (nicht in Liste) = ja man muss bedenken, dass in 20 Jahren da mal …
In der Zeit haben die Mitbewerber die eingenommene Kohle schon verfressen.

Man, wie mich das ankotzt.

aber ich hoffe, Dir die rechte Erleuchtung gegeben zu haben :smile:
Gruss - digi

Schau auch mal oben in diesem Brett ’ Ideen zur Krise’

Moin,

Wie sind eure Erfahrungen als Bewerber bei den
unterschiedlichen Anbietern?

Ich kann eigentlich nur Gutes berichten. Nachdem ich ca. 2 Monate in der Kartei stand, bin ich vermittelt worden und hab denn fast ein Jahr bei der Zeitarbeitsfirma gearbeitet, bis ich was „richtiges“ gefunden hatte. In der Zeit hab ich erlebt, dass viele Kollegen von dem Unternehmen fest eingestellt wurden, das sie „ausgeliehen“ hatte.

Allerdings kommt es tatsächlich wohl auf die jeweiligen Fähigkeiten an, aber die kann man sich als Arbetsloser ja u.U. aneignen, z.B. eine gewisse Tippgeschwindigkeit beim 10-Finger tippen.

Sicher war der Verdienst nicht zum reich werden, aber zum Überleben hat es gereicht und eine wertvolle Erfahrung wars zudem.

Gruß
Marion

Hi!

Sorry, ich bin im Ruhgebiet tätig. :frowning:

Viele Grüße

Mark

Dabei bin ich vielseitig einsetzbar, hab auch schon in die
Wirtschaft hineingeschnüffelt (Praktikum QM und
Produktmanagement in Medizintechnikfirma).
Also wenn du was im Norden hast, darste dich gern melden.
Schöne Grüße Susanne

Hallo Axl!

Ich denke, Deine Meinung gibt das wieder was viele denken. Schuld daran sind einige Anbieter der Zeitarbeit selbst.

Wichtig für jemanden, der ZA in Betracht zieht, ist eine Analyse, also mal die Tarifverträge vergleichen und sich in der jeweiligen Niederlassung mit den Leuten zu unterhalten. Am besten keinen lokalen Krauter und keinen Riesenanbieter, bei denen man zur austauschbaren Nummer wird.

Und beschäftigt wird man natürlich nur, wenn die Firma auch einen Kunden hat, der im Moment genau Deine Qualifikationen benötigt.

Ich wollte immer in der Zeitarbeit arbeiten (intern) weil gerade dort auch Leute eine Chance für den Wiedereinstieg bekommen, die sonst bei der „normalen“ Bewerbung auf der Strecke bleiben.

Viele Grüße

Mark

ich war vor einiger Zeit auch Arbeitslos. In dieser Zeit habe
ich anfangs garnicht an Zeitarbeitsfirmen gedacht, sondern nur
Bewerbungen geschrieben. ALs die Not immer größer wurde habe
ich von den Zeitarbeitsfirmen erfahren bzw. wurde mir davon
erzählt. Ich war sofort begeistert davon und dachte mir das
ich jetzt aus dem ganzen schlamassel rauskomme. Erst war ich
nur bei einer großen holländischen zeitarbeitsfirma, da ich
mir dachte das die sicher was für mich haben/finden. Aber
denkste!!!
Nach einiegr Zeit bekam ich von denen sogar eine „Absage“, da
sie nix finden.
Etwas depremiert ging ich nach einigen Wochen erneut einen
Versuch ein, diesmal allerdings bei 4 Zeitarbeitsfirmen
gleichzeitig, noch dazu war ich für alles offen. Also auch für
Helfertätigkeiten!!!

Ich habe alle 2 Wochen bei den Firmen angerufen und nach dem
Stand der Dinge gefragt. Ohne Erolg!
Ich war über ein halbes Jahr bei den Firmen angemeldet, habe
aber nie was von denen gehört. Die hatten rein garnix für
Dich, obwaohl ich 2 Ausbildungen habe (Handwerk/IT) und sogar
als Helfer gearbeitet hätte.

Aus diesme Grund muss ich sagen, dass ich von
Zeitarbeitsfirmen nicht begeistert bin.

Axl

Hi Martin!

Kontakt im Klartext erfahren habe: "Sie wissen, dass Sie bei
uns schlecht verdienen und dass man als gemieteter
Arbeitnehmer oft der AvD ist.

Das mit dem wenig verdienen ist natürlich nicht ganz verkehrt, man sollte aber nicht denken, dass die ZA-Unternehmen scheffeln können…

Vor kurzem haben wir einer Rechtsanwalts-Kanzlei eine ReNo-Gehilfin angeboten. Der Kunde teilte uns mit, dass er maximal € 12,- pro Stunde zahlen werde. Da wir laut unserem Tarifvertrag erst ab € 7 zahlen dürfen, wäre dann nichts mehr zu verdienen gewesen. Da man aufgrund Sozialversicherung usw. bei € 7,- / Stunde nochmal fast das doppelte obendrauf legen muß.

Und AvD ist auch nicht ganz richtig. Häufig sind die Zeitarbeitnehmer eine Entlastung für die übrige Mannschaft und werden daher gerne gesehen. Ist wohl eher eine Frage der üblichen Firmenkultur.

Viele Grüße

Mark

Aloha!

Freut micht, auch mal was Positives zu hören! :smile:

Wichtig ist wirklich die Auswahl eines seriösen Anbieters, dann besteht auch eine sehr hohe Chance zur Übernahme beim Kunden.

Wer reich werden will, sollte lieber zur Börse und nicht zur Zeitarbeit gehen. Zeitarbeit bietet aber hervorragende Chancen zum Einstieg auf Probe, Wissenserweiterung und der Dokumentation von Flexibilität.

VG

Mark

Wie sind eure Erfahrungen als Bewerber bei den
unterschiedlichen Anbietern?

Ich kann eigentlich nur Gutes berichten. Nachdem ich ca. 2
Monate in der Kartei stand, bin ich vermittelt worden und hab
denn fast ein Jahr bei der Zeitarbeitsfirma gearbeitet, bis
ich was „richtiges“ gefunden hatte. In der Zeit hab ich
erlebt, dass viele Kollegen von dem Unternehmen fest
eingestellt wurden, das sie „ausgeliehen“ hatte.

Allerdings kommt es tatsächlich wohl auf die jeweiligen
Fähigkeiten an, aber die kann man sich als Arbetsloser ja u.U.
aneignen, z.B. eine gewisse Tippgeschwindigkeit beim 10-Finger
tippen.

Sicher war der Verdienst nicht zum reich werden, aber zum
Überleben hat es gereicht und eine wertvolle Erfahrung wars
zudem.

Gruß
Marion