Zeitdehnung in welchem Bezugssystem?

Hallo an alle Relativisten!

Ich fange einfach mal an zu erzählen und ihr sagt mir, wo ich einen Fehler mache…

In der Relativitätstheorie wird gesagt, wenn sich ein System von einem anderen schnell entfernt, dann verläuft in dem schnell bewegten die Zeit etwas langsamer als in dem „stehenden“.
Weiter heißt es aber doch auch, dass es keine absoluten Bezugssysteme gibt. Das heißt dann, ich kann auch sagen, das sich schnell wegbewegende System ist für mich jetzt stillstehend und das andere bewegt sich schnell weg. Daraus ergäbe sich ja, dass in dem vorher stehenden die Zeit langsamer verlaufen müsste.

Also als Beispiel:

  1. Ich stehe irgendwo im Raum und sage „ich bewege mich nicht“. Ich sehe ein Raumschiff ziemlich schnell von mir wegfliegen. Also Konsequenz weiß ich, dass die Zeit in diesem Raumschiff langsamer vergeht als bei mir.
  2. Ich stehe in dem Raumschiff und habe das Gefühl, dass ich mich gar nicht bewege. Ich sage „ich bewege mich nicht“. Ich sehe, dass sich der Beobachter, der irgendwo im Raum steht, ganz schnell von mir wegbewegt. Also Konsequenz weiß ich, dass die Zeit in dem sich von mir wegbewegenden System langsamer als bei mir verläuft.

Wo liegt der Denkfehler? Oder gibt es vielleicht noch Regeln, die man in der Schule nicht beigebracht bekommt?
Klärt mich bitte auf…
Danke schonmal :wink:

Wo liegt der Denkfehler?

Da ist kein Denkfehler. Die Zeitdilatation zwischen relativ zueinander bewegten Bezugssystemen ist symmetrisch.

Die Zeitdilatation zwischen relativ
zueinander bewegten Bezugssystemen ist symmetrisch.

Also verstehe ich das richtig, dass dann beim Zwillingsparadoxon beide Zwillinge gleich alt sind, solange der eine in seinem Raumschiff nicht umdreht und sich noch irgendwie extra beschleunigt?

Nein, ich fürchte das verstehst Du falsch. Solange keiner von beiden beschleunigt, sind sie zwar in Bezugssystemen gleich alt, in denen die Beträge ihrer Geschwindigkeiten gleich sind, aber in ihren Ruhesystemen, ist jeder älter als der jeweils andere. Da all diese Bezugssysteme gleichberechtigt sind, gibt es gar keine Möglichkeit, ihr Alter objektiv zu vergleichen. Solange sie sich nicht am selben Ort befinden, ist ihr Altersunterschied bezugssystemabhängig.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  1. Ich stehe irgendwo im Raum und sage „ich bewege mich
    nicht“. Ich sehe ein Raumschiff ziemlich schnell von mir
    wegfliegen. Also Konsequenz weiß ich, dass die Zeit in diesem
    Raumschiff langsamer vergeht als bei mir.
  2. Ich stehe in dem Raumschiff und habe das Gefühl, dass ich
    mich gar nicht bewege. Ich sage „ich bewege mich nicht“. Ich
    sehe, dass sich der Beobachter, der irgendwo im Raum steht,
    ganz schnell von mir wegbewegt. Also Konsequenz weiß ich, dass
    die Zeit in dem sich von mir wegbewegenden System langsamer
    als bei mir verläuft.

du weißt zu viel.

du siehst den im raum still stehenden von dir wegfliegen - auch wenn du weißt, das du eigentlich fliegst. das licht zwischen euch weiß es nicht und braucht jede zeiteinheit, die du dich wegbewegst, ein bisschen länger, bis es dich erreicht. ergo siehst du seine uhr langsamer laufen.
das gleiche gilt für den im raum still stehenden. er sieht aufgrund des lichtes deine uhr langsamer gehen.

du siehst den im raum still stehenden von dir wegfliegen -
auch wenn du weißt, das du eigentlich fliegst. das licht
zwischen euch weiß es nicht und braucht jede zeiteinheit, die
du dich wegbewegst, ein bisschen länger, bis es dich erreicht.
ergo siehst du seine uhr langsamer laufen.
das gleiche gilt für den im raum still stehenden. er sieht
aufgrund des lichtes deine uhr langsamer gehen.

Was Du da beschreibst, ist nicht die Zeitdilatation, sondern der Dopplereffekt. Wenn nicht ausdrücklich anders angegeben, wird die Retardierung der Lichtsignale zwischen zwei Beobachtern bei Gedankenexperimenten zur Relativitätstheorie nicht berücksichtigt, sondern mit Werten gearbeitet, die lokal (und somit ohne jede zeitliche Verzögerung) gemessen werden.

Wenn nicht ausdrücklich anders angegeben,
wird die Retardierung der Lichtsignale zwischen zwei
Beobachtern bei Gedankenexperimenten zur Relativitätstheorie
nicht berücksichtigt, sondern mit Werten gearbeitet, die lokal
(und somit ohne jede zeitliche Verzögerung) gemessen werden.

wer entscheidet hier, was nicht berücksichtigt wird? bitte erlaube mir, den artikel stehen zu lassen. du hast einen effekt beschrieben - ich einen anderen.

Solange keiner von
beiden beschleunigt, sind sie zwar in Bezugssystemen gleich
alt, in denen die Beträge ihrer Geschwindigkeiten gleich sind,
aber in ihren Ruhesystemen, ist jeder älter als der jeweils
andere.

Da liegt eben mein Problem: Wie entscheidet sich letztendlich, wer älter ist, wenn beide wieder zusammentreffen?

Weil:

Da all diese Bezugssysteme gleichberechtigt sind, gibt
es gar keine Möglichkeit, ihr Alter objektiv zu vergleichen.
Solange sie sich nicht am selben Ort befinden, ist ihr
Altersunterschied bezugssystemabhängig.

Vielleicht habe ich einfach nicht die richtige Vorstellung von einer Beschleunigung im Raum.
Nehmen wir an, es gäbe „Trägheitsabsorber“ wie in Star Trek. Woher weiß ich in dem Raumschiff, dass ich beschleunige? Dass nicht der Rest des Universums beschlossen hat, plötzlich vor mir wegzufliegen und nur ich an meiner Stelle in diesem Raumschiff stehen bleibe?

Oder hat die Trägheit etwas mit diesem Effekt zu tun?

du hast einen effekt beschrieben - ich einen anderen.

Du hast die Zeitdilatation als eine Art „optischer Täuschung“ beschrieben. Das wird ihr aber nicht gerecht. Die Zeitdilatation ist kein scheinbarer, sondern ein echt real auftretender Effekt.

nur die dilatation, die durch die beschleunigung herorgerufen wird.

im grenzfall lichtgeschwindigkeit würde die zeit aufgrund der konstanz der lichtgeschwindigkeit SCHEINBAR stehen bleiben, unabhängig vom effekt, der von drstupid beschrieben wurde. das passiert z.b. bei einem photon, was auf die erde zufliegt. und dieser effekt ist auch bei unterlichtgeschwindigkeit vorhanden.

nur muss man hier eben aufpassen, ob man waagerecht zum beobachter fliegt und die SRT braucht oder senkrecht/radial und den dopplereffekt beschreibt. das habe ich nicht beachtet - mein fehler. in beiden fällen ist das zeitvergehen aber nur scheinbar verlangsamt.

beim diesem zwillingsparadoxon mit der beschleunigung und dem abbremsen ist das keine scheinbare verlangsamung der zeit, sondern real wie du sagst. man altert dort schneller, wo die beschleunigung geringer ist. übersteigt man im raumschiff von anfang bis ende 9.81m/s^2, altert man langsamer als auf der erde.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Du hast die Zeitdilatation als eine Art „optischer Täuschung“
beschrieben. Das wird ihr aber nicht gerecht. Die
Zeitdilatation ist kein scheinbarer, sondern ein echt real
auftretender Effekt.

nur die dilatation, die durch die beschleunigung herorgerufen
wird.

Zum Auftreten der Zeitdilatation reicht es aus, wenn sich zwei Bezugssysteme gleichförmig relativ zueinander bewegen. Dann gilt: Jede Uhr des einen Systems geht langsamer als diejenigen Uhren des anderen Systems, an denen sie gerade vorbeikommt. Dabei kann jedes der Systeme das „eine“ bzw. das „andere“ System sein, d. h. der Effekt ist symmetrisch. Dies ist die präzise Beschreibung des Phänomens Zeitdilatation.

Eine Beschleunigung wird für die Zeitdilatation nicht benötigt. Die braucht man nur, wenn es in jedem der beiden Systeme nur eine Uhr (statt vieler) gibt. Will man eine davon auf eine Reise schicken und später die Uhrenanzeigen am selben Ort wieder miteinander vergleichen, dann geht das nicht ohne irgendeine Beschleunigungsphase. Dabei kommt es dann zum „Zwillingsparadoxon“.

nur muss man hier eben aufpassen, ob man waagerecht zum
beobachter fliegt und die SRT braucht oder senkrecht/radial
und den dopplereffekt beschreibt.

Willst Du mich veräppeln?

ist das zeitvergehen aber nur scheinbar verlangsamt.

Die Zeitdilatation ist nicht scheinbar, sondern findet tatsächlich statt.

übersteigt man im raumschiff von
anfang bis ende 9.81m/s^2, altert man langsamer als auf der erde.

Gleichförmig bewegte Bezugsssteme → Zeitdilatation.

Uhr, die nach „Reise“ zurückgekehrt (Beschleunigung während Umkehrphase nötig) → Zeitdilatation + Zwillingsparadoxon.

Zeitverlangsamung im Gravitationsfeld → Zeitdilatation als _allgemein_relativistischer Effekt.

Gute Nacht
Martin

Du hast die Zeitdilatation als eine Art „optischer Täuschung“
beschrieben. Das wird ihr aber nicht gerecht. Die
Zeitdilatation ist kein scheinbarer, sondern ein echt real
auftretender Effekt.

nur die dilatation, die durch die beschleunigung herorgerufen
wird.

Zum Auftreten der Zeitdilatation reicht es aus, wenn sich zwei
Bezugssysteme gleichförmig relativ
zueinander bewegen. Dann gilt: Jede Uhr des einen Systems
geht langsamer als diejenigen Uhren des anderen Systems, an
denen sie gerade vorbeikommt. Dabei kann jedes der Systeme
das „eine“ bzw. das „andere“ System sein, d. h. der Effekt ist
symmetrisch. Dies ist die präzise Beschreibung des Phänomens
Zeitdilatation.

genau das ist ein scheinbares phänomen, weil das licht quasi der „uhrzeitüberträger“ ist.

Eine Beschleunigung wird für die Zeitdilatation nicht
benötigt. Die braucht man nur, wenn es in jedem der beiden
Systeme nur eine Uhr (statt vieler) gibt.
Will man eine davon auf eine Reise schicken und später die
Uhrenanzeigen am selben Ort wieder miteinander vergleichen,
dann geht das nicht ohne irgendeine Beschleunigungsphase.
Dabei kommt es dann zum „Zwillingsparadoxon“.

und das beruht auf der allgemeinen RT und hat etwas mit energie, masse und beschleunigung zu tun. fliegt ein teilchen unangetrieben mit konstanter geschwindigkeit im geradlinigen raum, tritt dieser effekt nicht auf, sondern nur, wenn man das teilchen einer beschleunigung aussetzt.

nur muss man hier eben aufpassen, ob man waagerecht zum
beobachter fliegt und die SRT braucht oder senkrecht/radial
und den dopplereffekt beschreibt.

Willst Du mich veräppeln?

nein. ehm…erstmal grundlegend musst du wissen, dass es in der speziellen relativitätstheorie die photonen sind, die dir die zeit des anderen sagen(in der allgemeinen RT nicht. die ART beruht auf den zusammenhang von masse, energie und beschleunigung.)

stell dir vor, du stehst im abstand von 300.000km von einem kumpel entfernt und hast so gute augen, dass du seine uhr noch sehen kannst.
dann wirst du sehen, dass sein zeiger genauso schnell läuft wie deiner(ihr könnt eure uhren synchronisieren, denn ihr kennt euren abstand - eine lichtsekunde.) wichtig ist auch, dass die photonen in alle richtungen nach vorne emmittieren. also nicht nur gerade weg, sondern auch in allen möglichen winkeln.

jetzt vergessen wir beschleunigungsphase von euch und stellen uns vor, mithilfe eines trägheitsdämpfungssystems fliegt ihr beide schwupp in fast 0 sekunden auf 0.5 licht parallel und in 300.000 km abstand von einander.

was passiert jetzt…

nach 1 s mit 0.5 licht ist das photon, was dein kumpel vor 1 sekunde gesendet hat noch nicht an dem punkt, wo du bist. denn das photon muss wurzel aus (300.000 km)^2 + (150.000km)^2 kilometer zurücklegen - also die hypothenuse des dreiecks, eures abstands bzw. zurückgelegten weges. da das licht aber nicht überlicht fliegen kann, braucht es länger.
dieser effekt existiert und wird z.b. bei satelliten berücksichtigt. er lediglich auf der konstanz der lichtgeschwndigkeit und ist unabhängig davon, wie viel energie und masse die fliegenden haben.
UND er wird häufig von nichtphysikern verwechselt mit der zeitverlangsamung durch masse und energie.
in dem bsp., was ich jetzt gerade beschrieben habe, ist dieser effekt konstant - also die uhr deines kumpels geht im gleichen abstand nach, aber beide gehen gleich schnell, weil euer abstand konstant bleibt.
im falle, dass jetzt einer von euch schneller fliegt als der andere, vergeht die zeit jeweils scheinbar langsamer, da sich euer abstand erhöht. in jeder zeiteinheit muss das licht mehr weg zurücklegen. das hat ein scheinbares langsamergehen der uhr zurfolge.
im falle, dass du 0.9 lichtgeschwindigkeit fliegst, bleibt die zeit bei deinem gegenüber schneinbar fast stehen und das gilt auch umgedreht.

wie gesagt, der effekt existiert und wird häufig von nichtsphysikern verwechselt, wenngleich er wohl schwächer sein soll, wenn mich nicht täuscht, als der effekt, der durch die beschleunigung hervorgerufen wird.

man sollte ihn auf jeden fall mitbetrachten, wenn man die zeitdilatation erklärt.

Wenn nicht ausdrücklich anders angegeben,
wird die Retardierung der Lichtsignale zwischen zwei
Beobachtern bei Gedankenexperimenten zur Relativitätstheorie
nicht berücksichtigt, sondern mit Werten gearbeitet, die lokal
(und somit ohne jede zeitliche Verzögerung) gemessen werden.

wer entscheidet hier, was nicht berücksichtigt wird?

Das Thema. Es geht hier um die Zeitdilatation.

genau das ist ein scheinbares phänomen, weil das licht quasi
der „uhrzeitüberträger“ ist.

Es spielt keine Rolle, wie man die Uhrzeit überträgt. Du kannst die Werte auch mit der Post schicken. Im Gegensatz zu dem von Dir beschriebenen Dopplereffekt ist der Zeitdilatation vollkommen egal wie und mit welcher Geschwindigkeit Informationen ausgetauscht werden.

erstmal grundlegend musst du wissen, dass es in
der speziellen relativitätstheorie die photonen sind, die dir
die zeit des anderen sagen(in der allgemeinen RT nicht.

Photonen braucht man in der SRT lediglich für die Einsteinsche Uhrensynchronisation. Ansonsten sind sie gänzlich verzichtbar. Für den Informationsaustausch zwischen verschiedenen Beobachtern würde es beispielsweise genügen, wenn sie ihre jeweiligen Beobachtungen aufschreiben und diese Mitschriften nach Beendigung des Experimentes an den jeweils anderen übergeben.

stell dir vor, du stehst im abstand von 300.000km von einem
kumpel entfernt und hast so gute augen, dass du seine uhr noch
sehen kannst.
dann wirst du sehen, dass sein zeiger genauso schnell läuft
wie deiner(ihr könnt eure uhren synchronisieren, denn ihr
kennt euren abstand - eine lichtsekunde.)

Die Uhren kann man auch synchronisieren ohne den Abstand zu kennen. Und diese Synchronisation ermöglicht es auch, dass ich nemben mir eine Uhr stehen habe, die mit der meines Kumpels synchron ist. Dann kenne ich seine Zeit auch ohne 300.000 km weit sehen zu können.

jetzt vergessen wir beschleunigungsphase von euch und stellen
uns vor, mithilfe eines trägheitsdämpfungssystems fliegt ihr
beide schwupp in fast 0 sekunden auf 0.5 licht parallel und in
300.000 km abstand von einander.

Und neben uns stehen wieder Uhren, die in unserem neuen Ruhesystem synchron sind (weil sie von einem fleißigen Mitarbeiter zuvor ordnungsgemäß synchronisiert wurden).

nach 1 s mit 0.5 licht ist das photon, was dein kumpel vor 1
sekunde gesendet hat noch nicht an dem punkt, wo du bist. denn
das photon muss wurzel aus (300.000 km)^2 + (150.000km)^2
kilometer zurücklegen - also die hypothenuse des dreiecks,
eures abstands bzw. zurückgelegten weges. da das licht aber
nicht überlicht fliegen kann, braucht es länger.

Davon abgesehen, dass unser Abstand in unserem Ruhesystem immer noch derselbe ist, interessiert mich nicht, was irgendwelche Photonen machen. Wenn ich wissen will, wie spät es ist, sehe ich einfach auf die Uhr.

also die uhr deines kumpels geht im gleichen
abstand nach

Nein, sie geht nicht nach. Wir ruhen im gleichen Bezugssystem und lesen die Zeit von synchronisierten Uhren ab.

im falle, dass jetzt einer von euch schneller fliegt als der
andere, vergeht die zeit jeweils scheinbar langsamer

Nein, die zeit geht nicht scheinbar langsamer, sondern ganz real, weil wir die Zeit von Uhren ablesen, die in unterschiedlichen Bezugssystemen synchronisiert wurden.

da sich
euer abstand erhöht. in jeder zeiteinheit muss das licht mehr
weg zurücklegen. das hat ein scheinbares langsamergehen der
uhr zurfolge.

Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Welchen Weg irgendwelches Licht zurücklegen muss, spielt hier keine Rolle. Ich kann die Zeit meines Kumpels auch dann von einer an meinem Ort befindlichen Uhr ablesen, wenn wir uns relativ zueinander bewegen. Diese Uhr würde dann natürlich mit der gleichen Geschwindigkeit an mir vorbei fliegen, mit der mein Kumpel sich von mir entfernt und müsste in dessen Ruhesystem von unserem fleißigen Assistententen mit einer an seinem Ort ruhenden Ohr synchronisiert worden sein.

wie gesagt, der effekt existiert und wird häufig von
nichtsphysikern verwechselt

Du bist derjenige, der hier etwas verwechselt - nämlich den Dopplereffekt mit der Zeitdilatation zwischen bewegten Bezugssystemen. Zumindest wissen wir jetzt, dass Du die Grundlagen der SRT nicht verstanden hast.

Solange keiner von
beiden beschleunigt, sind sie zwar in Bezugssystemen gleich
alt, in denen die Beträge ihrer Geschwindigkeiten gleich sind,
aber in ihren Ruhesystemen, ist jeder älter als der jeweils
andere.

Da liegt eben mein Problem: Wie entscheidet sich letztendlich,
wer älter ist, wenn beide wieder zusammentreffen?

Wenn beide wieder im gleichen Bezugssystem ruhen und vielleicht sogar nebeneinander stehen, ist das überhaupt kein Problem. Innerhalb eines Bezugssystems ist der Altersunterschied objektiv messbar - nur eben nicht zwischen relativ zueinander bewegten Bezugssystemen.

Nehmen wir an, es gäbe „Trägheitsabsorber“ wie in Star Trek.
Woher weiß ich in dem Raumschiff, dass ich beschleunige? Dass
nicht der Rest des Universums beschlossen hat, plötzlich vor
mir wegzufliegen und nur ich an meiner Stelle in diesem
Raumschiff stehen bleibe?

Das erkennst Du daran, dass dabei das erste Newtonsche Axiom verletzt wird. Wenn im Ruhesystem des Raumschiffes plötzlich alle anderen Körper beschleunigen, ohne dass Kräfte auf sie wirken, dann ist das offenbar kein Inertialsystem. Zwischen Nichtinertialsystemen ist die zeitdilatation nicht mehr symmetrisch. Beispielsweise läuft im Zwillingsparadoxon die Uhr des reisenden Zwillings im Ruhesystem des daheim gebliebenen auch während des Wendemanövers unverändert langsamer, während die Uhr des daheim gebliebenen Zwillings im Ruhesystem des Reisenden schneller läuft. Dadurch erhält die daheim gebliebene Uhr einen Vorsprung, den die Uhr des Reisenden bis zu seiner Rückkehr nicht mehr aufholt.

im falle, dass jetzt einer von euch schneller fliegt als der
andere, vergeht die zeit jeweils scheinbar langsamer

Nein, die zeit geht nicht scheinbar langsamer, sondern ganz
real, weil wir die Zeit von Uhren ablesen, die in
unterschiedlichen Bezugssystemen synchronisiert wurden.

wenn beide zu beginn der reise ihre uhren synchronisieren und dann beide einen identischen, genau entgegengesetzten kreisbogen fliegen, sich somit also gleichen beschleunigungen aussetzen, haben sie am ende, wenn sie wieder zusammentreffen die gleiche zeit auf den uhren und sind auch gleich alt.
haben sie sich während ihrer reise mit dem fernglas beobachtet, hat jeder die uhr des anderen langsamer laufen sehn. dieser effekt beruht auf die konstanz des lichtes und liegt daran, dass man die uhr des anderen nur sieht, weil sie licht reflektiert.

genau das ist ein scheinbares phänomen, weil das licht quasi
der „uhrzeitüberträger“ ist.

Ich sehe mich abermals zu dem Hinweis genötigt, dass die Zeitdilatation kein scheinbares, sondern ein real auftretendes Phänomen ist. Die sprachlich präzise Beschreibung des Effekts kannst Du in meinem vorangegangenen Posting nachlesen (optimal wäre, wenn Du sie auch verstehst). Dass das Licht die Uhrzeit übertragen soll, ist Nonsens; siehe DrStupids Antwort dazu. Wer hat Dir das erzählt?

Dabei kommt es dann zum „Zwillingsparadoxon“.

und das beruht auf der allgemeinen RT und hat etwas mit
energie, masse und beschleunigung zu tun.

Nein, eben das gerade nicht. Beim Zwillingsparadoxon unterliegt ein System zwar zeitweilig einer Beschleunigung, trotzdem ist es eine vollständig _speziell_relativistische Angelegenheit. Die auftretende Zeiteinsparung ist rein kinematisch begründet. Man kann den Effekt beliebig vergrößern, ohne an den Beschleunigungsphasen etwas zu ändern. Deshalb spielen sie keine Rolle.

dass es in der speziellen relativitätstheorie die photonen sind,
die dir die zeit des anderen sagen

Photonen benötigen eine gewisse Zeitspanne, bis sie von einem Ort zum anderen gelangt sind. Aber deshalb sind sie keine „Zeitübermittler“.

nach 1 s mit 0.5 licht ist das photon, was dein kumpel vor 1
sekunde gesendet hat noch nicht an dem punkt, wo du bist.
[…] da das licht aber
nicht überlicht fliegen kann, braucht es länger.
dieser effekt existiert und wird z.b. bei satelliten
berücksichtigt.

Ja, und dieser Effekt ist der Dopplereffekt, nicht die Zeitdilatation. Wann raffst Du das endlich?

im falle, dass jetzt einer von euch schneller fliegt als der
andere, vergeht die zeit jeweils scheinbar langsamer, da sich
euer abstand erhöht.

Nein, die Zeit (des jeweils anderen Bezugssystems) geht nicht scheinbar, sondern wegen der Zeitdilatation tatsächlich und wahrhaftig und echt und real langsamer.

in jeder zeiteinheit muss das licht mehr weg zurücklegen.

Dopplereffekt.

das hat ein scheinbares langsamergehen der uhr zurfolge.

Dopplereffekt.

Du hast augenscheinlich ein Problem damit, die Phänomene Dopplereffekt und Zeitdilatation richtig auseinanderzuhalten.

Gruß
Martin

Man kann den Effekt beliebig vergrößern, ohne an den
Beschleunigungsphasen etwas zu ändern.

Das bezweifle ich.

Deshalb spielen sie keine Rolle.

Sie spielen sogar eine entscheidende Rolle. Ohne sie geht es gar nicht. Die Geschwindigkeit muss sich notwendigerweise ändern, wenn die Zwinllinge sich wieder treffen wollen. Wie groß anschließend ihr Altersunterschied ist, hängt von dieser Änderung der Geschindigkeit ab - und zwar nicht nur davon, wie schnell sie erfolgt, sondern auch wann.

im falle, dass jetzt einer von euch schneller fliegt als der
andere, vergeht die zeit jeweils scheinbar langsamer

Nein, die zeit geht nicht scheinbar langsamer, sondern ganz
real, weil wir die Zeit von Uhren ablesen, die in
unterschiedlichen Bezugssystemen synchronisiert wurden.

wenn beide zu beginn der reise ihre uhren synchronisieren und
dann beide einen identischen, genau entgegengesetzten
kreisbogen fliegen, sich somit also gleichen beschleunigungen
aussetzen, haben sie am ende, wenn sie wieder zusammentreffen
die gleiche zeit auf den uhren und sind auch gleich alt.

Richtig, das bezeichnet man auch als symmetrisches Zwillingsparadoxon. Zu beachten ist allerdings, dass die Uhren während der Reise nicht synchron sind, weil sie gegeneinander bewegt sind.

haben sie sich während ihrer reise mit dem fernglas
beobachtet, hat jeder die uhr des anderen langsamer laufen
sehn. dieser effekt beruht auf die konstanz des lichtes und
liegt daran, dass man die uhr des anderen nur sieht, weil sie
licht reflektiert.

Da es Dir offenbar noch immer nicht oft genug gesagt wurde: Das Thema dieser Diskussion ist nicht der Dopplereffekt, sondern die Zeitdilatation und die hängt nicht davon ab, wie lange das Licht zwischen zwei Uhren unterwegs ist, sondern wie schnell sie sich relativ zueinander bewegen. Mach’ doch einfach mal eine Pause mit Deinen Beiträgen und nutze die gewonnene Zeit, um Dich über die Grundlagen der SRT zu informieren. Davon würden wir alle profitieren

im falle, dass jetzt einer von euch schneller fliegt als der
andere, vergeht die zeit jeweils scheinbar langsamer

Nein, die zeit geht nicht scheinbar langsamer, sondern ganz
real, weil wir die Zeit von Uhren ablesen, die in
unterschiedlichen Bezugssystemen synchronisiert wurden.

wenn beide zu beginn der reise ihre uhren synchronisieren und
dann beide einen identischen, genau entgegengesetzten
kreisbogen fliegen, sich somit also gleichen beschleunigungen
aussetzen, haben sie am ende, wenn sie wieder zusammentreffen
die gleiche zeit auf den uhren und sind auch gleich alt.

Zu beachten ist allerdings, dass die Uhren
während der Reise nicht synchron sind, weil sie gegeneinander
bewegt sind.

heureka. und wenn das jetzt der fragesteller nicht gemeint hat, dann habe ich nichts gesagt und bedanke mich für den hinweis des unterschiedes zwischen srt und doppler. den weiß der fragesteller ja sicher dann auch.

haben sie sich während ihrer reise mit dem fernglas
beobachtet, hat jeder die uhr des anderen langsamer laufen
sehn. dieser effekt beruht auf die konstanz des lichtes und
liegt daran, dass man die uhr des anderen nur sieht, weil sie
licht reflektiert.

Da es Dir offenbar noch immer nicht oft genug gesagt wurde:
Das Thema dieser Diskussion ist nicht der Dopplereffekt,
sondern die Zeitdilatation und die hängt nicht davon ab, wie
lange das Licht zwischen zwei Uhren unterwegs ist, sondern wie
schnell sie sich relativ zueinander bewegen.

das thema des threads ist die frage nach dem zeitvergehen von 2 sich vonenander entfernenden. das hat jedoch nicht zwangsweise etwas mit der relativitätstheorie zu tun, sondern mit doppler. die srt gilt nur bei parallem flug. das habe ich jetzt verstanden. dafür danke ich dir.

jetzt ist nur noch die frage, ob ich das richtige unter dem falschen namen oder du das falsche unter dem richtigen namen geantwortet hast:smile:

das mit dem realen zeitvergehn wird auch oft anders gesehen als du es sagst. obwohl ich deinen beitrag jetzt nicht falsch hinstellen will, aber es kommt auf die definition von „real“ an. ein beliebtes bsp.ist das beamen von einem inertialsystem in das andere ohne zeitverzug.
dabei wird der effekt der srt und der von doppler aufgehoben - der der ART jedoch nicht. da das beamen von licht schon durchbeführt wurde und wegen star trek kommt der ein oder andere auf die frage, was wäre wenn und vermischt es mit der begrenztheit, die uns unsere biologie gibt.

ich lerne trotzdem gerne von dir, auch wenn es nervig und schmerzhaft ist. du gibst mir immer einen neuen blickwinkel, den ich vorher noch nicht sah und der mir beim lesen von irgend welchen links nicht bewusst wurde.